cakra – Rad, Kreis; āsana - Haltung.
Cakravākāsana n Haltung des Cakra-Vogels.
cakravāka – der Cakra-Vogel; āsana – Haltung.
Cakravartin m wörtl. Rad-Herrscher (cakra-vartin), d.h. jemand dessen Räder (von Kutsche oder Streitwagen) überall ungehindert rollen: ein Souverän, König, Kaiser, Herrscher über ein großes Reich.
Camatkāra m Staunen, Bewunderung; Bewunderung erzeugend. Im Kaschmir-Shivaismus der Augenblick des Erstaunens, wenn der Yogī die Offenbarung des höchsten Shiva-Bewusstseins erfährt.
Auch die Wirkung eines dichterischen Kunstwerks.
Campaka m Name eines Baumes (Michelia Campaka), dessen angenehm duftende gelbe Blüten u.a. für devotionale Zwecke in Girlanden verwendet werden. Südindische Frauen tragen sie gern als Haarschmuck an ihren Zöpfen.
Cāmundā [cāmuṇḍā] f Name einer furchterregenden Form Durgās, sie tötete die beiden Dämonen Canda und Munda.
Cānakya [cāṇakya] m berühmter Minister des Königs Candragupta, der ein bekanntes Werk über die Staatskunst und die Moral verfasste.
Candana m oder n Sandel, Sandelholz.
Candā f siehe Candī.
Candāla [caṇḍāla] m ein Kastenloser, geboren von einem Shūdra-Vater und einer Brahmanen-Mutter. Die Candālas hatten einen äußerst niedrigen Rang in der Gesellschaft und waren meist außerhalb der Städte in der Nähe von Verbrennungsstätten angesiedelt, wo sie die Toten für die Bestattung herrichteten.
Candī, Candā [caṇḍī, caṇḍā] f Name Durgas, wörtl. „heftig, erzürnt“. Durgā trägt diesen Namen besonders in ihrem Aspekt als Bezwingerin des Asuras Mahisha, den sie erlegte.
Candra m Mond, Mondgott. In der Mythologie ist der Mond gemäß Rigveda aus dem kosmischen Purusha hervorgegangen, während er gemäß den Purānas beim Quirlen des Milchozeans entstand. Den jeweiligen Mondphasen werden Einflüsse auf das menschliche Leben zugeschrieben (siehe Pañcāṅga).
Im Hatha-Yoga und im Tantra hat das Wort eine besondere esoterische Bedeutung und bezeichnet eine Stelle am hinteren Gaumendach, von der auf einer subtilphysischen Ebene Amrita, der Nektar der Unsterblichkeit, fließt. Spezialisierte Yogīs sind in der Lage, den Fluss bewusst zu kontrollieren und für die Spiritualisierung des Körpers einzusetzen.
Siehe auch Amrita, Soma, Luna-Yoga.
Candrabhedana-Prānāyāma [prāṇāyāma] m Atemübung mit Einatmung durch das linke Nasenloch und Ausatmung durch das rechte.
Candra steht für die Candra-Nādī (identisch mit der Idā-Nādī), den feinstofflichen Kanal, der vom linken Nasenloch ausgeht und durch den der Prāna hindurchzieht (bhedana, Durchstoßen, Hindurchziehen).
Candragupta m Name eines bekannten Königs, der im 4. Jh. v.Chr. die Maurya-Dynastie begründete
Candrakonāsana n Mond-Winkel-Haltung.
candra – Mond; koṇa – Winkel; āsana – Haltung.
Candravamsha [candravaṁśa] m
die Monddynastie.
Caraka-Samhitā [saṁhitā] f einer der beiden Grundlagentexte des Āyurveda, der klassischen indischen Medizinwissenschaft. Sie geht im Kern vermutlich auf das 2. Jh. zurück, doch kamen größere Teile noch im 8. oder 9. Jh. hinzu. Der Text wurde im wesentlichen von dem Arzt Caraka verfasst, der Material aus dem Agnivesha-Tantra neu bearbeitete, welches vermutlich aus dem 6. Jh. v. Chr. stammt.
Cārvaka m Name eines materialistischen Philosophen im alten Indien. Der Begriff steht auch für seine philosophische Schule, welche die Autorität der Veden sowie die Lehre vom unsterblichen Selbst und einem Leben nach dem Tod zurückwies.
Caturangadandāsana, catur-anga-dandāsana n die Vier-Glieder-Stockhaltung, d.h. Haltung auf Händen und Füßen; waagerechter Stock.
catur – vier; aṅga – Glied; daṇḍa – Stab, Stock, auch Wirbelsäule; āsana – Haltung.
Caturbhuja m oder adj der Vierarmige, ein Name Vishnus.
Caturtha n siehe Turīya.
Caturvarna [caturvarṇa] m das System der vier Kasten, d.h. Brāhmanas, Kshatriyas, Vaishyas, Shūdras.
Siehe auch Kaste.
Celā [Hindī] m Schüler, der Schüler eines spirituellen Lehrers.
Cetana adj oder n sichtbar, intelligent; Bewusstsein, Geist, Seele.
Cetanā f Intelligenz, Bewusstsein.
Ch... siehe auch C...
Chakra siehe Cakra.
Chandas n Metrik, Verslehre; eine der sechs Wissenschaften des Vedānga. Dabei geht es um die Anzahl und die Länge der Silben eines Verses ebenso um den Wert, der einer Silbe zukommt.
Chāndogya-Upanishad [upaniṣad] f eine der ältesten Upanishaden, enthält viele bekannte Mantras und Grundlehren des Vedānta, darunter auch Gedanken über die heilige Silbe Om und den großen Lehrsatz tat tvam asi. Besonders bekannt ist auch das Gespräch zwischen dem weisen Uddālaka Āruni und seinem Sohn Shvetaketu über die kosmische Einheit aller Dinge, die vom höchsten Absoluten erfüllt sind.
Siehe auch Brahman (Abs. 3), Jñāna-Yoga (Abs. 3), Jyotis.
Chidambaram wichtiges shivaitisches Pilgerzentrum in Tamil Nadu, Südindien, wo Shiva insbesondere in seiner Eigenschaft als Natarāja, Herr des Tanzes, verehrt wird.
Chinmoy, Sri [śrī] indischer Yogī, Musiker, Künstler und Sportler (1931-2007), geboren unter dem Namen Chinmoy Kumar Ghose.
Sri Chinmoy wurde insbesondere durch seine Weltfriedensläufe und Rekorde im Gewichtstemmen bekannt. Seine zahlreichen künstlerischen Arbeiten wurden u.a. bei der Unesco in Paris ausgestellt, und er erhielt mehrere Auszeichnungen für sein vielfältiges Wirken.
Seit 1964 lebte er lange Zeit in New York und hielt dort regelmäßig interreligiöse Meditationen in Räumlichkeiten der Vereinten Nationen ab.
Chi Yoga [tschi-yoga] m ein von der Schweizer Bewegungspädagogin und Yoga-Lehrerin Lucia Nirmala Schmidt entwickelter Yoga-Stil, der es sich zum Ziel setzt, den klassischen indischen Yoga speziell an die Bedürfnisse westlicher Menschen anzupassen.
Es werden Flows oder fließende Bewegungsabläufe praktiziert, bei denen eine Übung in die andere übergeht, jeweils begleitet von Ein- bzw. Ausatmung. Dabei entsteht eine Art Meditation in Bewegung, ein Aufgehen im Augenblick, verbunden mit einem Gefühl der Freude.
Chi bedeutet im Chinesischen Energie und Lebenskraft, welche durch die speziellen Übungen harmonisiert und revitalisiert werden soll, was zu Klarheit, Gelassenheit und Wohlbefinden führt.
Christus, Christentum siehe Jesus als Yogī.
Cinmaya adj aus Bewusstsein (cit) bestehend (maya).
Cintā f Gedanke; Sorge.
Cintāmani [cintāmaṇi] m ein legendärer Edelstein, der seinen Besitzern alle Wünsche erfüllt.
Cit f Bewusstsein. Reines, absolutes Bewusstsein, das nicht von Denken oder Fühlen abhängig ist. Das Brahman wird oft beschrieben als Sat-Cit-Ānanda, Sein, Bewusstsein, Freude.
Citrāngadā [citrāṅgadā] f die Tochter von König Citravāhana und zeitweilig Arjunas Geliebte. Sie wurde zur Mutter seines Sohnes Babhruvāhana.
Citshakti [citśakti] f Bewusstseinskraft; Bewusstsein als höchste Kraft, die das Universum hervorbringt.
Citta n Geist, Bewusstsein, Gemüt. Der „Geist-Stoff“, aus dem das Denken, Fühlen, Impulse etc. hervorgehen. Speicher aller vergangenen Impressionen, Samskāras.
Cittashuddhi [cittaśuddhi] f die Läuterung des Citta.
Citta-Vritti [vṛtti] f Welle oder Schwingung im Bewusstsein. Die Stillegung (Nirodha) dieser Wellen wird in Yogasūtra 1.2 als Yoga definiert. Nach Sūtras 5-6 gibt es fünf grundsätzliche Vrittis, die leidlos oder leidvoll sind: richtige Erkenntnis, Irrtum, Einbildung, Schlaf und Erinnerung.
Siehe auch Vritti.
Clerc, Roger ein bedeutender französischer Yoga-Lehrer (1908-1998) und Schüler von Lucien Ferrer, Mitbegründer des Yogas der Energie. Er gab zwei Yoga-Zeitschriften heraus und ist Autor des Buches Grundlagen des Yogas der Energie.
Читать дальше