Klaus Melcher - Die Frau des Scharfrichters

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Die Frau des Scharfrichters: краткое содержание, описание и аннотация

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1347 in Sülsheim, einer kleinen Stadt in Franken.
Der Scharfrichter Wolfram hat wegen fehlender Hinrichtungen und der wenigen Körperstrafen kaum genug Geld, um zu überleben. Deshalb hat er das Amt des Heymlichkeitenfegers (Kloakenreinigers) übernommen und verkauft zudem selbst gemischte Heilkräuteressenzen und Salben aus Menschenfett.
Eine Änderung seines Lebens bringt erst die Verhaftung Mathildes. Sie hat ihren gewalttätigen Mann vergiftet und erwartet im Kerker ihren Prozess.
Wolfram versorgt sie bis zu ihrem Gerichtsprozess und behandelt aus Mitleid die Wunden der geschundenen Frau und verliebt sich in die junge Frau.
Erwartungsgemäß wird Mathilde zum Tode verurteilt.
Wie es die Vorschrift verlang, bereitet Wolfram gewissenhaft den Scheiterhaufen vor.
Das Volk fiebert dem Fest entgegen.
Da geschieht etwas, womit niemand gerechnet hat.

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Fast unbeobachtet nahmen die wenigen Zeugen gegenüber dem Richtertisch Platz. Man wusste, was sie sagen würden, dass der Tote ein Wüterich gewesen wäre, dass er seine arme Frau ständig auf das Schlimmste misshandelt hätte, aber man wusste auch, das alles würde ihre Schuld nicht mindern.

Der Ankläger bezog seine Position vor dem Richter, machte eine knappe Verbeugung vor ihm und begann mit fast sanfter, mitfühlender Stimme die Leiden der Angeklagten aufzuzählen. Alles, was die Zeugen zu Mathildes Gunsten sagen konnten und auszusagen bereit waren, trug er vor, und schon glaubten die Zuhörer an ein Wunder.

Während er sprach, betrachtete er Mathilde in ihrem schäbigen Büßerhemd, und seine Augen begannen auf eine eigenartige Weise zu leuchten.

Ganz langsam steigerte sich seine Stimme, wurde lauter, kälter, bis er mit schneidender Stimme forderte, man solle Mathilde hochnotpeinlich befragen, denn sie hätte ihre Tat noch nicht gestanden.

„Nein! Aufhören! Hört auf! Ich gestehe doch: Ich habe meinen Mann vergiftet!“, schrie Mathilde, die eben noch auf ein mildes Urteil gehofft hatte.

Mit einer weit ausholenden Bewegung seines Armes schnitt der Anwalt Mathilde das Wort ab. Seine Augen blitzten, Zornesfalten traten auf seiner Stirn hervor, es gab keinen Zweifel mehr, er wollte Mathilde im Befragungskeller leiden sehen. Und in seiner Vorstellung sah er sie bereits dort, freute sich schon auf ihr Leiden.

„Ihr gesteht, Euren Mann vergiftet zu haben?“, unterbrach der Richter den Ankläger.

„Ja!“

Mathilde wollte noch von ihrem Martyrium erzählen, von den vielen Nächten, die sie vor Schmerzen nicht hatte schlafen können, dass er sie nicht nur einmal fast Tode geprügelt hätte, doch das Gericht wollte keine Einzelheiten hören.

Sie hatte gestanden, und so war die weitere Verhandlung nur noch eine Formsache. Auf eine peinliche Befragung konnte, sehr zum Ärger des Anklägers, verzichtet werden. Alle seine Versuche, sie doch noch durchzuführen, blieben erfolglos.

Nur ein Zugeständnis an das allgemeine Rechtsempfinden machte das Gericht: Mathilde sollte auf dem Scheiterhaufen sterben. Und jubelnd vernahm das Volk auf dem Marktplatz das Urteil.

Kapitel 5

Von allen Seiten fuhren Bauern auf ihren zweirädrigen Karren Holz herbei, armdicke Äste, vor allem trockene und einige wenige noch grüne, und Reisig, der wie Zunder brennen würde.

Ihr gemeinsames Ziel war das Feuerfeld unweit des Galgenbergs, ein Platz, auf dem nichts wuchs, selbst Gras und Buschwerk regelmäßig beseitigt wurden. Er war groß genug, um mehr als tausend Zuschauer aufzunehmen, die Tribüne für das Gericht und die Honoratioren der Stadt, die Patrizier und Zunftmeister und Gildemeister.

In der Mitte des Feldes sollte der Scheiterhaufen, sozusagen das Herzstück des Platzes, entstehen, dem dieser unwirtliche Platz seinen Namen verdankte.

Der Prozess hatte noch nicht begonnen, doch kaum jemand zweifelte an seinem Ausgang, und so waren seit Tagesanbruch Zimmerleute damit beschäftigt, das Gerüst zu bauen, auf dem die Verurteilte stehen sollte. Es musste hoch genug sein, dass die Flammen sie nicht zu früh erreichten und damit sie von allen Seiten gut zu sehen war.

Durch den Boden dieser kleinen Kanzel war ein starker Baumstamm gerammt, an den die Verurteilte gebunden werden sollte. Dort, wo er auf die Erde traf, hatte man ein Loch gegraben und den Pfahl im Erdreich versenkt.

Auf der Rückseite der Kanzel führte eine Art schmale Treppe, eine breite Leiter eher, hinauf, über die die Verurteilte und der Scharfrichter nach oben gelangten.

Es gehörte zu den wichtigsten Aufgaben des Scharfrichters, das Aufschichten des Scheiterhaufens zu überwachen. Zu viele Fehler konnte gemacht werden.

Sparte man mit trockenem Reisig und dünnen trockenen Ästen, so würden die dickeren Scheite nicht schnell genug entzündet werden, und die Delinquentin würde im Rauch ersticken, bevor die Flammen sie erreichten.

Nahm man zu viel Reisig, so würde das Feuer hoch lodern, und die Delinquentin würde zu schnell in dem Inferno verbrennen.

Nein, auf die richtige Zusammensetzung des Holzes und Höhe des Scheiterhaufens kam es ganz entscheidend an.

Während die Zimmerleute einen weiten Kreis um die Richtstätte durch eine Art Zaun absteckten, den niemand bei Gefahr für Leib und Leben überschreiten durfte, schichteten städtische Büttel das Holz u-förmig um die Kanzel auf.

Aus dicken, noch nicht ganz ausgetrockneten kurzen Baumstämmen, über die sie trockene Äste legten, fertigten sie eine Art Feuerstelle, die sie mit Reisig, trockenem Moos und Stroh füllten. Hier würde der Scheiterhaufen entzündet werden.

Damit die Flammen die nächsten Schichten, die stärkere Äste und Scheite, erreichten und nicht erloschen, wurden die unteren Lagen zusätzlich mit Pech getränkt.

Immer wieder griff der Scharfrichter ein, verbesserte hier etwas und dort, zog unbrauchbare Stämme heraus und legte sie zur Seite, achtete darauf, dass die Büttel nicht zu viel Pech verwandten.

Endlich war der Scharfrichter mit dem Ergebnis seiner Arbeit zufrieden. Der Scheiterhaufen war nach allen Regeln der Kunst errichtet. Die Malefikantin würde exakt die vorgeschriebene Zeit in dem Flammenmeer stehen müssen, bevor auch der Boden Feuer fing und zerbarst und sie in die Glut stürzen würde.

Wohl auf ein geheimes Zeichen des Scharfrichters begann die große Glocke der Marktkirche zu läuten und verkündete: Der Scheiterhaufen ist fertig.

Die Hinrichtung konnte beginnen.

Von überall strömten die Schaulustigen herbei.

Es gab wohl kaum jemanden in der Stadt und in den Dörfern, der sich dieses Spektakel entgehen lassen wollte, und schon begann hier und dort der Streit um die besten Plätze.

Wetten wurden abgeschlossen, wie lange Zeit vergehen würde, bis die Kanzel zusammenbrechen würde.

Einige wenige bedauerten die junge Frau, die so früh sterben musste, konnten sich daran erinnern, dass sie es in ihrer Ehe wirklich nicht leicht gehabt hatte. Und sie rätselten darüber, wie sie wohl aussehen würde, ob sie das Kleid tragen würde, das sie bei ihrer Verhaftung getragen hätte, ob man ihr ein frisches zugebilligt hätte, oder ob sie im Büßergewand ihre letzte Reise antreten müsste.

Andere, besonders eine bestimmte Art von Männern, beschäftigte die Frage, wie wohl der Körper der Frau aussah, wenn das Kleid verbrannte.

Kinder bahnten sich ihren Weg durch die Schaulustigen und boten Limonade und Gebäck feil, denn das lange Warten machte hungrig und durstig.

Plötzlich begann das helle Armsünderglöckchen zu läuten, erst unrhythmisch, bis es den Takt gefunden hatte, entsprechend dem Schreiten der zu erwartenden Prozession.

Ein Raunen ging durch die Menge, und alle Köpfe wandten sich dem Stadttor zu, durch das die Prozession kommen musste.

Durch das geöffnete Tor näherten sich mehrere Wagen, zunächst der des Gerichts, dann die der Patrizier und anderen Ehrengäste.

In gebührendem Abstand ging der Priester.

Ihm folgten zwei Büttel, zwischen sich die mit Seilen gebundene Verurteilte.

Sie trug das gleiche Armsünderhemd wie bei der Gerichtssitzung, doch war es jetzt im Rücken zerschnitten, nur mit einem groben Strick zusammengehalten. Nichts sollte ihr bleiben!

Den kahl geschorenen Kopf hatte sie gesenkt, sah nicht die Menge, die sich an ihrem Anblick nicht satt sehen konnte, voller Erwartung der Freuden, die sie gleich genießen würden.

Wie viele Jahre hatte man auf ein derartiges Spektakel warten müssen?

Die Jüngeren hatten es noch nie gesehen und fieberten dem Ereignis entgegen.

Die Prozession machte Halt an der Tribüne, die der Richter, die Schöffen und die Stadtoberen betraten. Nachdem sie sich gesetzt hatten, bezogen die Büttel mit der Verurteilten vor dem Podest Stellung, und der Richter erhob sich von seinem Platz. Ungerührt von dem Anblick der Delinquentin, die auch jetzt noch merkwürdig gefasst wirkte, wiederholte er das Urteil: ‚Tod durch das reinigende Feuer’, und brach den Stab über ihrem Kopf.

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