„Also, ich bin Vater eines wunderschönen, kleinen süßen Mädchen. Sie heißt Samantha. Als ich euch mit eurem Sohn sah, hatte ich ein schlechtes Gewissen und bekam Verlangen nach den beiden.“
„Warum hast du dann Janine geküsst? Das verstehe ich nicht. Ich bin sprachlos, dass du Vater bist und mir kein Wort davon erzählt hast. Aber ich freue mich natürlich auch für dich. Du musst uns deine Familie unbedingt vorstellen.“
„Das mit Janine tut mir leid. Vielleicht hatte ich einfach Sehnsucht nach jemandem. Und außerdem wusste ich nicht, dass diese wundervolle Frau zu dir gehört. Verzeih mir bitte.“
„Vergessen. Jetzt weiß ich ja, dass du jemanden hast, der dir was bedeutet. Wann fliegst du?“
„Morgen.“
„Dann hast du genug Zeit. Um mit Stella alles zu klären und mit den beiden zu unserem Termin zurück zu sein.“
„Kann ich nicht sagen, die Kleine ist krank und befindet sich im Krankenhaus. Deshalb muss ich auch so schnell wie möglich fliegen. Wie ich das meinem Vater beibringen soll, weiß ich noch gar nicht.“
„Jerome, ich glaube er wird erfreut sein, dass du endlich zur Ruhe kommst. Deine Tochter wird ihn bestimmt um den Finger wickeln.“
„Hoffentlich. Es gibt im Moment viel zu tun, darum fällt es mir schwer, so plötzlich abzuhauen. Aber Holger ist ja eine große Hilfe. Darum wird er es verkraften und Max hat sich inzwischen auch gut eingearbeitet.“
„Na dann. Du wirst es schon machen. Ich halte dich jetzt nicht mehr länger auf. Mit dieser Überraschung muss ich erst mal klar kommen. Du wirst dich doch melden und mir Bescheid geben, wie es deiner Tochter geht. Du hast ja jetzt keinen Grund mehr, alles mit dir allein auszumachen. Du bist meine Freund. Denk daran. Ich hoffe, dass Samantha bald wieder gesund ist.“
Frank umarmte Jerome und wünschte ihm einen guten Flug und seiner Tochter das allerbeste. Dann verließ er das Büro und fuhr zurück. Er hatte Jerome mehrmals in den USA besucht. Aber von seiner kleinen Familie hatte er nie was mitbekommen. Man traf sich immer in seinem Hotel.
Jerome machte sich auf den Weg zum Büro seines Vaters. Er klopfte und öffnete langsam die Tür.
„Hallo Vater, hast du einen Moment?“
„Ja, komm herein, mein Sohn. Was gibt es so dringendes?“
„Vater, ich muss heute noch in die USA fliegen. Es ist wichtig. Ich habe den Flug schon gebucht und werde gleich zum Flughafen fahren.“
Sein Vater runzelte die Stirn.
„Ist etwas mit dem abgeschlossenen Projekt nicht in Ordnung?“
„Doch. Aber darum geht es nicht. Es ist privat. Ich muss dir jetzt etwas gestehen, was ich die ganze Zeit für mich behalten habe. Ich hoffe, du verstehst es.“
„Was ist los, Jerome? Raus mit der Sprache. Du weißt ja, dass ich mit deinem Lebensstil nicht ganz einverstanden bin. Aber egal, du bist mein Sohn. Also was gibt‘s.“
„Ich bin Vater einer Tochter. Sie ist krank und liegt im Krankenhaus. Deshalb muss ich sofort zu Stella und Samantha.“
Jeroms Vater starrte ihn ungläubig an.
„Was sagst du da? Vater? Seit wann? Warum weiß ich nichts davon? Du lebst nicht mit ihnen zusammen?“
„Nein wir sind getrennt. Aber Stella ist ein wundervoller Mensch und unsere Tochter ist wirklich süß. Wir trennten uns, bevor ich wieder nach Hause kam. Es war meine Schuld. Ich hatte mal wieder eine Dummheit gemacht.“
„Dann möchte ich beide kennenlernen. Bring sie mit hierher. Vielleicht wird alles wieder zwischen euch gut. Das würde mich sehr freuen, mein Sohn. Dann kommst du endlich mal zur Ruhe. Ich hoffe, dass du deinen Lebensstil jetzt ändern wirst.“
Er nahm seinen Sohn in die Arme.
„Aber, dass du kein Wort darüber erzählt hast, macht mich schon etwas traurig. Das passiert hoffentlich nicht mehr. Ich bin dein Vater, auch wenn es zwischen uns manchmal unterschiedliche Ansichten gibt. Wir haben uns doch immer wieder zusammengerauft.“
„Ja, Vater. Ich war blöd, dass gebe ich zu. Aber ich wusste selbst nicht, wie es mit mir und Stella weitergehen sollte. Ich mag sie sehr, hatte aber gleichzeitig ständig mit anderen Frauen Affären. Ich hatte das alles nicht so ernst genommen. Erst hier habe ich bemerkt, dass ich beide vermisse.“
„Dann ist es ja noch nicht zu spät. Mach dich auf den Weg und bring beide mit, damit ich sie kennenlerne. Los hau schon ab. Deine Tochter braucht dich. Ich wünsche ihr alles Gute.“
Dann klopfte er Jerome auf die Schultern.
„Danke Vater. Ich war ein Esel. Ich versuche mein Bestes. Bis bald.“
Jerome verließ das Büro. Warum hatte er nicht schon früher mit Frank und seinem Vater darüber gesprochen. Er verstand es selbst nicht. Ob Stella mit ihm in seine Heimat kommen wird, wusste er nicht, er wollte es versuchen. Für beide wollte er in Zukunft da sein. Auch wenn er nur freundschaftliche Gefühle für Stella hatte. Seine Liebe gehörte Janine. Das durfte aber niemand erfahren.
Als Frank im Büro zurück war, musste er sofort Janine die Neuigkeit überbringen. Somit wusste sie auch gleichzeitig, dass der Kuss von Jerome nichts zu bedeuten hatte und sie für Jerome nur ein Flirt war.
„Janine, du wirst es nicht glauben, was ich gerade erfahren habe. Jerome ist Vater. Er hat eine Tochter.“
„Was?“
Janine blickte erschrocken auf.
„Ja, eine 3 Jahre alte Tochter und eine Freundin in den USA. Seine Tochter ist erkrankt und liegt im Krankenhaus. Deshalb fliegt er noch heute in die Staaten. Er will sich wieder mit Stella versöhnen und sie vielleicht überreden mit hierher zu kommen. Mein alter Freund wird endlich sesshaft.“
Janine verspürte einen Stich in ihrem Herzen. Er hatte also eine Tochter und eine Freundin. Wenn er sie mitbringen will, dann muss er sie lieben. Dann werden sie wohl hier zusammen leben. Das wollte sich Janine nicht vorstellen. Was habe ich erwartet. Da ich mich für Frank entschieden habe, sollte ich Jerome sein Glück gönnen. Also war ihre Liebe vorbei. Sie musste Jerome vergessen. Es war endgültig vorbei.
„Alles in Ordnung, Janine?“
„Ja. Bin nur überrascht, dass du nichts davon gewusst hast, obwohl er dein Freund ist.“
„Das habe ich auch nicht verstanden. Eigentlich hatten wir nie Geheimnisse voreinander. War auch etwas sauer auf ihn.“
Dann widmeten sich beide wieder ihren Akten. Die Sache ging jedoch Janine nicht aus dem Kopf.
Der Hochzeitstermin rückte näher. Nur noch zwei Wochen. Die Vorbereitungen waren soweit abgeschlossen. Janine war gerade wieder zur Anprobe bei Selina. Das Kleid sah wunderschön aus. Fast war es fertig. Ein paar kleine Änderungen wurden noch vorgenommen.
„Du siehst bezaubernd darin aus. Dieses Modell war die richtige Wahl. Es ist nur für dich gemacht. Deine Figur kommt richtig gut zu Geltung“, schwärmte Selina.
„Du hast recht, Selina. Es ist wunderschön. Du bist eine gute Schneiderin.“
„Danke. Freut mich, dass es dir so gut gefällt. Hab mir auch ganz besondere Mühe gegeben“, lachte Selina.
Inzwischen besaß Selina ein kleines Modegeschäft, dass ganz gut lief.
„Ina, kommst du mal bitte und bring den Schleier mit.“
„Ja, sofort.“
Ina arbeite inzwischen auch bei Selina im Laden. Sie kümmerte sich hauptsächlich um den Einkauf und die Buchhaltung. Ihr gefiel es gut bei Selina. Sie arbeite gerne mit ihr zusammen. Selina holte auch manchmal ihre Meinung zu den entworfenen Modellen bei ihr ein. Beide ergänzten sich gut. Selina beschäftigte auch noch 2 weitere erfahrene Näherinnen.
„Wie gefällt er dir, Janine?“ , wollte Ina wissen.
„Wunderschön.“
Wie wundervoll wäre es, wenn ich mit Jerome diesen Weg gehen könnte. Aber das ist endgültig vorbei. Für immer.
„Hallo, Janine, träumst du schon von der Hochzeit?“, lachte Ina.
„Oh ja, entschuldige, Ina.“
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