Klaus M. G. Giehl - tornissinrot

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Unverhofft findet Gerhard Sinrot, Manager bei einer Frankfurter Bank, den Beweis für die Theorie, dass sich bei einer Entscheidung die Realität bei x Entscheidungsmöglichkeiten in x alternative Realitäten gabelt: Er begegnet Tornis, seinem Doppel, der durch einen Kurzschluss zwischen frisch gegabelten Realitäten in Sinrots Realität gerutscht ist. Zum Kurzschluss kam es nach der Entscheidung über einen Kredit, die fatale Folgen haben wird. Geschockt von dem Ereignis – sei sein Zwilling wiedererstanden, oder leide er an Schizophrenie?! –, erholen sich die beiden schnell und wollen das Problem gemeinsam lösen.
Während Sinrot weiter der Banker bleibt, der er war, entwickelt sich Tornis zum Künstler, will Gemälde schaffen, die die Welt bewegen. Mit der Lösung ihres Problems feststeckend, entdecken sie, dass ihre Frau und deren Liebhaber (für diesen war besagter Kredit bestimmt) sie ausbooten wollen. Das Schicksal – die Harmonie verloren, die Sicherheit dahin! – nimmt seinen Lauf, wobei sich zeigt, dass sie nicht allein sind mit ihrem Problem: Auch ihre Frau ist ein Doppel. Und die Doppel doppeln sich! Wird es den Doppeln gelingen, in ihre Realität zurückzukehren? Oder wird am Ende, wie es Tornis einmal formuliert, nur das kurzschlussfreie Nichts bleiben? Das unerregte Dunkel? Oder ein einziger Haufen (tornissinroter) Fleischgrütze?

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Gerhard Sinrot würde warten, konnte warten, denn Wartenkönnen entsprach seinem Naturell, so wie Beobachten– und Zubeißenkönnen, wobei letzteres eher im übertragenen Sinne zutraf. Ob indes im übertragenen oder eigentlichen Sinne zutreffend, erinnerten Sinrots Warten–, Beobachten–, und Zubeißenkönnen an das Warten–, Beobachten–, und Zubeißenkönnen eines Krokodils, das im Uferschilf auf Beute wartete, beobachtete, und pfeilschnell zubiss, wenn ihm die Gazelle vors Maul lief, dieser – sich um seine Längsachse drehend – die Hinterläufe herausriss, und nachschnappte, um sich über den vor Angst und Schmerz wiehernden Kadaver zu würgen und ihn mit einer spastisch zuckenden Kontraktionswelle hinunterzuschlingen, in diese gepanzerte Kloake.

Angemerkt sei, dass diese Eigenschaften bei Gerhard Sinrot optimiert waren durch Schlauheit, die sich anpassen konnte, die ihn wieder erstarren ließ, falls er sich einmal zu früh bewegt hatte ...

... falls essich einmal zu früh bewegt hatte, das Krokodil, und das Schimpansenjunge noch einmal mit Schrei und Schreck davongekommen war, von diesen wie ein Fallbeil zuhackenden Kiefern; das warten konnte, während das Affenjunge von seiner Affenmama beruhigt wurde; das starr wie ein Baumstamm liegen blieb. Und wenn das Affenjunge sich beruhigt hatte, der Affenmama mit seinen wieder fröhlichen Augen in die sich sorgenden schaute, sie es entließe aus ihrem Schutz; es wieder herumhüpfte, dem Affenchef in die Nase zwickte, den Affenpapa am Bein zog, vor ihren Klapsen und Kläpschen zurückschnellte, schon den nächsten Streich im Kopf dem Flussufer nahe kam, würde der Baumstamm immer noch da liegen, starr und leblos – mit diesen merkwürdigen, wie Murmeln schimmernden Knubbeln da vorne. Diesen Knubbeln, die zu beobachten schienen. Die beobachteten. Aber ruhig würde er daliegen, der Baumstamm, auch, wenn das Affenjunge Streiche heckend vor seiner Nase vorbei sprang, wieder und wieder vorbei sprang, weil es noch nicht nahe genug vorbei sprang, es noch nicht sicher wäre, zuzuschlagen, es wieder entkommen könnte, das Affenjunge, das sich nun neugierig an den Baumstamm heranulkte; das sich jetzt anschauen wollte, was denn da drin steckte, in diesem Paar Astlöcher da vorne; das sich in einem Tanz aus Instinktangst und Spieltrieb herankokettierte, an diesen Baumstamm, den Finger vorsichtig hineinsteckte, in dieses Astlo...

Und genau dann würde er sich bewegen, der Baumstamm. Zubeißen würde er. Blitzschnell und mit einer nach oben kreisenden Bewegung. Und wenn er sich über den zerbrechlichen Körper des Affenjungen stülpte, wenn er sich schüttelte, das Kleine in der Mitte auseinanderriss, wenn er nachschnappte, um auch Becken und Beine zu erhaschen, wenn er befriedigt grunzend die Füße des Kleinen verschlang, ... dann hatte es sich ausgespielt. Ja, ausgespielt, ausgezwickt, aus–am–Bein–gezogen und ausgeulkt hatte es sich dann. Und die Affen schrien panisch und sprangen auf und ab und kreuz und quer, während sich das Krokodil fett und satt in den Fluss zurückschlängelte. Feist zurückwatschelte. Zum Verdauen. Und zum Scheißen, später.

Dies also waren Sinrots hervorstechende Eigenschaften: Warten–, Beobachten– und Zubeißenkönnen. Aber noch war Gerhard Sinrot klein, Klein Sinrot eben. Noch war er zu klein, wirklich zuzubeißen. Noch musste er aufpassen, nicht selbst gebissen zu werden. Doch Klein Sinrot konnte warten. Um irgendwann selbst zubeißen zu können. Um irgendwann selbst diesem anderen Ich zu begegnen. Diesem Ich, das er zu finden gehofft hatte. In gewisser Weise sollte sich diese Hoffnung gleich erfüllen, wenn auch in anderen Nuancen, als Klein Sinrot sich dies vorgestellt hatte, beim Brötchenstreichen.

5 „WAS MACHEN SIE IN MEINEM BÜRO?“

Frankfurt, Montag, 19. Juli 2010, 10:40 Uhr, Foyer zu Sinrots Büro

Frisch aufgebrühter Kaffee! , dachte er, und schloss: Die Messerschmidt! Die alte Vogelscheuche musste just das Büro verlassen oder betreten haben. (Dass Sinrot mit dieser Vermutung nicht richtiggelegen hatte, wurde bereits erwähnt.)

Er hatte den Bürokomplex erreicht. Unter schneidendem Klacken des Schlosses stieß er die Tür zu dem Vorraum auf, in dem Frau Messerschmidt saß, und stob kraftvoll auf „sein Reich“ zu. Während sein Blick sie grüßend gestreift hatte, war ihrer erschüttert von der Schreibmaschine hochgefahren. Frau Messerschmidt war entsetzt, denn gerade hatte sie Sinrots „alternative Version“ in sein Büro gehen sehen. Sie stammelte:

„Sie hier?“

Die Hand schon an der Klinke der Tür zu seinem Büro, verharrte Sinrot. Langsam und mit angespannten Lidern wandte er Frau Messerschmidt seinen Kopf zu. Ihr steif gesprühter, silbergrauer Pagenschnitt schien schwer wie eine gusseiserne Haube zu wiegen, ihr runzeliges Gesicht zusammenzudrücken.

„Natürlich bin ich hier“, sagte Sinrot nach drei Sekunden bohrender Blicke, „Wo sollte ich denn sonst sein?“

Frau Messerschmidt hielt den Atem an. Von den Wangen flutete Röte über ihre zuckende Nase. Hohn umspülte Sinrots Mund. Welch ausdrucksvolle Mimik! , dachte er.

„Ja, aber, aber“, stotterte Frau Messerschmidt, „Aber Sie sind doch gerade erst da rein gegangen. Wie können Sie denn dann ...“

„Frau Messerschmidt“, unterbrach er sie, „wann hatten Sie Ihren letzten Urlaub?“

„Im Juni. Wieso?“

„Nun“, erläuterte er schonungsvoll, „Ich denke, Ihnen würde ein Urlaub guttun. Sie wirken überarbeitet.“

„Ja, aber. Gerade eben sind Sie doch ...“

„Na, na, na, Frau Messerschmidt!“, pendelte Sinrot mahnend seinen Zeigefinger, „Vielleicht sollten Sie sich einen Termin bei unserem Doktor Teufel geben lassen. Was sagen Sie denn da?“

„Dass, dass, dass ich mir das nicht erklären kann, wieso Sie da schon wieder reingehen. Sie sind doch gar nicht raus!“

Sinrot hob die rechte Braue, neigte Frau Messerschmidt die Stirn zu, als suchte er einem beschränkten Kind die Summe von eins und eins zu erläutern, und erläuterte also:

„Selbstverständlich bin ich hier raus! Wissen Sie das nicht mehr?“

„Ja, aber vor einer halben Stunde! Und gerade eben noch mal rein und ...“

„Frau Messerschmidt!“, sagte Sinrot streng und fixierte sie aus schmalen Augen, „Sie werden sich noch heute einen Termin bei Teufel nehmen. Ich kann mir keine Mitarbeiter erlauben, die ihre Sinne nicht beisammen haben!“ Von ihrer Nase schob sich Blässe über ihre Wangen. „Haben Sie das verstanden, Frau Messerschmidt?“, schob er mild hinterher.

„Das hab ich.“

„Schön“, sagte Sinrot dürr, „Sie entschuldigen mich?“

„Aber natürlich, Herr Sinrot!“

Sinrot wandte seinen sich leerenden Blick ab, öffnete die Tür zu seinem Büro, und betrat den Raum.

Bevor wir Sinrot in diesen Raum begleiten, sei auf eine weitere Eigenheit seines Charakters hingewiesen, und zwar nicht, um sich des Ungemachs zügig zu entledigen, sondern weil diese zu kennen verstehen lässt, wie sein spezieller „Gefühlsapparat“ sein Leben behinderte, und wie die nun folgenden Ereignisse ihm helfen würden, diese Behinderung „alternativ“ zu „lösen“.

Zunächst zu Sinrots Behinderung: Ihm mangelte es deutlich an Gefühl, ja, in ihm offenbarte sich eine geradezu dämonische Gefühlsleere. Nicht, dass er jede affektive Anlage vermissen ließ. Als zum Beispiel sein Onkel, Dr. Ferdinand Sinrot, verstorben war, hatte es zart in einer Weise in ihm rumort, die man als Gefühl (als Trauer in diesem Fall) hätte beschreiben können (sogar seine Augen hatten sich befeuchtet!). Aber im Grunde war dies kein als Gefühl empfundenes Gefühl, sondern eher ein stummes Stammeln, jene Gefühlsmade, die ihm da in der Gurgel kroch, herauszuwürgen.

Sinrots Unvermögen zu tatsächlichem Gefühl macht nachvollziehbar, dass er erst recht nicht vermochte, ein höheres emotionales Bedürfnis wahrzunehmen, welches seine Lebenskonzepte hätte beeinflussen können. Was ist mit „höherem emotionalem Bedürfnis“ gemeint? Gesetzt den Fall, jemand empfindet Freude, ein Bild zu malen, ja, verspürt bei jedem neuen Bild ein Glücksgefühl, dann wird dieser jemand vermutlich das „höhere Bedürfnis“ entwickeln, Maler zu werden, Kunst schaffen zu wollen, Kunst schaffen zu müssen! – Nicht so bei Sinrot (bislang). Zwar hatte er in seiner Jugend gerne gemalt (deswegen das Beispiel) und Begabung hatte er auch (hatte es geheißen). Aber in diesem Hang zur Malerei das höhere emotionale Bedürfnis zu entdecken, sich kreativ zu betätigen, war ihm so wenig möglich wie dem Tetraplegischen, die liebende Hand der Gemahlin im Schoß zu fühlen. Sinrot war emotional taub, gelähmt, behindert eben!

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