Rolf Obergfell - Im Dreiländereck - Einsamkeiten
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Da ließ Strickmann es bleiben, denn er wollte die Leute, die sich seine Freunde nannten, nicht verunsichern. Er redete nur noch mit wenigen von ihnen ernsthaft, zog sich in sich selbst zurück und blieb allein mit seinen Gefühlen und seinen Ideen. Er ging immer seltener in den Wilden Mann und wäre stattdessen im Trämli zu finden gewesen, einer nostalgischen Kneipe in der Fußgängerzone mit großen Fotos der grünen Straßenbahnen, die Lörrach bis 1967 mit Basel verbunden hatten. Dieses Verhalten verstärkte sich, nachdem mehrere Beziehungen zu interessanten Frauen bereits nach kurzer Zeit wieder auseinandergegangen waren. Wie er all das verarbeitete, weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht, was konkret alles geschehen war, bis er die Brocken schließlich hinwarf. Auf jeden Fall genügte es ihm nicht, nur zu funktionieren, nur Teil einer riesigen Maschinerie zu sein. Er wollte etwas anderes.
Jetzt hatte er etwas anderes und er war froh darüber: Von Beruf war er Architekt gewesen und hatte nun die Routine von 15 Jahren Großraumbüro hinter sich gelassen. Er hatte sein Studium interessant gefunden und sich hineingekniet, hatte mehrere Semester in Frankreich studiert und ein zusätzliches Praktikum in den USA absolviert. Aber nach ein paar Jahren empfand er seine Arbeit als mechanisch und leblos. Auf die Dauer war es nicht spannend, Grundrisse zu entwerfen, die Tragfähigkeit von Decken zu berechnen oder die Pünktlichkeit von Bauhandwerkern anzumahnen. Was anderen als Berufserfahrung willkommen war, bedeutete ihm zunächst langweilige Routine und schließlich stumpfsinnige Wiederholung. Dabei stieg der Arbeitsaufwand kontinuierlich. Meistens arbeitete er inzwischen an drei oder vier Projekten gleichzeitig; ein sorgfältiges Arbeiten war nicht mehr möglich, alles sollte schnell gehen. Verdichtung der Arbeit nannten sie das im Kollegenkreis. Damit war das Phänomen zwar benannt, eine Änderung schafften sie aber nicht. Zu wenig Zusammenhalt, zu viel Angst. Als sein Chef dann auch noch mit Optimierungsberechnungen ankam, sah er seine Felle endgültig davonschwimmen. Es genügte nun nicht mehr, eine Lagerhalle auf dem neuesten Stand der Technik zu bauen. Jetzt sollte auch noch berechnet werden, wo diese Halle stehen sollte, damit möglichst wenig Transportaufwand entstand. Was interessierte es Strickmann, ob eine Lebensmittelkette ihre Transportkosten optimieren oder wie eine Schokoladenfabrik ihre Osterhasen am billigsten in Europa verteilen konnte? Er war Architekt, er wollte Wohnungen, Schulen und Krankenhäuser bauen und nicht mathematische Modelle über gefahrene LKW-Kilometer erstellen. Und zu seinem Leidwesen wurden diese Aufträge immer zahlreicher. Auf jeder Party ließ sein Chef Managern gegenüber eine Bemerkung darüber fallen, dass er einem Konkurrenten die Transportkosten um soundso viel Prozent gesenkt habe. Das mussten sie dann natürlich auch haben. Die Aufträge kamen so zahlreich, dass Wartelisten eingerichtet werden mussten und von Auftrag zu Auftrag höhere Preise durchgesetzt werden konnten. Das Geschäft brummte. Aber während andere Geld scheffelten, reduzierte Strickmann seine Arbeitszeit und beschäftigte sich mit der Verbindung von Funktion und Form bei Großbauten. Nachdem er mit einem eigenen Entwurf zum ersten Mal zufrieden gewesen war, nahm er ab und zu an Wettbewerben teil. Dort traf er interessante Leute, deren Nebensätze für ihn Anregung waren, sich eine bestimmte Fragestellung etwas genauer anzusehen. Niemand war allerdings erstaunter als er selbst, als er mit einem Entwurf für ein Kunstmuseum in einer norddeutschen Großstadt einen ersten Preis gewann.
Das war der Wendepunkt. Er hätte für einige Zeit nach Norddeutschland ziehen und seine berufliche Position ausbauen, seinen Marktwert systematisch erhöhen können. Aber die Sachzwänge, denen er sich hätte unterwerfen müssen, wären Legion gewesen. Seine Arbeit hätte ihn noch mehr bestimmt. Er hätte sich noch weiter entfernt von den existenziellen Bedürfnissen der kleinen Leute, hätte repräsentative Bauwerke erstellen müssen, während es in vielen Teilen der Welt an primitivsten Unterkünften fehlte. Das wollte er nicht. Er beschloss auszusteigen und verkaufte seinen prämierten Wettbewerbsbeitrag an einen unterlegenen Konkurrenten. Als er dann mit viel Geduld eine berufliche Alternative gefunden hatte, kündigte er in seiner Firma. Sein Chef war völlig konsterniert und bot ihm sofort die Hälfte mehr Gehalt. Aber Strickmann lehnte ab und als sich herumsprach, was für ein Angebot er ausgeschlagen hatte, zweifelten seine Kollegen an seinem Verstand. Strickmann dagegen war überzeugt, dass er auf dem richtigen Weg war. Er hatte zum ersten Mal seit Jahren nicht mehr das Gefühl, zu rennen wie ein Hamster in seinem Laufrad, und begann mit einem individualisierten Kurierdienst.
Er konnte innerhalb einer Viertelstunde losfahren und bevorzugte Ziele in Frankreich . Lörrach erwies sich dabei als günstiger Standort: Es kamen viel mehr Aufträge als erwartet, so dass er eine Auswahl treffen konnte. Seine Kunden schätzten die klaren Absprachen und seine Verfügbarkeit. Dafür waren sie bereit, mehr zu bezahlen, denn er arbeitete nicht billig. Allerdings hatten sie oft keine Wahl. Die allgemeine Beschleunigung des Lebensrhythmus setzte sie derart unter Termindruck, dass schon der kleinste Fehler in ihrer Logistik zu einem Desaster führte. Und dann konnten sie Strickmann anrufen. Das wussten sie und er wusste es auch. Er leistete gute Arbeit und verlangte dafür eine gute Bezahlung.
Außerdem wollte er nicht wegziehen. Er liebte Lörrach : die vielen Straßencafés, die dem Provinzstädtchen am südwestlichsten Rand der Republik eine französische Atmosphäre gaben – vor allem am Freitagnachmittag, wenn der bibliobus aus Mulhouse auf dem Alten Marktplatz vorfuhr; dann konnte man meinen, Frankreich beginne unmittelbar vor der eigenen Haustür; er wusste, wo man Boule spielen konnte und in welcher Kneipe sich die Franzosen trafen, die in der Stadt lebten; er liebte die prallgrüne Natur voller Licht und voller Leben in der Umgebung und die Nähe zu Basel und zum Rhein ; es gab zwei Universitäten in unmittelbarer Nachbarschaft, eine ganze Reihe erstklassiger Museen und Musikclubs, dazu Theater, Kleinkunstbühnen und hervorragende Programmkinos; in fünf Stunden war man mit dem Auto in Lyon und in sechs in Paris oder in der Provence.
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