Im Land der azulejos sind kunstvolle Fliesen überall präsent. Das Wort geht auf das arabische al-azuleiq (kleiner polierter Stein) zurück und die Kachelkunst kam mit den Mauren ins Land. Vorwiegend sieht man blau-weiße Kacheln, oft auch blau-gelbe und viele historisch bedeutende. Auch andere Keramikprodukte sind beliebte typisch portugiesische Souvenirs. Die Töpferkunst hat je nach Region ihre Eigenheiten: an der Algarve bunt, im Alentejo mit lokaltypischen Motiven, im Norden dominieren dunkle Keramiken wie die aus Bisalhães oder volkstümliche Varianten wie in Barcelos.
Schaf- und Ziegenhaltung ist in Portugal nach wie vor ein Wirtschaftszweig. Besonders die Schafwolle feiert gerade ein Comeback und viele Menschen greifen lieber auf Naturprodukte statt Kunststofffasern zurück. Vor allem in den Bergregionen vom Norden über die Serra da Estrela bis in die südlichen Serras gehören Wollpullover, -socken, -schals oder Webteppiche zu den regionalen Souvenirs.
Designprodukte und Mode made in Portugal
Die Textil- und Schuhindustrie war in Portugal lange Zeit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Durch die Finanzkrise, aber auch schon vorher ging es mit den beiden Sektoren bergab und viele Fabriken, vor allem im Norden, mussten schließen. Seit einigen Jahren etablieren sich junge portugiesische Modedesigner mit neuen Ansätzen und kreativen Schöpfungen. Bekannte Modeschöpfer aus Portugal mit Läden im In- und Ausland sind u. a. Fátima Lopes, Dino Alves, Alexandra Moura oder Nuno Gama. Auch andere Designprodukte sind sehr nachgefragt wie z. B. die seit 1887 hergestellten Luxusseifen von Claus Porto oder Naturseifen aus Eselsmilch von Cleo/Tomelo. Produkte, die man auch im Internet bestellen kann.
Portugal gehört zum Schengenraum und hat offene Grenzen. Für die Einreise genügt es, als EU-Bürger einen Personalausweis mitzuführen. Für das Wohnmobil sind die gültigen Fahrzeugpapiere, EU-Führerschein und die grüne Versicherungskarte erforderlich. Alle Fahrzeuge müssen mit Warnwesten für Fahrer und Beifahrer ausgestattet sein.
Weiterführende, stets aktualisierte Informationen zu Einreise, Zoll, Sicherheit und Gesundheit gibt es unter www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/portugal-node/portugalsicherheit/210900.
In den Tourismusbüros der einzelnen Regionen liegen monatliche kostenlose Veranstaltungskalender aus, in denen die lokalen Festlichkeiten und Events beschrieben sind. Besonders zwischen Juni und September finden fast in jedem kleinen Ort lokale Feste statt.
Von Mitte Juni bis Anfang September sind in Portugal Schulferien. Im August sind Betriebsferien und das gesamte Land ist unterwegs. In diesem Monat kommen auch sehr viele Emigranten nach Hause und es wird überall gefeiert. Wer Animation und Trubel liebt, wird im August auf seine Kosten kommen.
> 1. Januar – Ano Novo (Neujahr)
> März/April – Sexta-Feira Santa (Karfreitag/Ostern)
> 25. April – Dia da Liberdade (Nationalfeiertag der Nelkenrevolution)
> 1. Mai – Dia do Trabalhador (Tag der Arbeit)
> Corpo de Deus (Fronleichnam, donnerstags, 60 Tage nach Ostern)
> 10. Juni – Dia de Camões (Todestag des Nationalpoeten Luís de Camões) und Dia de Portugal
> 13. Juni – Dia de Santo António (Stadtfeiertag von Lissabon mit Umzügen und Straßenfesten)
> 17. Juni – Dia Nacional em Memória das Vítimas de Incêndios. Staatsfeiertag zur Erinnerung an die Todesopfer der bisher schlimmsten Waldbrände Portugals bei Pedrogão Grande und in umliegenden Regionen im Jahr 2017.
> 23./24. Juni – Festas de São João do Porto (Stadtfeiertag von Porto mit Johannisfeuern, Feuerwerken, Straßenfesten)
> 15. August – Assunção da Nossa Senhora (Mariä Himmelfahrt, katholischer Feiertag)
> 5. Oktober – Dia da Implantação da República (Tag der Republik, Nationalfeiertag)
> 1. November – Dia de Todos Os Santos (Allerheiligen, katholischer Feiertag)
> 1. Dezember – Dia da Restauração da Independência (Tag der Unabhängigkeit)
> 8. Dezember – Dia da Imaculada Conceição (Mariä Empfängnis, katholischer Feiertag)
> 25. Dezember – Consoada/Natal (Weihnachten)
> 6. Januar – Dia dos Reis (Heilige Drei Könige), kein offizieller Feiertag, wird in vielen Regionen mit Neujahrsgesängen (Janeiras) und Bolo Rei (Hefekuchen mit glasierten Früchten) begangen
> Februar – Carnaval (Karneval/Fasching), wird im ganzen Land mit allegorischen Umzügen gefeiert. Im Norden geht es mit selbst geschnitzten Holzmasken und Hexen noch traditioneller zu.
> Erste Maiwoche – Queima das Fitas (Verbrennung der Fakultätsbänder), Studentenfeste im ganzen Land, vor allem in Coimbra, Lissabon, Porto, Braga, Setúbal und Faro
> 12.–13. Mai – Peregrinação à Fátima (Wallfahrt nach Fátima)
> Juni – Sonnwendfeiern mit Johannisfeuern und lokale Feste zu Ehren von Volksheiligen im ganzen Land
> Zwischen Juli und September sind im ganzen Land in fast allen Regionen und Orten religiöse und sonstige Volksfeste zu erleben (nähere Infos: www.visitportugal.com/de).
> 11. November – Festa de São Martinho (St.-Martins-Fest), mit Reitturnieren, Stierkämpfen und gerösteten Kastanien
> 31. Dezember – Véspera do Ano Novo oder Réveillon (Silvesternacht)
Essen und Trinken ist den Portugiesen sehr wichtig. Es geht nicht nur um Nahrungsaufnahme, das gemeinsame Mittag- oder Abendessen ist ein sozialer Akt und wird dementsprechend zelebriert. Die meisten Geschäfte werden nicht von ungefähr während des Essens abgewickelt.
Die portugiesische Küche basiert auf mediterranen Zutaten, wenn auch bei Salz und Zucker und im Norden auch oft bei Fett nicht gespart wird.
Gedeckter Tisch mit einer Auswahl an Gerichten und Wein aus dem Alentejo in der Casa do Funil (–>) in Mértola (192wp-lou)
Die Gastronomie ist in Portugal ebenso abwechslungsreich wie die Landschaften. In den Bergregionen des Nordens dominieren Fleischgerichte auf Basis des Mirandesischen oder Barrosã-Rind. Im Minho kommen zudem Aalgerichte und Flussfische auf den Tisch, rund um Porto sind francesinhas (Fleischsandwich) und tripas (Kutteln) beliebt. Im Zentrum isst man gern Spanferkel (leitão), im Alentejo das schwarze Schwein porco preto (in Spanien als pata negra oder porco ibérico bekannt), an der Algarve locken frischer Fisch und Meeresfrüchte vor allem in Form von gegrillten Sardinen und in diversen Versionen als Eintopf aus der lokaltypischen cataplana, einer Art Kupferwok mit Deckel, in dem Fisch, Langusten und/oder Muscheln, seltener auch Fleisch, zusammen mit dünnen Kartoffelscheiben und Zwiebeln in einem aromatisch gewürzten Sud langsam geschmort werden.
Das Nationalgericht in diesem Land des Südens ist kurioserweise ein Fisch aus dem hohen Norden. Kabeljau wird in Grönland gefischt und ist den Portugiesen der fiel amigo (treue Freund). Kein anderer Fisch erfährt so viel Aufmerksamkeit und es gibt wohl kaum einen Menschen im Land, der keinen bacalhau mag.
Er ist überall präsent, in regionalen und lokalen Variationen, und so kann man sich leicht vorstellen, dass es zwischen 400 und 1000 bacalhau-Rezepte geben soll. Der Kabeljau wird gesalzen und getrocknet, und wenn er so plattgedrückt und wenig appetitlich riechend im Supermarkt liegt, glaubt man kaum, dass daraus sehr leckere Gerichte entstehen können. Dazu muss man ihn erst 24 Stunden lang einweichen und mehrmals wässern, um das Salz auszuspülen. Dann erhält der Fisch die richtige Konsistenz und ist bereit zur Verarbeitung. Gekocht wird traditionell mit azeite (Olivenöl) und zu einem kompletten Essen gehören Suppe, Brot, Oliven oder Käse als Appetitmacher. Gewürze wie Oregano, Koriander, Knoblauch und Petersilie spielen eine wichtige Rolle in jeder portugiesischen Küche.
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