E.R. Greulich - Der anonyme Brief

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In diesem Roman hat E.R. Greulich das ereignisreiche Jahr 1913 im Leben Karl Liebknechts gestaltet. Durch sorgfältige Studien brachte der Autor auch wenig Bekanntes ans Licht und zeichnete einprägsame Charakterbilder.
Als er von Budapest zurückkehrt, findet er unter der eingegangenen Post einen umfangreichen Brief. Der Absender ist unleserlich, und das stimmt skeptisch. Anonyme Briefe bedeuten meist Klatsch und Tratsch. Aber dann liest er den Inhalt mit wachsender Erregung. Er ruft seine Frau: Schau dir das an, Sophie. Hier wird Krupp Spionage vorgeworfen, Bestechung von Beamten der Militärverwaltung. Wenn das stimmt, es wäre Dynamit inter den Sesseln einiger Herren!
Sophie warnt: Vorsicht, Karl! Womöglich will der Gegner dich in eine Falle locken. Du mußt sorgfältig prüfen, ob das Material echt ist.

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Ein wenig wie aus der Ferne kommend, als erlebe sie die Situation noch einmal, sagte Clara Zetkin, ihrer Meinung nach sei Jean Jaures der überragendste Redner des Kongresses gewesen. "Der Südfranzose schien mir der Einzige zu sein, den die Stimmung im Dom hinaufgetragen hat, über sich selbst hinaus. Da ist nichts von Höflichkeit und Demut gewesen, sondern alles war mitreißende Kampfansage. Wenn die Herrschenden einen Krieg heraufbeschwören wollten, sollten sie vorher bedenken, wie leicht die Völker sich ausrechnen können, dass ihre Revolution sie weniger Opfer kosten würde als der Krieg der anderen. Das ist keine revolutionäre Phrase mit eingebettetem Alibi, das ist Herausforderung. Dieser Philosophieprofessor glüht von echtem Zorn gegen die Feinde der Menschheit. Gegen Scheidemann zum Beispiel, gewiss ein enger politischer Verwandter des Begründers der Humanite, ist Jaures beinahe ein Phänomen. In Scheidemanns Rededispositionen sehe ich förmlich die angestrichenen Stellen, wo er dem Affen Zucker zu geben gedenkt, um den Schauspielerjargon zu gebrauchen. Jaures gibt sich selbst, Scheidemann spielt es." Clara Zetkin sagte abschließend, das habe ihr viele Gedanken verursacht. Sie sei gespannt auf die Meinung des Genossen Liebknecht, der ja mit dem Pariser Volkstribun einst die Klingen gekreuzt habe.

Gelöster nach der anfänglichen Nervosität des Abends hatte Liebknecht aufmerksam zugehört. Er sah in Clara Zetkin einen jener Menschen in der Partei, die nicht zehren, sondern geben. Wenn sie fordert, dann geistige Anstrengung. Urtyp des Mütterlichen, verhindert ihre intellektuelle Überlegenheit, dass ihre guten Gefühle zur Rührseligkeit werden. Ein Leben für die Frauen, wie platt das klingt. Und doch drückt dieser einfache Satz ihren geraden, harten Weg aus. Das andere Leben für die Familie. Der kranke Ossip, jahrelang ans Bett gefesselt, hinsiechend; zwei unmündige Kinder. Denke ich an diese russisch-deutsche Ehe dieser Emigranten in Paris, verflüchtigt sich immer etwas von meiner Selbstsicherheit. Fällt der Name Zetkin, gibt es kaum jemand in der Partei, der nicht an die "Gleichheit" denkt. Unsere einzige Frauenzeitschrift von internationalem Niveau. Ohne Clara wäre es ein Mitteilungsblättchen geblieben. Ich kenne kaum eine andere Zeitschrift der Sozialdemokratie, in der Kultur und Wissenschaftlichkeit, anspruchsvolle Unterhaltung und aktuelle Information so harmonisch verschmelzen. Die Persönlichkeit Claras und ihre Redaktionstätigkeit sind wie eine lebendige Institution. Immer wieder erwarten wir Neues, Besonderes von ihr. Man muss mit ihr gehen oder gegen sie sein.

Als Clara Zetkin ihn angesprochen hatte, war Liebknecht sich seiner abirrenden Gedanken bewusst geworden. Um Zeit für die Antwort auf ihre Frage zu gewinnen, putzte er die Gläser seines Kneifers. "Gerade das geistige Niveau einiger bedeutender Pazifisten gestaltet unter anderm den Kampf gegen den Krieg so schwierig. Wenn schon Demagogen wie Scheidemann solchen Masseneinfluss besitzen, wie erst Männer vom Format Jaures' dessen persönliche Integrität in Bezug auf seine ehrlichen Friedensbemühungen außer Frage steht. Zu bedenken ist aber zumindest: Jaures' Unbeirrbarkeit im Friedenskampf nährt sich unzweifelhaft auch aus seiner felsenfesten Überzeugung, die stärkste Sektion der Internationale, die deutsche Sozialdemokratie, wird im Falle eines Krieges wie ein Mann dagegen aufstehen."

"Ohne diese Überzeugung wäre er wohl nicht der französische Rocher de bronce des Friedenskampfes", bestätigte Rosa Luxemburg.

Liebknecht machte einige heftige Züge, da seine Zigarre auszugehen drohte. "Die antimilitaristische Propaganda befindet sich längst in einer neuen Phase, im direkten Abwehrkampf gegen den drohenden Krieg. Der Gegner ist weder blind noch taub, weiß genau um die Friedenssehnsucht der Völker. Deshalb das immer stärker werdende propagandistische Trommelfeuer der Chauvinisten in der Presse, in den Schulen und Fortbildungsschulen, in den nationalistischen Jugendverbänden. Darum heißt es vor allem: dagegentrommeln. Kongresse - ausgezeichnet; Demonstrationen - richtig; Versammlungen - gut; Stärkung des moralischen Widerstandswillens - in Ordnung; Berufung auf die Ethik - selbstverständlich. Man muss das eine tun und das andere nicht lassen. Jaures hat recht: Kostenrechnungen aufmachen, beweisen, was die Rüstungsfabrikanten am Frieden verlieren und am Krieg verdienen. Beweisen, wie sie den Krieg schüren. Beweisen, wie sie spionieren im In- und Ausland, um die Konkurrenz übers Ohr zu hauen. Beweisen, dass die lautesten Hurra-Patrioten vaterlandslose Gauner sind, die jeden mit Waffen beliefern, der gut zahlt. Die Massen wünschen den Frieden, deshalb glauben sie nur zu leicht den Friedensheucheleien. Diesen Glauben müssen wir zerstören mit dem Dynamit der Beweise." Er wies auf den Hefter. "Ich bin sicher, das hier ist solch ein Sprengstoff."

"Alsdann", Mehring erhob sich, drückte Liebknecht die Hand, "Glück bei der Durchschleusung, um beim Bild des Genossen Pieck zu bleiben. Kommt es zu Stauungen, müssen wir umgehend Gegenmaßnahmen treffen."

Nachdem er und Pieck sich von den anderen verabschiedet hatten, gingen beide.

Rosa Luxemburg hatte bereits wieder die Fahnenabzüge vor sich liegen. Sie bat Clara Zetkin und Liebknecht um fünf Minuten Geduld, sie wolle gern einige Fragen ihres Buches mit ihnen besprechen.

In der Stadtbahn - Liebknecht hatte sich am Bahnhof Friedrichstraße von Clara Zetkin und Rosa Luxemburg verabschiedet - dachte er über den Abend nach. Sophie hatte recht gehabt. Was manchmal umständlich aussieht, kann trotzdem das Bessere sein. Der Weg zur Revolution ist keine gerade, asphaltierte Straße. Wie oft habe ich es schon Jüngeren gesagt, aber vor so erfahrenen älteren Genossen wie Clara und Mehring entdecke ich dann plötzlich die Eierschalen jugendlicher Draufgängerei hinter den eigenen Ohren.

Es war angenehm warm im Abteil. In der Ecke ihm schräg gegenüber schlief eine ältliche Blumenfrau, den Korb auf dem Schoß, wahrscheinlich auf dem Weg in die westlichen Nachtlokale. Was mochte sie im Korb haben, Nelken, Veilchen, Rosen? Sollte er sie ansprechen wegen eines Straußes für Sophie? Es hätte bedeutet, sie aus dem Schlaf zu reißen, und er unterließ es.

Wieder beschäftigten sich seine Gedanken mit dem Erlebnis der letzten Stunden. Solche Aussprachen sind zu selten, wir sollten sie öfter haben. Andererseits setzen wir uns der Gefahr aus, der Fraktionsmacherei beschuldigt zu werden. Schon der Vorwurf würde die Einheit der Partei gefährden. - Was bewog Clara, Rosa und Mehring heute Abend zu ihren Vorschlägen? Revolutionäre Umsicht - zweifellos. Wie bringt man immer und in jedem Fall beides unter einen Hut, Angriffslust und weise Voraussicht? Hätte ich bei ruhiger Überlegung nicht selbst auf das Ergebnis kommen müssen? Wahrscheinlich geschah es deshalb nicht, weil ich zu oft Vorwürfen und Beschuldigungen derer entgegentreten muss, die wirklich keine Revolutionäre sind. Sie werden es mir beweisen, sowie ich das Krupp-Material der Fraktion vorlege. Liebknecht lächelte über sich selbst. Entschuldigung mit Tatsachen, die mich trotzdem nicht entlasten. Auch Clara, Rosa und Mehring stehen ständig im Zweifrontenkampf, sind dennoch ausgeglichener. Es ist wohl auch eine Frage des Charakters. Also, alter Junge, nimm diesen Ungebärdigen künftig fester an die Hand.

Der Zug verlangsamte die Fahrt, Liebknecht stand auf und knöpfte den Paletot zu. Die Blumenfrau fuhr aus ihrem Schlummer und versuchte etwas in der Dunkelheit draußen zu erkennen.

"Wir halten gleich Lehrter Stadtbahnhof", gab ihr Liebknecht Auskunft.

"Denn is ja noch 'ne Weile hin bis Zoo", sagte sie dankbar und kuschelte sich wieder in ihre Ecke.

"Darf ich fragen, was für Blumen Sie im Korb haben?", erkundigte sich Liebknecht.

"Veilchen, mein Herr, allet Veilchen, der Strauß'n Groschen. Man darf die Pochtmonehs der Kavaliere nich zu sehr anstrengen, sonst koofense nich."

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