6 Teil I: VWL – die Wissenschaft vom Umgang mit der Knappheit Teil I
Kapitel 1: Was untersucht die Wirtschaftswissenschaft? Kapitel 1
Ein kurzer Blick auf die Wirtschaftsgeschichte Ein kurzer Blick auf die Wirtschaftsgeschichte Um die heutige wirtschaftliche Situation besser zu verstehen und herauszufinden, welche Politik und institutionellen Änderungen die größten Verbesserungen bringen könnten, müssen Sie einen Blick zurück in der Wirtschaftsgeschichte werfen, um zu erfahren, wie die Menschheit dorthin gekommen ist, wo sie heute steht. Bitte bleiben Sie dran: Ich weiß, dass viele von Ihnen Geschichtsunterricht hassen, und werde dieses Thema so schmerzlos wie möglich behandeln.
Die Wirtschaftswissenschaft als Wissenschaft von der Knappheit begründen Die Wirtschaftswissenschaft als Wissenschaft von der Knappheit begründen Knappheit ist das grundlegende und unvermeidliche Phänomen, das eine Wissenschaft von der Wirtschaft erforderlich macht. Es gibt nicht annähernd genügend Zeit oder Mittel, um alle Bedürfnisse zu befriedigen, sodass die Menschen entscheiden müssen, was sie produzieren und konsumieren wollen, damit sie, wenn sie schon nicht alles bekommen können, unter den gegebenen Umständen so viel wie möglich erhalten. Ohne Knappheit an Zeit, Knappheit an Ressourcen, Knappheit an Informationen, Knappheit an konsumierbaren Gütern und Knappheit an Frieden und Wohlwollen auf der Erde würde es uns an nichts fehlen. Kapitel 2 behandelt eingehend die Knappheit und die Kompromisse, die wegen der Knappheit eingegangen werden müssen. Wirtschaftswissenschaftler analysieren das Verhalten von Menschen, wenn diese entscheiden, wie sie ihr Glück in einer Welt der Knappheit am besten optimieren können. Es wird sich zeigen, dass dieser Prozess eng mit einem Phänomen verbunden ist, das als Ertragsgesetz oder Gesetz von den abnehmenden Grenzerträgen bezeichnet wird. Dieses Gesetz beschreibt, dass jede zusätzliche Einheit einer Ressource, die in einem Produktionsprozess eingesetzt wird, einen fortlaufenden Rückgang der damit verbundenen zusätzlichen Erträge (sogenannte Grenzerträge) zur Folge hat. Abnehmenden Grenzerträgen kann man wie der Knappheit nicht entrinnen. In Kapitel 3 erkläre ich, wie Menschen sehr intelligent mit diesem Phänomen umgehen, um aus den begrenzten Ressourcen das Beste zu machen.
Makroökonomik und Mikroökonomik trennen Makroökonomik und Mikroökonomik trennen Die Unterteilung dieses Buches folgt der klassischen Gliederung der Volkswirtschaftslehre in zwei große Teilgebiete: Makroökonomik und Mikroökonomik. Die Mikroökonomik konzentriert sich auf einzelne Menschen und Unternehmen. Sie erklärt, wie sich einzelne Personen verhalten, wenn sie entscheiden müssen, ob und wie sie ihr Geld ausgeben oder sparen wollen. Und sie erklärt, wie sich auf Gewinnmaximierung bedachte Unternehmen einzeln und als Konkurrenten anderer Unternehmen auf Märkten verhalten. Die Makroökonomik betrachtet die Wirtschaft als ein organisches Ganzes und konzentriert sich auf wirtschaftsweit relevante Faktoren wie Zinssätze, Inflation und Arbeitslosigkeit. Außerdem studiert sie das wirtschaftliche Wachstum und untersucht, wie Regierungen versuchen, den Schaden zu begrenzen, der durch Rezessionen verursacht wird. Sowohl die Mikroökonomik als auch die Makroökonomik gehen von einigen grundlegenden Prinzipien wie der Knappheit und der abnehmenden Erträge aus. Deshalb werde ich im Rest von Teil I zunächst diese Grundlagen erklären, bevor ich in Teil II und Teil III die Mikroökonomik und in Teil IV die Makroökonomik beschreibe. Aber zunächst gebe ich Ihnen einen Überblick über die Mikroökonomik und die Makroökonomik.
Verstehen, wie Wirtschaftswissenschaftler Modelle und Grafiken verwenden Verstehen, wie Wirtschaftswissenschaftler Modelle und Grafiken verwenden Wirtschaftswissenschaftler möchten sich gerne logisch und präzise ausdrücken; deshalb verwenden sie viel Algebra und Mathematik. Aber sie stellen ihre Ideen auch gerne in leicht verständlicher und intuitiver Form vor und benutzen deshalb viele Grafiken. Die Grafiken, die Wirtschaftswissenschaftler verwenden, sind fast immer Abbildungen wirtschaftlicher Modelle. Ein Modell ist eine (oft mathematische) Vereinfachung der Wirklichkeit. Es lässt zahlreiche irrelevante Details weg, damit Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können. So konzentriert sich das wirtschaftswissenschaftliche Modell der Konsumentennachfrage darauf, wie Preise die Mengen der Güter und Dienste beeinflussen, die Kunden kaufen wollen. Offensichtlich beeinflussen auch andere Dinge wie beispielsweise die Mode oder Geschmacksänderungen die Konsumentennachfrage, aber der Preis ist der Schlüsselfaktor. Um zu vermeiden, dass Sie beim Durchblättern dieses Buches wegen der Grafiken in Panik geraten, möchte ich einige Seiten darauf verwenden, Sie mit dem vertraut zu machen, was Ihnen in anderen Kapiteln begegnet. Atmen Sie tief durch; ich verspreche, dass es nicht wehtut. (Zwischenbemerkung des Übersetzers: Im folgenden Text kommt immer wieder das Hohlmaß Gallone vor, für das wir im Deutschen keine Entsprechung haben. Eine amerikanische Gallone entspricht 3,7853 Litern, eine britische Gallone 4,5459 Litern. In amerikanischen Supermärkten werden Fruchtsäfte unter anderem in Kunststoffbehältern mit einem Fassungsvermögen von einer Gallone angeboten. Entsprechende Gebindegrößen sind in Deutschland unüblich. Eine Umrechnung in Liter hätte nicht zur Klarheit der Beispiele beigetragen. Der Einfachheit halber wurde bei der Übersetzung ein Wechselkurs von 1:1 zwischen US-Dollar und Euro zugrunde gelegt.)
Kapitel 2: Kekse oder Eis? Konsumentenentscheidungen nachvollziehen Kapitel 2
Das menschliche Verhalten mit einem Entscheidungsmodell darstellen Persönliches Glück als Ziel Man kann nicht alles haben: Beschränkungen Die endgültige Entscheidung treffen Die Beschränkungen und Mängel des ökonomischen Entscheidungsmodells Kapitel 3: Die richtigen Güter auf die beste Weise produzieren, um das menschliche Glück zu maximieren An die Grenzen stoßen: Feststellen, was produziert werden kann Was produziert werden sollte Technik und Innovationen anregen
7 Teil II: Mikroökonomik – die Wissenschaft vom Verhalten der Konsumenten und Unternehmen Kapitel 4: Angebot und Nachfrage leicht gemacht Die Nachfrage verstehen Das Angebot verstehen Wie Angebot und Nachfrage zusammenspielen Preiskontrollen: Hindernisse für die Bildung des Marktgleichgewichts schaffen Kapitel 5: Homo oeconomicus: Der Konsument, der Nutzen maximiert Der Name des Spiels: Beschränkte Optimierung Einen gemeinsamen Nenner als Maß des Glücks finden: Nutzen Mehr bringt weniger: Abnehmender Grenznutzen Bei einem begrenzten Budget zwischen vielen Optionen wählen Nachfragekurven aus dem abnehmenden Grenznutzen ableiten Kapitel 6: Der Kern des Kapitalismus: Das gewinnmaximierende Unternehmen Gewinnmaximierung: Das Ziel eines Unternehmens Im Angesicht des Wettbewerbs Die Kostenstruktur eines Unternehmens analysieren Grenzerlöse und Grenzkosten vergleichen Das Geschäft aufgeben: Wenn nichts zu produzieren die beste Lösung ist Kapitel 7: Warum Ökonomen freie Märkte und Wettbewerb lieben Freie Wettbewerbsmärkte: Gewährleisten, dass der Nutzen die Kosten übersteigt Wenn freie Märkte ihre Freiheit verlieren: Mit Wohlfahrtsverlusten umgehen Kennzeichen des vollkommenen Wettbewerbs: Keine Extragewinne und geringstmögliche Kosten Kapitel 8: Monopole: Wie schlecht würden Sie sich verhalten, wenn Sie keinen Wettbewerb hätten? Eine Analyse gewinnmaximierender Monopole Monopolunternehmen mit Wettbewerbsunternehmen vergleichen Beispiele für »gute« Monopole Monopole regulieren Kapitel 9: Oligopol und monopolistischer Wettbewerb: »Mittlere« Marktformen Konkurrieren oder Absprachen treffen Das Modell des Gefangenendilemmas Oligopole regulieren Eine hybride Marktform: Monopolistischer Wettbewerb
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