In anderen Fällen werden Kinder von psychisch und/oder sexuell gestörten Tätern entführt, die Befriedigung darin finden, ihre Opfer gefangen zu halten, zu misshandeln oder zu missbrauchen und sie mitunter sogar töten. Bekannte Fälle dieser Art aus der jüngsten Zeit waren in Deutschland die Entführung von Levke Straßheim und die Entführung von Stephanie R. Durch die ungewöhnlich lange Gefangenschaft der Opfer über viele Jahre hinweg besonders erschütternd waren die Niigata-Kindesentführung in Japan und die Entführung von Natascha Kampusch aus Österreich. International große Aufmerksamkeit und Anteilnahme erregten auch die Entführungsfälle Elizabeth Smart und Jaycee Lee Dugard in den USA und das bis heute ungeklärte Verschwinden von Madeleine McCann.
In Kreisen des organisierten Verbrechens hat es auch Fälle gegeben, in denen die Kinder von Ermittlern oder konkurrierenden Bandenchefs entführt und als Geiseln festgehalten worden sind, um die Betreffenden unter Druck zu setzen und zum Wohlverhalten zu zwingen.
Ein anderes Motiv für Kindesentführungen in manchen Entwicklungsländern ist die kriminelle Vermittlung geraubter Kinder zur Adoption an zahlungskräftige Familien aus der westlichen Welt. Kinderlose Paare aus Amerika und Europa zahlen oft hohe Summen für eine Auslandsadoption und sind manchmal bereit, illegale Anbahnungswege in Kauf zu nehmen oder nicht zu hinterfragen. Kindesentführungen oder -entziehungen zu diesem Zweck sind besonders für einzelne Länder Zentralamerikas und Afrikas dokumentiert und stehen im Zusammenhang mit dem internationalen Kinderhandel. Ein bekannter Fall war die spektakulär gescheiterte Verbringung angeblicher Waisenkinder aus dem Tschad nach Frankreich im Jahr 2007. Zu einem mafiösen Wirtschaftszweig hat sich die Adoption entführter oder ihren Müttern abgekaufter Kinder zeitweise in Guatemala entwickelt, hier wurden im Laufe des Jahres 2007 allein bis Oktober etwa 5000 Adoptionen durchgeführt, ein Großteil davon illegal und ohne die Herkunft der Kinder und das Einverständnis der leiblichen Eltern korrekt nachzuweisen.[1] Schutz vor derartigen Missbräuchen bietet das „Haager Übereinkommen über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption“.
Ein weiterer Aspekt ist die internationale Kindesentführung durch einen Elternteil. Hier wird ein Kind dem anderen Elternteil ins Ausland entzogen (Entziehung Minderjähriger, Kindesentziehung oder Entziehen von Unmündigen). Das Übereinkommen über die zivilrechtlichen Aspekte internationaler Kindesentführung (HKÜ) sorgt dafür, dass entführte Kinder zu ihren zurückgebliebenen Elternteil zurückgeführt werden.
Bücher, Filme, Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
1782: Die Entführung aus dem Serail, Oper
1986: Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone, amerik. Filmkomödie mit den Schauspielern Bette Midler und Danny DeVito
1989: Steven – Die Entführung, US-amerikanischer Film über die Entführung von Steven Stayner
1991: Das Schweigen der Lämmer, amerik. Thriller über einen Menschen häutenden Mörder, in den Hauptrollen spielen Jodie Foster und Anthony Hopkins
1993: Die Entführung der Agata, polnischer Film, satirische Aufarbeitung eines authentischen Falles
1996: Kopfgeld – Einer wird bezahlen, US-amerik. Spielfilm mit den Schauspielern Mel Gibson und Rene Russo
1997: Todesspiel, Doku-Drama über die Entführung des Lufthansa-Flugzeuges Landshut durch palästinensische Terroristen
2001: Der Tanz mit dem Teufel – Die Entführung des Richard Oetker, deutscher TV-Krimi über die Entführung von Richard Oetker
2006: Alpha Dog – Tödliche Freundschaften, basiert locker auf tatsächlichen Ereignissen rund um Jesse James Hollywood im August 2000 in Los Angeles
2008: 96 Hours französischer Actionthriller mit Liam Neeson
2009: Haltet die Welt an, deutscher Fernsehfilm über die Entführung von Felix Wille
2009: Spurlos – Die Entführung der Alice Creed, britischer Thriller
2013: 3096 Tage, deutsches Filmdrama
2016: Gefangen, 8-teilige Fernsehdokumentation (Vereinigte Staaten 2016)
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