Karl-Heinz Göttert - Weihnachten

Здесь есть возможность читать онлайн «Karl-Heinz Göttert - Weihnachten» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Weihnachten: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Weihnachten»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Weihnachten wird weltweit groß gefeiert, von Christen wie Nichtchristen. Karl-Heinz Göttert fahndet in der Kirchen- und Weltgeschichte nach Ursprung und Entwicklung dieses unvergleichlichen Festes. Er findet unglaubliche Ereignisse und skurrile Bräuche: Wie wurde aus der Geburtsszene im Stall Jahrhunderte später eine kirchliche Feier, um den Glauben an Jesus als Erlöser zu stärken? Warum nahm man als Termin ausgerechnet die Wintersonnenwende, die bis in die Neuzeit für Trubel und Verbote sorgte? Wie trugen Folklore und Kommerz zum Erfolg des Festes bei? Und in welchem Wettbewerb zueinander standen Krippe und Christbaum?
Ein spannender historischer Überblick für alle, die Weihnachten lieben, wie auch für diejenigen, die daran verzweifeln.

Weihnachten — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Weihnachten», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Die nächste Vorausdeutung bezieht sich auf die Flucht der Familie nach Ägypten aufgrund der Verfolgung durch Herodes. Josef ist auch hier wieder – nach entsprechender Aufforderung im Traum – der Protagonist, denn er ist es, der in der Nacht aufstand und »mit dem Kind und dessen Mutter« nach Ägypten flieht, ehe er nach dem Tod des Herodes – wieder nach einem Traum und wieder mit der Familie – nach Nazaret zurückkehrt. Da hakt Matthäus ein und zitiert erneut einen Propheten, der das schon vorher wusste: »Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen« (Mt 2,15). Der Prophet ist in diesem Fall Hosea, der im 8. Jahrhundert im Nordreich wirkte, als sich das jüdische Volk trotz der politischen Bedrohung immer wieder von Jahwe abwandte. Übrigens macht Matthäus in seinem Zitat aus »Söhnen« einen »Sohn«, um damit die Voraussage zu gewinnen.

Fügen wir noch kurz die letzten beiden Voraussagen hinzu. Beim von Herodes angeordneten Kindermord in Betlehem heißt es: »Ein Geschrei war in Rama zu hören, lautes Weinen und Klagen: Rahel weinte um ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn sie waren nicht mehr« (Mt 2,18). Dies bezieht sich auf den Propheten Jeremias (Jer 31,15), der in den Zeiten der Babylonischen Gefangenschaft seinem Volk neuen Mut zu machen versucht. Dazu gehört die Erinnerung an die Verschleppung nach Ägypten, als Rahel, die Lieblingsfrau von Jakob, ihre Kinder beweinte – in Rama nahe Betlehem, wo das Grab der Rahel verehrt wurde. Dabei muss man berücksichtigen, dass es in diesem Fall nicht um Morde ging, vielmehr um Verschleppung, die der Prophet deswegen als Referenz heranzog, um zu betonen, dass diese einst Verschleppten im Triumph zurückkehren sollten. Genau damit wollte er die neuerlich Verschleppten trösten, die von den Assyrern übrigens vor ihrem Abtransport nach Babylon in Rama gefangengehalten worden waren. Über die letzte und schwächste Erfüllungsvoraussage im Zusammenhang mit Jesus als »Nazarener«, die sich nirgendwo finden lässt, wurde schon gesprochen.

Um zusammenzufassen: Keine einzige Vorausdeutung erfüllt Kriterien, die man nach moderner historisch-kritischer Methode an eine solche stellen muss. Dafür sind sie zu sehr aus dem Zusammenhang gerissen, entstellt, ja beruhen auf Übersetzungsfehlern. Aber es gibt eben auch eine andere Perspektive. Wenn man nicht so genau hinsieht, erscheinen die Ereignisse des Neuen Testaments aufgrund ihrer Spiegelung im Alten in einem reizvollen Licht, voller Bezüge, die immer nur eines andeuten: dass Gott in dieser Welt handelt. Wer auch noch glaubt, dass dieser Gott seinen Sohn als Erlöser der Welt geschickt hat, kann nicht davon ausgehen, dass sich dieses Ereignis unangekündigt, unkommentiert, einfach nur »historisch« vollzog. Es muss in ein Gewebe von Zeichen gehüllt sein, die sich mit etwas Mühe entdecken lassen. Eine Jungfrau gebiert den Sohn Gottes – wer fragt da nach den genauen Umständen? Matthäus tut es nicht, weil er nicht an Zufälle glaubt, wo es um etwas so Wichtiges geht. Und was ist wichtiger als diese alles ändernde Geburt?

Matthäus versucht, die Glaubwürdigkeit also anders als Lukas zu erzielen. Er vertraut auf die Voraussagen, weil er ohnehin die Jesus-geschichte in die Geschichte Israels eingebettet sieht. Im Übrigen arbeitet er nicht mit einer historischen Datierung, der dann eine idyllische Schilderung mit Hirten fern jeder historischen Wirklichkeit folgt, sondern bietet eine durch und durch »historische« Szenerie mit realistischen oder durchaus realistisch wirkenden Akteuren.

Drei Magier und Herodes

Den Start bildet dabei ein kosmisches Ereignis, das der Geburt eines Gottes angemessen ist, jedenfalls in der antiken Tradition immer wieder mit einem solchen verbunden wurde. Es gibt also ein Zeichen am Himmel: Ein Stern ist erschienen, der auf einen Ort verweist, an dem sich Großes ereignet.

Man kennt die Geschichte, die sich nun vollzieht. Der Stern wird von Spezialisten beobachtet, von Astronomen bzw. Astrologen, die sich mit Sternen und Vorbedeutungen auskennen – Matthäus spricht von magoi , was die Einheitsübersetzung mit ›Sterndeuter‹ und Luther mit ›Weise aus dem Morgenland‹ übersetzt. Im allgemeinen Sprachgebrauch wurden daraus gemeinhin ›Magier‹. Die historischen Vorbilder dürften persische Priester gewesen sein, später ausgeweitet auf Theologen, Astronomen/Astrologen, Zauberer und Wundertäter aus dem Osten. In der Tradition wurden daraus Könige, wieder einmal im Sinne einer Vorausdeutung. Den Bezug stellt Psalm 72 her, der das Vermächtnis Salomos für seinen Nachfolger formuliert: »Die Könige von Tarschisch und von den Inseln bringen Gaben, mit Tribut nahen die Könige von Scheba und Saba. Alle Könige werfen sich vor ihm nieder, es dienen ihm alle Völker.« Entgegen der unbestimmten Zahl bei Matthäus sind es bei Origenes dann genau drei, weil Matthäus von drei Geschenken berichtet: Gold, Weihrauch, Myrrhe. Natürlich ist auch dies immer wieder kommentiert bzw. gedeutet worden, zum Beispiel Weihrauch für Jesus als Gott, Myrrhe für den Menschen, Gold für den König. Ganz abgesehen davon, dass die Sterndeuter-Könige Namen bekamen, nämlich Caspar, Melchior und Balthasar. Sie wurden zuerst als Vertreter der drei Lebensalter, später als Vertreter der gesamten bekannten Welt gesehen, so dass Caspar als Schwarzer dargestellt wurde und in der Kunst häufig auffällig prunkvoll-modisch gekleidet ist.

Ludwig Konraiter zugeschr Die Anbetung der Könige Magdalenenkappelle - фото 5

Ludwig Konraiter (zugeschr.): Die Anbetung der Könige , Magdalenenkappelle, Hall (Tirol)

Es ist klar, was Matthäus mit seiner mythologischen Darstellung »sagen« will: Gottes Sohn kommt nicht einfach so in die Welt, der Kosmos reagiert. Und der zweite, noch wichtigere Punkt: Dieser Sohn Gottes kommt zu den Juden, deren Schriftgelehrte werden förmlich auf ihn aufmerksam gemacht, wissen auch aufgrund ihrer Bibelkenntnis, dass nur Betlehem für die Geburt in Frage kommt – und gehen nicht hin. Ganz im Gegenteil, sie verraten den Ort auch noch jemandem, bei dem sie sich ausrechnen können, dass er kurzen Prozess machen wird – Herodes. Nur zeigt sich dann, dass Gott solche Boshaftigkeit durchkreuzt. Er lässt im Traum Josef informieren, der dann mit der Flucht nach Ägypten die Situation rettet. Schon die Magier müssen Lunte gerochen haben, kehren sie doch nicht zu Herodes zurück, um ihm die genaue Lage zu verraten, sondern ziehen »auf einem anderen Weg heim in ihr Land«. Herodes sieht sich damit »getäuscht« und greift zur Rache. Schwer zu sagen, wer danach schlechter dasteht: Herodes als Mörder oder die Juden als Verräter.

Matthäus hat also konstruiert, aber er macht es anders als Lukas. Gewiss, er »mythologisiert«, aber die Ereignisse fühlen sich »historischer« an, auch wenn ein wichtiger Punkt offenbleibt. Matthäus sagt nichts über die Zeit des Ereignisses, erwähnt keine Krippe, sondern spricht von einem »Haus«, in dem die Sterndeuter das Kind »sahen«. Jedenfalls finden sich bei Matthäus keine Krippenseligkeit, keine Hirten mit Engelsgesang, sondern konkrete Gestalten, die politische Ereignisse hervorrufen, die das Geburtsgeschehen mit der damaligen politischen Wirklichkeit verknüpfen. Das liegt weniger an den Sterndeutern als an Herodes. Und in einem überraschenden Punkt ist auch noch das, was man am ehesten als Mythologie verstehen könnte, wieder mit der damaligen Gegenwart verknüpft: der Stern bzw. die mit ihm verbundene Erwartung eines kommenden Herrschers. Ich muss dazu etwas ausholen, denn die »normalen« Kenntnisse über diesen Herodes als Kindermörder reichen nicht. Zumal der von ihm angeordnete Mord eines der wenigen Verbrechen ist, das er nahezu sicher überhaupt nicht begangen hat.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Weihnachten»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Weihnachten» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Karl-Heinz Eyermann - MiG-Flugzeuge
Karl-Heinz Eyermann
Karl-Heinz Thielmann - Kafka 2.0
Karl-Heinz Thielmann
Karl-Heinz Jakobs - Die Frau im Strom
Karl-Heinz Jakobs
Karl-Heinz Jakobs - In Sibirien
Karl-Heinz Jakobs
Karl-Heinz Biermann - Gezeitenstrom
Karl-Heinz Biermann
Karl-Heinz Biermann - Wo ist Faro?
Karl-Heinz Biermann
Karl-Heinz Kalle Kowalski - Sein erster Fall
Karl-Heinz Kalle Kowalski
Karl-Heinz Göttert - Astrologie. 100 Seiten
Karl-Heinz Göttert
Отзывы о книге «Weihnachten»

Обсуждение, отзывы о книге «Weihnachten» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x