Stefan Rinke - Lateinamerika und die USA

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Beim Gedanken an den amerikanischen Kontinent hat man sofort die Vorstellung von der Supermacht USA und ihrem lateinamerikanischen Hinterhof präsent. Vergessen wird dabei leicht, dass die USA einstmals der ›Wilde Westen‹ waren, während Mittel- und Südamerika auf alten Hochkulturen aufbauten und die Schatzkammern Spaniens und Portugals waren.
Stefan Rinke nimmt den ganzen Kontinent in den Blick und schreibt eine Geschichte der Verflechtungen und Konfliktlinien zwischen den Räumen.
Die Beziehungen zwischen diesen Teilen der Amerikas haben die Geschichte beider Großräume bis auf den heutigen Tag entscheidend geprägt, wobei sich insbesondere seit Ende des 19. Jahrhunderts eine enorme und schnell fortschreitende Verdichtung erkennen lässt, die allerdings auch die Polarität verstärkte. Diese spannende und komplexe rund 500-jährige Geschichte wird übersichtlich und komprimiert dargestellt, wobei der Schwerpunkt auf dem 19. und 20. Jahrhundert liegt.

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In Bezug auf Iberoamerika waren es zunächst vor allem Jesuiten, die sich kritisch mit den Thesen der Degenerationstheoretiker auseinandersetzten. Hintergrund war die Ausweisung des Ordens aus Spanien und seinen Kolonien 1767, die nicht zuletzt auf das antijesuitische Klima der Aufklärung zurückzuführen war. Dem Ecuadorianer Juan de Velasco, dem Chilenen Juan Ignacio Molina, dem Neu-Spanier Francisco Javier Clavijero und vielen anderen ging es in ihren Schriften um die Richtigstellung der falschen Vorstellungen von Amerika und damit auch um eine Ehrenrettung im Sinne eines neu verstandenen Patriotismus. Die Herausbildung einer amerikanischen Identität konnte sich an diese im europäischen Exil entstandenen und in Amerika rezipierten Schriften anschließen.

Während der Vorbereitungsphase der Unabhängigkeit 1763 – 1776 verfolgten Eliten in Lateinamerika, soweit dies durch die Einschränkungen der Zensur möglich war, die revolutionäre Rhetorik der Nordamerikaner. Die Unterlagen der Inquisition in Mexiko aus den 1770er-Jahren lassen den starken Anstieg der Auseinandersetzung mit den Ideen aus Nordamerika erkennen. Bereits die frühen Veröffentlichungen der nordamerikanischen Kontinentalkongresse von Philadelphia 1774 / 75 wurden begierig aufgenommen. Wenig später rezipierte man die Unabhängigkeitserklärung mit den darin beschworenen politischen Idealen wie Volkssouveränität und Menschenrechte sowie den Argumenten für die Loslösung vom europäischen Mutterland besonders intensiv. Auch für die kriegerischen Ereignisse in den englischen Kolonien und die frühe Entwicklung der Vereinigten Staaten interessierten sich die lateinamerikanischen Kreolen und brachten Sympathie dafür auf. Symptomatisch blieb allerdings, dass der Nachrichtenverkehr in der Regel den Umweg über Europa ging. Fehlende Sprachkenntnisse erschwerten den direkten Gedankenaustausch. So zirkulierten etwa die Declaration of Independence und andere zentrale Schriften der nordamerikanischen Revolutionäre als Rückübersetzung aus dem Französischen.

Unabhängigkeit der USA

Generell konnte man angesichts der Schwäche Spaniens in der Unabhängigkeit der USA durchaus ein Menetekel für die weitere Entwicklung der iberischen Reiche erkennen. Die Ideen der angloamerikanischen Revolutionäre und das Beispiel ihrer Staatenbildung waren denn auch für die Vordenker der lateinamerikanischen Unabhängigkeitsbewegungen von großer politischer Tragweite. Mit den spätkolonialen Aufstandsbewegungen in den 1780er-Jahren wurde das spanische Kolonialreich in Amerika endgültig Teil der Epoche der atlantischen Revolutionen.

Freimaurer

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts nahmen die direkten Verbindungen vor allem im freimaurerischen Umfeld sowie durch die Verdichtung der Handelsbeziehungen zu. Die Bewunderung für die Erfolge der jungen Vereinigten Staaten, für ihre Institutionen und insbesondere für George Washington war groß und fand weite Verbreitung. Der Venezolaner Francisco de Miranda oder der Chilene José Miguel Carrera waren nicht die einzigen kreolischen Rebellen, die nun verstärkt direkte Kontakte und Unterstützung in den Vereinigten Staaten suchten und – wenn auch nur in begrenztem Maß – fanden. Miranda war eine besonders schillernde Persönlichkeit. Während seiner Reise in die USA 1783, wo er sich mit Thomas Jefferson anfreundete, warb er dort und wenig später in Europa für die Unterstützung einer lateinamerikanischen Unabhängigkeitsbewegung. Aus eigener Anschauung kannte er die nordamerikanische und die französische Revolution, und er empfahl Lateinamerika das Beispiel der USA nachzuahmen, denn dort war man ohne sozialen Umsturz ausgekommen. 1807 organisierte Miranda mit Unterstützung von wohlhabenden New Yorkern eine Befreiungsexpedition für Venezuela, die jedoch scheiterte.

Für Männer wie Miranda waren die USA Vorreiter im Kampf gegen die Kolonialherrschaft in Amerika, der „Neuen Welt“, die zunehmend auch als eigener politischer Raum verstanden wurde. Damit einher ging die Abgrenzung vom europäischen Mutterland. Eine der radikalsten Stimmen war der aus Peru stammende ehemalige Jesuit Juan Pablo Viscardo y Guzmán (1748 – 1798). Viscardo setzte sich jahrelang in England erfolglos für die Unterstützung einer Rebellion des spanischen Amerika ein. Sein politisches Programm fasste er in dem 1791 verfassten Brief an die Hispanoamerikaner zusammen, der zunächst im Geheimen zirkulierte und erst 1799 posthum veröffentlicht wurde. Darin beklagte er die Misere einer 300-jährigen Kolonialherrschaft. Gleichzeitig reklamierte er die „Neue Welt“ und ihre Geschichte für die in Amerika Geborenen und sprach offensiv von „unserem Vaterland“. Die Behauptung eines grundlegenden, nicht heilbaren Interessengegensatzes zwischen Spanien und Amerika und die Bezeichnung der Kolonialmacht als Tyrannin, ja geradezu als Sklavenhalterin schloss Viscardo mit seinem Aufruf: „Entdecken wir Amerika noch einmal neu für alle unsere Brüder auf der ganzen Erde …!“

Viscardo bezog sich nicht auf die Vereinigten Staaten, die er nicht kannte, sondern nur auf Hispanoamerika. Doch die Lateinamerikaner, die die Möglichkeit hatten, die USA aus eigener Anschauung kennen zu lernen, waren nicht nur vorbehaltlos begeistert. In dem Bild, das sich etwa Miranda von den Vereinigten Staaten machte, war Bewunderung mit Kritik gepaart. So kritisierte er die seines Erachtens zu weitgehende Demokratisierung, die ungebildete und unqualifizierte Personen in wichtige Ämter gebracht hatte, und den Materialismus der angloamerikanischen Jugend, der die demokratischen Tugenden bedrohte. Auch das Fehlen sozialer Schranken missfiel ihm. Ebenso wenig fand die Idee religiöser Toleranz, wie sie in den Vereinigten Staaten praktiziert wurde, ungeteilte Zustimmung. Zwar gab es unter den lateinamerikanischen Revolutionären antiklerikale Stimmen, die das angloamerikanische Beispiel als positiv ansahen, aber gerade konservative Lateinamerikaner verurteilten diese Praxis, die sie als Grund für den angeblich allgemeinen Verfall von Sitten und Moral im nördlichen Amerika ansahen. In der Tat wuchs angesichts der zunehmenden Kontakte auch die Erkenntnis, dass es sich trotz aller Gemeinsamkeiten in den historischen Erfahrungen bei Anglo- und Iberoamerika um zwei grundsätzlich verschiedene Gebilde handelte.

Die USA nahmen also in der unruhigen Übergangsphase zwischen 1780 und 1810 nicht nur als wichtiger Handelspartner, sondern auch als revolutionärer Ideengeber eine neue Rolle ein. Zweifellos handelte es sich nur um kleine Gruppen aus den kreolischen Eliten, die die Kongruenz der Interessen zwischen Nord und Süd in Amerika und die Übereinstimmung der eigenen Probleme mit der spanischen Kolonialpolitik mit denjenigen der nordamerikanischen Kolonien zu Beginn des Unabhängigkeitskriegs erkannten. Auch den spanischen Autoritäten waren diese Parallelen offensichtlich, ließen sie doch eine Bedrohung deutlich werden, die angesichts der eigenen Schwäche nicht einzudämmen war. Den Schritt zur Revolution sollte Lateinamerika aber nicht in direkter Nachahmung des republikanischen Bruderstaats im Norden gehen, sondern vor dem Hintergrund eines historischen Kontexts, der durch die Ereignisse in Europa geprägt wurde.

3. Die lateinamerikanischen Unabhängigkeitsrevolutionen

Sklavenrevolution Haitis

In der Tat bildeten die revolutionären Ereignisse in Europa, die 1789 in Frankreich begannen, den Auslöser für die Unabhängigkeitsbewegungen im Süden der Amerikas. Den Anfang machte die französische Karibikkolonie St. Domingue, wo sich ab 1791 die einzige erfolgreiche Sklavenrevolution der Weltgeschichte abspielte, die 1804 in die Gründung des unabhängigen Haitis mündete. Der Zusammenbruch Spaniens und Portugals angesichts der napoleonischen Expansion verursachte wenige Jahre später die hispanoamerikanischen Unabhängigkeitsbewegungen und als Spätfolge auch die Loslösung Brasiliens aus dem portugiesischen Reichsverband. Die Prozesse unterschieden sich nicht nur zwischen, sondern auch innerhalb der drei Großregionen erheblich voneinander. Ein Faktor spielte aber bei allen drei Entwicklungen zur Unabhängigkeit eine wichtige Rolle. Dabei handelte es sich um die Einbindung in den atlantischen Kontext. In erster Linie hieß dies natürlich die Beziehungen zu den europäischen Mutterländern. Allerdings gewannen auch die USA mit der Zeit an Relevanz.

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