„Es stimmt also, dass Menschen andere Menschen verändern können?“ „Absolut. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir weiterhin in Kontakt bleiben. Das wir vielleicht mal ein paar Abende im Jahr bzw. wenn mal Zeit ist, diese miteinander verbringen oder was gemeinsam unternehmen.“ „Oh Sarah, das rührt mich. Ich mag dich auch. Du bist, wie eine kleine Schwester, die ich nie hatte.“ „Danke Dean für dein Verständnis und deine Zeit!“ „Das habe ich gerne getan. Wollen wir unsere Nummern und Adressen austauschen?“
Sie tauschten beides aus. Sarah sah auf die Uhr: „Du musst dich fertig machen. In einer halben Stunde geht’s los.“ „Stimmt.“ Er ging ins Bad und stylte sich:“ Brauchst du mich noch?“ „Nein gerade nicht.“ „Dann sehen wir uns später noch kurz.“ „Ja klar.“ Sarah schloss die Tür und klopfte bei Peter: „Hey brauchen die Mädels noch Hilfe beim Packen?“ „Das wäre tatsächlich ganz gut. Die Taschen gehen wie immer nicht zu.“ Er lachte. „Gut. Ich übernehme, da bin ich Spezialist.“ Sie lachten.
Nachdem alles gepackt war, gingen die Jungs zur Bühne. Jack hauchte ihr einen Handkuss zu, als er seine Kabine verließ. Sarah hatte gerade nicht viel zu erledigen und sah den fünf vom seitlichen Bühnenrand zu. Das Konzert war für eine Stunde angesetzt. Nach ca. 45 Minuten sangen sie ihren offiziell letzten Song und Dean sowie alle anderen bedankten sich bei den Fans und dann sagte Jack: “Vielen Dank auch an das Schiffspersonal. Ihr habt uns vieles abgenommen, auch wenn wir manchmal zu viel Unterstützung brauchten. Danke“, sagte er und blickte in die Runde. Alle applaudierten. Sie sangen dann einen Zugabe Song und verließen die Bühne. Sarah merkte, dass die Jungs am Ende ihrer Kräfte waren. Die letzten Tage waren stressig und die Erholungsphasen nicht ausreichend. Sie reichte Ihnen Handtücher und frisches Wasser. „Kommst du gleich noch mal in meine Kabine?“ flüsterte Jack. „Klar.“
Sarah klopfte: „Was ist los?“ „Mach doch die Tür zu und komm rein.“ „Ok.“ „Auf dem Bett lag eine Rose und ein kleines Geschenk. „Ach Jack. Du musst kein Geld für mich ausgeben.“ „Doch. Ich möchte dir etwas geben, dass dich an unsere Zeit hier erinnert.“ Sie öffnete die Schachtel. Darin befand sich ein Kühlschrankmagnet mit dem Schiff und die Aufschrift „Du bist einfach wunderbar.“ Sie lachte: „Du hast den Souvenirladen geplündert?“ „Ja so ungefähr, aber schau weiter. Das wichtigste kommt noch.“ Sie sah den Zettel in der Schachtel. Sie öffnete ihn und wusste gleich was es war: „Du hast mir einen Song geschrieben?“
„Ja und er kommt aufs nächste Album.“ „Wow“ sie war gerührt und hatte Tränen in den Augen. Er setzte sich zu ihr und summte leise den Text und die Melodie, während sie ihm gebannt zusah. „Das ist so schön.“ „Ich wusste das es dir gefallen wird.“ „Danke.“ Sie küsste ihn lange und innig. „Ich wünschte es dauert nicht so lange, bis wir uns wieder sehen.“ „Ich auch.“ „Ja und es tut weh. Sehr weh.“ „Mir geht es auch so. Leider.“ Sie lagen sich in den Armen und hielten sich ganz fest. „Sarah - Ich liebe dich. Auch wenn es absolut unerklärlich ist, dass ich das schon nach drei Tagen sage, aber das sind meine Gefühle und du hast mein Leben auf den Kopf gestellt.“ „Ich liebe dich auch. Wenn ich daran denke, dass du gleich gehst, zerreißt es mir das Herz.“
Es klopfte an der Tür. Die Jungs waren startklar. „Bis bald meine Süße.“ Ein letztes Mal küsste er sie und ihr standen die Tränen in den Augen. Sie verabschiedete sich von den Kids, Peter, Tyler und Liam. Dean umarmte sie noch einmal und Jack sah ihr traurig nach. Sie konnte ihn nicht noch einmal umarmen. Sie würde hemmungslos weinen. Dann winkte sie allen hinterher. Jack drehte sich noch einmal um und warf ihr noch mal einen Handkuss zu. Sie fang ihn symbolisch und hielt ihn ans Herz. Er lächelte und flüsterte: „Bis bald. Warte auf mich.“ Sie nickte.
Sie sah ihnen hinterher. Sie hasste Abschiede und dies war einer der schlimmsten. Ihr war klar, dass das Wiedersehen auf sich warten lassen würde.
Kapitel 10
Jack hatte ihr nach seiner Ankunft zu Hause eine SMS geschickt, dass er gut angekommen war und das er sie unheimlich vermisste. Sarah saß in ihrer Kabine und schluchzte. Sie hatte noch nie derartigen Liebeskummer und wusste nicht, wie sie damit umgehen sollte. Sie musste nach vorne schauen, aber das war gerade nicht sehr einfach. Übermorgen würde ihr Chef zurück kommen und er wird sie um ihren Bericht bitten, den sie noch nicht mal angefangen hatte. Also beschloss sie kurzerhand sich daran zu setzen und sich abzulenken.Den darauffolgenden Tag versuchte sie nicht an die letzten Tage denken, aber sie erwischte sich, dass sie immer wieder in Jacks Kabine ging und sich umsah. Obwohl sie bereits gereinigt waren, hatte sie das Gefühl, dass es noch nach ihm roch. Sie ging auf den VIP-Balkon und starrte auf den Hafen und die See. Brian gesellte sich zu ihr: „So schlimm?“ „Ja sehr sogar.“ Sie lehnte sich an ihn. „Danke, dass du mich gedeckt hast.“ „Das habe ich gerne gemacht. Er fehlt dir?“ „JA. Ich fühle mich, wie ein Groupie...“ „Na das glaube ich nicht. Du hast nur das erste Mal erfahren, wie Liebe auf den ersten Blick ist.“ „Scheinbar.“ „Komm ich bring dich auf andere Gedanken.“ Er zog sie in die Karibikbar. Immer wenn die Gäste ausgeschifft hatten, gab es hier eine große Party vom Personal. Es brachte sie tatsächlich kurzfristig auf andere Gedanken.
Am übernächsten Morgen wurde sie direkt, wie gedacht, zu ihrem Chef kommandiert. Sie nahm ihren Bericht mit und begab sich auf den Weg. „Sarah. Und wie ist es gelaufen?“ „Ich bin gut zurecht gekommen. Brian und Steve und Brody haben mich sehr unterstützt und ansonsten gab es keine großen Vorkommnisse.“ „Das sehe ich auch so, es gab keine Beschwerden. Einen halben Tag hatten Sie sich krank gemeldet?“ „Oh ja leider. Ich hatte etwas falsches gegessen, aber nach ausreichend Schlaf, ging es mir am nächsten Morgen wieder besser und Brian und die anderen haben das Ruder kurz übernommen,“ log sie. „Verstehe. Das passiert immer dann, wenn es nicht passieren soll. Traust du es dir noch einmal zu?“ „Selbstverständlich.“ „Sehr gut. Ich möchte dich gerne für diese Position einstellen.“ „Ehrlich.“ „Ja. Du bist die richtige Besetzung und ich habe das Ok von der Reederei.“ „Vielen Dank.“ „Sehr gerne. Ich lasse die Vertragsänderung vornehmen und dir zukommen.“
Er berichtete weiter: „Die Reederei hat uns mitgeteilt, dass die Umsätze für derartige Partys auf Schiffen durchaus rentabel sind und es bereits die nächste Nachfrage gibt. In zwei Monaten haben wir ein 4-tägiges Rockerfestival angekündigt bekommen. Es werden mehrere Bands kommen und der VIP-Bereich wird leider nicht ausreichen. Wir werden deshalb die Suiten und First Class Kabinen ebenfalls nutzen und entsprechend ausstatten. Selbstverständlich gebe ich dir dann noch jemanden an die Hand.“ „Wenn ich einen Wunsch äußern dürfte?“ „Klar.“
„Ich hätte gerne Brian dabei. Wir haben uns richtig gut eingespielt und er könnte sich nicht nur um die Bar, sondern auch um das Catering und alles was mit Planung der Mahlzeiten etc. zu tun hat. Ich könnte dann die weiteren Termine und die Serviceleistungen übernehmen.“ „Das finde ich gut. Zwei Wochen vorher setzen wir uns zusammen und besprechen alles genauer.“
Abends traf sie sich noch mit Brian auf ein Bier in der Karibikbar. „Hey wie geht’s dir denn?“ fragte Brian sie. „Es geht so. Ich weiß auch nicht, was passiert ist, aber diese Jungs haben sich in mein Herzen gebrannt. Ich vermisse sie so unendlich. Zumindest Dean und Jack.“ „Ich muss auch sagen, dass ich alle wirklich sehr menschlich fand und vor allem, wie Jungs von nebenan. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass sie überheblich sind oder Ihnen der Erfolg zu Kopf gestiegen ist.“ „Genau das denke ich auch. Ich vermisse sie. Ich hatte das Gefühl, dass wir uns schon lange kennen. Ich habe ihnen soviel von mir erzählt, obwohl wir ja eigentlich Personal sind und nur die Dinge erledigen sollten, die uns aufgetragen wurden.“
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