4Die Springbrunnen-Übung wurde von Ingrid Sanne aus einer ähnlichen Übung der amerikanischen Sprecherzieherin und Expertin Kristin Linklater entwickelt. Der amerikanischen Version ist die Idee des Wassers, der im Becken ruht, entlehnt.
DEINEN KÖRPER WAHRNEHMEN
Das schnellste Körper-Aufwärm-Training
Diese Übungsfolge gehört zu den schnellsten Körper-Aufwärmübungen 5, die ich kenne. In nur zehn Minuten sind alle Gelenke geschmiert und alle Muskeln aufgewärmt. Gleichzeitig verschwindet jede Müdigkeit aus dem Körper. Du fühlst dich wach und bereit für alles, was da kommt. Und: Sie geht ganz einfach!
Jedes Gelenk des Körpers wird durch jeweils acht Kreisbewegungen in beide Richtungen (nach außen und nach innen) aufgewärmt.
Fußgelenk:
Rechts und links: Dazu einen Fuß leicht nach vorne anheben und dann kreisen
Knie:
Beide Knie zusammen und nach links und rechts kreisen
Hüfte:
(Achtung: Die Schultern bewegen sich nicht!)
Rippen:
Schiebe deinen Oberkörper nach rechts und dann nach links, acht mal – so, als ob jemand mit einem Gummiband an deinen Rippenbögen zieht. Dann nach vorne und hinten kippen. Diese Übung ist einfacher, wenn Du die Hüfte dabei fest machst. Am Anfang fühlt sich die Bewegung sehr klein an. Das ist vollkommen in Ordnung.
Wenn dir die Rippen-Isolation schwerfällt, kannst du diesen Schritt auch weglassen.
Ganzkörper-Welle:
Sie beginnt in den Kniekehlen – du gibst von dort einen Impuls, der die Wirbelsäule entlangläuft. Es entsteht eine Achter-Bewegung im Körper, die alle Gelenke – vom Fußgelenk bis zum Genick mit einschließt.
Schultern:
Abwechselnd nach vorne und nach hinten kreisen, Schultern nicht zusammen kreisen!
Ellbogen-Gelenke:
Hebe die Ellbogen auf Schulterhöhe an, lass die Unterarme erst hängen und dreh diese dann locker nach außen und anschließend nach innen – hier kannst du beide Ellbogen gleichzeitig lockern – aber zieh bei der Übung nicht die Schultern hoch!
Handgelenke:
Kreise beide Handgelenke gleichzeitig
Kopf:
1.Kippe den Kopf nach rechts Rihctung Schulter, dann in die Mitte, danach nach links
2.Dreh den Kopf nach rechts, dann in die Mitte, danach nach links und achte darauf, dass du immer auch in diese Richtung blickst und die Bewegung nicht nur mechanisch machst. Such dir am besten einen Punkt, den du jedes Mal mit den Augen einfängst, wenn du nach rechts, in die Mitte oder links schaust.
3.Kopf-Kreisen: Blicke mit gedrehtem Kopf nach rechts, gleite dann mit deinem Blick zu deinen Füßen und weiter zur linken Seite – dein Kopf sollte deinem Blick immer ohne Krampf folgen. Und wenn du links angekommen bist, schau mit deinen Augen an der Decke entlang und beschreibe den Kreis mit deinem Blick und deinem Kopf zu Ende.
Wichtig ist: Du darfst den Kopf nicht tief ins Genick legen, sondern nur leicht über deinen Axis 6abrollen – mach erst deine acht Kreise über rechts, anschließend acht Kreise über links und ende jeweils dort, wo du begonnen hast. Danach führe den Kopf wieder in die Mitte.
Gesichtsmuskulatur:
Mach zunächst ein ganz kleines Gesicht, d.h. Augen zusammenkneifen, Nase rümpfen, Mund wie Kussmund. Danach mache ein sogenanntes großes Gesicht: Augen weit aufreißen, Mund auf, Zunge rausstrecken und ausatmen – das ganze Gesicht ist geweitet. Du wechselst zwischen großem und kleinem Gesicht. Das macht die Gesichtsmuskulatur weich.
Ohren lockern:
Hinter den Ohren sind sehr viele Verspannungen versteckt. Deshalb ist es wichtig, auch diesen Bereich zu lockern.
1.Ziehe dir selbst die Ohren lang
2.Danach ziehe deine Ohrläppchen nach unten
3.Kreise mit dem oberen Ohrbereich nach außen und dann nach innen
4.Dasselbe tu nun mit dem Ohrläppchen
5.Ziehe nun dein rechtes Ohrläppchen nach unten und dein linkes oberes Ohr nach oben (es entsteht eine Diagonale, die gleichzeitig das Innenohr belüftet).
Im Anschluss mach es genau umgekehrt.
Nun sind alle Gelenke aufgewärmt, aber noch nicht die gesamte Muskulatur. Deshalb folgt nun das sogenannte „Ausklopfen“. Du klopfst dich selbst mit den Fingerkuppen an empfindlichen Stellen und mit der ganzen Hand an den übrigen Stellen aus.
Beginne mit den Fingerkuppen am Kopf, indem du wie leichter Regen die gesamte Kopfhaut abklopfst.
Du wirst spüren, wie viele Stellen verspannt oder schlecht durchblutet sind. Diese Stellen tun weh. Dann klopfe dort etwas länger. Wenn du bislang müde warst, fängst du jetzt das Gähnen an und die Müdigkeit verschwindet Stück für Stück aus deinem Körper.
Anschließend klopfst du das Gesichtaus – die Stirn, den Punkt zwischen den Augen, die Schläfen (hier nicht zu kräftig klopfen, sonst bekommst du leicht Kopfweh), die Nase, die Wangen, den Oberkiefer, das Kinn und den Unterkiefer.
Gehe nun vom Kinn über die Kieferknochen zum hinteren Kopfbereich und klopfe ihn hinter den Ohren bis zum Genick hinunter aus. Nimm beim Nackenbitte die flache Hand und klopfe leicht. Sonst könntest du Kopfschmerzen bekommen.
Mit der flachen Hand klopfst du auch die Schulternaus.
Dann geh über die Arme (hier Außen- und Innenseite ausklopfen) bis zu den Händen hinunter.
Anschließend kannst du dich wie Tarzan fühlen, der sich auf den Brustkorb schlägt, aber bitte nur leicht, sonst beginnst du zu husten.
Mit nach oben ausstreichenden Bewegungen bearbeite den unteren Bauchund die Nieren – hier darfst du nicht klopfen, sondern nur streichen.
Am Allerwertesten darfst du dagegen wieder so richtig zuschlagen. Denn er ist zum einen unsere größte Körperfläche und zum anderen auch am schlechtesten durchblutet. Deshalb tun hier einige kräftige Schläge eher gut. Du merkst gleich, wie das Blut in den Poschießt.
Nimm nun beide Hände und klopfe ein Beinnach dem anderen von oben nach unten aus. Wenn du bei den Füßen angekommen bist, nimm die Faust und klopfe deinen Fuß und deine Fußsohle aus.
Wenn du fertig bist, lass einfach den Oberkörper vornüber hängen. Lass deine Arme lose baumeln und spüre ein bisschen deinem jetzt durch den ganzen Körper pulsierenden Blut nach. Viele Stellen werden kribbeln. Lass es einfach zu.
Anschließend richtest du dich Wirbel für Wirbelauf, bis du ganz aufrecht stehst.
Jetzt bist du fit für alles, was noch kommen mag!
Jeder Sänger und Schauspieler kennt ihn, den guten Stand. Er ist wichtig für unsere Sicherheit, für unsere Körperzentrierung. Er gehört quasi zum Einmaleins eines jeden Redners, Präsentators und Künstlers. Gut zu stehen heißt, aufrecht auf beiden Beinen zu stehen. Das Gewicht liegt in der Mitte des Fußes. Die Beine sind hüftbreit auseinander, so dass du auch im Falle eines Stoßes nicht umfällst.
Die Knie haben leichtes Spiel und dürfen nicht stramm durchgedrückt sein. Der Kopf ist aufrecht, der Blick geradeaus, die Schultern sind locker, die Arme hängen entspannt an der Seite.
Wer unsicher ist, ob er richtig aufgerichtet steht - hier zwei Hilfestellungen:
1.Stell dir vor, du wärst eine Marionette, die an einem Faden hängt. Alle Gelenke müssen elastisch frei sein, ohne zu schlackern. Am Hinterkopf habe das Gefühl, als zöge dich etwas leicht nach oben. Wichtig ist: Du solltest die Schwerkraft in deinen Beinen spüren. Sonst besteht die Gefahr, dass du dich aus deinem Körper, also aus deiner Mitte, gezogen hast.
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