Hartmut Witt - Geschichten vom Bau

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Geschichten aus dem Leben eines alternativen Bauhandwerkers. Vom Kampf im Alltag, bis hin zu einstürzenden Neubauten und gewagten Konstruktionen, dazu Begegnungen mit vielen interessanten Menschen, gemixt mit verrückten kreativen Einfällen und Banalitäten des Autors....

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„Hartmut, schnell! Hol mich runter!“, schrie Knöllchen entsetzt. Blitzschnell hatte ich das Seil wieder im Griff und zog Knöllchen wieder runter, bevor er die Finger in die Umlenkrolle bekam. „Uff.“

Ich male jetzt mal das Horror-Szenario aus, das hätte eintreten können, wenn mein Manöver schief gelaufen wäre: Knöllchen hätte sich an der Umlenkrolle die Finger eingeklemmt, hätte vielleicht vor Schmerz losgelassen, wäre wie der Sparren abgestürzt, der dann senkrecht das untere Dach sowie vermutlich auch noch die eine oder andere Zwischendecke durchgeschlagen hätte, da auch dieser Bau gerade entkernt wurde. Böser Schaden und verletztes Knöllchen.

Als ich mich selbstständig machte, blieb Knöllchen an meiner Seite, und wir waren nahezu unzertrennlich in der Zeit der Buntspechte in Pfullendorf.

Murks am Bau, hier auch schon im Barock

Gleiche Baustelle, doch eine andere Episode. 18 Meter über der Unterstadt, wie gehabt.

Das zu sanierende Bauwerk war ein Klostergebäude aus der Renaissance-Zeit. Im Zeitalter des Barock war der Renaissance-Stil nicht mehr schick und man hat „barockisiert“.

Das Fachwerk wurde verdeckt und die Schlaumeier des Barock verpassten dem Haus eine vorgesetzte Mauerschale aus 12 Zentimeter breiten Ziegeln, die dann verputzt wurde. Die Fenster bekamen Steingesimse aus Sandstein, die ebenfalls gerade saniert wurden. Ein eifriger Steinmetz hatte alle Steingesimse entfernt, zurück blieb ein einsturzgefährdetes Mauerwerk, da es kaum Verankerungen gab.

Doch die größte Glanzleistung war, auf diese Vorsatzschale ein wuchtiges, gemauertes, profiliertes Steingesims zu setzen, das eine Auskragung von 40 Zentimetern nach außen hatte.

In Unwissenheit dieser Details sanierten wir das Dach. Ich bat Knöllchen, die alte Dachrinne zu entfernen. Am Schluss fehlte Knöllchen die Kraft, um vom Gerüst aus den Nagel des Befestigungshakens der Dachrinne zu ziehen. Ein Walmdach, es war der letzte Nagel, an der Ecke des Gebäudes.

Knöllchen klettert nach innen und zog mit ganzer Leibeskraft und einem Nageleisen diesen letzten Nagel aus dem gemauerten Gesims. Da macht es einen großen Rums: Optisch stürzte das ganze Haus auf einen Schlag ein. Aber nein, es kippte nur auf der gesamten Hausbreite von 10 Metern Länge das tonnenschwere, labil gewordene Steingesims auf das Gerüst, das sich teilweise aus den Verankerungen riss und sich Richtung Unterstadt bog, um dann glücklicherweise wieder zurückzuschwingen, bevor es in 18 Meter Tiefe kippte. Dieser Rinnennagel war die letzte Verbindung, die dieses gigantische Gesims gehalten hatte.

Hätte es Knöllchen geschafft, diesen letzten Nagel vom Gerüst aus zu ziehen, wäre er von der Tonnenlast schwer verletzt worden. Welch ein Glück, dass die Kraft nicht reichte. Und welch ein Glück, dass das Gerüst noch mal zurückschwang und nicht in die Unterstadt knallte, wobei zahlreiche Menschen hätten erschlagen werden können.

Ich musste daraufhin Überzeugungsarbeit beim Stadtbaumeister leisten, um ihm zu erklären, welcher Murks bei dem Bau des Steingesims verbrochen wurde und wir bestimmt nicht dafür verantwortlich gemacht werden könnten, das dieses nun einstürzte. Ich schlug ihm dann vor, das Ganze aus Holz selbstragend zu konstruieren und knobelte dazu die Details aus. Letztlich wurde dann am ganzen Bau das wuchtige Steingesims abgetragen und mit Holz ersetzt. Ein schöner Auftrag für meinen Meister, und ich habe es gebaut.

Kratzerchen

Folgenschwerer war ein Aussetzer von einer Zehntelsekunde beim Fräsen eines neuen Holzgesimses.

Ein tückisches Sägeblatt, das man nicht sieht, ein „Wackelblatt“, das unterschiedlich hohe Sägezähne hat, mit denen man - schräg darüber geschoben - große Hohlkehlen wie für Treppenkropfstücke oder eben eine Kehle hier für das neue Gesims fräst.

Beeinträchtigtes Wahrnehmungsvermögen durch die Wärme in der Werkstatt und die Aufmerksamkeit, die ich am Abend zuvor als Spieleautor erfuhr, ließen mich einen ganz kurzen Moment zu der blödsinnigen Handlung hinreißen, den Sägespäne-Haufen mit der Hand wegwischen zu wollen und den Lauf des Sägeblattes auszublenden: „Zing!“, ich schaute geschockt meine Hand an und dachte: „Ach ein Kratzerchen“, und lief zum Verbandskasten.

Dabei hinterließ ich eine Blutspur. Der Meister und ein Kollege liefen mir sofort hinterher.

Am Verbandskasten entdecke ich meine nun blutüberströmte Hand: „Oh, da reicht ein Pflaster glaub nimmer!“, waren meine Worte. „Nein!“, meinte der Meister „Du brauchst kein Pflaster, du brauchst ein Krankenhaus!“ Dort wurde dann meine zerfetzte Hand wieder zusammengeflickt. Es sind noch alle Finger dran, so dass ich bei der Bestellung von 5 Bier auch 5 Finger zeigen kann. 

Muttersprache

Es begab sich, dass wir eines Tages einen norddeutschen, frisch zugezogenen Bauherrn hatten, der die schwäbische Mundart kaum verstand. Als Vorarbeiter sprach ich sofort hochdeutsch mit ihm. Er war sehr dankbar. Einem Mitarbeiter kam das befremdlich vor und er rief mir zu: „Hey, Hartmut, loos her, schwätz doch mit dem so, wie Dir des Maul gwachse isch, der muss des verschtoh!“

Meine Antwort „Jürgen, hochdeutsch ist meine Muttersprache!“

Die Kollegen bogen sich vor Lachen, und zogen mich mindestens drei Wochen damit auf, denn bekanntlicherweise können Schwaben alles, nur kein Hochdeutsch!

Uns Uwe

Einen schönen Tages kam Uwe, ein alternativer Zimmermann, zu mir auf die Baustelle und eröffnete mir ein tolles Angebot: Selbstständigkeit in einer Öko-Zimmerei durch Perspektive eines Großprojekts in Konstanz. Juhu, ein Traum wurde wahr! Endlich so arbeiten, wie es mein Ideale forderten!

Uwe begleitete meine Geschichte schon von meiner Lehrzeit an. Wir machten zeitgleich die Gesellenprüfung als Zimmerer, er erbte einen tollen altdeutschen Schäferhund von mir, den ich wegen einer zu kleiner Wohnung nicht behalten konnte. Ein phantastisches Tier, das immer ohne Leine lief und auf Handzeichen und Zuruf sofort parierte.

Der Kontakt mit Uwe blieb erhalten, und nun das, welche Chance, die ich mir nicht nehmen lassen wollte.

Ich versuchte auch später noch mit Uwe zu kooperieren, aber Uwe wurde mit der Zeit immer unzuverlässiger. Er arbeitete nur zum Zeitvertreib, hatte offenbar genug finanziellen Rückhalt, um sich das leisten zu können. Mittlerweile lebt er auf den Philippinen einen anderen Traum.

Heidenei

Auf dieser Großbaustelle arbeitete dann auch Heidenei, ein junger Zimmermeister, der seinen Start der Karriere ausgerechnet in der Zimmerei hatte, die auch die Waldorfschule gebaut hatte und die auch die erste Station meiner Zimmerei-Karriere war. Mir gab diese Erfahrung den Anstoß, diesen Beruf zu erlernen. Deshalb hatten wir schnell eine Verbindung.

Als Meister verschaffte er den komischen Alternativ-Betriebsformen, die wir als Gesellen angemeldet hatten, auch die Legitimation, Zimmerarbeit machen zu dürfen. Ich hatte zum Beispiel Bautenschutz und Regalbaubetrieb in der Hoffnung angemeldet, dass ein Dachstuhl als Regal zur Lagerung von Dachplatten durchgehen würde. Das war natürlich eher eine „Lachplatte“. 

Das besondere Merkmal von Heidenei war sein schöner, schwarzer Hund Fletcher, der auf jeder Baustelle dabei war.

Ja, das Stöckchenspiel war seine Lieblingsbeschäftigung. Ich versuchte Fletcher das Taugenichts-Dasein abzugewöhnen und ihn zu animieren, dass Abschnittholz auf den Hänger zu transportieren, in dem ich ihm dies auf allen Vieren vormachte. Das Gelächter der Kollegen hielt den Hund wohl davon ab mir gleichzutun, nee, er holte das Holz wieder vom Hänger herunter! 

So urig und lustig ein Hund auf dem Dach ist, Fletcher war wirklich überall dabei. Heidenei übertrieb es dann ein bisschen, als er den zweiten Hund anschaffte, Teddy. Teddy war ein total süßer Hund, ein Mischling aus kaukasischen Hirtenhund, Rottweiler und Schäferhund. Ich vermutete eher, dass da eine kaukasische Steppenwildsau im Spiel gewesen sein muss. Teddy machte nur ein großes Problem, er war extrem bissig. Heidenei machte einen riesigen Erziehungsfehler, als der Welpe nach ihm schnappte, gab er ihm ein Stück Hühnchen. Mich hat er allerdings nie gebissen, ich habe schon als Welpe mit ihm gespielt. Aber Teddy biss alle anderen: Die Bauherrn, die Architekten, die Bedienung im Restaurant, die Kollegen. Jaja, Heidenei band den Hund an der Ziegelpalette fest und als ein Kollege Dachziegel wegnehmen wollte, verteidigte er diese. Als Architekt Allah sich bei Heidenei über den bissigen Hund beschwerte, schoss Heidenei den Vogel ab: „Ach, Allah, lauf noch mal an Teddy vorbei, der muss es lernen!“ Ganz klar! Letztlich blieb nichts anderes übrig als das verzogene Tier zu erschießen.

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