„Dafür hab´ ich gesessen und gebüßt“, bellte der Angeschissene zurück.
„Und andere dafür drangehängt. Was Ihnen jede Menge Straferlass eingebracht hat. Wissen wir. Wissen wir. Aber wir wissen auch, dass Sie wieder gerne dick ins Geschäft wollen. Wieder Leute süchtig machen. Wieder den dicken Reibach machen mit der Abhängigkeit anderer.
Ist aber leider schiefgegangen, Ihr Plan. Das System schießt zurück. Und Sie stecken bis Oberkante Unterlippe in der Scheiße. Kommt Ihnen das eigentlich nicht selbst komplett bescheuert vor, dass Sie jetzt wie ein Jammerlappen ausgerechnet die Polizei um Schutz für Leib und Leben bitten?“
Das war zu schnell und zu viel für ‚Monkey’ Schneider. Sabbernd suchte er Halt und eine Sitzgelegenheit. Denn ihm schlotterten die Knie wie Espenlaub. Stehen ging in dem Moment gar nicht. Außerdem brauchte er dringend die Papiertücher, die vor seinem Stuhl auf dem Tisch standen. Gierig griff er zu.
‚Oh mein Gott’ hielt Winter nun doch in Gedanken Zwiesprache mit seinem Herrn im Himmel, ‚nur Du allein weißt, wo der Mann die ganze Flüssigkeit gebunkert hat, die da aus ihm herausfließt. Hoffentlich sind die Speicher bald leer. Das ist so widerlich. Und Du weißt sicherlich auch, ob er sich diesen Schaden beim Kiffen oder Koksen geholt hat. Wenn ja, dann geschieht´s ihm recht’.
„So, was ist jetzt? Raus hier. Aber sofort. Ich habe nicht die geringste Lust, mir wegen Ihnen noch den kompletten Abend zu verderben. Also Tschüss!“ Der Kommissar wies auf die Tür. Doch Cornelius Schneider blieb sitzen. Mit glasigem Blick und vorgehaltenem Papiertuch.
„Ich glaube, Sie brauchen Hilfe beim Abmarsch.“ Sven Lukas steuerte auf den leichenblassen Mann zu und griff unter seinen rechten Arm, um ihm aufzuhelfen. Doch der schüttelte den ‚Freak’ ab. „Lassen Sie das.“
„Wie bitte? Ich glaube, Sie sind der einzige hier, der nichts zu befehlen hat. Also los jetzt, sonst wenden wir körperliche Gewalt an.“ Beide Polizisten wussten, dass sie hier mit relativen Unmöglichkeiten operierten. Doch bis auf Gewaltanwendung war ihnen so gut wie jedes Mittel recht, um endlich zu erfahren, wer wann und wo das Drogenpäckchen in Empfang nehmen wollte.
„Okay, scheiß was drauf. Ich bin eh geliefert. So oder so.“ Schneider hatte sich auf seinem Stuhl aufgerichtet und plötzlich einen klaren Blick bekommen. „Wenn Sie mir versprechen, dass ich heute Nacht hier bleibe und morgen, wie verabredet, ernsthaft über meinen Schutz geredet wird, bin ich bereit, Ihnen die nötigen Informationen zu geben.“
Winter und Lukas wechselten einen kurzen Blick und nickten. „Das verspreche ich Ihnen. Der Kollege wird es nötigenfalls bezeugen“, sagte Jürgen schon fast feierlich.
„Also, abgemacht war, dass ich heute Abend um 18:30 Uhr auf dem Liftparkplatz am Bierloch in Langewiese sein werde.“
In Synchronbewegung schauten die beiden Polizisten auf ihre Armbanduhr. „Mist, ‘ne Dreiviertelstunde zu spät“, merkte Jürgen an und stürzte zum Telefon. „Aber erzählen Sie weiter“, ermunterte er Cornelius Schneider, während er die Nummer der Polizei in Winterberg aus dem Speicher suchte. „Wer war Ihr Adressat? Wer wollte das Päckchen übernehmen?“
„Der Mann heißt Klaf. Mehr weiß ich nicht über ihn. Hab´ ihn nur ein- oder zweimal gesehen. Ein ausgesprochen brutaler Hund und ein Showman. Er kleidet sich wie ein Puffbesitzer und fährt das entsprechende Auto. So´n silbernen Hummer. Oder wie heißen diese Nuttenpanzer?“
„Ja, Winter hier, Kripo Bad Berleburg. Grüß Dich“, meldete sich Jürgen bei dem Kollegen in Winterberg. In kurzen Zügen erläuterte er sein Anliegen und wollte um Hilfe bitten. Aber der Schutzmann auf der anderen Seite stoppte ihn und meinte: „Ich vermute, wir suchen denselben Wagen mit demselben Typen drin. Der hat vor gut einer Viertelstunde auf dem Parkplatz einen Mann halb tot getreten und geschlagen und ist dann abgehauen. Wir haben ihn zur Fahndung ausgeschrieben.“
„Kacke, verdammte! Das ist uns hier durch die Lappen gegangen. Wir beackern nämlich gerade ziemlich intensiv den Fall mit dem Drogenkurier, den wir in Hoheleye mit Euren Kollegen zusammen festgenommen haben.“
„Und da hängt der Hummer-Kutscher mit drin? Klar, der war das Ende der Kurierkette“, sinnierte der Kollege. „Ach, übrigens. Der Typ hat sich ein ordentliches Loch in den Kopf gehauen. Der blutet wie verrückt und wird wahrscheinlich einen Arzt oder ein Krankenhaus heimsuchen.“
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