Tobias Kaestli - Was war, ist wahr

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Was der Autor aus seinem Leben erzählt, ist sowohl individuell als auch allgemein, sowohl persönlich-privat als auch Teil der Geschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Geschichte enthält familiär bedingte Züge und ist doch vor allem zeitbedingt; sie ist typisch für einen kurz nach dem Zweiten Weltkrieg geborenen und in günstigen Umständen aufgewachsenen Schweizer, der die Spannung zwischen der eigenen Privilegiertheit und der Armut und Not anderer Menschen spürt. Der Ausbruch aus dem bürgerlichen Milieu führt während des Studiums in der Zeit der Achtundsechziger Bewegung ins linksradikale Lager. Aufenthalte in Paris, London, Kalifornien und Ghana eröffnen eine neue, differenziertere Sicht auf die Welt.

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Ich las Romane von Hermann Hesse, den «Heinrich von Ofterdingen» von Novalis, den Grünen Heinrich von Gottfried Keller und die von Aniela Jaffé herausgegebene Autobiografie «Erinnerungen, Träume, Gedanken» von C. G. Jung. In jedem Menschen steckt zutiefst innen seine eigentliche Persönlichkeit, glaubte ich; sie ist versteckt und muss sich herausbilden, und zwar vorzugsweise im Zusammenspiel mit einer geliebten Frau. Da ich unsicher war, wie mein eigentliches Ich beschaffen sei, wusste ich auch nicht, welche Frau wirklich zu mir passte. Beatrix war meine erste ernsthafte Jugendliebe. Daran erinnere ich mich, aber Genaueres über meine Beziehung weiss ich nicht mehr. Da finde ich Briefe von ihr. Es sei schön, mir gehören zu dürfen, schreibt sie. Ich schreibe ins Tagebuch: «Wenn wir heiraten, dann ist es gut, wenn du mir gehören willst. Es ist ideal, wenn du dich mir unterordnest und dich meinem Einfluss aussetzt, auch wenn es falsch ist. Dann dürfen und müssen wir so ganz zusammengehören.» – Es ist mir peinlich, wenn ich das heute lese. Aber es war wohl so, und deshalb ist es wahr. Ich war noch sehr jung, 17-jährig, befangen in der Vorstellung, dass Mann und Frau eins werden wollen, wobei der Mann der Bestimmende ist, und dass dies durch eine Heirat besiegelt werden muss.

Es war ein schneearmer und sonnenreicher Winter. Einmal lag ich auf einer Bergwiese und träumte von mir selbst. Als ich den Traum aufschrieb, schilderte ich das beinahe mystische Ereignis in der distanzierenden Er-Form: «Er hatte die Augen immer noch geschlossen. Er spürte, wie ihn die Sonne warm beschien, und er wusste, dass die Schneeberge ringsherum weiss unter einem strahlend blauen Himmel lagen. Trotzdem sollte sein Traum Wirklichkeit sein. Er hatte es sich vorgestellt, wie sie oben am Hügel auftauchen, erstaunt stillstehen und dann zu ihm herunterkommen würde, nicht sehr schnell, aber auch nicht zu langsam. Im Moment, da sie sich neben ihm auf das gelbe, harte Gras setzte, hörte er es rascheln, und ohne die Augen zu öffnen, wusste er, dass sie es war. Er wusste genau, dass er sich richtig verhalten würde. Das erfüllte ihn mit einem Glücksgefühl. Er erlebte das vollkommene Glück als Wirklichkeit. Nun begann sie zu singen, jauchzend, und er fiel ein, und es ergab sich ein wunderbares Zusammenklingen. Die beiden Stimmen spielten durcheinander, miteinander und gegeneinander. Sie sangen immer schneller, bis es in ein grosses Rauschen überging. Unvermittelt brachen sie ab, genau miteinander, und er musste an sich halten, um nicht zu weinen. Er öffnete die Augen und sah, was er schon gewusst hatte: dass sie lächelte. Er setzte sich auf und sprach mit ihr. Sie vermochte ihm vollends zu zeigen, dass alles, was er sah, dachte, träumte, eine Einheit war. Er wusste, dass er jetzt für immer im vollkommenen Glück leben konnte. – Er wehrte sich noch eine Zeitlang aufzuwachen und stand dann seufzend auf.»

In mir war eine neue, überspannte Vorstellung erwacht. Ich sehnte mich nach der Geliebten, mit der ich in vollkommener Harmonie zusammen sein könnte. Sie gehört mir und ich gehöre ihr; keines muss sich dem anderen unterordnen, weil beide das Gleiche wollen. Voraussetzung ist, dass sie ihre innere Wahrheit gefunden haben und darin übereinstimmen. Wo zwei Wesen zusammenfinden, die beide die gleiche Wahrheit besitzen, stellt sich das Glück ein. Das war mein Traum. Novalis’ blaue Blume spielte unversehens mit hinein. Als Kind war mir die Geschichte des Heinrich von Ofterdingen erzählt worden, und ich rätselte immer wieder, was denn die blaue Blum bedeute, wo sie zu finden sei. Als ich nun den Roman selbst las, berührte mich das Sonett, das der Geschichte vorangestellt ist:

Du hast in mir den edeln Trieb erregt

Tief ins Gemüt der weiten Welt zu schauen;

Mit deiner Hand ergriff mich ein Vertrauen,

Das sicher mich durch alle Stürme trägt.

Mit Ahndungen hast du das Kind gepflegt,

Und zogst mit ihm durch fabelhafte Auen;

Hast, als Urbild zartgesinnter Frauen,

Des Jünglings Herz zum höchsten Schwung bewegt.

Was fesselt mich an irdische Beschwerden?

Ist nicht mein Herz und Leben ewig Dein?

Und schirmt mich Deine Liebe nicht auf Erden?

Ich darf für Dich der edlen Kunst mich weihn;

Denn du, Geliebte, willst die Muse werden,

Und stiller Schutzgeist meiner Dichtung sein.

Die schwärmerische Sprache drang in mich ein und bestimmte meine Vorstellung der Liebe zwischen Mann und Frau. Liebe ist Entrücktheit, Verschmelzung, Aufgehoben-Sein im Ganzen. So empfand ich es, wenn ich mich in einer Art Dämmerzustand befand. Im Wachzustand war ich voller Skepsis. Ich zweifelte daran, dass sich Mann und Frau so begegnen können, dass sie sich gegenseitig in ihrem Innersten erkennen. In Wirklichkeit war es doch so, dass sie sich falsche Vorstellungen von ihrem Gegenüber machen, dass sie sich in ein Phantasiegebilde verlieben. Irgendwann folgt unfehlbar die Ernüchterung. Was ich von meinen Eltern zu sehen bekam, entsprach jedenfalls nicht meinen romantischen Vorstellungen. Papa war nervös und überarbeitet. Mama versuchte sich abzugrenzen, weil sie es sonst nicht aushielt mit ihm. Er spürte die Distanz und provozierte sie, um Nähe zu erzwingen. Einmal sagte sie: «Sei doch nicht so ein Ekel!» Das verletzte ihn tief. Er verbarg die Wunde. Plötzlich aber brach es aus ihm heraus. Er schrie, weinte, und polterte mit den Fäusten auf den Tisch. Den verstörenden Vorgang schilderte ich im Tagebuch und suchte nach einer Erklärung. Papa habe eine überhöhte Meinung von sich, glaubte ich, und wenn er kritisiert werde, sei es ihm unerträglich. Er könne sich nicht selbst anschauen, habe keine Distanz zu sich selbst. «Ich glaube, wenn ich einen anderen Weg einschlage als Papa, wenn ich versuche, den Überblick nicht zu verlieren, ist es, weil ich nicht werden will wie er. Ich möchte nicht, dass ich es nicht ertragen kann, meine Fehler zu sehen. Doch die Gefahr, zu werden wie er, besteht durchaus. Als Kind weinte ich oft, weil ich mich zu wichtig nahm und glaubte, nur leben zu können, wenn ich als lieb und gut betrachtet würde.»

Innerlich stark, kritisch gegenüber mir und den anderen, gewappnet für den Kampf ums Dasein wollte ich werden. Wo sollte da die Liebe zwischen Mann und Frau noch Platz haben? Ich bin der deine und du die meine, oder umgekehrt, hatten wir in unseren pubertären Liebesbriefen geschrieben. Das war falsch. Ein Mann und eine Frau können auf Dauer nur zusammenleben, wenn beide eigenständig bleiben, ihre innere Wahrheit hüten und pflegen, sich in der Zuneigung zum anderen nicht selbst verlieren. Da war ich mir sicher. Und doch blieb die romantische Vorstellung einer allumfassenden Liebe, in der alles verschmilzt und zur harmonischen Einheit wird. Es war eine Sehnsucht, die nicht gestillt werden konnte.

Beatrix, «meine erste Erfahrung», wie ich sie später kennzeichnete, ging mit dem American Field Service für ein Jahr in die USA. Wir tauschten Briefe aus. Als sie zurückkam, war meine Liebe zu ihr erloschen. Ich hatte ein Auge auf Christine geworfen, die ein Jahr älter war als ich. Als ich ihr zufällig an der Eingangstüre zur Musikschule begegnete, zuckte ich innerlich zusammen, grüsste nur wie nebenbei und blickte ihr dabei tief in die Augen. Da sah ich oder glaubte zu sehen, wie sich ihre Pupillen weiteten und wieder verengten. Nun war ich vollends in sie verliebt und fest überzeugt, sie hege das gleiche Gefühl für mich. Wir trafen uns hie und da, gingen zusammen ins Kino. Einmal besuchte ich sie, als sie zuhause bei ihren Eltern krank im Bett lag. Mit ihrem Vater sprach ich so, als wäre er mein künftiger Schwiegervater. Christine blieb zurückhaltend.

1 Von der Wahrheit

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