»Hat er den Ort Henrichenburg erwähnt? Ich denke dabei an den Wesel – Datteln - Kanal.«
»Nein. Hier aus der Ecke war es nicht. Es muss am Niederrhein gewesen sein. Er wurde einmal dort geblitzt. Ich glaube in Rees. Er hat es mir selbst erzählt.«
»Wann war das … ungefähr?«
»Die Blitze? Zwei Monate? Die Wasserproben vor drei Wochen. Ich kam aus dem Urlaub. Da hat er mir die Ruder von meinem Kanu vorbeigebracht, die ich in Reparatur hatte. Dabei habe ich in seinen Kofferraum schauen können. Es handelte sich um drei Glasflaschen, die in einem Karton zusammengehalten wurden.«
»Das bringt uns ein Stück weiter. Vielen Dank, dass Ihnen das noch eingefallen ist. Unsere Telefonnummer …«
»Ich weiß.«
»Die Schön hinterlässt einen tollen Eindruck«, kommentierte Hallstein im Auto nach der ersten Kurve. »Hätte ich auf den ersten Blick nicht vermutet«.
»Die Haare …« Berendtsen verkniff sich seinen Kommentar. Die Kommissare sahen sich an. Dann schmunzelten sie verhalten.
»Shit happens!«
»Manchmal jedenfalls«, führte Berendtsen den Satz zu Ende. »Die Kappe war, zugegeben, sehr schön … und groß genug.« Er fischte sein Handy aus der Innentasche, drückte lange auf die Mitte der Tastatur, die 5, die einzige Kurzwahl, die er eingerichtet hatte. Es meldete sich Uschi. Er berichtete ihr von der Schule in Henrichenburg und bat um Informationen über die Baufirma. Sein Blick fiel auf die Digitaluhr in Hallsteins BMW. »Sonst irgendwelche Neuigkeiten?«
»Die Auswertungen seiner Telefongespräche sind da. Ich schicke sie als Mail.« Sie wusste, dass der Chef in seinen Garten wollte.
Es gab nichts. Berendtsen stieg am Präsidium aus und wechselte direkt in seinen Wagen. Sein Programm konnte er bei dem schönen Wetter auch im Garten aktualisieren. Außerdem wollte er seinen Nachbarn interviewen.
Eine halbe Stunde nach dem Anruf erschien Franz am Gartentor. Er kam aus der Redaktion. Das Bier stand bereit. Berendtsen drückte ihm den gefüllten Seidel in die Hand.
»Auf den Feierabend.«
»Auf unsere Freundschaft«, erwiderte Franz. Er trank fast drei Viertel seines Kruges leer und wischte sich mit dem Unterarm den Schaum vom Mund. Berendtsen schob die nächste Flasche nach. »Du hast mich angerufen. Bestimmt nicht, weil du das Bier nicht allein trinken kannst. Was möchtest du wissen? Hast du zufällig meinen Artikel in der Ruhrzeitung gelesen? Ich war auf der ersten Seite!«
»Habe ich. Verständlich geschrieben. Neutral gehalten, kein Sensationsjournalismus. Ich habe etwas für dich: Hillebrandt war an einem Umweltskandal dran. Niederrhein … mit Vorsicht. Ich meine, es ist nicht sicher. Die Schule in Henrichenburg war auch sein Werk. Das weißt du?«
»Ich weiß, dass es ein Problem mit der Dämmung gibt, aber das Hillebrandt das aufgedeckt hat, wusste ich nicht. Danke.«
»Hast du etwas über diese Bauunternehmen, das den Pfusch zu verantworten hat?«
»Die Firma heißt Krümpel, Inhaber Jochen Krümpel. Er soll in den nächsten Tagen Konkurs anmelden müssen. Ich weiß das aus sicherer Quelle von einem Malerbetrieb, der den Anbau anstreichen soll. Den Lothar kenne ich aus der Schule. Er erzählt keine Märchen.«
»Gut.«
»Denkst du, der Krümpel ist in die Sache am Hervester Bruch verwickelt? Hat der den Karl-Heinz aufgesucht?«
»Motiv ist da. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er wusste, wann Hillebrandt auf seinem Ansitz anzutreffen ist. Er konnte nicht wissen, wer der Verfasser des Artikels war, geschweige denn, wer seinen Pfusch aufgedeckt hat. Der Täter muss nicht nur die Person, sondern auch von seinem Jagdrevier Kenntnis gehabt haben und auch davon, wann er auf dem Sitz anzutreffen ist. Das wussten nur wenige. Prost … Gut, man kann eine Menge in Erfahrung bringen, wenn man wütend ist. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.«
»Außerdem musste er schießen können. Mit einer Jagdwaffe in Sekundenschnelle zu schießen und zu treffen ist nicht einfach.«
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