Erhard Scherner - Geschichten vom LaoWai

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Es verging wohl kein Tag auf Pekings Straßen, an dem man ihn nicht LaoWai gerufen hätte. Doch das Wort, von den Begriffen für Ausländer der vielleicht Schillerndste, fand sich in keinem der berühmten Wörterbücher. Offenbar war es urplötzlich und erst vor abzählbar wenigen Jahren aufgetaucht. War nun Oller Westler gemeint? Tollpatsch? Oder beides? – Die Verbindung der zwei Schriftzeichen alt/ehrwürdig und draußen erwies sich als unübersetzbar.
Aber das Wort war nicht zu überhören. Und manchmal wies eine Mutter ihr Kind zurecht: «Das sagt man nicht! Und nicht so laut!» Er trug es bald missmutig, bald heiter. War er nicht drinnen im Mittereich auch immer draußen?! – So nahm er die Benennung einfach an.

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"Lasst die Persimonen, erst muss der Frost in die Früchte", ruft die Mutter, "vorher schmecken sie nicht". Aber da kommen die zwei schon, der Mund, die Hände vom Saft verschmiert. Und nun wollen sie auf die Brüstung gehoben sein. Weithin kahle Felswände, fern an einem Hang leuchtet roter Ahorn auf. Die Bergzüge strecken sich in herber Schönheit. Unten tief im weiten Kessel liegt Peking, man kann es nur ahnen angesichts der vagen Konturen unter der flimmernden Glocke von Rauch und Staub. "Es ist schön hier draußen", sagt LaoWai, noch immer verlegen, "eine karge Landschaft; Sie, gewiss, sind anderes gewohnt - tiefe Wälder, stille Seen ... "

Da bricht ein Schluchzen aus der Frau, Tränen stürzen, die Kinder fahren herum, LaoWai steht gelähmt, Frau Hilja setzt die Zwillinge auf die Erde, packt sie an den Händen, stürzt der Steintreppe zu.

"So warten Sie doch", ruft der Deutsche.

Das Gesicht verlieren

Eine Freundin fragt LaoWai, was es in China auf sich habe, sein Gesicht zu verlieren. Umständlich sucht LaoWai nach einer Antwort:

Dasjenige, was in der physischen Realität schlechthin unverlierbar ist (von ein paar schrecklichen Sonderfällen abgesehen), kann im Geistigen in China (und rundum) ziemlich rasch geschehen. Wohl jeder im Mittereich fürchtet sich, sein Gesicht zu verlieren, jeder sucht es unbedingt zu vermeiden, und gefährdet bereits dadurch das also gehütete Antlitz. Wer kann es bis zu End' erklären, was das eigentlich ist - das Gesicht verlieren?Zwischen Wirklichkeit und Anschein tritt dieses Phänomen in zehntausend Varianten und Unmöglichkeiten zutage, und allein die Frage nach seinem Wesen macht jeden Chinesen verlegen. So habe ich mir Zurückhaltung auferlegt, sagt LaoWai, suchte die von meinem Gesprächspartner ausgesandten Signale, bewusste wie unbewusste, recht aufzunehmen und zu verstehen. Dann gerate ich nicht in die Gefahr, jemandem unzumutbar zu nahe zu treten. Ich suche es zu unterlassen, mein Gegenüber, im Namen gründlicher Klärung, zum Äußersten zu treiben, ihm Ausweg oder Rückzug zu versperren. Wer dies recht verstünde und beherzigte, dem eröffne sich eine reiche Skala von Schattierungen zwischen preußischem JA und preußischem NEIN.

"Du sprichst reichlich abstrakt!“ hört LaoWai die Freundin einwenden. So rettet er sich in ein Beispiel, aber eines nur: In der auch sonntags viel befahrenen Ausfallstraße Richtung Sommerpalast, noch vor der modernen Stahlplastik, die aussieht Wie ein "Mahnmal für den unbekannten Korkenzieher", stehen an den größeren Kreuzungen und würdig in Weiß, so Kopfbedeckung wie Handschuhe, Polizisten, um den Strom der Fahrräder und Autos recht zu regulieren. Da kommt, voll des Sommerglücks und getreu der Devise: Ein Rad und Rückenwind, die Freundin hintendrauf - da ist gut fahren! ein Pärchen daher geradelt. Solch gravierende Missachtung der Staatsautorität ist für den Polizisten, der die zwei sogleich entdeckt, ein starkes Stück. Er winkt sie zu sich heran, nimmt kurz die Hand an den Schirm und zieht den Block mit den Strafzetteln. Aber eh noch der verlegene Augenblick der Belehrung plus Entrichtung des Bußgeldes kommt, springt die junge Frau kokett vom Gepäckständer und erklärt mit sanftem Augenaufschlag: "Entschuldigen Sie bitte, Herr Verkehrspolizist, aber wir hatten Sie nicht gesehen, tatsächlich nicht.“

Unverzüglich winkt der Polizist die zwei in den Strom der Verkehrsteilnehmer zurück und tippt die Hand an den Mützenschirm. - Ahnst du, liebste Freundin, wie schön es ist, sein Gesicht nichtverloren zu haben?

Die Eselspeitsche

Als LaoWai unter der Mittagssonne eine alte Eselspeitsche aus dem Straßenstaub hob, war er ein gutmütiger Mensch, unbescholten und sanft. Umsichtig war er von seinem Fahrrad gestiegen, hatte den grad armlangen, fingerstarken Weidenknüppel aufgenommen, an dessen Ende, mit zwei Eisendrähten fest verklammert, der dicke, sich mählich verjüngende Hartgummiriemen befestigt war, Pfennigware der Zweiten Pekinger Gummifabrik für die hauptstädtische Eseltreibergilde.

Wie oft hatte LaoWai einem Esel und seiner Last hinterdrein geschaut, aber erst jetzt wird ihm bewusst, was für ein geringes Peitschchen es mitunter ist, das Bruder Langohr gegebenenfalls derb aus dem schläfrigen Gang reißt.

Wenn LaoWai sich jetzt beeilte, vielleicht würde er den Mann noch einholen, der hier in Haidian die Peitsche verloren hat und mit seinem Gefährt die Straße der Weißen Brücke gemächlich nordwärts zottelte. Und tatsächlich, vor ihm tauchen schon nach wenigen hundert Metern mehrere Eselskarren auf, heute mäßig mit Pappen beladen. Und niemand, der was entbehrte - müde die Esel, kraftlos dösend die Treiber auf ihren Karren. Wen sollte er fragen? Und wie? Den ganzen eingespielten Trott zum Erliegen bringen? Der Esel wird die Peitsche nicht missen ... Muss LaoWai stören in der flirrenden Sonne? Lügen heraufbeschwören und dann den Richter spielen?

Und da merkt LaoWai, dass er sich belügt. Seit sieben Minuten besitzt er eine alte Eselspeitsche, die ihm nicht gehört. Wird sie unbedingt behalten. Wer gäbe ihm eine, gutwillig? Auf wen sollte er Rücksicht nehmen? Die Eselspeitsche wippend spürt er, wie ihm neuer Schneid zuwächst. Zuschlagen wird er, wenn ihm jemand dumm kommt! Schlägt in die flimmernde Hitze, dass es knallt, erschrickt, bremst.

Wird seine Eselspeitsche erst einmal verstecken. Wird gar nicht wissen, wo er sie im Haus ablegen soll: Die Frau wird sie nicht dulden. Er wird sie nicht rausgeben. Und manchmal wird er sie zeigen, später. Wer sonst hat eine alte Eselspeitsche, aufgelesen in Haidian auf der Straße der Weißen Brücke?

Über Autos

Wenn LaoWai auf Autos zu sprechen kommt, weiß er, wie rasch er ausfallend, ungerecht, ja beleidigend werden kann. Aber durch einen Pekinger Stadtpark spazierend, zumal an der Seite einiger Chinesen, mit denen er befreundet ist, müht er sich, seine Voreingenommenheit zu zügeln. Während ordinärer Straßenlärm, das Hupen der Autos vom Blättergrün gemildert wird, berichtet LaoWai so sachlich, wie ihm das möglich ist, von den unbewohnbar werdenden Metropolen des Abendlands. Gewaltige Autostraßen entstünden für gewaltige Desaster. Er offenbart heraufziehende Pestilenzen und gewesene Wälder, erwähnt beiläufig das christliche und demokratische Selbstverständnis von der freien Fahrt für mündige, freie Bürger und vergisst nicht die Staus, lang wie die Große Mauer von Badaling bis ans ostchinesische Meer.

Aufmerksam, und wie es schien mit Genugtuung, hören die Einheimischen zu, ehe sie höflich anmerken: ein solches System, welches immer neuen Anreiz schaffe, dass Menschen so hasten, gierig nach Giften, von den kleinen Katastrophen zur absehbar großen, richte womöglich sich selbst. Nein, nein, solche Torheit würden sie, unter der Führung von …, gewiss nicht wiederholen. Man stelle sich vor, nur jeder vierte Chinese mit eigenem Wagen, das mache dreihundert Millionen Autos: der sichere Untergang eines Kontinents. Freie Fahrt für mündige Radfahrer sei der Ausweg mit chinesischem Antlitz. Aber eigentlich ginge sie das Problem überhaupt nichts an. Diese Frage, bitteschön, sollten die Ausländer ruhig unter sich ausmachen. Ein Fahrrad hierzulande koste ein Vermögen, manch einer zahle nicht einmal die lächerliche Fahrradsteuer. Für den Autotod sei China zu arm.

Fröhlicher Kinderlärm unterbricht augenblicks das Gespräch, denn um eine Wegbiegung, hinter einem Bambuswäldchen gelegen, treffen die Spaziergänger auf eine Betonpiste. Dort kurven kleine Motorautos, mit breiten Kautschukpolstern abgefedert. Sie werden von kleinen Jungen gesteuert, manche sind kaum älter als vier Jahre, und ein Mädchen mit einer großen roten Haarschleife ist auch dabei. Nähertretend blickt LaoWai in junge blitzende Augen.

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