Klaus M. G. Giehl - tornissinrot

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Unverhofft findet Gerhard Sinrot, Manager bei einer Frankfurter Bank, den Beweis für die Theorie, dass sich bei einer Entscheidung die Realität bei x Entscheidungsmöglichkeiten in x alternative Realitäten gabelt: Er begegnet Tornis, seinem Doppel, der durch einen Kurzschluss zwischen frisch gegabelten Realitäten in Sinrots Realität gerutscht ist. Zum Kurzschluss kam es nach der Entscheidung über einen Kredit, die fatale Folgen haben wird. Geschockt von dem Ereignis – sei sein Zwilling wiedererstanden, oder leide er an Schizophrenie?! –, erholen sich die beiden schnell und wollen das Problem gemeinsam lösen.
Während Sinrot weiter der Banker bleibt, der er war, entwickelt sich Tornis zum Künstler, will Gemälde schaffen, die die Welt bewegen. Mit der Lösung ihres Problems feststeckend, entdecken sie, dass ihre Frau und deren Liebhaber (für diesen war besagter Kredit bestimmt) sie ausbooten wollen. Das Schicksal – die Harmonie verloren, die Sicherheit dahin! – nimmt seinen Lauf, wobei sich zeigt, dass sie nicht allein sind mit ihrem Problem: Auch ihre Frau ist ein Doppel. Und die Doppel doppeln sich! Wird es den Doppeln gelingen, in ihre Realität zurückzukehren? Oder wird am Ende, wie es Tornis einmal formuliert, nur das kurzschlussfreie Nichts bleiben? Das unerregte Dunkel? Oder ein einziger Haufen (tornissinroter) Fleischgrütze?

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Herr Schilling zog sich innerlich zusammen, als hätte er in eine Zitrone gebissen. Derartige Ausrutscher ins Philosophische seien der Ermittlung nicht dienlich! Er riss sich also zusammen und kam auf das Wesentliche, den nächsten Schritt der Ermittlung, zurück, und fragte:

„Und?“

Sinrot hauchte, seinen Lippen nur eine angedeutete Öffnung gönnend:

„Was meinen Sie mit ‚und‘? Ich bin mir keines Teilsatzes bewusst, den es zu verbinden gälte.“

„Lassen Sie Ihren Sarkasmus. Der wird Ihnen jetzt auch nicht weiterhelfen.“

Sinrots Lider erschlafften gleichgültig.

Er musste sich einen Hinweis darauf, dass er erst recht von Schilling keine Hilfe zu erwarten hatte, noch nicht mal verkneifen. Die Konversation hatte ohnehin an Dynamik verloren. Folglich wartete er einfach, bis sich Schilling womöglich doch wieder ins Konkrete wagte. Wie ein dummes Hündchen sich irgendwann doch wieder an seinen Napf wagte, obwohl man es dort verdroschen hatte. Widerlich! Sinrot betrachtete Herrn Schilling, dessen buschige Brauen sich zusammenzogen, und lächelte abfällig. Herr Schilling strich sich durch das braune, sanft gewellte Haar und richtete sich etwas auf seinem Stuhl auf, wodurch sich das weiße Hemd, das seinen kräftigen Bauch umspannte, entspannte und einige Falten warf. Er hüstelte und knöpfte einen Knopf seiner ein wenig zerzausten Anzugsjacke zu. Eine Vibration huschte über Sinrots Nasenflügel. Mottenkugeln! , kam es ihm. Genau! Nach Mottenkugeln roch dieser Kretin!

Herrn Schillings Brauen schoben sich noch enger zusammen. Sinrot lehnte sich gelangweilt auf seinem Stuhl zurück und zog gelassen ein Stofftaschentuch aus seiner eleganten Anzugsjacke, das er sich vor die Nase hielt, als wollte er sein Riechepithel vor einem ätzenden Dunst schützen.

„Also. Kennen sie diese Frau?“, insistierte Herr Schilling, die Fotographie auf dem kahlen Tisch näher zu Sinrot schiebend.

„Nein“, antwortete Sinrot, und faltete das Tuch um seinen Zeigefinger.

„Sind Sie sich sicher?“

„Ja, das bin ich.“

„Und wenn ich Ihnen das Gegenteil beweise?“

„Dann wäre ich überrascht“, entgegnete Sinrot stoisch, „Ich denke, mich zu kennen, und bin mir sicher, mir sicher zu sein.“

Herr Schilling schnaubte ein resigniert rauschendes Auflachen durch seine dicht behaarten Nasenlöcher und beugte sich eine Handbreite auf Sinrot zu:

„Gut. Und was sehen Sie auf diesem Bild?“

Sinrot steckte sein Taschentuch weg und meinte amüsiert:

„Verstehe ich Sie richtig, dass Sie von mir dieses Bild beschrieben haben möchten?“

„Das verstehen sie vollkommen richtig!“

„Eine solche Übung erscheint mir ungewöhnlich für diesen Kontext, obschon mir dieser Kontext nicht geläufig ist. Jedenfalls gefällt mir das, dieses Ungewöhnliche.“

„Schön, dass es Ihnen gefällt. Also!“

„Nun“, entgegnete Sinrot lächelnd, „zunächst sticht mir dieses natursteingemauerte Gebäude in Bildmitte ins Auge. Es handelt sich vermutlich um eine Befestigungsanlage, spätes Mittelalter wohl, eindeutig aber romanischer Stil, wie an den Rundbögen über den Fenstern zu erkennen. Diese sind in weiten Abständen zueinander in zwei Reihen in der oberen Hälfte der frontal zum Betrachter liegenden Wand angeordnet. Auf Erdniveau angebaut an diese Wand, deren Höhe ich im Übrigen auf fünfzehn Meter schätze, sind einige Schuppen. In der rechten, zum Bildhintergrund verlaufenden Wand des Gebäudes ist unten ein großer Rundbogen eingelassen. Ein Tor, nehme ich an. Rechts auf dem Dach der Anlage sieht man einen kleinen Turm, links eine quaderförmige Konstruktion, die an einen Bergfried erinnert. Es liegt daher nahe, dass es sich bei diesem Bauwerk tatsächlich um eine Festungsanlage, eine Burg handelt. Nicht sehr groß, allerdings. Die Seitenlängen des Gebäudes schätze ich auf dreißig Meter.“ Sinrot machte eine Pause und blickte Herrn Schilling ausdruckslos an. Dieser blinzelte. Sinrot fuhr fort: „Links des Gebäudes steht ein Baum, der das Dach der Anlage etwa acht Meter überragt. Rechts ganz im Hintergrund sieht man einen mit Laubwald bedeckten Hügel, vor diesem Häuser, und vor diesen einen Fluss. Der Himmel ist wolkenfrei, aber diesig, eine spätsommerliche Schwüle ausstrahlend.“ Sinrot verharrte, ließ seinen Blick sacht nach oben gleiten, und erläuterte: „‚Spätsommerlich‘, weil das Grün der Bäume alt und verbraucht ist, wie nach einem viel zu langen Sommer, der sehnlich auf sein Erlöschen wartet. Ich vermute, Sie stimmen in diesem Punkt mit mir überein, Herr Kommissar.“ Herrn Schillings Augen funkelten. „Zurück zu diesem Bild“, fuhr Sinrot fort, und ergänzte mit einem freundlichen Ausdruck in den Augen und Herrn Schilling die Stirn zuneigend: „Ich pflege Angefangenes dem logisch nächsten Schritt zuzuführen. – Es zu beenden.“

„Daran habe ich keinen Zweifel“, nickte Herr Schilling ernst, und knöpfte den zweiten Knopf seines Sakkos zu.

Sinrot lächelte zugewandt.

Das Spielchen schien wieder an Fahrt aufzunehmen! Also weiter:

Umalso auf diese Fotografie zurückzukommen, möchte ich mich nun den vorneliegenden Bildabschnitten widmen. Von der rechten Seitenwand der Burg ausgehend läuft eine niedrige, ebenfalls aus Naturstein gemauerte Mauer nach links auf den Betrachter zu. Die Mauer begrenzt einen Parkplatz links. Dass es sich um einen Parkplatz handelt, ist nicht nur aus den geparkten Fahrzeugen und den für Parkplätze typischen Linien auf dem Asphalt zu erschließen, sondern auch aus dem vor der Mauer stehenden Schild, das auf königsblauem Grund ein großes weißes P zeigt. Hier setzte ich Ihre Zustimmung voraus, Herr Schilling, da dies eher Ihrem Metier nahekommt.“ Sinrot neigte seinen Kopf in opportuner Empathie. Herrn Schillings Lider pulsierten leicht. „Wie dem auch sei“, fuhr Sinrot mit einem wohlwollenden Augenaufschlag fort, „Der Parkplatz liegt zur Linken einer schräg nach hinten rechts ziehenden Straße. Diese mündet, nachdem sie die Burg passiert hat, in eine Uferstraße, die zum Fluss hin abgegrenzt ist mit einer Mauer, deren Beschaffenheit ich allerdings nicht erkennen kann. Links der Natursteinmauer hier vorne, das ist wieder die da neben dem Parkplatz“, erläuterte Sinrot, kaum wahrnehmbar auf die Mauer zeigend, „kann man vorne Weinreben erkennen, an die sich Gestrüpp bis zu den beschriebenen Schuppen anschließt. Vermutlich handelt es sich um den Burggarten.“ Sinrot hob seinen Zeigefinger, als wollte er einen wesentlichen Einschub machen, und ergänzte: „Etwas unordentlich, dieser Bewuchs, wie ich finde. Besen, Schere und Rechen würden hier nicht schaden!“ Herr Schilling wiegte wägend seinen Kopf. Und Sinrot fuhr, seine Hände ineinander faltend, fort: „Jedenfalls sieht man hinter dem Parkschild einen weißen ‚VW California‘ stehen, der mit der Front zu dieser Natursteinmauer geparkt ist. Vor dem Wagen steht eine circa vierzigjährige Frau mit langen, rot gelockten Haaren.“ Sinrot hielt einen Moment inne. Herr Schilling erschien ihm ein bisschen blass im Gesicht, als fehle ihm Anregung, etwas den Kreislauf Stimulierendes! Unmerklich nickend fuhr Sinrot fort: „Die Frau ist schlank, trägt eine Sonnenbrille mit schwarzem Horngestell, hat ein fein geschnittenes Gesicht, und ihre schmalen, doch elegant geschwungenen Lippen schmunzeln. Sie trägt ein Kleid, schwarzer Grund mit hellblauen Blumen. Die rechte Hand ... ich möchte hier klarstellen, Herr Schilling“ – und Sinrot hob wieder, diesmal indes mahnend, seinen Finger – „dass ich mich mit den Rechts–links–Angaben nunauf die tatsächlich rechte beziehungsweise linke Seite dieser Frau beziehe. Denn als Individuum mit einer definierten Vorderseite und einer definierten Rückseite hat diese Frau – im Gegensatz zum Beispiel zu einer Straße – eine definierte rechte Seite und eine definierte linke Seite. Bei einer Straße – um auf dieses Beispiel zurückzukommen – verhält sich dies anders: da hängt die Rechts–links–Bezeichnung vom Beobachterstandpunkt oder der Verkehrsrichtung oder Ähnlichem ab, ist demnach relativ. Ich hoffe, Ihnen ist dies klar, Herr Schilling.“ Herrn Schillings Stirn färbte sich rot. Wie ein Tomätchen , dachte Sinrot. Dieser nickte ( zufrieden auch, bei diesem nasenbärtigen Dümmling offenbar zumindest ein rudimentäres Verständnis für grundlegende Raumkoordinaten unterstellen zu können ) und fuhr, erneut seine Hände ineinander faltend, fort: „Um Ihr Gedächtnis nach meinem, wie ich denke, notwendigen Exkurs aufzufrischen: Ich war bei der rechten Hand der Dame stehengeblieben. Diese Hand also hängt locker herab und das rechte ...“ Sinrot zwinkerte Herrn Schilling schelmisch zu. „... Knie ist angehoben, als setzte sie, die Dame, gerade zum Gehen an, oder als täte sie so, wenn Sie verstehen, was ich meine. Schließlich hält diese in der linken Hand des angewinkelten – ebenfalls linken – Arms eine circa einen Meter fünfzig lange, weißblütige Gladiole, und zwar mit dem Blütenstand nach oben, sodass dieser ... mit der Spitze gen Himmel weisend ...“, Sinrots Augen strahlten bei diesem Zusatz beinahe etwas Warmes aus, „... circa zehn Zentimeter neben der linken Wange vorbeiläuft.“

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