Felix Heidenberger - Hermes oder Die Macht der grauen Zellen

Здесь есть возможность читать онлайн «Felix Heidenberger - Hermes oder Die Macht der grauen Zellen» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Hermes oder Die Macht der grauen Zellen: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Hermes oder Die Macht der grauen Zellen»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Altphilologe und Geschichtsprofessor Dr. Guido Hermes reist von München nach Leipzig, um auf der Buchmesse seinen Roman «Der Mischkrug» vorzustellen, in dem er versucht hat, die Idealvorstellungen aus Platons philosophischen Dialogen erzählerisch aufzubereiten. Der Roman findet kaum Interesse beim Publikum. Das im gleichen Verlag erschienene Sachbuch «Die Materie lebt» des Hirnforschers Dr. Eliya Singh wird dagegen als Bestseller gefeiert. Beide Autoren verfallen der erotischen Ausstrahlung der Fernsehjournalistin Dr. Herma Schäfer, die sich ihrerseits von der Altersreife des Professors genauso angezogen fühlt wie vom Forscherdrang des Neurowissenschaftlers, der in der Glaubensabhängigkeit die Ursache für alles menschliche Leid sieht. Die Gegensätze der Kontrahenten spitzen sich zu: Professor Hermes, gläubiger Katholik, verfolgt mit Sorge die Experimente des Rivalen, vor allem, weil dieser die Journalistin Herma für seine Forschungen zu manipulieren scheint.
Aktueller Hintergrund des Romans: Die letzten Geheimnisse unseres Gehirns sollen endlich gelüftet werden. Eine internationale «BRAIN-Initiative» fordert alle Hirnforscher der Welt dazu auf. Die Europäische Union will mit einem eigenen «Human-Brain-Projekt» bis 2020 das menschliche Gehirn endgültig «in Action» erforscht haben. Es geht unter anderem um die Klärung der äußeren Einflüsse, durch die neuronale Aktivitäten in und zwischen den Gehirnzellen ausgelöst werden und unser Denken, Fühlen und Handeln steuern: die multimediale Beeinflussung durch Funk und Fernsehen, durch Internetnetzwerke, durch Bücher und Publizistik.

Hermes oder Die Macht der grauen Zellen — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Hermes oder Die Macht der grauen Zellen», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Im Weitergehen geriet Hermes in das Reich von Amazon, der weltweit größten Internetbuchhandlung, wie da zu lesen stand. Hier fand er tatsächlich alles feilgeboten, was je geschrieben wurde, gleich in welcher Sprache. Von dem virtuellen Angebot hatte er selbst schon Gebrauch gemacht.

An einem besonderen Stand hielt ihm eine der herumschwirrenden Hilfskräfte das neueste Kindle entgegen. „Haben Sie schon eines?“, fragte sie herausfordernd. Mit geschultem Blick hatte sie in Hermes einen Intellektuellen der älteren Generation erkannt.

„Ich brauche so was nicht“, sagte er, das schwarze Täfelchen zurückweisend.

„Sie haben sicher eine eigene große Bibliothek zu Hause. Stimmt’s? Die können Sie bestimmt nicht auf Reisen mitnehmen.“

„Brauche ich auch nicht“, gab er zurück und wollte weitergehen.

„Nun – was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen. Sie kennen das Zitat?“

Hermes lachte. „Wer kennt es nicht!“

„Könnten Sie es korrekt im Wortlaut wiedergeben, in ganzer Länge?“ Sie tippte auf das schmale Tablet in ihrer Hand und schaute ihn dabei herausfordernd an.

„So ungefähr, vielleicht“, sagte er. „Aber wozu?“

„Nur als Beispiel.“ Ein weiteres kurzes Tasten aufs Display, dann erschien schon das Originaltitelbild: Johann Wolfgang von Goethe – Gesammelte Werke .

Der Finger wischte hin und her, als würde sie in dem Gesamtwerk blättern. Schon war sie bei Faust I. Ein paar Wischer noch. „Da, schauen Sie!“ Sie reichte ihm das Kindle, auf dem zu lesen war:

Schüler:

Das sollt Ihr mir nicht zweimal sagen!

Ich denke mir, wie viel es nützt;

Denn was man schwarz auf weiß besitzt,

Kann man getrost nach Hause tragen.

„Na schön“, sagte Hermes. „Aber nach Hause tragen kann ich das Buch trotzdem nicht.“

„Selbstverständlich können Sie das“, versicherte die junge Dame. „Mit dem Kindle in Ihrer Westentasche haben Sie die gesamte Weltliteratur immer griffbereit. Das meiste sogar kostenlos. Sie brauchen es nur abzurufen.“

Hermes betrachtete den Zauberspiegel, ungläubig. Um eine Probe aufs Exempel zu machen – und um die Dame in Verlegenheit zu bringen –, forderte er sie auf: „Zeigen Sie mir Platons Dialog Phaidros . Ich möchte eine Stelle nachlesen.“

„Kein Problem“, sagte sie, tippte wieder ein paarmal aufs Display, schon stand da:

Platon – Phaidros

Übersetzung von Friedrich D. E. Schleiermacher

Einleitung: Gewöhnlich führt dieses Gespräch noch die zweite Überschrift: „Oder vom Schönen“; ist auch wohl sonst bisweilen „Von der Liebe“ und „Von der Seele“ genannt worden …

Verblüfft reichte Hermes das Tablet-Täfelchen zurück. Es war also Wirklichkeit. Die Weisheiten von zweitausend Jahren gibt’s jetzt frei Haus – umsonst sogar, wie die junge Dame triumphiert! Wohl nicht nur kostenfrei, sagte er sich. Umsonst – vergebens auch für die Welt von heute, die längst neue Weisheiten erfunden hat und sich an Romanen satt liest oder am Abfall des täglichen Gedankenmülls in den Zeitungen, nicht zu reden von der geistigen Schmalkost des allabendlichen Mattscheibenplunders.

Mehr erbittert als erfreut über die neue Entwicklung auf dem Buchmarkt schlenderte Hermes weiter und kam bei seinem Rundgang am Vortragssaal vorbei, wo gerade die Türen geschlossen wurden. Er warf einen Blick hinein und sah den unausstehlichen Krumbiegel auf dem Podium. Wie ein schwarzer Rabe hockte er auf einem niedrigen Schemel, die Beine über Kreuz, im Schoß sein Buch. Scheinwerferlicht spiegelte auf seiner Glatze. Erwartungsvolles Raunen im Publikum brach ab, als der Autor mit theatralisch schleppender Stimme zu lesen begann:

„Das Haus gegenüber! … Mit dem Haus stimmte etwas nicht. Wer wohnte darin? Wohnte überhaupt jemand dort? Ein Junge, der zwölfjährige Klaus-Jürgen, starrte aus dem Fenster hinüber. Früher … ja, da hatten dort richtige Leute gewohnt, erinnerte er sich … Die jetzt dort ein und aus gingen, das waren Kriminelle. So hatte der Vater gesagt. Dunkelhäutige, schwarzhaarige Männer … Manchmal war auch eine Frau dabei … Bestimmt auch sie eine Kriminelle, sagte sich Klaus-Jürgen. Sie kamen meist erst nachmittags, verschwanden am Abend … oder blieben auch länger. Die Fenster blieben immer geschlossen, die Rollläden heruntergelassen. Einmal war jemand da gewesen … hat ein Fenster hochgezogen – rechts oben im ersten Stock, genau gegenüber seinem Kinderzimmer. Als es dunkel wurde, fiel der Rollladen runter. Ein Spalt blieb offen … Lichtschein flimmerte. War’s eine Kerze? Eine Taschenlampe? Dann war’s wieder finster …“

Krumbiegel warf einen Blick ins Publikum, sich zu vergewissern, dass alle gespannt zuhörten.

„Es kam der entscheidende Tag“, fuhr er bedeutungsvoll fort. „Klaus-Jürgen lag wieder auf der Lauer. Es war Nachmittag. Das Fenster genau gegenüber stand weit offen. Er sah: Männer bauten eine Kamera auf … Scheinwerferlicht schwenkte hin und her … Nach einiger Zeit erschien eine Frau. Sie lief am Fenster vorbei. Klaus-Jürgen erschrak. Sie war nackt. Hatte er richtig gesehen? Da war sie wieder – völlig nackt, nur in Strümpfen! Die Männer fielen über sie her. Was machten sie mit ihr? … Klaus-Jürgen starrte ungläubig hinüber … Sie bringen sie um!, flüsterte er. Es sah so aus. Ihm gingen die Augen über … Er wollte schreien. Da fiel der Rollladen plötzlich runter. Noch immer starrte er dahin, wo das Licht durch die Ritzen flimmerte. Schatten wanderten umher … Seine Fantasie ließ ihm keine Ruhe … Später, im Bett, verfolgte ihn das Gesehene noch im Traum …

Wie schon oft stand das Haus wieder Tage lang leer. Niemand ging ein oder aus. Klaus-Jürgen ließ die Neugier keine Ruhe. Er hatte beobachtet, wie mal ein Mann durch das angelehnte Kellerfenster gekrochen war. Er fasste sich ein Herz, schlich hinüber.“

Krumbiegel blickte auf und wandte sich an die Zuhörerschaft. „Ich muss hier einfügen“, sagte er in sachlichem Ton, „von diesem heimlichen Ausflug des Zwölfjährigen in das Nachbarhaus hat niemand etwas erfahren. Nur ich weiß davon.“

Als sei dies eine wichtige Anmerkung gewesen, hielt er sein Buch hoch, blätterte um und fuhr fort:

„Zu Klaus-Jürgens Überraschung fand er das Haus völlig leer. Er durchstreifte alle Zimmer. Es gab keine Möbel, weder Tische noch Stühle. Ein paar leere Kisten standen herum … In der Küche entdeckte er zwei Gläser in der Spüle. In einem war noch ein gelber Rest. Er roch daran. Orangensaft, dachte er und nippte an dem Rest. Es schmeckte süßlich … ein wenig auch nach Alkohol. Die Flasche daneben war noch halb voll. Er spürte den Alkohol auf der Zunge. Das machte ihm Mut. Noch einen Schluck aus der Flasche … Alkohol war ihm ja verboten. Aber es schmeckte gut … Vielleicht gab es noch mehr Verbotenes hier? Er stieg nach oben. Im ersten Stock fand er einen Raum mit Teppichen ausgelegt … Es war das Zimmer mit dem Fenster gegenüber seinem Kinderzimmer. Eine niedere Liege stand in der Mitte. Klaus-Jürgen wusste gleich: Da war der Mord geschehen – oder was immer es gewesen war, was die Männer mit der Frau gemacht hatten … Klaus-Jürgen setzte sich auf die Liege und schloss die Augen … Die Bilder kehrten wieder, die ihn nicht mehr losgelassen hatten seit dem Tag … Die nackte Frau! Deutlich sah er alles noch mal … Plötzlich schrak er auf. Er hörte Schritte … War doch noch jemand im Haus? … Er bekam es mit der Angst. Auf Zehenspitzen schlich er wieder hinunter in den Keller. Wie er durchs Gitterfenster kriechen wollte, bemerkte er die schwarze Jacke am Wandhaken. Die war vorher nicht dort gewesen. Aus der Seitentasche lugte ein blaues Schulheft. Weil es aussah wie seine eigenen Schulhefte, nahm er es an sich, schlüpfte hinaus und eilte heim.“

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Hermes oder Die Macht der grauen Zellen»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Hermes oder Die Macht der grauen Zellen» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Hermes oder Die Macht der grauen Zellen»

Обсуждение, отзывы о книге «Hermes oder Die Macht der grauen Zellen» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x