Die fernöstliche Mystik ist in abendländischen Kulturkreisen heutzutage wenig bekannt, - erfreut sich aber einer wachsenden Faszination, - vor allem im westlich geprägten Europa und in Nordamerika. Sogar Menschen, die sonst wenig mit Mystik im Sinn haben und eher rational-materialistische Denkweisen pflegen, schauen oft voller Neugier auf den Hinduismus bzw. auf die fernöstliche Mystik. Das findet überwiegend seine Ursache in ihren faszinierenden, philosophischen Botschaften. Dies ist insofern erstaunlich, dass beispielsweise der Hinduismus weder eine besondere Philosophie noch eine klare Religion ist. Seine geistigen Quellen (1500 – 500 v. Chr.) folgen aus den Veden, den heiligen Schriften der „Vedischen Seher“, die in ihrer Bedeutung am ehesten mit der Bibel vergleichbar sind. Für den nachdenklich Suchenden finden sich praktische, philosophische Botschaften insbesondere in den Upanischaden (700 – 500 v. Chr.), welche Teil der vedischen, heiligen Schriften sind. Sie enthalten die Philosophie, die Essenz des Hinduismus (Hillebrandt, 2012 [30], Michael Blume [35]). In einem anderen Hauptteil dieser sogenannten Veden, die sehr, sehr alt sind, finden wir, neben den heiligen Hymnen, hochinteressante Offenbarungen und sozio- philosophische Weisheiten und Lehren. Zum Beispiel werden in der bis heute außerordentlich populären Bhagavad Gita („Gesänge Gottes“, Schroeder, 1937 [16]), in einem Dialog zwischen Krishna (einem Avatar Vishnus, der Bewahrermanifestation der göttlichen Wesenheit Brahman) und dem Prinzen Arjuna, tiefgründige, sozio-philosophische Lehren offenbart. Dieser Avatar Krishna ist in seiner Bedeutung mit dem Messias Jesus des Christentums vergleichbar. Die im Vergleich zu den abrahamitischen Weltreligionen weit tiefer gehenden philosophischen, fast naturphilosophischen Weisheiten der vedischen Schriften lassen so manch eine Möglichkeit der Abbildung dieser Botschaften auf heutige naturwissenschaftliche Erkenntnisse zu. Man schaue sich nur die angedeuteten Zusammenhänge zwischen der fernöstlichen Mystik und den physikalischen Erkenntnissen im Bestseller „Das Tao der Physik“ von Fritjof Capra [3] an.
Weit entfernt von den, sich im östlichen Mittelmeerraum entwickelnden, sogenannten abendländischen Religionen und Denkweisen entstanden im asiatischen Raum, auf der Basis einer fernöstlichen Mystik zwei Denkrichtungen, die als indisches und chinesisches Denken bezeichnet werden könnten. Das indische Denken brachte vor ca. 4000 Jahren den Hinduismus hervor, der sich dann nach Sri Lanka und Indonesien ausbreitete und gegenwärtig mit seinen ungefähr 949 Millionen Gläubige die drittgrößte Weltreligion darstellt. Aus dem Hinduismus entwickelte sich über den Verkünder Buddha vor annähernd 2500 Jahren der Buddhismus mit seinen heute ca. 495 Millionen Anhängern. Die chinesische Mystik und Philosophie brachte dann während der kulturellen Blütezeit in der Chou - Dynastie (770 – 256 v. Chr.) gleich zwei „Verkünder“ grundsätzlicher Weisheiten hervor. Zum einen Konfuzius (ca. 551 – 479 v. Chr.), der die Wege zu einem hoch entwickelten sozialen Bewusstsein lehrte und Lao - tzu, der als Begründer des Taoismus gelten dürfte.
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