C. D. Gerion - Das Buch der Bücher

Здесь есть возможность читать онлайн «C. D. Gerion - Das Buch der Bücher» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Das Buch der Bücher: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Das Buch der Bücher»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Der fünfzehnjährige Adib aus Kabul, Afghanistan, auf die Straße gesetzt von der eigenen Familie, auf der Flucht vor Taliban und Sicherheitskräften zugleich, schlägt sich durch bis nach Deutschland und kämpft verzweifelt darum, hier endgültig anzukommen.Seine deutschen Pflegeeltern setzen alles daran, ihm zu helfen, müssen aber bald erkennen, dass sich so eine Vergangenheit nicht einfach abstreifen lässt. Unversehens sind sie in ein Abenteuer verstrickt, das ihnen alles abverlangt und dessen Ausgang höchst ungewiss ist.Eine Geschichte vom Fliehen, vom Ankommen und von der Unmöglichkeit, die eigene Vergangenheit zu verdrängen. Nicht zuletzt auch eine tragische Geschichte von Freundschaft und Trennung, von Liebe und Verlust.Eine Geschichte, in der Poesie und Grausamkeit dicht beieinanderliegen.Ein spannendes und gleich in mehrfacher Hinsicht horizonterweiterndes Leseerlebnis.

Das Buch der Bücher — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Das Buch der Bücher», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Es war schon später Nachmittag, als unser Laster von der Straße abbog und wir ein Stück über unbefestigte Wege rumpelten. Dann ein kurzer Halt bei laufendem Motor und das vertraute Geräusch eines Metalltors, das vor uns aufgeschoben und hinter uns quietschend wieder geschlossen wurde.

Dass es ernst wurde, merkte ich daran, dass sich Dschingis Khan und Karim zu zweit zu uns auf die Ladefläche heraufschwangen. Durch die Öffnung in der Plane konnte man im blendenden Licht draußen das blaue Metalltor sehen, durch das wir gekommen waren. Dahinter, jenseits der Mauer, die den Innenhof umschloss, eine ausgedörrte, wüstenartige Landschaft. Kurz freute ich mich über den frischen Luftzug, der von draußen hereinkam, denn im Laufe der Fahrt war es unter der Plane immer heißer und stickiger geworden.

„Jetzt müsst ihr ins Versteck.“ Schon die Art, in der Dschingis Khan das sagte, ließ nichts Gutes ahnen. Da war Karim hinter uns aber auch schon dabei, Kartons beiseite zu räumen. Darunter, direkt an der Bretterwand, die den Laderaum zum Führerhaus hin abschloss, kam eine schmale Holzkiste zum Vorschein, die wie eine Sitzbank die gesamte Breite des Fahrzeugs einnahm.

Jetzt verstand ich, wie es zu der Lücke gekommen war, in die ich mich zuvor bei der Kontrolle in den Bergen hineingequetscht hatte: Die großen Kartons, die damals dort auf der einen Seite gestanden hatten, waren zu groß und zu schwer gewesen, um sie auf diese schmale Bank hinaufzubugsieren.

Karim klappte den Deckel hoch und zeigte in die geöffnete Kiste. Wie ein Sarg, schoss es mir durch den Kopf.

„Da rein?“, fragte Abdul ungläubig. Er war ja nicht ganz so schmächtig wie ich. Aber selbst ich konnte mir kaum vorstellen, wie ich dort hineinpassen und es da drin womöglich längere Zeit aushalten sollte.

Dschingis bemerkte offenbar meine aufkommende Panik. Er packte mich, stellte mich in die Mitte der Kiste und legte mich im gleichen Moment um, so dass ich mit dem Kopf zum einen Ende der Kiste hin auf der Seite zu liegen kam. Das ging so schnell, dass ich gar nicht dazu kam, mich zur Wehr zu setzen. Während Karim mich niederhielt, führte Dschingis das gleiche Manöver mit dem zappelnden und schreienden Abdul durch. Ich zog meine Beine an, soweit das überhaupt ging, aber bei jedem Stoß von Abdul Füßen gegen die meinen wurden mir die Knie schmerzhaft gegen die Wand der Kiste gedrückt.

„Je mehr ihr hier rumzappelt, desto unangenehmer wird es für euch. Besser, ihr spart eure Energie. Ihr seid nicht die ersten da drin. Und merkt euch: Nicht hektisch atmen!“ Damit drückte Dschingis den Deckel der Kiste auf uns herunter. Es fühlte sich an, als wollte er uns auch noch die Luft aus den Lungen pressen.

In Panik drückte ich meinen Unterarm, den ich zuvor gerade noch rechtzeitig angewinkelt hatte, gegen den Deckel. Der bewegte sich keinen Millimeter. Die hatten ihn offenbar sofort mit irgendetwas beschwert. „Nicht hektisch atmen, nicht hektisch atmen“, wiederholte ich in Gedanken unablässig, was Dschingis gesagt hatte. Dann sah ich, dass durch einen schmalen Schlitz unter dem überstehenden Deckel der Kiste etwas Licht und also auch Luft hereinkam. Am Kopfende der Kiste fühlte ich ebenfalls Löcher. Solange ich ruhig blieb, konnte die Luft reichen.

Nach und nach bekam ich die akute Panik unter Kontrolle. Abduls Tritte gegen meine Füße hatten auch aufgehört. Ich machte ein fragendes Geräusch. Keine Antwort. Ich erschrak, aber dann hörte ich, wie er leise schluchzte. Mehrmals stieß irgendetwas gegen die Kiste. Die bauten sie offenbar zu, mit Säcken oder Kartons. Das Atmen in der heißen, staubigen Luft war eine Qual. Ich unterdrückte mühsam ein Niesen. Kurz waren noch gedämpfte Stimmen zu hören. Jemand lachte. Das Zuschlagen der Ladeklappe. Dann wurde es dunkel.

Ich merkte es am wiederholten Bremsen, längeren Stehen und Wiederanfahren, dass unser Laster offenbar in einer Schlange stand, die langsam voranrückte. Ich hoffte flehentlich, dass dies endlich die Grenze wäre.

Die ganze Zeit in diesem Sarg hatte ich mir immer dann, wenn ich merkte, dass die Panik wieder hochkommen wollte, intensiv Szenen aus meiner Kindheit ins Gedächtnis gerufen. Wie meine Mutter sich über mich beugt und ihre nach Rosenwasser duftenden Haare mir über das Gesicht streichen. Wie ich aus dem kühlen Wasser des Qargha-Sees auftauche und Baba mir vom Ufer aus zuwinkt. Wie ich vor Zoor Aba auf dem Teppich sitze und er mir Gedichte von Maulana Rumi vorliest.

Jetzt ging ich dazu über, im Kopf immer und immer wieder das Gedicht aufzusagen, mit dem ich in der dritten Klasse den ersten Platz in einem Rezitierwettbewerb gewonnen hatte. Zwischendurch kamen mir auch Verse aus dem Koran in den Sinn. Damit hätte ich endlos die Zeit füllen können. Diese Verse aber verstärkten nur das Gefühl, erneut völlig ausgeliefert zu sein. Ich musste mich zurückzwingen zu meinem Lieblingsgedicht.

Von Abdul war, nachdem sein Schluchzen aufgehört hatte, nur hin und wieder ein Flüstern zu hören. Wahrscheinlich betete er.

Draußen ertönten auf einmal kurze Rufe. Eindeutig Anweisungen oder Befehle. Nach jedem Anfahren und Bremsen wurden die lauter. Die Grenze! Vor diesem kurzen, aber entscheidenden Moment meiner Flucht aus Afghanistan hatte ich so große Angst gehabt. Jetzt aber betete auch ich, dass es tatsächlich die Grenze war, und nicht nur eine normale Straßenkontrolle.

Meine Kehle war ausgetrocknet, die Zuge klebte mir geschwollen am Gaumen. Jeder Atemzug war mühsam und schmerzte. Ich hatte das Gefühl, dass es immer stickiger wurde. Mein Hemd und meine Hose waren schweißnass. Dann stieg mir auch noch der beißende Geruch von Urin in die Nase. Mein kleiner Freund Abdul hatte es offenbar nicht mehr zurückhalten können.

Ein lautes Kommando, diesmal ganz nah. Eine leichte Erschütterung. Jemand hatte die Tür des Führerhauses zugeschlagen. Nach kurzer Pause das Geräusch, das ich nur allzu gut kannte: Die Ladeklappe!

Mit aller Kraft konzentrierte ich mich auf eine weitere Rezitation meiner Lieblingsverse von Rumi.

Erst eine erneute Erschütterung, gefolgt vom Starten des Motors, holte mich zurück in die Gegenwart. War das etwa alles gewesen? Hatten Abdul und ich es geschafft?

Ich merkte, wie wir anfuhren. Wie wir an Fahrt gewannen. Wie wir in eine scharfe Kurve nach links gingen. Ich rutschte ein Stück und stieß mit dem Kopf gegen das Ende des Sargs. Abdul trat heftig gegen meine so weit wie möglich angezogenen Füße, so dass auch noch meine Knie wieder heftig gegen das Holz gedrückt wurden. Nur mühsam konnte ich einen Schrei unterdrücken. Schon ging es in eine ebenso scharfe Kurve nach rechts. Hilflos rutschte ich gegen Abdul, der statt eines Aufschreis zu wimmern begann. Eine Zeitlang summte ich leise eine kleine Melodie und das Wimmern hörte auf.

Ich merkte, wie meine Hose sich mit Flüssigkeit vollsog. Das erinnerte mich an den scharfen Geruch von Urin von zuvor, den ich inzwischen schon gar nicht mehr wahrnahm. Unsere Fahrt schien sich wieder zu verlangsamen. Ein kurzes Herumrangieren, dann standen wir wieder. Der Motor verstummte. Die eine Führerhaustür wurde zugeschlagen und gleich darauf auch noch die zweite. Dann wurde es still.

Kurze Zeit später parkte ganz in der Nähe ein weiterer LKW ein. Wieder das Zuklappen der Türen und sich entfernende Schritte.

Waren wir etwa doch noch in Afghanistan? Hatten die bei der Kontrolle Verdacht geschöpft und Dschingis angewiesen, seinen LKW erstmal irgendwo abzustellen, bis sie mit den Spürhunden kamen? Irgendwo hatte ich mal gehört, dass Laster oft tagelang an der Grenze standen. Vielleicht wurden die Fahrer dann festgesetzt, damit sie nicht in der Zwischenzeit fliehen konnten?

Ich hatte das Gefühl, zu ersticken. Eben noch hatte mir jeder Knochen im Leib wehgetan, hatte mir die Haut am ganzen Körper gejuckt, hatte ich mich geekelt vor dem Schweiß und Urin. Jetzt plötzlich spürte ich gar nichts mehr. Ich kratzte am Holz vor meinem Gesicht, versuchte, die Beine zu strecken. Ja, es war doch noch Leben in mir.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Das Buch der Bücher»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Das Buch der Bücher» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Das Buch der Bücher»

Обсуждение, отзывы о книге «Das Buch der Bücher» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x