Warnhinweise:
Arnika steht unter Naturschutz und darf nicht in freier Natur gesammelt werden. Sie soll nicht innerlich angewendet werden. Es können Magenkrämpfe, Durchfall, Schwindel, Schluckbeschwerden und Kopfschmerzen auftreten. Im schlimmsten Fall kann es zu Herzkreislaufstillstand kommen!
Inhaltstoffe:
Arnicin, ätherische Öle, Carotinoide, Flavonoide, Kieselsäure und Cholin.
Anwendung und Heilwirkung
Nur äußerliche Anwendung:
Aus den Blüten der Arnica montana (alternativ der Arnica chamissonis) stellt man Tinkturen oder Salben her. Beide Sorten haben eine ähnliche Zusammensetzung der Wirkstoffe und somit die gleiche Wirksamkeit. Wer sich diese Arbeit nicht selbst machen will, findet eine Vielzahl von fertigen Präparaten in Apotheken und Reformhäusern. Nach der Selbstherstellung der Tinktur muss man bei der Verwendung auf ausreichende Verdünnung achten, um Hautschäden zu vermeiden. Man mischt dabei 1 TL Arnikatinktur mit ¼ l Wasser.
Arnikapräparate wirken entzündungshemmend, gefäßerweiternd und desinfizierend. Sie werden für Einreibungen bei Wunden, Quetschungen, Schwellungen, Blutergüssen, Ödemen, Venenentzündungen und Verstauchungen verwendet. Des Weiteren lindern sie Nerven- und Gelenkschmerzen, fördern die Heilung bei Furunkeln und helfen bei Entzündungen nach Insektenstichen. Auch als schmerzlindernde Einreibung bei Rheuma und Gicht ist Arnika zu empfehlen. Sogar bei Verrenkungen und Brüchen wirken sie heilungsfördernd, ebenso wie bei Nagelbettentzündung oder -eiterung.
Umschläge und Bäder mit dem Aufguss von Arnikablüten helfen ebenfalls bei oben genannten Beschwerden.
Nach einer Anwendung sollten die entsprechenden Hautpartien noch mit einer fettenden Creme nachbehandelt werden.
In der Homöopathie wird Arnika als Herz- und Kreislaufmittel, bei Arteriosklerose sowie bei Angina pectoris und als Stärkungsmittel nach Infektionskrankheiten verabreicht. Aber bitte nur in Absprache mit dem Arzt oder Homöopathen anwenden!
Augentrost (Euphrasia officinalis)
Bild © Walter Eberl/pixelio.de
Vorkommen:
Augentrost ist in Europa heimisch, hauptsächlich in Mittel- und Süddeutschland, Italien und in den Balkanländern. Man findet die Pflanze wildwachsend auf freien Flächen wie Weiden, Wiesen, an Wegrändern und trockenen Abhängen.
Kultivieren im Garten:
Diese mehrjährige Pflanze benötigt einen sonnigen Standort, am besten in einer Wiese, am Beetrand oder am Gartenzaun. Sie stellt keine besonderen Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit.
Pflanzenhöhe: Bis 30 cm
Blütezeit: Juli bis September
Blüten: Weiß bis blassviolette Lippenblüten, mit gelbem Fleck
Zu verwendende Teile:
Blühendes Kraut
Empfehlung für Sammelzeiten:
Der blühende Augentrost wird von Juli bis September gesammelt, dabei dürfen die Blüten nicht gedrückt werden. Sie sind sehr empfindlich. Zum Trocknen sollte man die ganzen Stängel auf Papier ausbreiten, so gehen die Blüten, die sehr leicht abfallen, nicht verloren.
Warnhinweise:
Überdosierung vermeiden und nicht bei Kindern anwenden.
Inhaltstoffe:
Die Glykoside Aucubin und Rhynantin, Lignane, Gerb- und Bitterstoffe, etwas ätherisches Öl und Harz.
Anwendung und Heilwirkung
Innerliche Anwendung:
Der Tee aus der getrockneten Pflanze stärkt den Magen, fördert die Verdauung und lindert Entzündungen im Magen-Darm-Bereich. Er wirkt schmerzstillend, schleimlösend bei Katarrh, Husten und Heuschnupfen und hilft bei Augenleiden, Kopfschmerzen und Schwindelgefühl.
Teezubereitung: 2 TL Kraut in ¼ l kaltem Wasser ansetzen, zum Sieden erhitzen, 5 Min. ziehen lassen und abseihen.
Bei akuten Beschwerden trinkt man täglich bis zu 3 Tassen.
Äußerliche Anwendung:
Äußerlich angewendet wird der Tee für Umschläge oder Kompressen (die man vor dem Schlafengehen auflegt) bei Augenentzündungen (Bindehaut), Gerstenkörnern und müden Augen, z.B. durch zu langes Sitzen vor dem PC oder dem Fernseher.
Auch eine Augenspülung mit dem Tee hilft bei den genannten Beschwerden. Dabei sollte dem Tee einige Kristalle Kochsalz hinzu-gefügt werden, so passt sich die Spülung dem Salzgehalt der Tränenflüssigkeit an.
Besonders wirksam sind Umschläge oder Spülungen mit Beimischung von etwas Kamillentee.
Achtung: Das Gefäß für die Spülung muss absolut sauber sein!
Bei Ohrenschmerzen streicht man den Tee mit einem getränkten Wattestäbchen mehrmals in die Ohren.
Bei Halsentzündungen wird der Tee zum Gurgeln, bei Schnupfen als Spülung für die Nase empfohlen.
Die Einnahme von pulverisiertem Augentrost (etwa ein TL voll mit etwas Flüssigkeit) soll die Sehkraft stärken und bis ins hohe Alter erhalten.
Baldrian (Valeriana officinalis)
Bild © www.korn-verlag.de
Vorkommen:
Man findet den Baldrian wildwachsend in ganz Mitteleuropa und Asien, an Ufern, in feuchten Wiesen und Wäldern, aber auch an trockenen, sonnigen und felsigen Abhängen, wo er meist aromatischer ist als an feuchten Standorten.
Kultivieren im Garten:
Der Baldrian ist mehrjährig und wächst am Gartenteich ebenso wie im Beet. Der Boden sollte humusreich sein, der Standort sonnig bis halbschattig. Am besten kauft man vorgezogene Pflanzen in der Kräutergärtnerei und setzt sie im Abstand von 30 bis 40 cm ein.
Pflanzenhöhe: 70 bis 150 cm
Blütezeit: Juni bis August
Blüten: Rosa bis weiße Doldenblüten
Zu verwendende Teile:
Wurzeln
Empfehlung für Sammelzeiten:
Die Baldrianwurzel wird im Herbst, nach der Blütezeit ausgegraben und getrocknet.
Warnhinweise:
Baldriantee kann eine Art Sucht auslösen, deshalb sollte man eine Kur maximal 3 Wochen durchführen. Überdosierung kann zu Übelkeit und Kopfschmerzen führen.
Inhaltstoffe:
Ätherische Öle, Alkaloide (Chatinin und Valerin), Gerb- Schleim- und Bitterstoffe, Valepotriate, Polysaccharide und Glykoside.
Anwendung und Heilwirkung
Innerliche Anwendung:
Der Baldriantee hilft bei allen krampfartigen Beschwerden, nervösen Herzbeschwerden und Schlaflosigkeit (auch bei Alpträumen und Schlafwandeln). Außerdem ist er bei Magenkrämpfen, Durchfall, Darmkoliken, Migräne, Asthma und Husten zu empfehlen.
Bei Depressionen, Hysterie, psychischen Störungen und negativem Stress (z. B. Prüfungsangst) wirkt er nervenberuhigend.
Die Beschwerden in den Wechseljahren behandelt man besser mit Baldriantee als mit Hormonen oder Psychopharmaka.
Teezubereitung: Man gibt 2 TL getrocknete und zerkleinerte Wurzeln in ¼ l kaltes Wasser und lässt sie 8 bis 12 Std. ziehen. Anschließend wird der Tee erwärmt und dann abgeseiht.
Dosierung: Täglich 2 bis 3 Tassen, ungesüßt und warm trinken.
Das Einnehmen der Tinktur aus Baldrianwurzeln hilft ebenfalls bei den oben genannten Beschwerden. Man gibt 1 TL davon in ein Glas Wasser oder nimmt 20 bis 30 Tropfen auf einen TL Zucker. Anwendung: 2mal täglich.
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