Ein Büschel im Haus aufgehängt, soll Fliegen vertreiben.
Schädlingsbekämpfung im Garten:
Man weicht 300 g frisches oder 100 g getrocknetes Kraut 24 Std. in 1 l Wasser ein und kocht es anschließend etwa 30 Min. auf. Nach dem Abkühlen wird die Brühe abgeseiht und im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnt. Der hohe Anteil an Kieselsäure stärkt die Zellen der Pflanzen und wirkt gegen Pilzbefall, Milben und Rost. Zur Vorbeugung werden die Pflanzen (Rosen, Phlox, Wein, Tomaten, Gurken etc.) ab Frühling bis in den Sommer öfters besprüht.
Alant (Inula helenium oder radix enulae)
Bild © www.korn-verlag.de
Vorkommen:
Ursprünglich in der Mongolei beheimatet, findet man ihn heute auch wildwachsend in Mitteleuropa. Er wächst an Hecken und Zäunen und ist in vielen Bauerngärten zu sehen.
Kultivieren im Garten:
Den mehrjährigen Alant kauft man am besten in einer Kräuterhandlung und setzt ihn im Frühling oder Herbst in feuchter, lehmhaltiger Erde ein. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. Nach 3 Jahren ist eine Vermehrung durch Wurzelteilung möglich. Wegen seiner Größe benötigen die Pflanzen einen Abstand von ca. 50 cm.
Pflanzenhöhe: 150 bis 200 cm
Blütezeit: Juni bis September
Blüten: Gelbe Korbblüten
Zu verwendende Teile:
Wurzeln, die in der Sonne getrocknet werden sollten.
Empfehlungen für Sammelzeit:
Die Alantwurzel kann von September bis November ausgegraben werden. Zum Trocknen wird sie gründlich gereinigt und in kleine Stücke geschnitten.
Warnhinweise:
Mögliche Nebenwirkungen: Erbrechen oder Durchfall bei Überdosierung.
Bei äußerlicher Anwendung können Allergien auftreten!
Inhaltstoffe:
Inulin, ätherische Öle (Alantkampfer, Azulen und Helenin), Pectin, Alantöl und Bitterstoffe
Anwendung und Heilwirkung
Innerliche Anwendung:
Der Tee aus Alantwurzel hilft gegen Verschleimung der Atmungs- und Verdauungsorgane, bei Lungenleiden, Bronchitis, Keuchhusten und Katarrh. Auch bei Blähungen, Magen-Darm-Beschwerden, Durchfall und Blasenleiden ist der Tee zu empfehlen. Er wirkt hustendämpfend, schleimlösend, krampflösend sowie harn- und schweißtreibend.
Teezubereitung: 1 TL kleingeschnittene Wurzeln mit ¼ l siedendem Wasser übergießen, 15 Min. ziehen lassen, abseihen und mit Honig süßen.
Dosierung: Je nach Bedarf täglich 2 bis 4 Tassen (nicht mehr!), möglichst heiß trinken.
Alantwein hilft bei Magenentzündung und Gastritis. 15 g frische oder getrocknete Wurzeln mit 1 l guten Weißwein aufgießen, kurz aufkochen, abseihen und abkühlen lassen. Man nimmt davon vor den Mahlzeiten 1 Schnapsgläschen (2 cl) ein.
Die Alanttinktur hilft bei Verdauungsbeschwerden, Koliken, Gelbsucht und Hautausschlag.
Achtung:Sparsam verwenden und Überdosierung vermeiden!
Äußerliche Anwendung:
Eine Alantsalbe zur äußerlichen Anwendung, hilft bei verschiedenen Hauterkrankungen, Ekzemen, Flechten und Krätze. Körperstellen, die man abends mit der Salbe einreibt, muss man am Morgen mit Wasser und Seife abwaschen.
Schnelle Herstellung für den sofortigen Gebrauch: 180 g Wurzeln in 360 ml Wasser weichkochen, durch ein Sieb streichen und den Sud mit 120 g Butter oder Margarine vermengen.
Andorn (Marrubium vulgare)
Bild ©Martina Chmielewski – Fotolia.de
Vorkommen:
Ursprünglich war die Pflanze in Südeuropa beheimatet. Heute ist sie in fast ganz Europa verbreitet. Sie wächst in Büscheln an Wegrändern, Mauern und Hecken, wie auf mageren Wiesen und Schutthalden.
Kultivieren im Garten:
Der mehrjährige Andorn kann gut im Kräuterbeet, in der Blumenrabatte oder in Töpfen angebaut werden. Er bevorzugt einen trockenen, nährstoffreichen Boden und einen geschützten, sonnigen Standort, da er die Wärme liebt. Im Frühjahr schneidet man den Busch zurück. Die Vermehrung erfolgt durch Stecklinge.
Pflanzenhöhe: Bis 60 cm
Blütezeit: Juni bis September
Blüten: Weiße Scheinquirlen in den Blattachseln.
Zu verwendende Teile:
Das blühende Kraut, wobei man die unteren, dicken Stängel nicht mitschneidet.
Empfehlung für Sammelzeiten:
Das Kraut kann von Juni bis September geerntet werden. Es wird dann in Sträußchen gebunden, an einem schattigen, luftigen, möglichst dunklen Ort getrocknet.
Warnhinweise:
Es sind keine Nebenwirkungen bekannt.
Inhaltstoffe:
Bitterstoffe, Gerbstoffe, ätherische Öle, Saponine, Glykoside, Kalium, Calcium und Harze.
Anwendung und Heilwirkung
Innerliche Anwendung:
Der Tee hilft bei Entzündungen der Leber und der Gallenblase und fördert den Gallenfluss. Er stimuliert die Verdauungssäfte, reguliert die Menstruation, wirkt entzündungshemmend, schmerzlindernd, appetitanregend und schleimlösend bei Husten, Schnupfen, Bronchialkatarrh und auch lindernd bei Asthma. Außerdem soll er gegen Durchfall und Hämorrhoiden helfen. Bei Nervenleiden, Anämie und Fettleibigkeit kann eine Teekur ebenfalls sinnvoll sein.
Teezubereitung: 2 TL getrocknetes Andornkraut mit ¼ l siedendem Wasser übergießen, 5 Min. ziehen lassen und abseihen.
Dosierung: 3 Tassen täglich, vor dem Essen trinken.
Mit dem Andornkraut kann man auch einen appetitanregenden Kräuterwein herstellen von dem ein Gläschen vor dem Essen getrunken wird.
Äußerliche Anwendung:
Kompressen und Umschläge mit dem Andornaufguss verwendet man bei schlecht heilenden Wunden, Hauterkrankungen, Geschwüren und Rückenschmerzen. Bei Entzündungen sollen frische Blätter, mit Honig vermischt, als Auflage wahre Wunder vollbringen.
Bild © www.korn-verlag.de
Vorkommen:
Außer im Mittelmeergebiet ist Arnika in fast ganz Europa beheimatet. Man findet sie in den mitteleuropäischen Gebirgen und vor allem in den Alpen und im Alpenvorland, von der Ebene bis in Höhen von über 2.000 Meter. Sie wächst auf Wiesen, in Hochmooren und lichten Nadelwäldern.
Kultivieren im Garten:
Arnikasamen erhält man im Fachhandel. Für die Gartenkultur ist die nordamerikanische Sorte Arnica chamissonis erfolgversprechender als Arnica montana. Beide Sorten haben eine ähnliche Zusammensetzung der Wirkstoffe und somit die gleiche Wirksamkeit. In einem kalkarmen, humosen bis sandigen Boden lässt sie sich gut im Garten anbauen. Die mehrjährige Pflanze bevorzugt einen sonnigen Standort und sollte stets feucht gehalten werden.
Pflanzenhöhe: 20 bis 60 cm
Blütezeit: Mai bis August
Blüten: Orangegelbe Korbblüten
Zu verwendende Teile:
Blütenköpfe
Empfehlung für Sammelzeiten:
Die Blüten sammelt man von Juni bis August, bei trockenem, sonnigem Wetter, möglichst vormittags, da sie dann voll erblüht sind. Braune oder verkrümmte Pflanzenteile muss man aussortieren. Sie können die giftigen Larven der Arnikafliege enthalten. Die Blüten müssen dann rasch, bei künstlicher Wärme (40 Grad im Backofen), getrocknet werden.
Читать дальше