Stefan Rinke - Lateinamerika und die USA

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Beim Gedanken an den amerikanischen Kontinent hat man sofort die Vorstellung von der Supermacht USA und ihrem lateinamerikanischen Hinterhof präsent. Vergessen wird dabei leicht, dass die USA einstmals der ›Wilde Westen‹ waren, während Mittel- und Südamerika auf alten Hochkulturen aufbauten und die Schatzkammern Spaniens und Portugals waren.
Stefan Rinke nimmt den ganzen Kontinent in den Blick und schreibt eine Geschichte der Verflechtungen und Konfliktlinien zwischen den Räumen.
Die Beziehungen zwischen diesen Teilen der Amerikas haben die Geschichte beider Großräume bis auf den heutigen Tag entscheidend geprägt, wobei sich insbesondere seit Ende des 19. Jahrhunderts eine enorme und schnell fortschreitende Verdichtung erkennen lässt, die allerdings auch die Polarität verstärkte. Diese spannende und komplexe rund 500-jährige Geschichte wird übersichtlich und komprimiert dargestellt, wobei der Schwerpunkt auf dem 19. und 20. Jahrhundert liegt.

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keine Interessengemeinschaft

Letztlich waren nicht die USA, sondern England der entscheidende Verbündete der Lateinamerikaner in ihrem Kampf um Unabhängigkeit, denn von dort kamen Waffen, Söldner und diplomatische Unterstützung. Dies hinderte aber die US-amerikanischen Politiker nicht daran, die Vereinigten Staaten schon früh als quasi natürlichen Anführer der Amerikas zu sehen. In der Beurteilung der Fähigkeiten der neuen lateinamerikanischen Schwesterrepubliken waren die US-amerikanischen Eliten sehr zurückhaltend. Insbesondere Präsident Monroes Außenminister, der spätere Präsident John Quincy Adams machte mehr als einmal klar, dass es keine Interessengemeinschaft zwischen Nord- und Südamerika geben könne. Damit verband sich eine unverhohlene Geringschätzung der kreolischen Führungsschichten des Südens, die nicht die Freiheiten eines Engländers genossen hätten und noch dazu durch den Katholizismus in ihrem Denken gehemmt seien. Die seit Langem bestehenden Vorurteile gegen das spanische Erbe wurden bedenkenlos auf Lateinamerika übertragen.

Q

Thomas Jefferson an Alexander von Humboldt (Monticello, 14. 4. 1811)

Aus: Thomas Jefferson: Writings, Cambridge 1984, S. 1247 – 1248.

[Die lateinamerikanischen Staaten] werden jetzt zum Schauplatz politischer Revolutionen, um ihren Platz als integrale Mitglieder der großen Familie der Nationen einzunehmen. … Welche Regierungsform werden sie errichten? Wie viel Freiheit können sie vertragen ohne Trunkenheit? … Ich glaube, sie werden das Muster unserer Konföderation und gewählten Regierung kopieren, die Rangunterschiede abschaffen, ihre Nacken vor ihren Priestern beugen und in der Intoleranz verharren. Ihr größtes Problem wird die Schaffung ihrer Exekutive sein. Ich befürchte, dass sie ungeachtet der Experimente Frankreichs und der Vereinigten Staaten von 1784 mit einem Direktorium beginnen werden und dass, wenn die unvermeidbaren Schismen in dieser Art von Exekutive sie zu etwas anderem treiben, ihre große Frage sein wird, ob man eine auf Jahre zu wählende, eine auf Lebenszeit bestimmte oder gar eine erbliche Exekutive einsetzt. Aber wenn nicht Bildung unter ihnen schneller verbreitet werden kann, als die Erfahrung verspricht, könnte der Despotismus über sie kommen, bevor sie die erforderliche Befähigung besitzen, um das bereits Erreichte abzusichern.

Formulierte Jefferson seine Skepsis Lateinamerika gegenüber noch einigermaßen zurückhaltend, so sollten die Urteile in der Folgezeit härter ausfallen. Oft fielen Begriffe wie unzivilisiert, knechtisch, von der katholischen Religion verdummt etc. Grundlegend war die Erkenntnis, dass die Lateinamerikaner trotz der gemeinsamen Erfahrungen des Kriegs gegen das Mutterland und der republikanischen Staatsbildungsprozesse anders waren. Lateinamerika war das Fremde, von dem man sich besser fernhielt, um nicht selbst von den Untugenden und Schwächen, die man dort vermutete, angesteckt zu werden.

Unterschiede

Die Erkenntnis von den Unterschieden hatten allerdings nicht nur US-Amerikaner, sondern auch führende Lateinamerikaner gewonnen. Dass das auch Konsequenzen bei der Schaffung politischer Institutionen hatte, zeigte sich vor allem bei Simón Bolívar. In seiner Eröffnungsrede an den Kongress von Angostura im Februar 1819, als der Unabhängigkeitskrieg noch in vollem Gange war, präzisierte Bolívar seine Verfassungsvorstellungen in Abgrenzung von dem, was er als das zwar „vortreffliche“, aber für Lateinamerika wenig praktikable angloamerikanische Modell ansah. Vor dem Hintergrund der Wahrnehmung einer absoluten Alterität des Nordens konstruierte er ein Verfassungsmodell, das in der Abkehr vom Föderalismus und in der Stärkung der Exekutive ein Gegenprojekt dazu sein sollte.

Q

Simón Bolívar: Rede vor dem Kongress von Angostura (15. 2. 1819)

Aus: Simón Bolívar: Reden und Schriften Hamburg 1984, S. 50 – 51.

Ich muss sagen, dass mir nicht im entferntesten der Gedanke gekommen ist, Lage und Wesen von zwei so unterschiedlichen Staaten wie dem englisch-amerikanischen und dem spanisch-amerikanischen gleichzustellen. Wäre es nicht sehr schwer, auf Spanien den Kodex der politischen, bürgerlichen und religiösen Freiheit Englands anzuwenden? Nun, noch schwerer ist es, die Gesetze Nordamerikas auf Venezuela zu übertragen. Sagt nicht der Geist der Gesetze , dass diese für das Volk geeignet sein müssen, welches sie sich schafft …? Das ist der Kodex, den wir um Rat fragen müssen, und nicht der von Washington!

4. Zwischen Monroe und Bolívar

Selbstbestimmungsrecht

Generell hatte die Entstehung der neuen lateinamerikanischen Staaten Bewegung in das traditionell von europäischen Vorstellungen bestimmte internationale Völkerrecht gebracht. Zum einen hatten die Vereinigten Staaten nun Verbündete in ihrer Forderung nach der Wahrung der Rechte der Neutralen in Kriegszeiten, insbesondere der Freiheit der Meere. Wie die USA beanspruchten die neuen Staaten darüber hinaus die Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts als Grundlage ihrer Entstehung. Schon der Bündnisvertrag zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich von 1778 sowie die US-amerikanische Anerkennung des revolutionären Frankreichs hatten in dieser Hinsicht neue Maßstäbe gesetzt und das althergebrachte Prinzip der Legitimität durchbrochen. Mit der Entstehung der lateinamerikanischen Staaten gab es nun zahlreiche weitere Präzedenzfälle.

Heilige Allianz

Diese Entwicklungen stießen allerdings auf große Widerstände in Europa. Insbesondere Spanien war keineswegs zu einer kampflosen Aufgabe seiner Ansprüche bereit. Ferdinand VII. betrieb seit seiner Rückkehr auf den Thron 1814 die Restauration der absoluten Monarchie und gab seinen Anspruch zur Rückeroberung Amerikas nicht auf. Dabei sah er sich im Einklang mit den Zielen der im September 1815 durch Russland, Österreich und Preußen gegründeten Heiligen Allianz, deren erklärtes Ziel es war, für Gegenwart und Zukunft die Idee des Gottesgnadentums nach Innen und die der Solidarität nach außen durchzusetzen. Daraus wurde ein Interventionsrecht gegen liberale und nationale Bewegungen abgeleitet, das zumindest theoretisch auch für Lateinamerika galt. Dadurch blieb Lateinamerika von den reaktionären Monarchien latent bedroht und zumindest in der Position des Bittstellers, denn den jungen Republiken haftete ja der Makel an, durch Revolutionen – also illegitim – entstanden zu sein. Auch für die USA bestanden weiterhin vor allem wirtschaftliche Abhängigkeiten von Europa. Den politischen Anspruch der Heiligen Allianz verstand man dort ebenfalls als Bedrohung eigener Interessen.

Eine Sonderrolle innerhalb der europäischen Großmächte spielte von Beginn an England. Es lehnte das Interventionsrecht ab und sah sich selbst als Schutzherrn der liberalen Bewegungen. Die englischen Ziele in Lateinamerika waren im wesentlichen die Öffnung der Märkte und die Sicherung des Freihandels. Rückeroberungsversuche waren daher nicht im englischen Sinn. So nahm England denn auch eine Vermittlerrolle zwischen Lateinamerika und der Heiligen Allianz ein. Im Lauf der 1820er-Jahre sah sich England dann berechtigt und genötigt, seine Politik gegenüber Lateinamerika zunehmend von der der Heiligen Allianz abzukoppeln. Bereits ab 1822 waren britische Handelsagenten offiziell dort tätig und ab 1825 erfolgte dann auch die formelle diplomatische Anerkennung.

Monroe-Doktrin

In einer informellen Abmachung mit Frankreich legte England fest, dass man keinen erneuten europäischen Rückeroberungsversuch in Lateinamerika dulden werde. 1823 lud der britische Außenminister George Canning auch die Vereinigten Staaten ein, sich den Garantiemächten anzuschließen. Die Vereinigten Staaten lehnten diese Einladung jedoch ab. Mit der berühmten Monroe-Doktrin, der Jahresbotschaft von Präsident James Monroe Ende 1823, formulierte die Regierung in Washington ihre eigenen Vorstellungen über die politische Zukunft der Amerikas. Zentral waren dabei erstens das Verbot einer europäischen Intervention, Kolonisation oder eines Transfers der Kolonialherrschaft in den Amerikas; zweitens die Feststellung, dass Amerika ein neues politisches System darstellt, dass sich von Europa unterscheidet; drittens, die Feststellung, dass Versuche europäischer Mächte, ihr politisches System auf einen Teil der westlichen Hemisphäre zu übertragen, als Gefahr für den Frieden der USA gewertet würden.

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