In Portugal ist es zudem kein Problem, seine Gasflaschen zu füllen, sofern man eine fest eingebaute Tankflasche oder einen Gastank besitzt. Im ganzen Land gibt es ein gutes Netz an Autogastankstellen, die hier GPL (umgekehrt wie im deutschsprachigen Raum, wo es LPG ist) heißen. Die Autogaspistolen der portugiesischen GPL-Tankstellen wurden auf das „Euroconnector“-System umgestellt. Dies soll eine europaweite Angleichung sichern. Die Adapter kosten ca. 20 bis 30 €, manche Tankstellen leihen sie aus, ansonsten kann man sie online, in Geschäften für Wohnmobil-Zubehör oder vor Ort, z. B. bei PRIO oder anderen Autogas-Tankstellen, kaufen.
Deutsche, graue 11-kg-Tauschflaschen darf man in Portugal offiziell nicht füllen, aber an manchen spezifischen GPL-Tankstationen mit Bedienung wird schon mal eine Ausnahme gemacht. Es gibt die Markentankstellen BP, GALP, REPSOL, PRIO oder CEPSA, die Autogas anbieten. Auch bei einigen hauseigenen Tankstellen der Supermarktketten Auchan oder Intermarché kann man Gas tanken, bisweilen um einige Cents günstiger.
Der Gaspreis ist in Portugal wie in vielen anderen Ländern gestiegen und schwankt von Region und Tankstellenmarke zwischen 70 und 95 Cents pro Liter. Wegen der Rußbildung bei Autogas kann der Einbau eines Gasfilters an der Flasche sinnvoll sein.
Infos zu Autogastankstellen gibt es hier:
> www.gas-tankstellen.de
> www.autogas-forum.de
> mylpg.eu/stations/portugal
> http://mapa.autogas.pt
An manchen Tankstellen gibt es auch kostenlose Straßenkarten mit den eingezeichneten markenspezifischen Autogastankstellen.
Da in den meisten Haushalten mit Gas gekocht und die Wasserboiler beheizt werden, sind portugiesische Tauschflaschen in jedem kleinen Supermarkt oder an der Tankstelle käuflich. Campinggas gibt es normalerweise bei den Campingplätzen oder in Shops für Campingzubehör. Für den Anschluss portugiesischer Flaschen ist ein landestypischer Regler erforderlich.
Portugal ist Mitglied der Eurozone, insofern gibt es hier für Deutsche und Österreicher in Währungsfragen keine Umstellung.
Bezahlen kann man überall mit gängigen Kreditkarten und Bargeldabhebungen sind an Geldautomaten mit Debitkarten (auch Girocard genannt) problemlos. In Portugal dürfen am Geldautomaten keine Gebühren erhoben werden, deshalb ist das Bargeldabheben vonseiten der portugiesischen Banken kostenlos. Beim Abheben mit Kreditkarten fallen im europäischen Ausland bisweilen hohe Gebühren an. Dazu sollte man sich vorab bei seinem heimischen Geldinstitut erkundigen.
Das direkte Bezahlen mit Debitkarten ist nicht überall möglich, manche große Supermarktketten akzeptieren deutsche Bankkarten, andere nicht, das hängt davon ab, ob die eigene Bank einer Finanzgruppe in Portugal angeschlossen ist (am besten nachfragen).
Die Preise in Portugal sind in den Großstädten und Touristenzentren vergleichbar mit denen in Deutschland. Im Landesinnern sind die Preise der Gastronomie und von landwirtschaftlichen Produkten etwas günstiger. Insgesamt wird Portugal von nordeuropäischen Touristen als ein günstiges Reiseland empfunden, auch wenn in den letzten Jahren ein Preisanstieg zu verzeichnen ist. Die Großstädte und touristischen Küstenregionen sind generell etwas teurer.
Bei Verlust der Debit-/Giro-, Kredit- oder SIM-Karte gibt es für Kartensperrungen eine deutsche Zentralnummer (unbedingt vor der Reise klären, ob die eigene Bank bzw. der jeweilige Mobilfunkanbieter diesem Notrufsystem angeschlossen ist).
Aber Achtung: Mit der telefonischen Sperrung sind die Bezahlkarten zwar für die Bezahlung bzw. die Geldabhebung mit der PIN gesperrt, nicht jedoch für das Lastschriftverfahren mit Unterschrift. Man sollte daher auf jeden Fall den Verlust zusätzlich bei der Polizei zur Anzeige bringen, um gegebenenfalls auftretende Ansprüche zurückweisen zu können.
In Österreich und der Schweiz gibt es keine zentrale Sperrnummer, daher sollten sich Besitzer von in diesen Ländern ausgestellten Debit-(EC-) oder Kreditkarten vor der Abreise bei ihrem Kreditinstitut über den zuständigen Sperrnotruf informieren.
Generell sollte man sich immer die wichtigsten Daten wie Kartennummer und Ausstellungsdatum separat notieren, da diese unter Umständen abgefragt werden.
> Deutscher Sperrnotruf: Tel. +49 116116 oder Tel. +49 3040504050
> Weitere Infos: www.kartensicherheit.de, www.sperr-notruf.de
Bei Notfällen (emergência) kann man sich an die staatlichen Gesundheitszentren Centros de Saúde oder an öffentliche Krankenhäuser (hospitais públicos) wenden, in denen die Europäische Gesundheitskarte (EHIC) Gültigkeit hat. In der Regel muss man sich auf lange Wartezeiten einstellen. Normale Kontrolluntersuchungen muss man zudem generell bar bezahlen. Die meisten Krankenkassen erstatten aber die landesüblichen Tarife (Belege aufbewahren!).
Im ganzen Land gibt es gute private Spezialkliniken, z. B. die Affidea-Kliniken (früher Euromedic, www.affidea.pt), die diverse fachärztliche Dienste wie auch Laborwertbestimmungen anbieten. Die Gesundheitskarte gilt in Privatkliniken allerdings nicht. Hier muss man generell bar bezahlen. Viele Krankenkassen erstatten aber zumindest einen Teil der Kosten auf Basis der deutschen Honorarverträge. Da die portugiesischen Leistungen oft teurer sind, kommt es vor, dass man einen Teil selbst übernehmen muss. Vor allem an der Algarve gibt es eine Reihe von deutschen oder deutschsprachigen Ärzten und Zahnärzten.
Zahnmedizinische Behandlungen müssen in Portugal immer selbst bezahlt werden und für einen längeren Aufenthalt in Portugal empfiehlt es sich generell, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen, sofern die entsprechenden Rücktransportkosten etc. nicht durch einen Wohnmobil-Schutzbrief abgedeckt sind.
Die portugiesischen Apotheken heißen farmácia und sind durch ein grünes Kreuz gekennzeichnet. Es gibt alle gängigen Medikamente, die selbst zu zahlen sind. Für verschreibungspflichtige Medikamente wie Antibiotika ist ein Rezept eines portugiesischen Hausarztes nötig. Viele nicht verschreibungspflichtige Medikamente gibt es beispielsweise auch in Supermärkten zu kaufen. Blutwerte lässt man direkt in spezifischen Laboren (Laboratório de Análises Clínicas) bestimmen.
Wer mit seinen Vierbeinern unterwegs ist, benötigt für die Einreise nach Portugal einen gültigen EU-Heimtierausweis (blauer Pet-Pass). Hunde und Katzen müssen mit einem Mikrochip oder einer deutlich lesbaren Tätowierung gekennzeichnet sein und eine gültige Tollwutimpfung haben. Welpen unter 15 Wochen und manche sogenannte „Kampfhundrassen“ dürfen nicht einreisen.
In Geschäfte, in öffentliche Transportmittel und in die meisten Restaurants darf man seine Haustiere aus Hygienegründen nicht mitnehmen und auch an manchen Stränden gilt ein Hundeverbot, das allerdings eher in der Hochsaison umgesetzt wird. Mittlerweile gibt es einige spezifisch ausgewiesene Hundestrände.
Weitere Informationen zur Reise mit Haustieren allgemein:
> www.bmel.de/DE/themen/tiere/haus-und-zootiere/heimtierausweis.html
> www.travel4dogs.de/einreise-portugal.html
Informationen
Im Internet
> www.visitportugal.com/de: umfangreiche Seite der portugiesischen Tourismusbehörde mit allen wichtigen Informationen zu den touristischen, kulturellen und praktischen Angeboten im Land. Dazu gibt es auch Apps zum Download.
> http://de.visitportoandnorth.travel: umfassende Informations-Website der Tourismusbehörde (Turismo de Portugal) über die Region Porto und den Norden
> www.visitcentro.com/de: Website der portugiesischen Tourismusbehörde spezifisch zur Region Centro
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