Georg Koytek - Der Posamentenhändler

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Heinrich Novak, der letzte Posamentenhändler Wiens, wird in seinem Geschäft im siebenten Wiener Gemeindebezirk ermordet aufgefunden. Die vermeintlichen Täter sind rasch gefasst und der Fall scheint erledigt, wäre da nicht eine Tochter des Ermordeten, die Ungereimtheiten bei der Erbschaft vermutet und Conrad Orsini, seines Zeichens ehemaliger Kriminalbeamter und nunmehriger Detektiv, mit Ermittlungen beauftragt. Bald schon entdeckt Orsini, dass da Einiges vertuscht werden soll, denn nicht nur in der Familie des Ermordeten gibt es dunkle Geheimnisse, sondern auch eine zwielichtige Bau- und Immobilienfirma scheint großes Interesse daran zu haben, in den vollständigen Besitz einiger vielversprechender Liegenschaften zu kommen. Im Krimi «Der Posamentenhändler» wird ein Stück Wien gezeigt, das langsam verschwindet und von der Moderne überrollt wird. Einprägsam und äußerst spannend verstehen es die beiden Autoren den Leser in Bann zu ziehen.

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Abermals fiel sein Blick auf die Wanduhr, die sich kaum von der nikotingelben Stofftapete abhob, als die Eingangstür darunter aufging. Eine ältere Dame im abgetragenen Filzmantel, die Füße in flauschigen dunkelbraunen Hauspatschen, schob sich herein und schlurfte über den desolaten Parkettboden. Von ihrer Schulter baumelte eine blau blitzende Sporttasche. Zielstrebig steuerte sie den Tisch neben Orsini an, stellte die Sporttasche auf der Sitzbank ab und zog Filzmantel, Wollschal und Pelzhaube aus. Womöglich lag es an ihrem rosa-grauen verwaschenen Jäckchen, dass er erneut an seine Klientin, die Löwenmähnenfrau, denken musste, während sich die Dame ihm gegenüber in Zeitlupe niedersetzte und am Verschluss der blauen Tasche zu hantieren begann.

Dass es zwischen Sophie Pfeifer und ihrem Bruder nicht zum Besten stand, war nicht zu übersehen, aber auch bezüglich ihrer jüngeren Schwester Anna und ihrer Mutter Judith war kaum ein gutes Wort über die geschminkten Lippen gekommen. Bei der Erwähnung des ermordeten Vaters war sie erstaunlich kühl und wortkarg geblieben. Der Konflikt um die Erbschaft dürfte wie so oft als Lupe gedient und aus längst archivierten Streitereien einen massiven, scharfkantigen Berg an Problemen angehäuft haben.

Wieder ging in diesem Augenblick die Tür auf, – Paula?, ließ er sich kurz ablenken – doch es war nur ein junges verliebtes Paar, sodass Orsini bald wieder ins Grübeln verfiel. Die Dame am Nebentisch hatte inzwischen ein Kartendeck in ihrer pergamentenen Hand und legte erstaunlich geschickt die Karten vor sich auf den Tisch.

Patience? Orsini beobachtete neugierig, wie sie danach drei kleine silberne Dosen aus der Tasche holte und sie in einem Dreieck vor den Karten platzierte. Der Kellner kam wie gerufen und stellte ein Glas in die Mitte des Dosendreiecks. Ein doppelter Whisky, stellte Orsini erstaunt fest. Ohne die flink hin- und hereilenden Hände aus den Augen zu lassen, zogen seine Gedanken geradlinig weiter.

Was ihm Sophie Pfeifer noch erzählt hatte, war, dass die bis vor nicht allzu langer Zeit relativ heruntergekommene Gegend, in der sie ihre Kindheit verbracht hatte, seit Kurzem einen Aufschwung erlebte. Die Immobilienpreise waren gestiegen und auch ihre Familie dürfte Kontakt mit Bauspekulanten gehabt haben. Außer dem „gefundenen“ Papier hatte sie allerdings keine weiteren Hinweise dazu. Auf Orsinis Nachfrage, ob sie sicher sei, dass ihr Bruder Karl die mit Bleistift gekritzelten Zahlen dazugefügt habe, hatte sie geantwortet: „Nein, aber das Papier lag jedenfalls in seinem Zimmer. Karl war schon immer berechnend. Die Absicht dahinter ist doch klar – ich finde, das ist Beweis genug!“

Orsini war diesbezüglich nicht ganz so überzeugt, ging jedoch nicht näher darauf ein. Von der Hand zu weisen waren ihre Schlussfolgerungen natürlich nicht. Entweder hatte ihr Bruder sie und den Rest der Familie zu hintergehen versucht, um bar auf die Hand zu kassieren, oder aber er hatte in der ganzen Aufregung nach dem Mord an seinem Vater vergessen, den übrigen Familienmitgliedern von dem Anbot zu erzählen.

„Und keinen Kontakt mit dem Notar!“ Darauf hatte sie bestanden. „Er kennt die Familie und ich will unter keinen Umständen, dass mein Name irgendwie auftaucht. Meine Schwester würde einen Aufstand machen!“

„Dann wird’s aber schwierig“, hatte Orsini geantwortet.

„Na, da müssen S’ sich halt was einfallen lassen, sonst hätte ich Sie ja nicht engagieren brauchen!“

An dieser Stelle war er knapp daran gewesen, das Gespräch abzubrechen. Etwas hatte ihn jedoch davon abgehalten. Ein unbestimmtes Gefühl, von dem er gehofft hatte, es hinter sich gelassen zu haben, war in dem Moment in ihm wach geworden, als Sophie Pfeifer von Mord gesprochen hatte. Ein Instinkt, der ihn antrieb nachzuhaken. Das konnte so weit gehen, dass er die Kontrolle über sich selbst verlor und, von dem Drang nach Wahrheit besessen, alles um sich vernachlässigte. Bewusst hatte er um solche Fälle jahrelang einen Bogen gemacht. Doch die eintönigen Ermittlungen der letzten Zeit hatten ihn möglicherweise ausgehungert. Der Mord an Heinrich Novak schien geklärt, simple Kriminalität am unteren Rand der Gesellschaft. Dort fand sich nichts Mysteriöses. Und doch ...

Die Gegend, in der das Geschäft des Ermordeten lag, kannte Orsini jedenfalls – sie war nicht weit vom Jell entfernt. Zusammen mit dem Viertel rund um Ulrichskirche und Spittelberg bildeten sie die noch in ihrer Ursprünglichkeit erhaltenen Kernzonen des Bezirkes Neubau. Vom Ende des neunzehnten Jahrhunderts bis ins neue Jahrtausend hatte sich die Bevölkerungsanzahl halbiert. Die damals florierenden Handwerksbetriebe waren an die Peripherie abgewandert oder ganz ausgestorben. Wer brauchte heute noch Kupferschmiede, Metallgießer, Abzeichen- und Ordenhersteller? Auch die damals in der ganzen Monarchie bekannte Puppen- und Spielwarenfabrik Emil Pfeiffer und das dazugehörige Geschäft Pfeiffers Puppen Paradies waren schon lange verschwunden.

Unterdessen spielte die alte Dame mit der linken Hand eifrig weiter, kramte dabei mit der rechten in der Tasche und zog etwas in Butterpapier Gewickeltes heraus. Ohne den Blick vom Spiel zu nehmen, öffnete sie das Papier mit ­einer Hand, holte ein Wurstbrot hervor und biss ab. Die drei silbernen Dosen und den Whisky hatte sie noch nicht angerührt. Orsini rief den Kellner, um zu zahlen.

„Sagen Sie“, fragte er leise und machte eine Kopfbewegung zur alten Dame, während er dem Kellner einen Zehner in die Hand drückte.

„Ja bitte?“

„Was ...?“, flüsterte Orsini und deutete erneut auf die kartenspielende Dame.

„Ach so, die Frau Newerkla“, erwiderte der Kellner so laut, dass Orsini am liebsten versunken wäre, „kommt jeden Tag zum Spielen her. Spielt die schwierige Variante ... übrigens brauchn S’ net leise redn, die is nämlich derrisch, versteht kaum ein Wort.“ „Und die silbernen Dosen?“

„Wern S’ glei sehn“, entgegnete der Kellner und ging.

Ratlos blieb Orsini sitzen und wartete, während die Frau hochkonzentriert weiterspielte. Ärgerlich blickte er nach einer Weile auf die Uhr, stand auf, bewegte sich auf den Ausgang zu und hatte schon den Türgriff in der Hand, als plötzlich ein dünner Schrei ertönte. Er drehte sich um. Die Dame hatte eine der drei kleinen Dosen in der Hand und versuchte sie zu öffnen. Vier Kartenstapel lagen fein säuberlich geschlichtet vor ihr auf dem Tisch. Mit zitternden Fingern holte sie eine orange Tablette aus der kleinen Dose, steckte sie in den Mund und spülte sie zusammen mit dem Whisky hinunter. Kopfschüttelnd öffnete Orsini die Tür und sah nur noch, wie der Kellner mit einem neuen Glas in der Hand auf die alte Dame zusteuerte.

Kaum war er aus der quietschenden, altersschwachen Tür an die frische, feuchte Luft getreten, blickte er sich nochmals um, konnte aber auch in der beginnenden Dämmerung keine dem Kaffeehaus zustrebende Frau entdecken.

... your love was like the sun, I don’t remember no cold days …, ging ihm ein Song Taj Mahals nicht mehr aus dem Kopf, so sehr er auch versuchte, an etwas anderes zu denken ... a happy fool I would rather be ... Leise vor sich hin pfeifend machte er sich schließlich auf den Weg. Mit eingezogenem Kopf betrachtete er die Auslagen der Geschäfte und wusste selbst nicht, warum und wie er plötzlich in der Gegend angelangt war, in der Sophie Pfeifer ihre Kindheit verbracht hatte. Seine eigene Wohnung lag in der entgegengesetzten Richtung. Es regnete immer noch. Ohne genaues Ziel trottete er die Zieglergasse entlang. Vor einem besonders desolaten Schaufenster hielt er an. „Einbruch zwecklos“ stand auf einem kleinen Aufkleber in der unteren Ecke der Glasscheibe, der für eine Sicherheitsfirma werben sollte. Ein Zeitloch. Hinter der schmierigen gläsernen Barriere hingen Okuliermesser, Nagelscheren und „Spezialgeräte für den Liebling“ an einer abbröselnden Schaumgummipinnwand neben Wetzsteinen für Sensen und einem „Schärfmeister für die Hausfrau“. Die handgeschriebenen Preisschilder waren noch in Schilling angegeben.

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