Zu behaupten, dass SeC auch Misserfolge thematisiere, wäre indes übertrieben; ein Blick auf die Tätigkeiten der Stiftung hat keinen solchen Fall zutage gefördert. Eine Pionierleistung etwa in Bezug auf die Nutzung sozialer Netzwerke hat SeC auch nicht erbracht; manche Hochschulen haben da seit Längerem mehr Erfahrungen gesammelt. Auffallend hingegen ist, dass SeC sich um die niederschwellige Kontaktaufnahme mit der wissenschaftsfernen Bevölkerung bemüht, ohne sich im Glanz von Exzellenz, Spitzenforschung und Innovation zu sonnen, wie das die Organe der Wissenschaftsverwaltung des Bundes gerne tun. SeC dürfte gerade deshalb auf ein breites Publikum weder arrogant noch einschüchternd noch abschreckend wirken. Videowettbewerbe und Facebook-Posts richten sich an Lehrlinge und Krankenpflegerinnen, nicht an Studierende.
Fraglich bleibt, ob der Geist der Forschung – das praxisferne und nutzenfreie Reflektieren – in den Öffentlichkeitsaktionen sichtbar wird. Wie gesagt: Wer Vögel zählt, leistet der Biologie unter Umständen einen grossen Dienst, aber das Zählen von Vögeln ist keine Forschung. Forschung liefert unter Umständen Anstösse für neue Medikamente, umweltschonende Autos, eine humane Palliative Care. Doch deren Realisierungen rufen eben auch nicht intendierte negative Folgen hervor. Gerade die höchsten Erwartungen in technologische Wunder wurden immer wieder enttäuscht. Was macht die Wissenschaftskommunikation damit? Fraglich ist zudem, wie gross die Breitenwirkung der mit bescheidenen Mitteln ausgestatteten Stiftung ist. Sie muss sich mit dem Backen kleiner Brötchen bescheiden. Dass sie an Bedeutung verloren hat, ist symptomatisch: Die in eine Art bildungsunternehmerische Selbstständigkeit geschickten universitären Hochschulen und Fachhochschulen haben ihre Selbstpromotion ausgebaut. Realisiert wird diese von den Kommunikationsabteilungen. Und diese agieren von den Institutionen ausgehend, die Teil der Gesellschaft sind, in die Wissensgesellschaft hinein.
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