Romana Wasinger - Leben im Sterben

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Völlig unabhängig von der Tatsache, ob wir uns mit dem Thema Sterben auseinandersetzen wollen oder nicht, betrifft es unweigerlich uns alle. So sicher wie wir in der nächsten Sekunde wieder einen Atemzug tun werden, so sicher werden wir auch eines Tages sterben. Wer in einem Hospiz arbeitet, ist in jedem seiner Dienste mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert. In Hospizen werden unheilbar kranke Menschen und ihre Angehörigen begleitet. Vergänglichkeit, Sterben und Tod gehören somit zum Arbeitsalltag jeder Hospizschwester. Die Autorin, die selbst seit mehr als sieben Jahren als Diplomkrankenschwester auf einer Hospiz­station arbeitet, erzählt in ihrem Buch, wie es sich anfühlt, erwachsene, sterbende Menschen zu pflegen und ihnen in all ihren Hoffnungen, Schmerzen, Ängsten und Verlusten zur Seite zu stehen. Sie lässt die Leserinnen und Leser an sehr intimen Momenten ihres Berufsalltages teilhaben, in denen sie als professionelle Begleiterin die letzte Lebensphase vieler Menschen miterlebte.

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Loslassen

Wenn ich festhalte,

bin ich gefangen, gelähmt,

erstarrt, energielos, blockiert

unfrei, ständig im Gestern und

dem Leben immer ferner.

Wenn ich loslasse,

bin ich gereinigt, befreit,

lebendig, voller Energie, offen,

zugänglich, im Jetzt, spontan

und so mitten im Leben. 18

Da ich Herrn P. während des ganzen Tages viele Stunden lang begleitet habe, rufe ich seine Ehefrau an, um ihr vom Tod ihres Mannes zu berichten. Sie weiß seit Wochen, dass „es“ jeden Tag soweit sein konnte, trotzdem bricht sie unter der Last meiner Worte fast zusammen. Ich spüre förmlich ihre Ohnmacht, ihre Fassungslosigkeit, ihren großen Schmerz und höre ihr hemmungsloses Weinen. Sie ist gerade bei Freunden, diese werden sie dann für ein letztes Abschiednehmen zu ihrem verstorbenen Mann bringen. Nach diesem aufwühlenden Gespräch rufe ich noch das Bestattungsunternehmen an und erledige die nötigen schriftlichen Arbeiten. Erst dann übergebe ich meiner Kollegin den Dienst. Kurz überlege ich noch, ob ich auf das Eintreffen der Ehefrau warten soll, entscheide mich aber dann doch dagegen. Der Tag ist für mich sehr lange und sehr anstrengend gewesen, er hat mich viel Kraft gekostet. Also gehe ich jetzt endlich nach Hause, denn ich weiß nicht, ob ich jetzt in der Lage wäre, auch noch die Ehefrau in ihrem Schmerz zu begleiten. Ich möchte das ganz einfach nicht mehr. Ich denke, ich habe für heute mehr als genug getan. Meine Reserven sind erschöpft. Erst beim Heimfahren wird mir bewusst, dass ich noch immer aufgewühlt und auch total überdreht bin. Ich laufe in gewisser Weise auf Hochtouren. Mein Körper ist sehr müde nach mehr als dreizehn Stunden Dienst, aber meine Gedanken galoppieren wild durcheinander. Zuhause schenke ich mir ein Glas Prosecco ein und setze mich alleine eine Weile in den Garten. Ich will zur Ruhe kommen, versuchen zu entspannen und nachdenken. Außerdem will ich im Moment nichts hören, auch nichts von meinen Angehörigen, die meinen momentanen Zustand nicht verstehen könnten. Ich lasse den Tag nochmals Revue passieren und denke auch an die letzten Wochen, während derer wir Herrn P. auf unserer Station betreuten.

Herr P. war Mitte 50, ein kleiner drahtiger Typ mit sonnengebräunter Haut und wilden Locken. Er hat in seinen jungen Jahren viel von der Welt gesehen und sich vor einigen Jahren mit seiner Frau in ein ruhiges, naturverbundenes Leben abseits vom lauten Leben einer Großstadt zurückgezogen. Die beiden hatten sich bewusst für ein Leben in der Natur und der Ein-, oder besser gesagt, Zweisamkeit entschlossen. Dann kam es, völlig überraschend für die beiden, zu der niederschmetternden Diagnose Krebs in weit fortgeschrittenem Stadium. Herr P. nahm diese Diagnose zur Kenntnis und lehnte jede Therapie ab. Er verließ das Krankenhaus und ging nach Hause. Einige Wochen wurde er während seiner schweren und rasch voranschreitenden Krankheit zuhause betreut, dann, als er und seine Frau mit dieser Situation nicht mehr zurechtkamen, entschloss er sich, zu uns ins Hospiz zu kommen. Herr P. war zu dieser Zeit noch sehr gesprächig und erzählte gerne aus seinem Leben. Seine Frau besuchte ihn täglich und so konnten sie viel Zeit gemeinsam verbringen. Sein Zimmer hat Herr P. kein einziges Mal verlassen. Wir Pflegenden konnten das kaum verstehen, da er ja so naturverbunden war und sich früher immer gerne im Freien aufgehalten hatte, wie er selbst erzählte. Natürlich respektierten wir seinen Wunsch. Sein restliches Leben, oder richtiger gesagt, sein wochenlanges Sterben, geschah also in seinem auf seinen Wunsch abgedunkelten Zimmer. Herr P. wollte nichts mehr wissen von dieser Welt da draußen. Er konnte es nicht ertragen, diese sonnendurchflutete Welt zu sehen, an der er nicht mehr teilhaben konnte oder wollte. Es war gerade Frühling, viele Pflanzen blühten bereits in den prächtigsten Farben, es lagen wunderbare Düfte in der Luft, und die Vögel zwitscherten den ganzen Tag fröhlich vor sich hin. Aber Herr P. wollte all dies weder sehen noch hören. Er wollte nur noch in seinem Bett liegen und seine Ruhe haben, und wir als Pflegende mussten das so annehmen. Herr P. durchlebte alle Phasen seines Sterbens, die uns Sterbebegleitern nur allzu bekannt sind, sehr intensiv. Die Phase des Annehmens erreichte er allerdings scheinbar erst unmittelbar vor seinem Sterben. Manchmal war er sehr wütend, weil er todkrank war, ein anderes Mal war er voller Aggression, manchmal wünschte er sich, endlich zu sterben und gleich darauf sprach er davon, wieder gesund werden zu wollen. An manchen Tagen hatte er viel zu erzählen, an anderen durften wir ihn kaum ansprechen. Seine Stimmungen wechselten häufig innerhalb von Minuten. Gerade noch war er fröhlich und lachte, im nächsten Moment war er verzweifelt oder wütend. Ich hatte noch niemals zuvor einen Patienten betreut, der in einem solch riesigen Zwiespalt von Gefühlen und Emotionen gefangen zu sein schien.

Für uns Schwestern wurde die Pflege dieses Patienten bald zu einer großen Herausforderung. Herr. P. begann rund fünf Wochen vor seinem Tod alle pflegerischen Handlungen vehement abzulehnen. Er wollte weder gepflegt noch gelagert werden, er wollte seine Ruhe haben, aber dabei nicht alleine sein, er wollte sprechen, aber nichts hören, er wollte nichts mehr essen, er wollte keinerlei Ablenkung wie Radiohören oder Fernsehen, er wollte keinesfalls sein Zimmer verlassen, er wollte bald niemanden außer seiner Frau sehen. Er lehnte ehrenamtliche Besucher ab, bald durften wir in seiner Gegenwart nur noch flüstern, und einige Tage vor seinem Tod durften wir ihn nicht einmal aufwecken, wenn wir ihm die verschriebenen Medikamente spritzten.

Herr P. hatte sich in die Vorstellung verrannt, dass man, wenn man sterben will, sich nur einfach hinlegen und die Augen schließen muss. Bestimmt gibt es Menschen, bei denen es so oder ähnlich funktioniert, aber üblicherweise geschieht Sterben, so wie ich es schon unzählige Male hier im Hospiz miterlebt habe, doch etwas anders. Ein menschlicher Körper hält nämlich unglaublich viel aus, viel mehr, als man manchmal glauben könnte.

Jedenfalls wollte Herr P. plötzlich nichts mehr essen, verlangte nach immer höheren Dosen von Schmerz- und Schlafmitteln und wollte möglichst rasch „hinüberschlafen“. Bei diesem Vorgang wollte er von niemandem gestört werden. Uns Schwestern ertrug er vermutlich nur deshalb, weil es nicht anders ging. Wir alle, das sagte er manchmal, standen für den Tod, vor allem seinen Tod. Wir hatten in seiner Vorstellung nichts mit dem Leben da draußen zu tun. Trotzdem mochte er uns auf seine sehr spezielle Art, denn er wusste, dass er sich auf uns verlassen konnte, dass wir für ihn da waren, auch wenn er sich „schlecht“ benahm, wie er das nannte. Manchmal entschuldigte er sich auch und bat um unser Verständnis. Schließlich, so sagte er immer, liege er ja im Sterben und da könne man sich schon manchmal etwas seltsam benehmen. Wenn wir sein abgedunkeltes Zimmer betraten, lag er meist bewegungslos da und hatte über seine Augen ein Tuch gebreitet, damit er nichts mehr von dieser Welt sehen musste. So wollte er sterben. Zumindest sagte er das oft. Manchmal sprach er davon, wie ungerecht dieses Leben sei und wollte es dann doch wieder zurückhaben, dieses Leben.

Wir gingen im Team mit dieser für uns alle doch eher ungewöhnlichen und auch belastenden Situation so um, dass während jedes Tagdienstes nur noch eine Schwester zu ihm ins Zimmer ging, um sich um ihn zu kümmern. Herr P. konnte so manches Mal überaus fordernd sein und ließ häufig seinen Frust mit Worten an seiner Frau und auch an uns Pflegenden aus. Der Umgang mit ihm war meist nicht einfach. Es gab Tage, an denen wir gemeinsam lachten und auch solche, an denen er uns Schwestern mit seinem Verhalten an unsere Grenzen brachte.

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