Romana Wasinger - Leben im Sterben

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Völlig unabhängig von der Tatsache, ob wir uns mit dem Thema Sterben auseinandersetzen wollen oder nicht, betrifft es unweigerlich uns alle. So sicher wie wir in der nächsten Sekunde wieder einen Atemzug tun werden, so sicher werden wir auch eines Tages sterben. Wer in einem Hospiz arbeitet, ist in jedem seiner Dienste mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert. In Hospizen werden unheilbar kranke Menschen und ihre Angehörigen begleitet. Vergänglichkeit, Sterben und Tod gehören somit zum Arbeitsalltag jeder Hospizschwester. Die Autorin, die selbst seit mehr als sieben Jahren als Diplomkrankenschwester auf einer Hospiz­station arbeitet, erzählt in ihrem Buch, wie es sich anfühlt, erwachsene, sterbende Menschen zu pflegen und ihnen in all ihren Hoffnungen, Schmerzen, Ängsten und Verlusten zur Seite zu stehen. Sie lässt die Leserinnen und Leser an sehr intimen Momenten ihres Berufsalltages teilhaben, in denen sie als professionelle Begleiterin die letzte Lebensphase vieler Menschen miterlebte.

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Herr E. – Ein Kavalier der alten Schule

Ich habe Herrn E. damals auf unserer Station aufgenommen. Er war 82 Jahre alt, litt an Lungenkrebs und kam aus einem Krankenhaus zu uns. Von den vorher geführten Telefonaten wussten wir, dass unser neuer Patient im Sterben lag. Es sollte ihm laut Auskunft des Krankenhauses so schlecht gehen, dass er nicht mehr ansprechbar sei, wahrscheinlich nicht einmal die nächsten Tage überleben würde. Herr E. befand sich, wie angekündigt, in sehr schlechter körperlicher Verfassung. Ich brachte ihn gemeinsam mit den Rettungsleuten in sein Zimmer, und wir legten ihn in sein Bett. Der arme Mann war tatsächlich nicht ansprechbar, reagierte kaum, weder durch Worte, Mimik oder Gestik. Er öffnete nur manchmal ganz kurz seine müden Augen.

Immer wenn wir einen neuen Patienten auf unserer Station aufnehmen, kümmert sich die zuständige Schwester so lange um ihn, bis er alles hat, was er braucht, egal ob dies ein paar Minuten oder auch ein paar Stunden dauert. Ich lagerte Herrn E. also zuallererst einmal bequem, erzählte ihm dabei, wo er nun war und räumte seine persönlichen Dinge in den Schrank. Er war so erschöpft, dass er fast den ganzen Tag verschlief. Meine Kollegin und ich sahen oft nach ihm, aber er rührte sich kaum. In den kommenden Tagen änderte sich nichts an dem Zustand von Herrn E. Er schlief meistens und reagierte kaum, wenn wir ihn ansprachen. Einige Tage später allerdings war er wieder ansprechbar. Wir nahmen uns sehr viel Zeit für seine Pflege, und überraschenderweise erholte er sich soweit, dass er bald wieder sitzen und essen konnte. Aber es sollte noch besser kommen. Herrn E.’s Gesundheitszustand verbesserte sich im Laufe der nächsten Wochen soweit, dass er sogar sein Zimmer verlassen konnte – und zwar bald auf seinen eigenen Beinen. Es war einfach großartig zu sehen, wie gut es ihm plötzlich wieder ging.

Herr E. wurde vor seinem Tod rund ein halbes Jahr im Hospiz betreut. Es war wie ein kleines Wunder für ihn, für seine Angehörigen und natürlich auch für uns Schwestern.

Dieser alte Herr war ein feiner Mensch mit einem guten Charakter und er war bei allen, die mit ihm zu tun hatten, sehr beliebt. Wir mochten seine liebe Art, sein stilles Wesen, seinen Humor, sein verschmitztes Lächeln und seine ganz persönliche, sehr respektvolle Art, wie er mit seinen Mitmenschen umging. Ich habe in all den Monaten, in denen Herr E. bei uns lebte, sehr viel Zeit mit ihm verbracht. Wir beide verstanden uns gut, hatten uns immer etwas zu erzählen und haben oft gemeinsam gelacht. Ich kann mich noch an manche Szenen zwischen uns erinnern, als wären sie erst vor wenigen Tagen oder Wochen geschehen.

Als Herr E. zu uns kam, hatte er einen Dauerkatheter. Später, als er schon sein Zimmer verlassen konnte, fand er den Katheter seltsamerweise sehr praktisch. Nachdem das Thema mit ihm und im Team besprochen worden war, wurde der Katheter entfernt und Herr E. erhielt vorerst Inkontinenzeinlagen, bis er seine Harnblase ausreichend trainiert haben würde. Wir hofften, dass er bald auch dieses Hilfsmittel nicht mehr brauchen würde. Ich habe öfter mit ihm über dieses Thema gesprochen und mein Patient sagte mir doch tatsächlich, dass er die Einlagen sehr praktisch finden würde. So brauchte er nicht ständig aufs Klo zu gehen, meinte er. Besonders nachts würde er viel lieber schlafen, als regelmäßig aufs Klo zu gehen. Ich war fast ein bisschen entsetzt über das, was ich da hörte. Obwohl wir Schwestern öfter mit ihm über seinen Unwillen, die Toilette zu besuchen gesprochen hatten, änderte sich nichts an seiner Einstellung. Einlagen waren für ihn praktisch und damit basta. Dafür hatte ich allerdings wenig Verständnis. Ich weiß noch, dass ich eines Abends an seinem Bett saß und erreichen wollte, dass er endlich auf die Einlagen verzichtete. Ich kann mich an dieses Gespräch noch recht gut erinnern. Wir plauderten zuerst ein bisschen über den vergangenen Tag, und dann sprach ich wieder einmal das für ihn so leidige Thema Einlagen an. Er wusste inzwischen, dass ich ganz schön hartnäckig sein konnte. Also seufzte er ergeben, verdrehte die Augen, hörte mir aber zu. Ich fragte ihn zuerst, wie alt er sei, und er sagte: „Na ich bin bald 83, das wissen sie ja.“ „Na also“, sagte ich, „Bald 83, ein beachtliches Alter. Und von all den vielen Jahren, die sich schon auf der Welt sind, haben sie fast 80 Jahre lang keine Einlagen gebraucht, sondern sind aufs Klo gegangen, wenn sie mussten.“ Er blickte mich jetzt gespannt an und sagte: „Na und? Jetzt find ich sie praktisch.“ „Was heißt hier na und?“, fragte ich ihn. „Wieso wollen sie jetzt plötzlich wieder gerne in die Hosen machen wie ein kleines Kind? Und was heißt hier praktisch, schließlich geht jeder Erwachsene aufs Klo, wenn er muss, außer er ist zu krank dazu.“ So ähnlich habe ich damals mit ihm gesprochen. Nach einigem Zögern meinte er, ich hätte ja eigentlich nicht ganz unrecht und wir einigten uns darauf, noch in dieser Nacht den ersten Versuch ohne Einlage zu starten. Herr E. benützte bald darauf tagsüber keine Einlagen mehr und kurze Zeit später ging es auch nachts ganz ohne sie. Als es soweit war, war er sehr stolz auf sich. Später erzählte er anderen oft lächelnd: „Jaja, die Romy war’s, wegen ihr brauch ich jetzt keine Einlagen mehr.“ Bald nachdem Herr E. wieder mobil war, spielte sich abends zwischen ihm und mir eine Art Ritual ab. Dabei ging es um die Kleidung, die er tagsüber trug. Wenn er abends seinen Pyjama anzog, hängte er seine Kleidung über einen Sessel. Hatte ich Dienst, nahm ich jedes Kleidungsstück einzeln in die Hand und guckte, ob es noch sauber war. Meist war alles schmutzig, also kam es in den Schmutzwäschesack, da gab’s nichts daran zu rütteln, auch wenn Herr E. seine Kleider immer nur ungern herausrückte. Ich erklärte ihm dann jedes Mal, dass schmutzige Wäsche in den Wäschesack kommt, da gibt es keine Diskussionen. Ich zeigte ihm auch immer die diversen Schmutzflecke, damit er mir glauben konnte. Dann sagte er üblicherweise grinsend zu mir: „Romy, Sie sind wie meine Frau. Die hat das auch immer genauso gemacht wie Sie.“ Über diesen Satz musste ich immer wieder lächeln, auch wenn ich ihn unzählige Male hörte. Dieses Spielchen verlief tatsächlich immer gleich. Ich nahm die schmutzige Wäsche, Herr E. sagte, die Wäsche sei gar nicht schmutzig, ich zeigte ihm jeden einzelnen Schmutzfleck und düste dann mit der Wäsche aus dem Zimmer. Wenn ich wieder zurückkam, legte ich ihm frische Kleidung für den nächsten Tag zurecht. Hatte ich Tagdienst, wünschte ich ihm danach eine gute Nacht, hatte ich Nachtdienst, plauderten wir meistens noch ein bisschen. Ich hörte Herrn E. bis zu seinem Tod oft zu seinen Besuchern sagen: „Und das ist die Romy, die ist wie meine Frau. Sie nimmt mir auch immer am Abend meine Wäsche weg.“ Er hat das immer so gesagt, dass ich es auch bestimmt hören konnte, und ich glaube, es hat ihm genauso viel Spaß gemacht wie mir. Es war eine vergnügliche Zeit mit Herrn E. Er genoss jeden Tag, den er noch zu leben hatte. Oft bemerkte er, wie dankbar er war, dass ihm das alles noch vergönnt war. Er hatte damals, als er zu uns kam, auch geglaubt, dass er bald sterben würde. So aber wurde er wieder sehr selbständig, war schmerzfrei, konnte herumgehen, und hin und wieder holten ihn seine Töchter zu einem kleinen Ausflug ab, wenn er das wollte. Er sagte auch immer wieder, dass er sich bei uns sehr wohl fühlte und dass es bei uns viel besser sei, als zuhause. Dorthin wollte er nicht mehr zurückgehen. Bei uns hätte er alles was er wollte und brauchte. Das waren seine Worte. Herr E. konnte auch wieder mit Appetit essen, manchmal trank er gern ein kleines Gläschen Wein und er freundete sich mit einem ebenfalls mobilen Mitpatienten an, mit dem er oft und gerne plauderte oder spazieren ging. Wenn er alleine war, hörte er Musik, sah ein wenig fern oder las. Herr E. wurde erst ganz kurz vor seinem Tod bettlägerig. Wenn ich mich recht erinnere, war er noch wenige Tage vor seinem Tod im Haus unterwegs und erfreute seine Mitmenschen mit seinem sanften Lächeln, seiner charmanten Art und seiner Freundlichkeit. Als er eines Morgens verstarb, war ich eine der Schwestern, die an seinem Bett saßen und seine Hand hielten. Seine Töchter sagten uns, dass sie sehr glücklich waren, weil ihr geliebter Vater bei uns so glückliche Monate verbringen konnte.

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