>Blödmann!<, dachte ich. »Nein, Abitur ist mir zu öde«, gab ich kühl zurück. »Das ist nur was für Streber. Ich mache eine Ausbildung, was Nützliches.«
»Ach ja?« André grinste dämlich. »Also ich finde, Maschinenbau ist auch sehr nützlich.«
»Tom lernt Bäcker!«, trompetete Justin hämisch dazwischen.
»Echt? Bäcker?« André prustete, er konnte sich gar nicht mehr einkriegen.
»Konditor!«, korrigierte ich kalt. Innerlich kochte ich vor Wut.
»Ist das nicht dasselbe?«, erwiderte André glucksend.
»Nein! Konditor ist etwas ganz Besonderes. Es gibt sehr berühmte Konditoren und Patissiers, zum Beispiel Gaston Lenôtre. Aber den kennst du sicher nicht«, meinte ich in arrogantem Ton.
»Ich finde, Tom hat sich einen sehr schönen Beruf ausgesucht«, mischte Mutter sich ein. Das war anständig von ihr, dass sie mir beistand. Sozusagen Verteidigung des Familienrudels gegen Fremde. Zu mir allein hatte sie das jedenfalls noch nie gesagt.
»Schon okay!« André bemühte sich um Höflichkeit.
Dann ging das Gespräch mit anderen Themen weiter. Schließlich erhob sich Mutter und griff nach ihrer Handtasche.
»Ich muss zur Nachtschicht«, sagte sie. »Schlaft alle schön – und räumt noch den Tisch ab, bitte!«
Na ja, wer musste das Geschirr abwaschen und die Küche aufräumen? Ich natürlich! André und Justin gingen ins Wohnzimmer und sahen sich zusammen eine Serie von einem Streamingdienst an. Ich bin ja bloß der Dienstbolzen hier! Aber wenigstens hatte ich meine Ruhe und musste mir nicht deren Gelaber anhören.
Als ich fertig war, schaute ich in mein – ehemaliges – Zimmer. Es wirkte schon total fremd und uneinladend. Sogar Andrés Geruch hing bereits in der Luft. Also ging ich hinüber in Justins Zimmer. Das wirkte genauso uneinladend. Es roch nach Justin. Die Ecke, die er für mein Bett und meine Sachen freigeräumt hatte, war viel kleiner als sein eigener Bereich.
Seufzend warf ich mich auf meine Bettdecke und holte meinen Schwanz raus. Schnell die Augen zu und loswichsen, solange Justin im Wohnzimmer beschäftigt war!
Wieder einmal tauchte mein imaginärer David vor mir auf, wunderschön, zärtlich, süß und geil. Ich schob meine Lippen vor, um ihn zu küssen, ließ meine Zunge hinausgleiten, zwischen seine Lippen, spürte seine Zunge …
»Sag mal, denkst du an nichts anderes als ans Onanieren?«, hörte ich Justins unangenehme Stimme.
Ich warf mich zur Seite und zog die Decke über meinen nackten Ständer.
»Verpiss dich!«, zischte ich.
»Du willst mich aus meinem eigenen Zimmer werfen?« Seine Stimme klang höhnisch.
»Das ist nicht mehr dein Zimmer!«
»Ach, leck mich doch am Arsch!« Er zog sich aus und streifte einen seiner albernen Pyjamas über. Ich schlafe immer nackt, ich hasse Pyjamas.
»Das könnte dir so passen!«, knurrte ich. Diese Bemerkung war dumm von mir.
Justin schwieg einen Moment lang und fragte dann lauernd: »Sag mal, Tom, hast du noch nie eine Freundin gehabt?«
»Ich bewahre mich auf für die Ehe!«, konterte ich ironisch. »Das Rumhuren, so wie du es machst, oder Vater, das liegt mir nicht.«
Er lachte laut. »Armer Irrer! Soll ich dir mal erzählen, wie geil das ist, in eine schön feuchte Weiberfotze reinzuficken? Wenn eine Tussi so richtig geil ist?«
Ein Gruselschauer lief mir über den Rücken. Außerdem taten mir die Frauen leid, die er nur benutzte und dann sozusagen wegwarf.
»Verschone mich! Und lass mich endlich in Ruhe!«
Er lachte wieder und ging hinaus ins Bad.
Schnell wichste ich wie der Teufel, um fertig zu werden, bevor er zurückkäme. Es war sehr einsam, David tauchte nicht mehr auf. Ich lud ab, hastig und lieblos.
Wie soll das bloß alles werden? :-[
Dienstag, 17. Juli
Heute früh hab ich André nackt gesehen. Er hatte die Badezimmertür nicht richtig zugemacht. Ich hab durch die Spalte gespäht, er hat mich nicht bemerkt. Also, André sieht ganz schön lecker aus, nicht so ein Klappergestell wie Justin. Seine Muskeln sitzen alle an den richtigen Stellen. Ich bin ja eher der schlanke, jungenhafte Typ. André wirkt fast wie ein Mann. Er hat auch schon richtigen Bartwuchs, nicht so wenig wie ich.
Er pisste ins Klo, natürlich im Stehen, dabei sah ich seinen Arsch, der ist echt geil. Schön feste, muskulöse Backen! Dann wandte er sich um, stieg in die Wanne und drehte die Dusche auf. Allerdings ist sein Schwanz nicht besonders groß, normal, würde ich sagen, also kleiner als meiner, die Eier übrigens auch. Trotzdem … wenn ich einen Mann nackt sehe, werde ich geil. Mir fehlt eben einfach was!
Ich stand an der Tür und guckte zu, wie er sich wusch. Justin war zum Glück aus dem Haus, der hat seit gestern Ferien. Mutter schlief nach ihrer Nachtschicht tief und fest. André wandte mir die Seite zu. Er rubbelte seinen Pisser ab, hob ihn hoch, seifte den Sack ein und ließ seine Hand durch die Arschspalte nach hinten gleiten. Der Seifenschaum klebte zwischen seinen roten Schamhaaren. Die sind naturgewachsen, da ist nichts getrimmt. Er wichste sich ein bisschen, ließ es dann aber sein. Richtig steif war er nicht. Dann spülte er sich ab.
Mein Teil wurde hart. Auch wenn ich André nicht ausstehen kann – ich hätte ihn schon gerne gehabt. Einfach, weil ich niemand anderen habe.
Plötzlich drehte er sich Richtung Tür und stieg aus der Wanne. Blitzschnell verschwand ich in die Küche und machte Frühstück.
Nach einer Weile kam André auch in die Küche.
»Es duftet nach Kaffee!«, meinte er mit seinem blöden Grinsen.
Tatsächlich hat es sich in der einen Woche, die André nun bei uns wohnt, schon eingebürgert, dass er sich bedienen lässt. Er ist eben zahlender Gast! Je nach dem, wer gerade zu Hause ist, der muss für André Essen machen. Montag und Dienstag, an meinen freien Tagen, bleibt das an mir hängen. Justin seilt sich dann rechtzeitig vorher ab.
»Frühstück ist fertig!«, brummte ich, klatschte André zwei Spiegeleier auf den Teller, goss Kaffee ein und schob ihm Brot, Butter, Wurst und Käse hin. Ich selbst frühstückte natürlich auch.
»Kochen kannst du gut, Tom, das muss ich zugeben«, sagte er beim Kauen. »Deine Eier sind perfekt.«
Wie meinte er denn das?
»Danke für die Blumen!«, brabbelte ich. »Man tut, was man kann.«
»Hast du heute schon was vor?«
Warum fragte er das?
»Ich wollte schwimmen gehen. Es ist ja wieder so heiß.«
»Komm doch mit nach Wildewiese! Ich muss noch ein paar Sachen von zu Hause holen, und meine Mutter freut sich, wenn ich mal auftauche.«
»Warum sollte ich?«, gab ich ungnädig zurück. »38 Kilometer Landstraße bei der Hitze in deinem kleinen Nasenquetscher fahren, für nichts?«
Er machte eine saure Miene, bestimmt wegen des »Nasenquetschers«. André besitzt einen eigenen Kleinstwagen. Ohne Auto kommt man auch kaum nach Wildewiese.
»Es ist wirklich super da. Viel kühler und angenehmer als hier in der Stadt. Wir können im Hotelpool baden, wenn du willst.«
Warum bemühte er sich so? Aber der Gedanke an einen schönen Pool zwischen grünen Hügeln hatte etwas. Nicht so überfüllt wie das Iserlohner Freibad, besonders jetzt, in den Schulferien.
»Okay, wenn du meinst …«
Ich legte Mutter einen Zettel hin, dass ich mit André nach Wildewiese fahren würde, packte diesmal eine Badehose ein und setzte mich in seine Nussschale. Für André, der ja größer und kräftiger ist als ich, fand ich dieses Auto wirklich zu klein.
Die Fahrt war so eklig heiß, wie ich es befürchtet hatte. Die Sonne brannte auf das kleine Blechdach, da reichten nicht mal offene Seitenscheiben.
In Wildewiese war es dann tatsächlich ganz hübsch. Tante Lea freute sich, mich zu sehen, und stellte uns kalte Getränke zur Verfügung. Das Hotel ist nicht groß, eine bessere Pension, aber hübsch gelegen und tipptopp in Ordnung. Am Vormittag war nicht viel los am Pool. Wir zogen uns auf dem Rasen aus und drehten den wenigen Hotelgästen dabei den Rücken zu. Ich merkte, dass André neugierig zu mir hinstarrte, als ich die Unterhose abstreifte. Na, sollte er! Ich musste mich nicht schämen mit meinem Schwanz. Wir zogen die Badehosen über.
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