Haiko Herden - Die Rote Gefahr

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Was tut man, wenn man im Jahr 1979 als 16-jähriger Westberliner nach Hamburg ziehen muss? Weg von der Freundin, weg von den Kumpels, weg aus dem schützenden Kokon der Mauerstadt? Richtig, man gründet inmitten des Auflebens von Punk und New Wave eine Band.
Tim und «Die Rote Gefahr» sind bereit, das Land zu erobern… oder zumindest Hamburg. Doch es sind gleich mehrere elementare Probleme zu überwinden, und alle haben mit Mädchen zu tun…

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»Ich weiß, doofe Frage«, begann ich mich zu rechtfertigen. »Ich finde Waffen doof, ich will nicht zum Bund, ich will niemals eine Waffe in die Hand nehmen. Das könnte ich überhaupt nicht.«

»Vorhin wolltest du noch eine Atombombe auf Bayern werfen«, meinte der Keyboarder etwas aggressiv.

»Ja, das stimmt. Ist aber nicht ganz ernst gemeint«, fügte ich widerwillig ein.

»Und was ist, wenn ein Russe deine Freundin vergewaltigt«, fing der Igelhaarschnitt immer noch pissig hinzu, »und ihr an den Haaren zerrt und du hast zufällig eine Waffe in der Hand, was würdest du tun? Oder wenn ein Bayer deine Freundin vergewaltigt?«,

»Die typischen Verweigerungsfragen. Witzbold. Da kann man natürlich nur drauf antworten: Es würde gar nicht so weit kommen, denn ich würde niemals rein zufällig eine Waffe in der Hand haben.«

»Aber wenn da eine liegt?«

»Wo sollte eine liegen?«

»Auf einem Tisch zum Beispiel.«

»Quatsch. Ich würde niemals irgendwo sein, wo rein zufällig eine Waffe auf einem Tisch liegen würde, weil ich mich gar nicht mit Leuten abgeben würde, die Waffen haben. Ich würde niemals eine Waffe nehmen und einen Menschen, ein lebendiges Wesen töten«, rief ich triumphierend, gegen ein solches Argument würde niemand ankommen.

»Dann würden sie deine Freundin töten«, sagte der Igelhaarschnitt sachlich.

»Das wäre ärgerlich, doch ich würde nicht schießen«, teilte ich abermals mit.

»Du würdest also deine Freundin schutzlos einem Kommunisten überlassen?«, fing nun Betty auch noch an.

»Ach Leute«, ich atmete erstmal tief durch, »was wollt ihr eigentlich? Wollt ihr mich überzeugen zum Bund zu gehen?«

»Ich will nur wissen, ob du es ernst meinst mit der Verweigerung, oder ob du doch tief im Inneren das Herz eines Soldaten hast«, erklärte Betty.

»Ich habe nie gesagt, dass ich verweigern würde, »sagte ich verwundert. »Wieso geht ihr automatisch davon aus, dass ich nicht zum Bund will?«

Nun guckten mich alle erst recht verachtend an. Und ich musste schnell richtig stellen: »Klar will ich nicht zum Bund, ich frage nur, wieso ihr davon ausgeht?«

»Weil ein normaler Mensch da nicht hingeht«, giftete Betty erneut. »Und ich frage mich die ganze Zeit, was für ein Typ du eigentlich bist. Du bist undurchsichtig.«

»Ist doch gut, dass ich nicht durchschaubar bin«, freute ich mich. »Also, wie alt seid ihr?

Der Keyboarder war 17, der Schlagzeuger 18 und der Typ von gestern ebenfalls 17. Betty sagte gar nichts, der Langhaarige ebenfalls nicht. Ich war mir auch nicht ganz klar, ob er überhaupt zuhörte. Der hatte bestimmt Drogen genommen. Hippies nehmen ständig Drogen, schrecklich.

»Ich frage mich nur«, erklärte ich, »ob die mich vielleicht vergessen mit der Musterung. Ich musste hierher ziehen, weil mein Vater einen neuen Job hier hat. In Berlin muss man nämlich nicht zum Bund, wenn man da wohnt. Ich wohne aber auf dem Papier noch in Berlin, sodass die mich nicht kriegen werden.«

»Im Zweifelsfall verpetzte ich dich«, sagte Betty abfällig. Die anderen sagten gar nichts.

»Und was ist?«, fragte ich noch einmal«, war schon jemand bei der Musterung?«

Der Schlagzeuger bejahte, der Rest schüttelte mit dem Kopf.

»Wie war das?«, bohrte ich weiter.

»Die fassen dir da an die Eier. Wieso?«, fragte der Schlagzeuger.

»Ja, ich will das wissen. Ich will da auf keinen Fall hin. Ich hoffe, ich bin untauglich, falls doch, mach ich auf jeden Fall Zivildienst. Ist auch nur einen Monat länger als Kriegsdienst.«

»Echt«, sagte der Schlagzeuger, »ich mach auch Zivi, aber ich hab noch nicht verweigert.«

»Bund ist Schund, ist doch ganz klar«, meinte der Igelhaarschnitt.

»Ja, voll peinlich«, fügte der Typ von gestern dazu, »da darf man echt nicht hin, da geht man menschlich und charakterlich total zugrunde. Ich würde mit diesen waffengeilen Affen auch gar nicht zurechtkommen, ich muss mich echt schütteln, wenn ich dran denke. Bund ist totale scheiße, sollte sofort abgeschafft werden.«

»Und was ist, wenn die Russen angreifen?«, fragte der Schlagzeuger provokant, »dann bist du im Altersheim und wischt den alten Leuten den Hintern ab, bist aber total froh, dass andere ihre Ärsche für dich hinhalten.«

»Was? Was erzählst du denn da für ein Scheiß? Die alten Leute halten mir doch auch ihre Ärsche hin«, meinte der Keyboarder und lachte blöd über seinen dämlichen Witz.

»Spaßvogel, aber mal im Ernst. Wenn der Russe einmarschiert, dann bist du garantiert über jeden Soldaten froh, der deine Freiheit verteidigt«, rief der Schlagzeuger.

»Meine Freiheit? Das ich nicht lache. Scheißstaat hier, echt. Ich bin froh, wenn der Russe kommt und hier voll Kommunismus einkehrt.«

»Du weißt doch gar nicht, was das ist«, stellte Betty fest.

»Spinnst du? Das weiß doch jeder. Alles gehört allen, das ist doch super. So muss das sein. Dann geht es allen besser.«

Ich verfolgte die Unterhaltung etwas ratlos, meine Gedanken schweiften ab. Auch der Typ von gestern guckte etwas verwirrt in die Runde. Bei ihm war es aber wahrscheinlich auch ein bisschen Schwipps.

»Was meinst du denn?«, fragte ich ihn.

»Ich? Zu was?«

»Bund. Gehst du hin?«

»Bin doch nicht bescheuert. Ich habe gelesen, die Zeugen Jehovas müssen nicht zum Bund. Ich trete da ein, und wenn ich 32 bin und nicht mehr eingezogen werden kann, trete ich da wieder aus. Ist doch total einfach. Verstehe gar nicht, warum das nicht alle so machen.«

»Weil die Zeugen Jehovas trotzdem so was wie Zivildienst machen müssen«, sagte ich ihm. Ich hatte mal einen Brieffreund, der in Kempten lebte und sich so drücken wollte. »Überdies kann man da nicht so einfach ein- und wieder austreten.«

»Wieso denn das nicht? Ist das nicht das mit diesem L. Ron Hubbard, der auf dem Meer umherreist?«

»Auf dem Meer. Das ist Scientology. Fast, das ist ähnlich. Die Zeugen Jehovas, das ist eine Weltanschauung«, versuchte ich zu erklären, doch schon merkte ich deutliche Wissenslücken, mir fielen nur noch Stichworte ein, die ich schnell abspulte.

»Die feiern kein Weihnachten. Die mögen das einfach nicht, das ist denen zu kommerziell, zu weit ab vom Grundgedanken. Außerdem müssen die Zeitschriften verkaufen und machen selbst eine. ›Der Wachturm‹ heißt die. Bei uns stehen die überall rum in der Stadt und halten die hoch und warten darauf, dass man mit denen redet und betet. Die armen Leute, das ist echt traurig. Und dann wollen die kein Blut spenden. Weiß aber nicht, wieso.«

»Finde ich scheiße«, meinte mein Kumpel, »das ist doch asozial. Kein Blut spenden ist asozial.«

»Hast du schon mal Blut gespendet?«

»Nein«, meinte er und überlegte, »mein Blut ist doch total verseucht. Da ist ständig Alkohol drin und dann rauche ich doch auch. Das ist total krank, das kann ich niemandem zumuten. Das würde auch niemand freiwillig haben wollen.«

Schnell trank er einen Schluck Bier, wie als wenn er seine These damit zusätzlich unterstreichen müsste. Der Typ mit dem Igelhaarschnitt nickte kaum merklich und guckte sich im Raum um.

»Dann hört doch auf mit Rauchen«, sagte ich, »stell dir vor, du hast eine total seltene Blutgruppe und da ist einer, der stirbt, wenn der nicht sofort Blut kriegt. Und der hat genau diese seltene Blutgruppe. Eine, die sonst keiner hat, nur du und er. Was dann? Dann stirbt der, bloß weil du ein paar Zigaretten geraucht hast und nicht spenden kannst. Das ist doch auch asozial, oder etwa nicht?«

Huch, wurde ich etwa moralisch? Hab doch selbst noch nie Blut gespendet. Und diese dämlichen »Wenn nur ein Mensch dadurch am Leben bliebe…«-Phrase finde ich ganz fürchterlich. Dann könnte man alles verbieten. Fußball zum Beispiel. Wie viele Menschen sind schon durch Fußball zu Schaden gekommen, aktiv oder passiv? Oder Autos? Man würde mehr als ein Menschenleben retten, wenn man Autos verbieten würde. Andererseits würde man auch viele verlieren, denn dann würde es auch keine Krankenwagen geben. Es sei denn, die würde man nicht verbieten. Und Polizeiautos sollte man auch nicht verbieten. Wie sollten diese sonst Verbrechern nachjagen? Andererseits hätten die Verbrecher dann ja auch keine Autos zum Flüchten. Aber vielleicht Pferde. Und auch durch Pferde kann man zu Schaden kommen. Hm, das Problem müsste man mal bis zu Ende durchdenken, doch dazu ist grad keine Zeit, denn mein Freund bewegte die Lippen, offenbar wollte er was sagen.

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