„Ja, es bleibt dabei. Bitte erzähl Frank nichts. Er hat so viel für mich getan, ich werde ihn nicht verlassen.“
„Wie du meinst. Trotzdem finde ich es nicht richtig.“
Janine nahm alle Kraft zusammen.
„Komm, lass uns wieder nach unten gehen. Frank wird mich schon vermissen.“
„Oh richtig. Ich hatte ihm versprochen, dich zu suchen“, fiel Marina wieder ein.
Beide gingen nach unten und versuchten, so gut es ging zu lächeln, als wäre alles in bester Ordnung.
„Da bist du ja. Wo warst du so lange?“
„Sie war bei Dirk, wie ich angenommen hatte“, gab Marina schnell zur Antwort.
„Alles in Ordnung?“
Frank sah Janine an.
„Ja. Alles in Ordnung. Wollte nur mal nach unserem Kleinen sehen“, lächelte Janine Frank an und nahm ihn an der Hand.
„Willst du tanzen?“
„Aber gern“, freute sich Frank.
„Na, ihr beiden, legt ihr mal ne kesse Sohle aufs Parkett. Das könnt ihr doch so gut“, lachte Max ihnen zu, während er mit Katrin in seinem Element war. Max war ein super Tänzer und Katrin war die richtige Tanzpartnerin für ihn. Frank nahm Janine an der Hand. Jetzt zeigten auch sie, wie gut sie tanzen konnten. Alle waren ausgelassen, sie tanzten und unterhielten sich prächtig miteinander. Der Abend verging.
„Wo ist eigentlich mein Freund Jerome?“, schaute sich Frank suchend um.
„Der hat sich schon lange verabschiedet. Hätte noch ne Verabredung. Ein heißer Feger sozusagen“, zwinkerte Christoph.
„Ihr kennt ihn doch.“
Ein Stich ging durch das Herz von Janine. Soll er wirklich die Nacht mit einer anderen verbringen, nachdem was eben geschehen war. Hat er sie belogen? Hat sie sich so getäuscht. Vielleicht besser so. Sie musste ihn sowieso vergessen. Doch das gelang Janine nicht. Während des ganzen Abends dachte sie an Jerome. An seine Liebkosungen, seine leidenschaftlichen Küsse. Seine Hände brannten noch auf ihrem Körper.
„Was ist los Janine? Du bist plötzlich so still. Fühlst du dich nicht wohl?“, legte Frank den Arm um sie.
„Doch, doch. Dachte nur gerade an meine Eltern, die das alles leider nicht mehr erleben können,“ log sie.
Frank glaubte ihr und drückte sie fest an sich.
„Komm, lass uns noch mal tanzen“, zog er sie mit sich, um sie abzulenken.
„Hoch lebe das künftige Brautpaar“, riefen alle plötzlich wie aus einem Mund und klatschten.
„He, Marina, wo bist du mit deinen Gedanken?“
„Entschuldige, Gunther, es wird nicht wieder vorkommen. Musste nur an Jerome denken, der sich leider nie ändern wird, mit seinen Frauengeschichten. Das tut mir leid. Ich mag ihn.“
„Hey, was soll das heißen? Wirst du mir untreu?“
Marina lachte Gunther an.
„Nein, keine Sorge. Du bist und bleibst mein bester Freund.“
„Bin ich nur ein Freund für dich?“, enttäuscht schaute er Marina an.
„Wie? Was? Was ist denn jetzt los?“
„Vergiss es, Marina, lass uns zu den anderen gehen.“
Anscheinend ahnt Marina nicht, wie es um mich steht, dass ich sie liebe. Ich muss es ihr zeigen, mich mehr um sie bemühen, dachte Gunther.
Langsam verabschiedeten sich die Freunde von Frank und Janine um den Heimweg anzutreten.
„Das war ein langer, aber sehr schöner Tag, findest du nicht auch? Aber jetzt ist es gut, dass wir alleine sind.“ Frank schaute Janine liebevoll an.
„Wollen wir zu Bett gehen. Ich möchte heute Nacht nicht alleine sein“, bat er.
Janine ließ sich mit ihm mitziehen. Was sollte sie tun. Ihm sagen, was heute passiert war? Nein, dass konnte sie ihm nicht antun. Er ist so liebevoll und fürsorglich. Ich würde ihm das Herz brechen. Also legte sie sich, nach einer Dusche zu Frank. Als Frank vom duschen kam, war er nur mit einem Handtuch bekleidet. Er war ein wirklich gut aussehender, großer, schlanker Mann. Seine blauen Augen schauten immer freundlich. Das braune lockige Haar fiel ihm ins Gesicht und in seinen Augen sah sie die Leidenschaft. Er streifte das Handtuch ab und legte sich dicht neben Janine unter das leichte, seidene Betttuch. Dann zog er Janine an sich.
„Janine, ich liebe dich über alles und bin froh, dass du meine Frau wirst.“
Dann küsste er sie voller Leidenschaft. Sie Hände streichelten über ihren Körper. Janine wollte ihn aufhalten, aber sie tat es nicht. Sie wollte seine Frau werden. Also ließ sie es geschehen. Frank liebte sie leidenschaftlich und zärtlich. Janine versuchte, mit allem was sie tat, zu zeigen, dass sie ihn liebte. Ihre Gedanken aber kreisten um Jerome. Erschöpft schliefen beide ein.
Die folgenden Wochen waren genau so hektisch, wie die vergangenen. Der Termin rückte näher. Janine wurde immer nervöser und trauriger. Jerome hatte sich nicht blicken lassen.
„Was sagst du da, du hattest es mir doch zugesagt. Warum musst du plötzlich weg?“, hörte Janine Frank mit jemandem reden.
„Hör zu, du bist mein bester Freund und lässt mich jetzt im Stich? Warum? Ich komme zu dir. Bist du im Büro? Das muss ich persönlich mit dir klären.“
Frank knallte den Hörer auf.
„Was ist los, Frank? Was hat dich so verärgert?“
„Na was, oder besser wer wohl. Jerome natürlich. Plötzlich kann er nicht mehr mein Trauzeuge sein. Er verlässt uns mal wieder und fliegt in die USA.“
„Was? Warum?“
„Keine Ahnung. Ich bin mal kurz weg. Muss die Sache mit ihm klären.“
Frank verschwand. Iris, seine Sekretärin starrte ihm entgeistert nach.
Warum will er wieder in die USA? Sein Auftrag ist doch erledigt, fragte sich Janine. Welchen Grund gibt es dann?
„Ich möchte zu Jerome, Marina, ist er da?“
„Ja, Frank, Moment ich sag ihm Bescheid. Was ist denn passiert?“
„Ich muss unbedingt etwas klären.“
Marina ging zum Büro von Jerome und klopfte.
„Jerome, Frank möchte dich sprechen.“
„Ja, nur herein mit meinem Freund.“
Marina hielt Frank die Tür auf.
„Warum tust du mir das an, Jerome.“
„Beruhige dich Frank, ich werde es dir erklären. Setz dich. Es tut mir ja selbst leid, aber es geht nicht anders.“
„Warum musst du wieder in die USA. Hast du doch wieder einen neuen Auftrag dort?“
„Nein, eine Freundin braucht mich dringend dort.“
„Eine Freundin? Du hast sie nie erwähnt.“
„Ich weiß, Frank. Ich stand mit ihr telefonisch in Verbindung. Wir wollten eine Auszeit.“
„Eine Auszeit?“
„Ja. Wir waren zusammen, in der Zeit als ich dort war. Sie ist ein wundervoller Mensch und ich kann sie jetzt nicht im Stich lassen. Dafür ist sie mir zu wichtig. Ihr kennt mich alle nur als Frauenheld, aber ich will auch Verantwortung ihr gegenüber übernehmen. Stella ist wirklich eine liebevolle Frau und ich mag sie sehr.“
„Von welcher Verantwortung redest du. Ist sie krank? Warum hast du mir nie von ihr erzählt?“
„Nun, ich dachte, die Trennung würde uns zeigen, dass wir nicht zusammen passen. Aber es ist anders gekommen. Je länger ich hier bin, um so mehr vermisse ich sie. Und jetzt braucht sie mich dringend. Sie hat sonst niemanden.“
Jerome schien wirklich besorgt.
„Ich verstehe nicht. Du hättest doch trotzdem von ihr erzählen können. Warum holst du sie nicht hierher. Bring sie mit zu unserer Hochzeit. Ich möchte sie gerne kennenlernen. Auch unsere Freunde würden sich freuen.“
„Frank ich weiß nicht, ob sie das überhaupt will. Ich muss erst mal mit ihr darüber reden. Doch zuerst muss ich nach dem rechten sehen.“
„Jerome, irgendetwas ist doch da noch. Sie ist nicht krank? Trotzdem musst du nach dem rechten sehen und sie braucht dich dringend. Also was ist los?“
1 Kapitel 2 Jeromes Geheimnis
2
„Ok. Du bist der erste, der davon erfährt.“
Jerome zögerte noch einen Augenblick, doch dann sprudelte es aus ihm heraus.
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