Gertrud Wollschläger - Mai-Schnee

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Ein Parasit hatte sich in meine Gedanken eingenistet. 1972 war das, vor ziemlich genau 42 Jahren. Lange Zeit konnte ich gut mit ihm leben. Er war sozusagen zwar da, aber nicht wirklich mein Problem. Er meldete sich vor allem dann, wenn ich in die Gegend meiner Kindheit fuhr, um Verwandte und Freunde zu besuchen. Wenn ich nachfragte: Haben sie den Täter? Wenn ich ihre unglaubliche Wut erleben musste, die sie auf den Mörder des Mädchens hatten. Genaueres wussten sie nicht. Es gab viele Gerüchte. Das hartnäckigste und übelste – bis auf den heutigen Tag – wurde immer in gleicher Weise erzählt: Ja, man weiß, wer es war. Aber man will nicht, dass es herauskommt. Kann man sich das vorstellen? Zwölf Jahre alt war sie. Auf dem Heimweg von der Schule war sie. Erstochen wurde sie! Mit vielen Messerstichen …

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Ich brauche die Hilfe von Menschen, die 1972 alles miterlebt haben, die sich täglich dieser Herausforderung stellen mussten und jahrelang nach Lösungen für sich suchten. Leute wie unsere Mutter, die mit den Geschehnissen der Vergangenheit umgehen und damit leben mussten. Ich nicke Tobias zu, möchte losgehen, merke, dass das gar nicht so einfach ist. „Verdammt, wieso werden mir jetzt die Knie weich? Das geht nicht. Ich freue mich doch auf Mutter! Wollte ihr doch freudig entgegenlaufen.“ Stattdessen stakse ich steifbeinig zum Haus. Die Eingangstür steht offen, wie meistens bei warmem, schönem Wetter. Jetzt, wo die Sommerhitze noch nicht über dem Land steht, können diese alten Häuser mit ihren dicken, feuchten Mauern die Wärme gut gebrauchen.

Herrlicher Kaffeeduft wabert heute durch den Gang. So roch es früher nur an Sonn- und Festtagen. Alltag im Flur war der kalte Geruch von Kartoffeln und Kohlen. Die Tür zur Küche steht offen. Ich bleibe kurz stehen. Der große, weiße, Holzherd, der dank verschiedener Reparaturen die Zeit überdauert hat, er ist immer noch da, und sofort ist vertraute Kindheit zum Greifen nah. Längst versunken geglaubte Bilder tauchen vor mir auf. Ich sehe den Topf mit der warmen Milch vor mir, der für uns Kinder zusammen mit Marmeladebrot das tägliche Frühstück war. Damit waren wir zufrieden, wir kannten nichts anderes.

Soll ich anklopfen? Ich erinnere mich nicht, dass jemand im Haus je angeklopft hätte. Bin ich noch Kind und hier zuhause oder bin ich ein Besucher? Ich entscheide mich unsicher für ‚Besucher‘. Klopfe kurz, zaghaft, fast zu leise. „Komm nur rein, Mädle! Gut, dass du endlich da bist.“ Mit diesen Worten, den besten der Welt, finde ich, werde ich von der Mutter willkommen geheißen.

Ich bleibe stumm neben der Tür stehen, die ich leise ins Schloss gedrückt habe, nehme alles in mich auf, was ich mit den ersten Blicken erfassen kann. Die gestickte Decke auf dem ovalen Tisch, die es schon immer gab. Sonnenblumen sind darauf. Wer die gestickt hat, hat mich früher nie interessiert. „Ich muss das Mutter fragen, irgendwann, später.“ Das gute Geschirr steht darauf, elfenbeinfarben mit Goldrand. Es schimmert wie neu. Nichts ist angeschlagen, der Goldrand unverletzt. Stets wurde es nach dem Kaffeetrinken oder festlichen Mittagessen, eigentlich nur zu Weihnachten, fällt mir kurz ein, sofort von Hand gespült und weggeräumt in das Wohnzimmer-Büfett zu den anderen gesammelten Kostbarkeiten. Mutter hätte sich nie verziehen, wenn an dem wertvollsten Hochzeitsgeschenk, das die Eltern an ihrem großen Tag von Großmutter Sofie, der Mutter von Anne, bekommen hatten, etwas beschädigt worden wäre. Ich kann mir gut vorstellen, mit welchem Stolz es auf dem Brauttisch ausgestellt worden war. „Respekt!“, wird so mancher gedacht und sicher auch laut gesagt haben. Jedermann war klar, wie lange darauf gespart worden war.

„Oh, Mutter! Streuselkuchen!“, sind meine ersten Worte. „Wie schön, Mutter, wie schön ist alles gedeckt. Danke, ich danke dir!“ Dann liegen wir uns in den Armen, können kein Wort sprechen. Müssen wir auch nicht. Ich spüre das Streicheln von Mutters Hand über meinen Rücken, wie sie es damals oft getan hat, wenn ich vor Angst nicht schlafen konnte, wenn diese Hände mit den Worten der Mutter „Alles wird gut, alles wird gut!“ Trost gaben. Jede von uns versteht die andere nur zu gut. Wozu Worte, es ist doch alles klar zwischen uns.

Seit nun zwei Wochen lebe ich inzwischen auf dem elterlichen Hof bei Tobias, seiner Frau Gisela mit ihren Kindern Frank und Bastian sowie meiner Mutter Anne. Der Hof kann sich sehen lassen. An- und Aufbauten sind gemacht worden, Wege gepflastert und Rabatten mit Grünpflanzen angelegt. Blumen schmücken die Nischen am Haus und leuchten aus den Blumenkästen unter den Fenstern, die Mutter bepflanzt hat. Einen Gemüsegarten hat Gisela mit der Unterstützung ihrer Schwiegermutter hinter der Scheune nach Süden hin angelegt.

Im Haus gibt es genügend Raum für jeden. Mutter ist glücklich und zufrieden mit ihrer Einliegerwohnung, die genau auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Der Mittelstock gehört Tobias und Gisela. Die beiden Buben wohnen unter dem Dach. Aber das Schönste ist die Gästewohnung im neuen Anbau, die vor ein paar Jahren fertiggestellt wurde. Sie ist eine geschätzte Einnahmequelle für Tobias und seine Familie geworden. Der Jakobsweg, der am Hof vorbeiführt, sorgt dafür, dass so mancher Wanderer im Gästehaus übernachtet.

Langsam gewöhne ich mich auch an den Rhythmus des Tages auf dem Bauernhof. Es ist so ganz anders als das, was ich aus der Stadt gewohnt bin. Jeden Morgen werde ich von Geräuschen geweckt, die ich immer wieder neu einzuordnen versuche.

Meinen Wecker, den ich mir so wichtig auf den Nachttisch gestellt habe, brauche ich nicht. Wenn die Melkmaschine anfängt und das ganze Haus mit ihrem Brummen ausfüllt, ist es Zeit aufzustehen. Ich weiß dann, Mutter ist schon in der Küche, richtet das Frühstück. Gegessen wird erst nach der Arbeit im Stall. Jeder an seinem Platz, auch das ist ‚zu Hause sein‘.

„Guten Morgen, Barbara! Du bist schon auf? Musst doch eigentlich gar nicht so früh aus dem Bett.“ Das sagt Mutter mit lächelnden Augen zu mir. „Aber ist schon recht, wenn du mir hilfst. Kannst wieder die Eier reinholen. Du kennst ja deinen Bruder und seinen Hunger.“ Mit diesen Worten schneidet sie weiter an dem Stück Geräucherten, das vor ihr liegt. Es wird Rührei mit Speck geben wie jeden Morgen. Verschiedene Marmeladen, herrliches selbstgebackenes Brot und die Butter stehen schon auf dem Tisch.

„Die alte Wachstuchdecke gibt es nicht mehr“, stelle ich fest. Dafür eine neue mit einem ineinanderlaufenden Karo in Braun-Beige-Weiß. „Die wievielte das wohl ist?“, muss ich unwillkürlich denken, während ich den Eierkorb nehme und mit schnellen Schritten über den Hof zum Hühnerstall gehe. „Bist du schon auf?“, werde ich, wortgleich wie vorhin von der Mutter, jetzt von Tobias begrüßt. „Die Hühner rufen dich, hörst es, die gackern schon eine Weile.“ Nachher beim Beieinandersitzen, beim Planen und Einteilen der Arbeiten gehöre ich dazu, als wäre ich nie weggewesen.

Die vergangenen Wochen auf dem elterlichen Hof haben mir gutgetan. Zum Grübeln war kaum Zeit. Wenn meine Gedanken sich doch selbständig machen wollten und in die Vergangenheit gingen, kam von mir ein deutliches Stopp. „Das wollen wir verschieben auf später. Jetzt nicht!“ Ich weiß genau, den richtigen Zeitpunkt würde ich sicher spüren.

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