Mica Scholten - Die Seele im Unterzucker

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Die Seele im Unterzucker: краткое содержание, описание и аннотация

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Ein Leben strikt nach einem vorgegebenen Plan? Was ist schon hundertprozentig vorhersehbar in einer Welt wie dieser? Es ist jederzeit mit allem zu rechnen. Immerfort und überall. Nichts verspricht eine Garantie und ist vollkommen planbar. Jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Der eine trägt leichter, der andere schwerer. Wie massiv die eigenen Probleme ins Gewicht und vor allem auch ins Gemüt fallen, ist ebenfalls individuell. Die Schmerzgrenze liegt bei jedem wo anders.
Ist es eine Art der Ironie, dass die Seele nicht durchgehend auf der Höhe ist, wenn der eigene Körper zum größten Feind mutiert? Sich ununterbrochen selbst zerstört, obwohl es keinerlei Veranlassung gibt?
Alles, was ich jemals wollte, war «normal» zu sein. Aber was ist das schon? Normal …

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Nach der Blutabnahme freute ich mich immer darauf, mir ein buntes Kinderpflaster auszusuchen. Jedes Mal war ich gespannt, welche lustigen Motive mich denn dieses Mal erwarteten. Die Pflaster klebte ich nach dem Abriss an meine Kinderzimmertüre. Eine Art Trophäensammlung für meine Tapferkeit.

Als Kind verstand ich noch nicht allzu viel vom Hba1C-Wert. Ich wusste nur so viel, wenn er gut war, hatte ich beim Messen und Spritzen alles richtig gemacht und war ein bisschen stolz auf mich. Natürlich nur so weit, die nervige Piekserei immer tapfer erduldet zu haben. Die Kunst der Berechnung unterlag allein der Fürsorge meiner Eltern.

Nachdem stationär alles nach Plan verlief, sich mein körperlicher Zustand stabilisiert hatte und auch sonst alle nötigen Vorkehrungen für zuhause getroffen waren, durfte ich die Kinderstation nach 2 Wochen wieder verlassen. Meine Eltern waren dank der großartigen Ärzte und des kompetenten Personals auf der Station bestens auf unser zukünftiges Leben mit meinem „kleinen Handicap“ vorbereitet. Jenes bestand von nun an aus Nadeln, Spritzen, Messstreifen, Tupfern, Pflastern und natürlich dem überlebenswichtigen Insulin, welches mir fortan tagtäglich 4-mal verabreicht wurde. Vor jeder Mahlzeit und vor dem Schlafengehen.

Auch ich selbst gewöhnte mich von Tag zu Tag mehr an die neuen Lebensumstände. Irgendwann wurde die tägliche Piekserei Routine und sehr bald kannte ich es nicht mehr anders. Ich lernte mich an zuckerfreie Getränke und Kaugummis zu gewöhnen, Naschereien hielten sich von nun an stärker in Grenzen.

Meine Eltern gaben sich beide sehr große Mühe bezüglich meiner Ernährung und der Einhaltung der erforderlichen Maßnahmen.

Ganz besonders mein Vater, welcher von Natur aus ein leidenschaftlicher Hobby-Koch und Genießer war, experimentierte viel mit neuen Rezepturen, wobei natürlich auch die geliebte, deftige Hausmannskost nicht fehlen durfte.

Am Anfang wurden die Portionen mithilfe einer Küchenwaage noch aufs Gramm genau abgewogen, um die genaue BE-Zahl so perfekt wie möglich einzuhalten. Meist klappte das auch nahezu optimal, meine Werte blieben im Rahmen. Es wurde anfangs auch noch sehr viel mit Urinstreifen gearbeitet. Daran ließ sich unter anderem feststellen, ob meine Basalrate (langwirkendes Insulin, welches der Körper unabhängig von den Mahlzeiten benötigt, um den restlichen Stoffwechsel aufrecht zu erhalten) optimal eingestellt war. Da diese individuell abhängig von Alter, Gewicht, Muskulatur, Fettmasse, Bewegung und sämtlichen weiteren Faktoren ist, musste sie oftmals neu angepasst werden. Wovon ich in den ersten Jahren noch nicht viel verstand, geschweige denn mitbekam. Ich spritzte immer brav das Vorgeschriebene bzw. ließ es mir von meinen Eltern spritzen. Ich hinterfragte wenig in dieser Hinsicht, irgendwann ging alles wie von selbst.

Ich liebte die damaligen Zeichentrickserien auf dem Kinderkanal (heute KiKa), welche jeden Abend im Fernsehen liefen. Mein regelmäßiges Ritual zum Abendessen, auf welches ich mich täglich ganz besonders freute. Ganz besonders die Biene Maja mochte ich gerne. Mein Vater imitierte nun vor jedem Stich in den Bauch die Titelmelodie und sagte, dass jetzt Maja wieder stechen würde. Das amüsierte mich und lenkte immer ein wenig vom Einstich ab. „Ich will aber nicht, dass die Maja sticht, dann ist sie ja tot!“, protestierte ich auf ironische Art in meiner kindlichen Unbeholfenheit. Und schon war der Vorgang auch wieder vorbei.

Meine Eltern waren stets bemüht, dass ich in Bezug auf Ernährung trotz Anrechnung von Broteinheiten und deren Korrektur wie alle anderen Kinder aufwachsen durfte. Im Gegensatz zu anderen Diabetikern, welche alles zu 100 % genau nehmen, und vollständig auf Süßigkeiten verzichten, verlebte ich in diesem Sinne eine recht normale Kindheit. Allerdings gab es trotz allem ein genaues Muster, an welches sich tagtäglich gehalten wurde.

Morgens gab es Frühstück, am Vormittag eine Zwischenmahlzeit (meist ein kleiner Joghurt oder Obst), dann Mittagessen, am Nachmittag nochmals eine kleine Zwischenmahlzeit, später Abendbrot und vor dem Schlafengehen noch eine kleine Spätmahlzeit. Die BE-Zahlen der Mahlzeiten wurden immer recht identisch gehalten, so dass sich das gewohnte Schema in Form vom kurzwirksamen Bolusinsulin zu den Mahlzeiten nicht inständig ändern musste. Die damals berechneten Einheiten, BE-Zahlen und das verwendete Insulin kann ich allerdings heute, bald 25 Jahre nach der Erstdiagnose, nicht mehr eindeutig wiedergeben.

Cool, dieses Jahr habe ich 25-jähriges Jubiläum. Gibt’s da was Besonderes zu gewinnen? *grins*

Was mich im Alltag ziemlich nervt, ist die oberflächliche Annahme, dass Diabetes stets mit ungesunder Ernährung zusammenhängt. Das mag zuweilen stimmen. Diabetes Typ 2 (auch Altersdiabetes genannt) ist in der Tat auf zu wenig Bewegung und schlechte Essgewohnheiten zurückzuführen. Dieses Krankheitsbild mutierte besonders in den vergangenen Jahren zu einer echten Volkskrankheit. Etwa 95 % aller Diabetiker in Deutschland leiden tatsächlich unter Typ 2. Nur etwa 5 % sind so wie ich von Typ 1 betroffen. Ich finde es ein bisschen schade, dass es diesbezüglich zu wenig Aufklärung und Abgrenzungen gibt. Möglicherweise wird dieses Buch in dieser Hinsicht ein wenig Licht ins Dunkel bringen…

Ich versuchte stets Sprüche wie „Oh, zu viel Süßes gegessen?!“ vornehmlich zu ignorieren. Manche Leute wissen es einfach nicht besser oder sind zu bequem um nachzuforschen. Andererseits: würde ich es tun, wenn ich niemals mit jener Thematik in Verbindung gekommen wäre? Ich kann es nicht beschwören. So vieles wird eben mal dahingesagt, ohne es tatsächlich bewusst böse zu meinen oder genauer zu überdenken. Hauptsache einen Kommentar abgegeben.

Ferner nervt es mich häufig, dass viele Menschen der Meinung sind, dass Diabetes zwangsläufig mit einer ganz gezielten Ernährung in Verbindung steht. Dass wir keine Süßigkeiten essen dürften etc. Teilweise wird dieses Klischee sogar noch in Filmen und Serien vertreten. DAS STIMMT EINFACH NICHT!!!! Dieses Schema wurde verfolgt, als es noch keine intensivierte Insulintherapie gab und sämtliche Insuline noch nicht programmiert werden konnten. Noch vor rund 40 Jahren durfte lediglich in einem vorgesehenen Zeitraum gegessen werden, wenn das Insulin seine Hochphase der Wirkung erreicht hatte. Und dann auch nur eine begrenzte Menge an „gesunden Kohlenhydraten“ wie Kartoffeln, Nudeln, Brot oder Reis. Süßigkeiten waren damals weitestgehend tabu, außer im Unterzucker. Aber dieses Schema ist längst veraltet und durch die zusätzliche Zufuhr von Insulin ist es heutzutage jedem Diabetiker möglich, alles zu essen, wann und wie viel er will! Selbst 5 Stück Schwarzwälder Kirschtorte wären rein theoretisch machbar. Hierfür bräuchte es eben rund 40 Einheiten extra. Und ob es so gesund wäre (Diabetes hin oder her), ist wiederum die nächste Frage …

Das Schlimmste ist nicht die Krankheit selbst.

Das Schlimmste ist die Sonderrolle.

Individueller Knabe

Meine Mutter arbeitete in der kleinen Nebenortschaft in einem Kindergarten als Erzieherin. Dort wurde auch ich in meinem ersten Kindergartenjahr vorerst untergebracht. Allerdings in einer anderen Gruppe, da man es für kontraproduktiv in Bezug auf meine Selbstständigkeit betrachtete, wenn ich in der Gruppe meiner Mutter wäre. Als ich dorthin kam, war ich knapp 3 Jahre jung. Ein Jahr später wechselte ich in den Kindergarten, welcher sich direkt in unserem Wohnort befand.

Als mein Diabetes entdeckt wurde, befand ich mich bereits seit fast 2 Jahren im Kindergarten. Auch dort musste nun vieles gemanagt, die Erzieherinnen und anderen Kinder aufgeklärt werden. Diesbezüglich bekam ich immer viel Rückhalt, Verständnis und gelegentlich auch Hilfe. An einige Dinge kann ich mich noch recht gut erinnern. Beispielsweise daran dass ich einmal eine Unterzuckerung erlitt, als wir mit der Gruppe einen ausgiebigen Wandertag veranstalteten.

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