„Wenn sie irgendwelche Fragen haben, stehen wir ihnen jeder Zeit gerne zur Verfügung. Jetzt zeigen wir ihnen ihren Arbeitsplatz.“
„Kommen sie, Frau Kinsley. Ich werde alles tun, damit sie sich bei uns wohlfühlen“, nahm Alexa Funke sie mit.
Stella kam überglücklich zurück zu Jerome, der schon gespannt mit Samantha auf sie wartete. Freudestrahlend erzählte sie ihm alles und schwärmte von ihrem neuen Büro und ihren Arbeitgebern. Die nächsten Tage vergingen wie im Flug.
„Hallo Frank, wie sieht es aus, hättet ihr Lust mit uns zu Moritz und Jan essen zu gehen. Habe schon einige Zusagen. Ich dachte am Samstag gegen 19.00 Uhr.“
„Hey Max. Ja, denke, dass Janine nichts dagegen hat. Werde sie gleich fragen. Wir haben uns ja schon ein paar Tage nicht gesehen. Plan uns mal mit ein. Falls irgendwas dazwischen kommt, sag ich Bescheid.“
„Ok, alles klar. Machts gut.“
„Janine, unsere Clique geht am Samstag ins Restaurant von Moritz und Jan. Hast du Lust?“
„Oh ja, gerne. Wir waren schon lange nicht mehr dort. Dann kläre ich das noch mit Sandra ab.“
Alle waren im Restaurant erschienen, auch Jerome und Stella. Es wurde wieder ein fröhlicher Abend. Jan und Moritz servierten ihren Freunden verschiedene Leckereien und waren auf das Urteil gespannt. Ina die öfter im Lokal aushalf machte es Spaß die Köstlichkeiten, die neu kreiert wurden, ihren Freunden zu servieren. Später am Abend konnten sich auch die beiden Köche und Ina zu ihren Freunden gesellen.
„Ihr habt euch wieder übertroffen. Ein großes Lob. Ich spreche, glaube ich, für uns alle“, bedankte sich Christoph.
Das Restaurant der beiden war nicht sehr groß, aber was besonderes. Es war gemütlich und geschmackvoll eingerichtet. Seit 4 Jahren besaßen sie dieses kleine Juwel. Über Kundschaft konnten sie sich nicht beklagen. Das Risiko hatte sich bezahlt gemacht. Beide kannten sich schon aus Kindertagen und hatten schon lange den Wunsch, sich mit einem Lokal selbständig zu machen. Jan und Moritz waren hervorragende Köche und ergänzten sich gut.
„Es freut uns, wenn es euch geschmeckt hat“, meinte Jan.
„Ja, denn ihr ward unsere Versuchsobjekte“, lachte Moritz mit einem Augenzwinkern.
Stella bedankte sich noch bei Christoph und berichtete ihm über ihre neue Arbeitsstelle. Jerome und Janine saßen etwas voneinander entfernt. Aber ihre Blicke trafen sich doch des öfteren. Marina fiel es als einzige auf. Sie saß neben Janine. Sie musste diese jetzt unbedingt ablenken.
„Wie findest du Stella?“, fragte sie deshalb.
„Stella ist wirklich nett. Ich mag sie,“ stellte Janine fest.
„Hätte Jerome einen so guten Geschmack gar nicht zugetraut“, erwiderte Marina und noch leiser fügte sie hinzu.
“Bist du darüber hinweg?“
Janine schaute Marina fragend an.
„Es geht mir gut. Den Ausrutscher habe ich vergessen.“
„Du musst mir nichts vormachen. Die Blicke, die ihr euch zuwerft, sprechen Bände. Nur gut, dass es keiner mitbekommt. Vergiss ihn, Janine. Du bist mit Frank zusammen und hast dich für ihn entschieden.“
„Marina, bitte, dass weiß ich.“
„Du kannst jeder Zeit zu mir kommen, Janine, dass weißt du, wenn du reden willst.“
„Was soll dass denn jetzt. Ich sagte doch, dass alles in Ordnung ist.“
Janine war ungehalten.
„Alles in Ordnung bei euch beiden? Ihr macht einen etwas traurigen Eindruck“, schaltete sich Gunther ein.
„Nein, nein, alles ok. Janine hatte etwas Kopfschmerzen. Ist aber alles wieder gut.“
Frank schaute auf.
„Du hast Kopfschmerzen, Liebling? Möchtest du nach Hause?“
„Nein, ist alles wieder in bester Ordnung. Ich geh nur mal kurz an die frische Luft.“
„Soll ich mitkommen?“
„Nein, wirklich nicht nötig.“
Auch Jerome hatte bemerkt, dass bei Janine etwas nicht stimmte. Janine wollte kurz allein sein und ging nach draußen. Jetzt wo sie Jerome wiedersah, kamen die Gefühle und die Sehnsucht nach ihm wieder zu Tage. Die letzten Wochen hatte sie alles unter Kontrolle und dachte schon, dass Jerome Vergangenheit sei, doch als sie ihn heute sah, war alles anders. Warum? Sie hatte keine Antwort.
„Hallo Janine, was ist los mit dir?“
Eine Stimme, die sie vergessen wollte, drang an ihr Ohr. Janine drehte sich nicht um.
„Schau mich an, bitte?“, flehte Jerome.
Langsam drehte sie sich um. Er nahm sie in die Arme.
„Ich weiß, dass ich das nicht tun sollte, aber ich kann nicht anders.“
Sanft küsste er ihr Gesicht bis sich ihre Lippen fanden.
„Ich sehne mich nach dir“, hauchte er.
„Tu das nicht, Jerome. Bitte. Das hat alles keinen Sinn. Es darf nicht sein. Ich liebe Frank.“
Janine riss sich los und lief ins Lokal zurück.
„Da bist du ja wieder, mein Schatz. Geht es dir besser?“
„Ja, Frank, brauchte nur etwas frische Luft. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen“, küsste Janine Frank.
Alle blieben noch ein paar Stunden und Janine wirkte ausgelassen. Sie wollte ihre Ehe nicht riskieren und Frank glücklich machen. Das Kapitel Jerome musste endgültig abgeschlossen werden. Zu später Stunde verabschiedete man sich voneinander und ging nach Hause.
„Was ist los Jerome, du bist so eigenartig?“, stellte Stella fest.
Jerome fühlte sich ertappt.
„Musste grad an einen komplizierten Auftrag denken, da gibt es momentan ein paar Probleme“, log er.
Stella nahm seine Hand.
„Du wirst das schon regeln. Du kannst mit mir über alles reden, dass weißt du ja. Auch wenn ich dir in diesem Fall wahrscheinlich nicht helfen kann.“
„Dabei kannst du mir wirklich nicht helfen. Da muss ich ganz alleine durch“, schüttelte Jerome den Kopf.
Stella kam näher.
„Noch was Jerome, du musst dich zu nichts verpflichtet fühlen. Auch wenn wir wieder zusammen leben. Es braucht alles seine Zeit. Du weißt, dass ich dich liebe, aber ich erwarte nichts, dass solltest du wissen.“
Jerome nahm sie in die Arme und küsste sie auf die Stirn.
„Danke für deine Geduld und dein Verständnis, Stella.“
So schliefen sie ein.
Auch Frank wollte an diesem Abend von Janine wissen, ob wieder alles bei ihr in Ordnung war.
„Ja Frank. Mir war kurz übel. Ich hatte leichte Kopfschmerzen. Nachdem ich an der Luft war, ging es wieder. Also alles bestens.“
Sie küsste ihn.
„Ich bin nur müde.“
„Komm in meinen Arm und schlaf dich aus. Ich liebe dich und jetzt schließe deine wunderschönen Augen.“
So schliefen auch sie ein.
Jan und Moritz mussten unbedingt noch eine Bedienung einstellen. Ina konnte ja nur ab und zu helfen, sie hatte im Laden von Selina mehr als genug zu tun. Sie wollte aber Moritz und Jan nicht ganz absagen, da sie die Gesellschaft von Moritz nicht missen mochte. Also suchten die beiden nach einer Servicekraft und auch jemand der das geschäftliche für sie erledigen konnte. Mehrere Studentinnen stellten sich für den Job vor. Drei kamen in die engere Wahl. Auf die Anzeige, für die Buchhaltung, meldeten sich auch einige Bewerberinnen.
„Was hältst du von dieser Ellen Hausmann? Das Zeugnis ist super“, wollte Jan von Moritz wissen.
„Ja. Ich würde sie einstellen.“
„Dann ruf ich sie morgen gleich an. Und die drei Studentinnen könnten wir auch einstellen. Wir brauchen sie unbedingt. Ina kann ja nicht ständig aushelfen. Für Michaela und Sonja ist es jetzt schon zu viel“ meinte Jan.
Die Sache war geklärt. Jan rief am nächsten Tag die Mädels an.
Die Tage verliefen hektisch. Alle hatten genug zu tun. Man telefonierte ab und zu miteinander. Aber ein Treffen war im Moment schwierig. Den nächsten Termin, den man ins Auge fasste, war in vierzehn Tagen, wieder zum Essen bei Jan und Moritz. Man hatte genug Zeit diesen Termin einzuplanen.
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