E.R. Greulich - Der anonyme Brief

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In diesem Roman hat E.R. Greulich das ereignisreiche Jahr 1913 im Leben Karl Liebknechts gestaltet. Durch sorgfältige Studien brachte der Autor auch wenig Bekanntes ans Licht und zeichnete einprägsame Charakterbilder.
Als er von Budapest zurückkehrt, findet er unter der eingegangenen Post einen umfangreichen Brief. Der Absender ist unleserlich, und das stimmt skeptisch. Anonyme Briefe bedeuten meist Klatsch und Tratsch. Aber dann liest er den Inhalt mit wachsender Erregung. Er ruft seine Frau: Schau dir das an, Sophie. Hier wird Krupp Spionage vorgeworfen, Bestechung von Beamten der Militärverwaltung. Wenn das stimmt, es wäre Dynamit inter den Sesseln einiger Herren!
Sophie warnt: Vorsicht, Karl! Womöglich will der Gegner dich in eine Falle locken. Du mußt sorgfältig prüfen, ob das Material echt ist.

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Liebknecht hatte sich rechtzeitig zu Wort gemeldet und das Material über Noske vor sich liegen. Er konnte den Hohn in seiner Stimme nicht unterdrücken. "Werter Herr Genosse Noske, Ihre Stellungnahme wundert mich nicht. Was Sie auszeichnet, ist Konsequenz. Konsequenz vor allem darin, die Geschäfte der preußisch-deutschen Kriegsschürer zu betreiben. Um allen Anwesenden zu beweisen, dass es sich hier nicht um meine subjektiv gefärbte Meinung handelt, Folgendes zur Erinnerung: Im Berliner Tageblatt vom 26. April neunzehnhundertsieben standen die Sätze: Noske ist vermutlich weder ein ausgesprochener Revisionist noch ein ausgesprochener Vertreter der Gewerkschaftspolitik ... Indessen gewinnt man doch aus seiner gestrigen Reichstagsrede den Eindruck, dass er auch eine ganz andere Auffassung von Welt und Menschen hat, als sie sonst in der Sozialdemokratie herkömmlich war. Es ist ein neuer Geist, der aus ihm spricht. '"

Liebknecht akzentuierte schärfer. "Neu in der Sozialdemokratie war das damals auf jeden Fall, ob es Geist war, diese Definition überlasse ich den Menschenkennern vom Berliner Tageblatt. Das Neue, das Sie in die Partei getragen haben, Genosse Noske, ist der unverhüllte Chauvinismus, der sich zur Tradition der Internationale verhält wie Wasser zu Feuer. Auch das ist keine Erfindung von mir, sondern Ihre Freunde von rechts haben Ihnen das poesievoll bescheinigt. Fast zur gleichen Zeit wie im Tageblatt stand dieses Gedicht in den Lustigen Blättern:

Geht es mal in ferner Frist

Ans Kanonenfuttern,

Denkt so mancher Reservist:

Nee - ich bleib' bei Muttern.

Doch das soll uns Kampf und Schlacht

Nimmermehr vergällen,

Denn es ist heut' ausgemacht:

Noske wird sich stellen!

Kommandiert der Herr Major:

"Feuer vorn und hinten!"

Ruft ein arbeitsscheues Korps:

"Schmeiß mer fort die Flinten."

Aber dennoch, Mut, nur Mut!

Lasst's Euch nicht verdrießen,

Denn wir wissen absolut:

Noske, der wird schießen.

Noske schnallt den Säbel um,

Noske geht aufs Ganze,

Noske feuert, bum, bum, bum,

Noske stürmt die Schanze,

Noske schreit Hurra, Hurra!

Noske hält die Wachen,

Noske schießt Viktoria,

Noske wird's schon machen."

Auf der Stirn Molkenbuhrs standen Schweißperlen. Musste Liebknecht diese unangenehmen Dinge wieder aufs Tapet bringen? Er suchte krampfhaft nach einer Handhabe, den Sarkasmus Liebknechts zu bremsen. Der setzte seine Entgegnung fort: "Sie sind von unseren Feinden nicht selten gelobt worden, Genosse Noske. Beinahe ist es mir peinlich, auf das viel zitierte Wort unseres Parteigründers Bebel zurückzukommen: 'Wenn mich der Gegner lobt, habe ich etwas falsch gemacht!' Obwohl es sehr absolut ist, stimmt es meistens. Bei Ihnen stimmt es immer. Denn wenn sogar die Hurrapatrioten den nationalistischen Übereifer eines Sozialdemokraten lächerlich machen können, dann dürfte in dessen Ideologie einiges nicht in Ordnung sein. Sie sind chauvinistischer als unsere Chauvinisten, und Herr Krupp hat auf jeden Fall versäumt, Sie als Geschäftsführer anzustellen!"

Spontan klatschte die Mehrzahl der Anwesenden, eine Minderheit zischte, Molkenbuhr behämmerte die Tischplatte mit dem stumpfen Bleistiftende, doch unbekümmert darum rief Ledebour: "Bravo! - Großartig charakterisiert!"

Noske war aufgesprungen, seine erste unkontrollierte Bewegung dieses Nachmittags. Mit ausgestrecktem Zeigefinger wies er auf Liebknecht. "Sie wollen mich diffamieren! Ich pfeif drauf! Weil ich sicher bin, alles das, was Sie mir als Todsünde ankreiden möchten, wird unser Vaterland einmal vor dem Untergang retten!"

Liebknecht ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. "Schade um das Versäumnis des Kanonenkönigs, Genosse Noske. Denn dort wären Sie an der richtigen Stelle und kein dunkler Punkt auf dem Schild der Partei. Die meisten Arbeiter wissen, was sie von den Erzeugern der Mordwerkzeuge zu halten haben. Wenn sich aber einer die Toga der Sozialdemokraten umwirft, wollen sie nicht gern glauben, dass er die Geschäfte des Krieges besorgt."

Abermals war das Fraktionszimmer erfüllt vom Lärm des Für und Wider. Noske schaute ungnädig zu Molkenbuhr hin, es sollte ausdrücken, wenn du nicht dafür sorgst, dass diese Angriffe aufhören, ziehe ich die Konsequenzen. Molkenbuhr verschaffte sich endlich Gehör. "Genosse Liebknecht, wir sind hier nicht auf einer Massenversammlung. Ich bitte Sie, sachlich zu bleiben."

"Wenn Sie mir eine Unwahrheit nachweisen können, Genosse Molkenbuhr, dann rügen Sie mich. Aber Fragen des Temperaments bitte ich meiner Entscheidung zu überlassen."

"Ich muss noch einmal wiederholen, keine Plenumsdebatte! Tun Sie mir den persönlichen Gefallen, kommen Sie zur Sache."

Liebknecht bekam einen bitteren Zug um den Mund. "Es ist selten so zur Sache gesprochen worden. Wenn ich nur einen Funken Zweifel gehabt hätte, was mit dem Material zu tun sei, jetzt weiß ich es. Die Ausführungen des Genossen Noske haben es mir unmissverständlich bestätigt." Liebknecht setzte sich und verstaute die Notizen in seiner Aktentasche. Er musste sich Mühe geben, das Zittern seiner Hände zu unterdrücken.

In die aufgekommene Stille fiel die Stimme Scheidemanns. "Liebwerte Genossen! Anscheinend ist es schwierig, eine Gelegenheit vorübergehen zu lassen, ohne Unmut abzublasen. Während des Hauptteils unseres freundlichen Gesprächs konnte man wahrhaftig der Meinung sein, es handle sich wohl um einen Vorschlag Noske und nicht um einen Vorschlag Liebknecht. Wir ..."

"Wer daran schuld war, ist ja wohl klar: Denn wir sind hier nicht zusammengekommen, uns um Genossen Noske politisch und organisatorisch belehren zu lassen. Er ist der Letzte, dem ich das zugestehe. Die kleine Kostprobe eben spricht Bände." Während seines schnellen Sprechens hatte Ledebour das vorwurfsvolle Kopfschütteln Molkenbuhrs ständig mit einem Abwinken begleitet, und das schien dem Sitzungsleiter die Worte verschlagen zu haben.

Nachsichtig lächelnd setzte Scheidemann seinen angefangenen Satz fort: "Wir alle sollten uns an die Tatsache gewöhnen, dass es in jeder Partei nun einmal zwei Pole gibt. Und die werden bei uns halt von den Genossen Liebknecht und Noske verkörpert." Er erntete einiges Schmunzeln und lächelte selbst über seine witzig sein sollende Bemerkung. "Obwohl ich mich nicht zu den engeren Freunden des Genossen Liebknecht zählen darf, muss ich sagen, sein Vorschlag hätte eine ernsthaftere Behandlung verdient. Bitte versetzen Sie sich einmal in seine Lage. Er bekommt - zumindest dem Aussehen nach - hochbrisantes Material in die Hände. Das soll er in den Papierkorb tun? Könnte nicht umgekehrt eine Provokation beabsichtigt sein, die auf den Vorwurf der Unterlassung hinausgeht? In einem halben Jahr haben wir die preußischen Landtagswahlen. Deshalb besteht schon gar kein Grund, unseren Wahlgegnern irgendwelche Sorgen abzunehmen. Jawohl, das Material gehört zum Kriegsminister! Mag sich Herr von Heeringen mit seinen politischen Freunden da herauswursteln. Wennschon ein Kuckucksei, dann aber nicht in unser Nest!"

Über die Hälfte der anwesenden Fraktionsmitglieder zollten Scheidemann Beifall. In den beiden sich befehdenden Gruppen herrschte teils Verblüffung, teils nachdenkliches Überlegen. Ledebour sandte einen Blick hinüber zu Liebknecht, der besagte, dieser Fuchs Scheidemann hat wieder mal das beste Gespür bewiesen.

Liebknecht starrte versonnen vor sich hin. Scheidemann hat großartig den Parteiweisen gespielt musste er dem alten Widersacher zugestehen. Es scheint beinahe die Regel zu sein, dass er flinkhändig Porzellan kittet, das Noske zertöppert hat. Er ist auf das Gleiche aus wie der, doch mit raffinierteren Mitteln. Liebknecht hatte Spaß an Karikaturen und sammelte sie. Von Scheidemann besaß er mehrere, aber er fand keine so treffend wie eine Zeichnung von Oskar Garvens. An die musste er jetzt denken. Ein Mann im Frack reitet auf einem Steckenpferd, einem Schleppsäbel. Doch keck auf die Restlocken der Halbglatze hat er eine Jakobinermütze gestülpt. Starren die Leute auf die Revolutionskostümierung, dann übersehen sie, wohin der Ritt geht.

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