Rolf Breuer - Analytisch orientierte Literaturwissenschaft

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Der Band versammelt Essays und Aufsätze in deutscher und in englischer Sprache, darunter drei bisher unveröffentlichte Beiträge. Der Obertitel zeigt den gemeinsamen methodischen Nenner der Arbeiten an: sprachliche Klarheit, begriffliche Klärungen, rationale Argumentation, Verzicht auf Wortspiele und Hypostasierung von Metaphern, der Versuch, die innere Logik der sprachlichen Kunstwerke herauszuarbeiten. Mit diesen Mitteln einer analytisch orientierten Literaturwissenschaft widmet sich der Autor kulturpolitischen und kulturhistorischen Themen sowie Studien zu Formen von Meta-Literatur, bezogen vor allem auf Jane Austen und Lord Byron. Schließlich legt der Beckett-Experte Breuer fünf neuere Arbeiten über den irischen Nobelpreisträger vor: vergleichende Studien zu anderen Autoren (Flann O'Brien, Peter Ustinov, Peter Handke), die Einordnung Becketts in die Literaturgeschichte (Modernismus oder Postmoderne), die Gestaltung von absence présente in ausgewählten Werken sowie einen biographischen Essay über Begegnungen mit berühmten Beckett-Forschern.

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Einige Geschichtstheoretiker behaupten, Geschichtsschreibung sei Fiktion, habe denselben ontologischen Status wie Dichtung. So hat man im Gefolge von Hayden Whites Thesen argumentiert, dass es keine historischen Tatsachen gebe, sondern dass die Geschichtsschreibung die Tatsachen erschaffe. Der Historiker konstruiere Geschichte, ganz wie der Romancier, der seine literarische Welt im Schreiben entwirft.1 Tatsächlich geht der Historiker bei seiner Rekonstruktion der Geschichte von einem gewissen Vorverständnis aus, muss entscheiden, was (ihm) wichtig ist und was nicht, muss das Material ordnen, muss Kausalbeziehungen herstellen, dem Verlauf der Ereignisse Bedeutung geben, nicht im Sinn eines höheren Ziels, aber doch in dem Sinn, dass wir bei aller zwischenmenschlichen Kommunikation ständig interpretieren, wie uns das Handeln anderer betreffen mag, wie es aufzufassen ist, ob beispielsweise als Bedrohung, als Angeberei oder als gutgemeint. Der Historiker ist zwar ein Spezialist für bestimmte öffentliche Bereiche menschlichen Handelns, vor allem in der Vergangenheit, und er arbeitet seine Darstellung und Deutung genauer aus, geht methodischer vor, macht seine Vorannahmen transparent usw., aber prinzipiell verschieden von der alltäglichen Erklärungsarbeit des Menschen ist sein Tun nicht. So lautet die These der Subjektivisten im Grunde: Alle Denk- und Sprachtätigkeit der Menschen, ob Wissenschaft, Alltag oder Dichtung, ist ontologisch gleich.

Die Geschichtskonstruktionen oder -rekonstruktionen erfolgen durch Versprachlichung (daher die poststrukturalistische These, alles sei Sprache, alles sei Text), und zwar in Form von Erzählungen, womit die narrativen Verfahren ins Spiel kommen: Erzählstandpunkt, Metapher, Vergleich, Beispiel, Litotes usw. Da auch die Dichter so vorgehen (ihre Welt besteht nur aus der Sprache, die sie konstruiert), seien Geschichtsschreibung und Dichtung auch in diesem Sinne ontologisch gleich. Richtig ist zwar, dass in früherer, dem naturwissenschaftlichen Objektivitätsideal verpflichteter Geisteswissenschaft viele Historiker ernstlich glaubten, ihre Geschichtsschreibung stelle alles so dar, wie es wirklich gewesen sei. Und richtig ist, dass zum Beispiel Vorannahmen die Darstellung der „Tatsachen“ einfärben, sogar bestimmen können, etwa im Fall, dass jemand den Eindruck gewonnen hat, das Dritte Reich sei als Tragödie (für Deutschland) aufzufassen, das heißt, als schuldhaft-unverschuldetes Verhängnis, woraufhin er die ungeheure Fülle des Materials auf diese Vorannahme hin auswählen und interpretieren wird. Wenn aber in der bisherigen Theorie, der ich zuneige, zwischen fiktionalen und diskursiv-expositorischen Textsorten differenziert wird, dann nicht deshalb, weil die eine narrative Elemente enthielte und die andere nicht, denn in der Tat enthalten beide narrative Elemente; vielmehr differenziert man deshalb, weil fiktionale Texte zu anderen Fragen einladen als expositorische. Während man bei wissenschaftlichen und alltäglich-diskursiven Texten trotz der erzählerischen Elemente letztlich nach Informationsgehalt, Plausibilität und Wahrheit fragt, interessiert man sich bei fiktionalen Texten für die Kühnheit der Metaphern, für die rhetorische Brillanz, für magisch-rituelle Qualitäten wie Reim, Metrum und Rhythmus, für den architektonischen Bau, für die Übereinstimmung von Form und Inhalt usw.

In Molières Der Bürger als Edelmann erfährt der neureiche Monsieur Jourdain von seinem schmeichlerischen Rhetoriklehrer, dass er Prosa spricht, wenn er spricht, und ist freudig angetan von dieser Auszeichnung. Er kann aber natürlich gar nicht anders als Prosa sprechen, wenn er den Mund auftut, und so ist es auch mit den Historikern, mit uns allen: Wir sind noch keine Dichter, weil wir bei einer Dienstbesprechung oder einem Brief an die Versicherung narrative Verfahren benützen. Vornehmer ausgedrückt: Erzählstrukturen sind kein Differenzmerkmal zwischen geisteswissenschaftlicher Forschung und fiktionalen Texten; vielmehr ist Fiktionalität, zumindest zu einem erheblichen Teil, eine pragmatische Kategorie. Wir behandeln fiktionale Texte anders als diskursive, und man kann auch durchaus einen fiktional gemeinten Text (etwa einen historischen Roman) wie einen diskursiven behandeln und einen diskursiven (Gibbons Geschichte des Verfalls und Untergang des Römischen Reichs beispielsweise) wie einen fiktionalen.

Nun haben die Thesen der subjektivistischen Geschichtstheoretiker zwar viel Aufmerksamkeit erregt, sind aber von den Praktikern unter den Historikern ziemlich überwiegend ignoriert oder abgelehnt worden. Viele Literaturwissenschaftler jedoch haben die Auffassung, Geschichte sei nicht Rekonstruktion von Wirklichkeit, sondern vom Historiker konstruierter Text, begrüßt, und psychologisch kann man die Attraktivität der konstruktivistischen Theorien ja auch gut verstehen, würden sie doch die Literaturwissenschaft zur zentralen geisteswissenschaftlichen Disziplin machen. Tatsächlich aber können Menschen sehr gut unterscheiden zwischen Sinneseindrücken oder Erinnerungen an Sinneseindrücke auf der einen Seite und Phantasien oder Erinnerungen an Phantasien auf der anderen Seite. Vermutlich ist es ein Selektionsvorteil, wenn man das kann, und deshalb gibt es dazu auch einen Forschungszweig (Self-Awareness Studies, Reality Control Studies).

Aber von seiten vieler Romanciers und Dramatiker scheint es Schützenhilfe für die Poststrukturalisten zu geben. Der von manchen als faction bezeichnete, zwischen fiction und fact angesiedelte Roman beispielsweise ist oft als Indiz für die Auflösung der Differenz Kunst / Leben beziehungsweise der Textsorten Fiktion / expositorische Texte gedeutet worden. (Und auch in den anderen Künsten gibt es vergleichbare Tendenzen, von Warhol bis zu konkreter Musik.) Das Thema kann hier nicht ernstlich erörtert werden, aber so viel ist klar: Wenn sich die Objekte (in diesem Fall die Gattungen oder Textsorten) mischen, wenn sie vielleicht sogar zu etwas Neuem fusionieren, dann müssen sich deshalb keineswegs die Kategorien der Beschreibung mischen, dürfen es sogar nicht. Das wäre das Ende der analytischen Chemie, wenn sich, weil Wasserstoff und Sauerstoff eine Verbindung zu H 2O eingehen, auch die chemischen Bezeichnungen zu etwas Neuem verbinden müssten. In der Kunst und natürlich auch im Spaß kann man das alles machen, aber das hat nichts mit ontologischen oder erkenntnistheoretischen Notwendigkeiten zu tun und braucht nicht, ja darf nicht auf die Literaturwissenschaft abfärben.

Sie ist eine Wissenschaft und muss insofern zu ihrem Gegenstand in einer gewissen kritischen Distanz mit analytischem Auflösevermögen verbleiben. Das Bekenntnis zu radikaler Subjektivität, die Annäherung der Geisteswissenschaften an die Künste, des Subjekts an das Objekt, führt zu Selbstgerechtigkeit, Kritikunfähigkeit und Narzissmus.

From Theories of Deviation to Theories of Fictionality: The Definition of Literature

This essay focuses on the various ways in which literature has been differentiated from non-literature. The criteria of differentiation show themselves to be quite heterogeneous, even incommensurable. Older – essentialist – theories, based on epic and lyric poetry, distinguished between poetic and non-poetic forms of language. Later – relational – theories, often based on the novel, have argued that it is the reference of language to reality that distinguishes fiction from non-fiction. Still more recent theories, accompanied by new forms of literature, see the difference in the eye of the beholder or, rather, reader – and this is a pragmatic criterion of differentiation. Since each perspective yields valuable insights, the question is how the three criteria – essentialist, relational and pragmatic – relate to one another.

1. Language and form as the distinguishing criterion of poetry

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