Dann öffnete er die Balkontür, ging zu Dean: „Kümmere dich um Sarah und nimm sie aus der Schusslinie. Ich brauch Zeit zum Nachdenken. Ich muss hier weg. Bleib bitte bei Sarah.“ Dann verließ er den Raum und verschwand. Dean nahm Sarahs Hand und schleppte sie weg vom Geschehen. „Komm mit ich möchte mir dir reden. Zeig mir einen Ort der ruhig und abgeschieden ist,“ forderte er sie auf. „Ok. Ich kenne einen. Ich muss aber Steve und Brody kurz Bescheid geben.“ „Kein Problem!“
Sie gingen bekannte und unbekannte Treppen und waren schließlich an der Spitze des Schiffes. Vor dem Kapitän. Der Bereich war nur für die Besatzung. „Was ist los?“ fragte sie ängstlich. „Ich weiß es nicht. Ich bin gerade Jacks bester Freund und tue das, was er mir gerade aufgetragen hat.“ „Was glaubst du was gerade passiert ist?“ „Ehrlich... Sarah ich weiß es nicht.“ „Ich möchte mit ihm reden.“ „Ich glaube nicht, dass dies gerade eine gute Idee ist.“ Sie saßen schweigend nebeneinander.
„Erzähl mir ein Geheimnis aus deiner Kindheit“, brach er das Schweigen. „Hm, ihr immer mit euren Geheimnissen. Ist schon merkwürdig bei euch. Ok, aber ich tue dir den Gefallen. Aus meiner Kindheit? Da muss ich überlegen. Ok. Ich weiß was.“ Er sah sie erwartungsvoll an.
„Früher als meine Mum arbeiten war, habe ich immer heimlich Briefe geschrieben und nie abgeschickt.“ „An wen waren die Briefe gerichtet?“ „An einen Unbekannten. Ich habe ihm alles erzählt was passiert ist und wie es in der Schule läuft.“ „Hattest du keine Freunde?“ „Doch sogar zwei richtig gute Freunde. Rob und Annie, aber ich hatte keine Teenagerbeziehung, wie ich sie mir gewünscht hatte und somit war das Briefe schreiben an einen Unbekannten ein Ersatz für mich. Annie und Rob, wir haben soviel Geheimnisse ausgetauscht, aber die geheimen Wünsche hab ich in den Briefen geschrieben. Meine Mum und mein Dad waren auch immer für mich da, aber es war nie dasselbe, als wenn ich einen Partner gehabt hätte.“
„Ja das hört man öfter, dass Mädchen keine Beziehungen als Teenager hatten und sich anderen anvertraut haben bsp. Tagebüchern und so.“ „Das stimmt. Annie und Rob waren nachher ein Paar und ich war die dritte, das machte es für mich dann schwieriger.“ „Oh ja das glaube ich. Ich hatte immer Leute um mich. Entweder meine Familie oder Freunde oder die Jungs. Ich kann mich gar nicht erinnern, mal ohne Freunde gewesen zu sein.“ „Das ist doch schön.“ „Ja klar. Meine Freunde haben das aus mir gemacht, was ich jetzt bin.“
Sie starrten auf das pechschwarze Wasser. „Vermisst du deine anderen Freunde oder deine Familie manchmal auf Reisen?“ „Ja sehr sogar. Und wie ist das bei dir. Vermisst du deine Familie?“ „Ja auch sehr. Meine Eltern haben mir alles gegeben und ich möchte sie davon überzeugen, dass ich alles schaffen kann, was ich mir vorgenommen habe.“ „Da haben wir eine Gemeinsamkeit.“ Dean lächelte und fragte: „Kannst du uns hier was zu trinken besorgen?“ „Ja klar.“ Sie ging um eine Ecke und hatte direkt zwei Flaschen Bier aus einem Personalkühlschrank in der Hand. Sie musste sich hierfür in eine Liste eintragen, da nur jeder Angestellter max. 7 Bier oder anderen Alkohol pro Woche in der Freizeit zu sich nehmen durfte. Alle Angestellten waren immer im Einsatz. Dann hörte sie ein Klavier. Eigentlich durfte keiner der Angestellten offensichtlichen Lärm machen. Das wurde nicht gestattet, also wollte sie kurz nach dem Rechten sehen. Die Musik kam aus dem Aufenthaltsraum des Personals. Der Karibikbar.
Als sie näher kam, erkannte sie die Stimme. Es war Jack, der zu der Klaviermusik sang. Um ihn hatten sich einige ihrer Kollegen gesammelt. Sie lehnte sich in den Türrahmen. Sie sah und hörte ihm zu. Ihr Herz wurde warm und sie spürte seine Worte ganz tief in sich. Sie schloss kurz die Augen. „Ach hier bist du?“, erschrak sie. Dean stand neben ihr. „Nachdem du nicht wieder kamst und Jack mir aufgetragen hatte mich um dich zu kümmern, bin ich deinem Weg gefolgt. Und dann habe ich es auch gehört.“
Jack wechselte zu einem schnelleren bekannten Song. Ein Mitarbeiter stimmte bei Jack mit ein und sie spielten nun vierhändig auf dem Klavier. Dean hielt ihr seine Hand hin: „Ein Tänzchen?“ Sie nickte. Sie schwangen die Hüften und Sarah lachte. Dean spaßte während des Tanzes die ganze Zeit mit ihr. Sie sah immer wieder zu Jack, denn sie wollte ihn nicht eifersüchtig oder ähnliches machen. Er hatte sie längst entdeckt. Jack gesellte sich am Ende des Liedes zu ihnen und sagte zu Dean: „Jetzt bin ich dran. Danke Bruder.“
Dean klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter und ging zum Klavier. Er baute regelrecht eine Show auf und Sarahs Kollegen waren begeistert. Sie klatschten mit. Sie tanzten und sie hatten Spaß. Es füllte sich die Tanzfläche immer mehr. „Wo hast du so gut tanzen gelernt?“ „In einer Tanzschule.“ „Was? Du hast professionell getanzt?“ „Ja das ganze Lateinamerikanische Programm und dann später mit den Jungs Modern Dance bzw. vorgegebene Choreografien.“ „Nicht schlecht.“ „Wird ganz schön voll hier. Wollen wir rausgehen?“ Sie nickte und führte ihn an den Ort, wo sie vor Kurzen noch mit Dean war. „Hübscher Ort. Sehr romantisch.“ Sie lächelte.
Sie setzten sich. Sarah hatte noch immer die zwei Bier in der Hand. Sie öffnete diese. „Sorry, leider nichts hochwertiges.“ „Kein Problem. Ich kann auch mal das hier, was auch immer es ist, trinken.“ Er grinste und nahm ihre Hand. Sie spürte, wie er allen Mut zusammen nahm und ihr sagte. „Sarah es gibt Probleme.“ „Claudia?“ „Ja.“ „Rede mit mir.“ „Sie ist schwanger. Ich habe keine Ahnung, ob es stimmt, dass wir im Bett waren. Wenn das so war, war ich sehr betrunken.“ „Du willst mir also sagen, dass du ihr es nicht sagen kannst.“ „Genau. Nicht jetzt. Wenn es stimmt, hat sie mein Kind im Bauch und das würde ich mir nicht verzeihen, wenn sie es verliert.“ Sie entzog ihm ihre Hand.
Dann besinnte sie sich und schmiegte sich an ihn: „Ich verstehe dich.“ Er küsste sie: “Du bist so wundervoll. Ich wünschte du wärst schwanger, nicht sie.“ Sie lächelte: „Nein lass gut sein, dass darf im nächsten Jahr nicht passieren. Ich brauche meine positive Bewertung, um die Stelle zu bekommen und später auf dem Festland arbeiten zu können.“
Er schmunzelte und raunte ihr ins Ohr: “Aber wir könnten das machen, was dazu führen könnte.“ Sie liebkoste seine Lippen. Dann setzte sie sich auf ihn und sie spürte, wie er direkt voll da war. „Hier?“ „Von mir aus“, sagte er und schob seine Hände unter ihren Rock. Während sie seine Hose öffnete, hatte er ihren Slip bereits in der Hand und küsste ihre Brüste. Dann schob er sich in sie und sie hatten erneut den wundervollsten Sex. Langsam, tief, liebevoll und intensiv. Nachdem sie zum Höhepunkt gekommen waren, verharrten sie noch in der Position: „Du bist unglaublich, Sarah. Ich liebe dich.“ „Ich liebe dich auch Jack.“ Sie zogen sich wieder an, tranken das Bier aus und küssten sich. „Wie geht es nun weiter?“ „Wir genießen jeden Augenblick.“ Darauf stießen sie mit dem letzten Schluck Bier an und gesellten sich wieder zu Dean, der nun zum Ende kam, da er erledigt war. Er kam auf sie zu: „Alles geklärt?“ „Ja.“ „Gut. Ich bin völlig erschöpft, aber es hat super viel Spaß gemacht. Tolle Erfahrung.“
Sie lachten beide. „Bringst du Sarah in ihre Kabine.“ „Und du gehst wieder zu Claudia?“ „Ja, da muss ich wohl oder übel durch. Mal sehen was mich erwartet. Vielleicht sollte Sarah nicht vor ihrer Abreise morgen auftauchen. Sie vermutet bereits etwas.“ „Ja das mache ich. Meinst du, sie tut mir was an?“ „Das glaube ich nicht“, mischte Dean sich ein, „aber es ist besser, wenn du nicht vor Ihren Augen auftauchst heute und morgen.“ Sie stimmte ihm zu. Jack küsste sie noch einmal liebevoll. „Bis morgen. Ich vermisse dich jetzt schon.“ Sie gingen in unterschiedliche Richtungen.
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