Meinrad Inglin - Schneesturm im Hochsommer

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Schneesturm im Hochsommer: краткое содержание, описание и аннотация

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Meinrad Inglin ist einer der bekanntesten Unbekannten, seinen Namen kennen fast alle, seine Werke die wenigsten. Dabei ist er ein grosser Könner in einem grossen Spektrum unterschiedlicher literarischer Genres, stilistisch abwechslungsreich und sprachlich wohlkomponiert. «Schneesturm im Hochsommer» versucht, sein vielfältiges Schaffen abzubilden und damit einen literarisch hochinteressanten und oft überraschend aktuellen Schweizer Klassiker wieder breiter bekanntzumachen.

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Ilse senkte ein wenig den Kopf, dann sah sie ihm mit einem scheuen Kinderblick in die Augen und sagte: «Ich bin ja gern da.»

«Ja, und ich möchte … man kann es nicht sagen …»

«Nein … man kann nicht alles sagen … und es ist auch nicht notwendig … Aber vertreiben Sie jetzt nicht die Fische, wenn Sie die Rute so ins Wasser legen?»

«Doch, selbstverständlich … aber das macht nichts … wenn ein Hecht da gewesen wäre, hätte er schon vorher gebissen …» Er nahm nun immerhin die Rute auf und schwang das Köderfischchen wieder hinaus, Ilse fragte, wie lange denn ein solches Fischchen an der Angel leben könne und ob man nicht auch künstliche Fische dafür brauche, er gab eine sachkundige Antwort, und der unsägliche Augenblick war überwunden.

Sie stellte ein paar weitere Fragen, er antwortete und blickte, noch immer erregt, bald voll inniger Wärme auf sie, bald flüchtig auf den Schwimmer. Nachdem sie plaudernd oder schweigend eine Weile nebeneinandergestanden und ihre Fassung wiedergefunden hatten, sagte Ilse: «Ich gehe jetzt ein wenig auf der Insel herum, und nachher komme ich wieder hierher.» Sie entfernte sich zögernd, und er nickte ihr zu.

Sie ging dem nördlichen Ufer entlang und kam auf ein schmales, kiesiges Strandstück, das fast flach ans Wasser grenzte und ihr als geeigneter Badeplatz erschien. Es war aber der Fangplatz Karls, und während sie noch mit dem Gedanken spielte, hier ganz in der Ufernähe heimlich zu baden, kam der stämmige kleine Fischer von der Schifflände her, wo er den Köder ausgewechselt hatte, durch das Gehölz zurück. Er entdeckte Ilse an seinem Platz und ließ sich keinen Augenblick aufhalten, er kam, die Angelrute wie einen langen Spieß vor sich hinstreckend, grimmig unter den Bäumen hervor, berührte das Mädchen mit einem Schlag der Rutenspitze und drängte es, vorrückend, mit der Rute heftig beiseite.

Ilse wandte sich mit einem verblüfften Laut nach ihm um, noch ungewiss, ob es Scherz oder Ernst sei, dann wich sie aus und sah, wie er mit verbissener, ja böser Miene ans Wasser trat, ohne sie auch nur mit einem Blick zu beachten. Erschrocken über so viel Feindseligkeit, zog sie sich eilig zurück und erwog empört, ob sie nicht sogleich wegfahren sollte. Sie ging aber vorerst zu Anselm und erzählte es ihm.

Anselm runzelte die Stirne und nannte Karls Betragen ­rüpelhaft anmaßend, aber er beruhigte Ilse und versprach ihr, dafür sorgen zu wollen, dass sich so etwas nicht wiederhole. «Ich werde das gleich in Ordnung bringen», erklärte er finster. «Bitte bleiben Sie nur ruhig hier!»

Er ging zu Karl und stellte ihn zur Rede. Ein lauter Wortwechsel entstand zwischen ihnen, der rasch ihre Kameraden herbeilockte. Anselm war dicht am Wasser vor Karl hingetreten und verlangte, dass er sich bei Ilse entschuldige. Xaver suchte den Streit zu schlichten, Robert und Sebastian, die etwas höher oben im Buschrand stehen geblieben waren, mahnten auch zur Vernunft.

Karl aber sprühte vor Entrüstung über das Mädchen, das hier Unfrieden stifte, und vor Hohn auf jene, die es nicht mer­ken wollten. «Ihr habt ja kein Urteil», rief er, «ihr seid alle auf diesen Stadtfratz hereingefallen und merkt als naive Landknaben gar nicht, dass sie euch am Gängelband herumführt. Sie gehört nicht hierher, ich verlange, dass sie abfährt, un­sere Insel ist viel zu schade für sie. Haben wir jemals auch nur den leisesten Krach gehabt, bevor diese schöne Gans darauf verfallen ist, uns ausgerechnet hier mit ihrem blöden Geschnatter zu beglücken?»

In diesem Augenblick, während Xaver und Robert dem Erzürnten schon dreinredeten, geschah etwas, das alle verstummen ließ. Anselm gab Karl eine Ohrfeige.

Karl blickte seinen Kameraden, den er gernhatte, fassungslos an und sagte kein Wort mehr. Er stand wie gelähmt da, entwaffnet vor Trauer und Verwunderung, dann wandte er sich langsam ab und begann die Angelrute einzuziehen.

Xaver trat zu Anselm, der aufgeregt war, doch über seine Tat auch selber ein wenig erschrocken schien, und sagte leise: «Das wäre nicht nötig gewesen.»

«Xaver, ich muss mit dir reden», entgegnete Anselm und zog ihn am Arm beiseite, ins Gebüsch hinein. «Ich kann nicht mehr dulden, dass Ilse beleidigt wird, von jetzt an nicht mehr, verstehst du?»

«Ach was! Ilse ist ein harmloser Backfisch, und den Karl kennen wir ja; wenn er sie nicht mag und darüber rhetorisch wird, so ist das noch kein Grund für dich, den Ritter zu spielen und ihn zu ohrfeigen.»

«Aber du, es ist mir ernst mit Ilse, es ist keine Spielerei, das muss ich dir sagen …»

«Hör auf! Sie ist fünfzehn, und du bist sechzehn … was heißt da ernst?»

«Das Alter spielt keine Rolle, man kann warten …»

Xaver blickte seinen ergriffenen Freund belustigt an und schüttelte den Kopf, dann fragte er mit nachdenklich heiterer Miene: «Und wenn nun ich gewisse Ansprüche auf sie hätte?»

«Dann», sagte Anselm rasch, mit einer edelmütigen Aufwallung, «dann trete ich zurück.»

«Alle Achtung!», erwiderte Xaver lachend. «Aber ich bin nicht sicher … und sie vermutlich auch nicht. Geh du jetzt nur wieder zu ihr und schau, dass sie dich ein bisschen für die Ohrfeige belohnt. Ich überlasse sie dir, sie ist ein Schatz.» Er nickte freundlich und ging.

Anselm kehrte ziemlich verwirrt und unsicher zu Ilse ­zurück, die ihm mit großen, bang fragenden Augen ein paar Schritte entgegenkam. «Es ist in Ordnung», sagte er, «dieser Bursche wird Sie nicht mehr beleidigen.»

Da streckte sie ihm zaghaft ihre Hand hin und sagte mit einem vertrauensseligen Lächeln: «Ich danke Ihnen!»

Er nickte gerührt, hielt ihre schmale kleine Hand einen Augenblick mit sanftem Druck in seiner Rechten, von neuer Wärme durchströmt, und begann dann entschlossen wieder zu fischen.

Ilse setzte sich an den Uferhang und sah ihm abermals zu, bald schweigend, bald harmlos plaudernd, als ob sie nun wieder beruhigt wäre, aber sie merkte, dass seine Haltung um einen Hauch kühler geworden war, und sann darüber nach, ob sie sich vielleicht nicht ganz richtig benommen habe. Anselm sah bald Karl vor sich, der sich stumm und trau­rig von ihm abwandte, bald rätselte er an Xavers Andeutungen herum, die ihn beunruhigten, doch war er entschlossen, nichts davon merken zu lassen.

Nachdem so eine Stunde still vergangen war, fühlte sich Ilse wieder am Nacken gekitzelt, sie warf sich herum, sprang auf und stand vor Robert, der mit seinen warmen Händen wie zur Abwehr ihre Oberarme erfasste, doch vorsichtigerweise gleich wieder losließ. Heiter, blühend und unternehmungslustig stand er in seiner brennend roten dürftigen Hose vor ihr und überrumpelte sie mit dem Vorschlag: «Kommen Sie mit mir, Fräulein Ilse, ich rudere Sie zum Waldufer hinüber, dort können Sie doch endlich baden, in einer Viertelstunde sind wir dort.»

«O ja, fein!», rief Ilse lebhaft, wie es ihr eben einfiel, und erst dann stutzte sie und blickte Anselm an.

«Du erlaubst doch, Anselm!», sagte Robert, als ob es wirklich schon ausgemacht wäre, dass Anselm so etwas zu erlauben hätte.

«Bitte!», antwortete Anselm. Da Ilse sich so rasch und lebhaft entschieden hatte, blieb ihm nichts übrig als kühle Großmut, auch wenn sie noch so bitter schmeckte.

«Ich bleibe nicht lange, ich komme bald zurück», rief Ilse noch tröstlich, dann ließ sie den Fischer stehen und ging mit Robert.

Anselm spürte eine heiße Röte im Gesicht. Jedem anderen Kameraden hätte er Ilse ohne Bedenken anvertraut, nur diesem nicht. Ihm fiel ein, wie Robert über sie gesprochen, mit welchen Augen er sie angesehen hatte, und er erschrak beim Gedanken, dass die beiden nun da drüben am einsamen Waldufer … Er dachte es gar nicht zu Ende, er warf die Angelrute hin und lief zur Schifflände.

Ilse wollte eben ins Boot steigen, und Robert half ihr angeregt dabei.

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