Rose Vogel - Die Diktatur der Schildkröte

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Mr. T, ein rücksichtsloser, schwerreicher Geschäftsmann mit Hang zum Luxus, lebt mit seinem Familienclan und einer Gruppe von Riesenschildkröten in seiner Welt zwischen Fantasie und Realität. Einer-seits gefürchtet für seine Wutausbrüche, bei denen er buchstäblich über Leichen geht, erweist er sich andererseits als sympathischer Träumer, der seine Familie und seine Schildkröten über alles liebt. Auf der Suche nach Freunden und auf dem Rücken dieser Tiere feiert er, gemeinsam mit einigen wenigen auserwählten Gästen, opulente Feste. Hierbei gilt nur eine Regel: Absteigen verboten. Die Schildkröten bestimmen somit über den Verlauf und die Qualität des Abends. Als sein Freund Albert E. Stein aus den Schildkröten-Genen ein Medikament gegen das Altern entwickelt, ergeben sich für Mr. T und seinen Clan neue Perspektiven aber auch ungeahnte neue Probleme: Nach etlichen Experimenten «reist» Mr. T, mit Hilfe des Serums zurück in seine Jugend, Kindheit und später sogar in sein Greisenalter. Aus der anfänglichen Suche nach Heilung eines Traumas entwickeln sich im Verlauf der Zeit vier eigenständige Personen und somit auch vier Rollen in die er abwechselnd und je nach Anlass schlüpft. Alles scheint möglich.
Doch wo auch immer Mr. T hinreist und egal in welche Rolle er dabei schlüpft – überall begleitet ihn seine Wut, die er seit Kindertagen beobachtet und zu kontrollieren versucht. Sie zieht sich nicht nur als Illustrations-Ebene durch die Geschichte, sondern erweist sich auch spätestens am Ende als der wahre Diktator im Leben von Mr. T.

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Mein jüngerer Bruder verwaltet die Familiengüter in Südamerika. Mir war es dort zu heiß. Das Klima bekam mir überhaupt nicht. Daher war ich sehr froh, als er mir diesen Posten mithilfe einer äußerst lächerlichen Intrige ausspannte. Es wäre meine Aufgabe gewesen, die Geschäfte meines verstorbenen Onkels zu übernehmen. Ich saß bereits schlecht gelaunt auf meinen gepackten Koffern, als mein Bruder damit begann, mich beim Familienrat anzuschwärzen. »Das könnt ihr ihm nicht antun. T. ist doch nicht Herr seiner selbst. Es wäre verantwortungslos von uns, ihn fortzuschicken. Er braucht uns doch«. Mir konnte er damals nichts vormachen. Er wollte anstatt meiner nach Südamerika. Dafür heuchelte er den fürsorglichen Bruder und denunzierte mich als Psychopath. Ich beobachtete ihn dabei genau. Ganz genau. Und lies ihn dennoch gewähren. Wie gesagt, das Klima dort ist so gar nichts für mich. Und jetzt weiß ich, woran ich bei ihm bin. Seine vorgeblich gut gemeinten Appelle waren bald von Erfolg gekrönt. Meine ältere Schwester hatte meinen Bruder damals unterstützt. Ihre Taktik war dabei eine andere: Sie war es, die mich damals im Familienrat vor allen Mitgliedern bat zu bleiben. Ihre Augen glitzerten dabei feucht. Sie würde es nicht ertragen mich zu verlieren. »Und denk doch T.: Wenn du schon nicht wegen mir oder Mutter bleiben willst. Was sollen die Schildkröten ohne dich tun?« Ich konnte gar nicht anders als meine Reisepläne zu revidieren und meine Koffer wieder auszupacken. Meine ältere Schwester lebt mit ihrem Mann und immer mehr lärmenden Kindern mittlerweile ebenfalls im Ausland. Wir haben ja noch etwas Land auf den Kapverdischen Inseln. Eine angemessene Entfernung, wie ich meine.

Meine Kindheit war sehr glücklich, aber einsam. Bunt und doch grau. Ich hatte keine Freunde. Andere Kinder meines Alters begegneten mir mit Misstrauen oder Furcht und hielten immer einen gewissen Sicherheitsabstand zu mir. Gewiss hauptsächlich wegen meiner Familie und ihren Geschäften. Des Nimbus der uns umgab. Aber auch, weil ich als Sonderling galt. Verträumt. Schüchtern. Dabei aufbrausend. Meine Wutanfälle waren schon damals legendär. Und dann natürlich die Sache mit den Schildkröten. Wer nur mit Tieren oder mit sich selbst spricht, gilt gemeinhin als seltsam. Und Kinder können da grausam sein. Wenn ich eine Eisdiele betrat, verstummten die Gespräche. Wenn ich über die Liegewiese im Freibad lief, wurden die Köpfe weggedreht, um einen Blickkontakt zu vermeiden. Der Platz neben mir in der Schulbank blieb meist unbesetzt und in den Zweierreihen bei Schulausflügen stapfte ich alleine. Nur ich und meine leise knurrende Wut. Zumindest entging ich so den schrecklichen Poesiealben und konnte in der großen Pause ungestört auf einem kleinen grasbewachsenen Hügel liegen. Von dort begleitete ich mit den Augen meine Schildkröten am Himmel. Nie wurde ich zu Geburtstagsfesten eingeladen und meine Einladungen wurden eilends abgesagt. Vielleicht grassierte aber auch tatsächlich jahrelang eine Windpockenepidemie in meinem Heimatort. Ich habe das nie ausreichend recherchiert. Meine Wut schwelte. Ich ertrug dies alles mit lächelndem Gleichmut, der meine Wut verhüllte und besprach mich ausgiebig mit meinen Schildkröten-Freunden. Sie hatten immer Zeit für mich und reckten freudig ihre Hälse, sobald sie mich kommen sahen. Und ich wusste, dass das nicht nur an den mitgebrachten Leckereien lag.

In einem Buch habe ich gelesen, dass Bälle eine Demonstration von Macht und Reichtum seien. In der heutigen Zeit nennt man solche Veranstaltungen lieber »Partys«. Ansonsten scheint das Buch aber Recht zu haben. Denn seit ich meine Partys veranstalte, bin ich überaus beliebt und zwar nicht nur bei Künstlern, Schauspielern, Musikern und Möchtegern-Prominenz, sondern auch bei Wissenschaftlern, Politikern, Industriellen und sogar deren Psychologen. Meine Partys waren anfangs nur der Versuch, Freunde zu finden. Mittlerweile muss ich mir eingestehen, dass es eigentlich auch um die Demonstration von Macht, Reichtum und Einfluss geht. Und dass ich dies sehr genieße. Jeder will auf meiner Gästeliste stehen. Diese Menschen sind verrückt nach Exklusivität. Sie wollen mich kennen. Mit mir fotografiert werden. Und wenn mein Fahrer das Kuvert mit dem großen »T.« abgibt, fühlen sie sich anerkannt. Auserwählt. Format und Farbe der Einladung habe ich übrigens von meiner Palladium Visa Card von J.P. Morgan übernommen. Auf der Vorderseite sitzt eine gravierte Schildkröte. Genau in der Mitte. Auf der Rückseite sind die Angaben zu Datum, Uhrzeit und Ort notiert. Ganz klein. Das sieht eleganter aus und ich erwarte, dass die Geladenen sich etwas bemühen. Aus meinem Heimatort wähle ich keine Gäste aus. Ich scheine neben all den bereits genannten Eigenschaften auch noch ein klein wenig nachtragend zu sein.

Zu einer guten Party gehören nach meinem Dafürhalten zu aller erst Getränke und Speisen. Bei mir sollten sie noch dazu erlesen sein. Teuer, selten, fürchterlich schwer zu beschaffen, aber auf jeden Fall so geartet, dass man bei der Nennung ihres Namens mit erhöhtem Speichelfluss zu kämpfen hat. Natürlich am besten in großen Mengen und von diplomierten Servicekräften unermüdlich dem Gast offeriert. Ebenfalls unerlässlich für eine Veranstaltung dieses Kalibers ist ein Austragungsort von dem die Gäste noch jahrelang erzählen sowie eine überwältigende Dekoration und ein ebensolches Unterhaltungsprogramm. Soweit so gut. Was meine Partys aber so außergewöhnlich macht, ist »das Spiel«: Alle Gäste erhalten einen ergonomischen Sitzplatz zugewiesen. Auf einer unserer Riesenschildkröten. Dieses Spiel hat nur eine einzige Regel, die aber unbedingt einzuhalten ist. Sie lautet: »Absteigen verboten!« So können ganz neue Bekanntschaften entstehen und Freundschaften geschlossen werden – während meine Gäste feierlich durch den Abend getragen werden und Champagner trinken. Gute Unterhaltung ist dabei aber keines Falles garantiert. Bei einigen Gesprächen scheint sich die Zeit wie Kaugummi in die Länge zu ziehen. Jeder mühsam formulierter Satz wird zur Qual. Situationen, aus denen man sich sonst höflich verabschieden würde müssen ertragen werden. Unerträglich. Und manch angeregte Konversation wird jäh beendet. Wegen einer Mücke, eines Salatblattes, einer Brotfrucht oder einem spitzen Steinchen. So funktioniert das Spiel. Und genau hier liegt der Reiz. Es herrscht sozusagen die Diktatur der Schildkröte. Sie entscheidet, wer mit wem spricht. Wer abseits sitzt und wer im Gedränge. Ich kann da leider gar nichts machen. Es gibt keine Ausnahme. Die Idee zu diesen Veranstaltungen kam mir im Gespräch mit meinen Lieblingen. Wir haben dieses Spiel gewissermaßen gemeinsam entwickelt.

Die Anzahl der Gäste ist dabei selbstverständlich begrenzt. Ich möchte nicht alle Schildkröten an einem Abend einsetzen. Wir entscheiden gemeinsam, wer dabei sein will und vor allem mit wem. Ich fühle mich dann immer wie der Nationaltrainer bei der Mannschaftsaufstellung. Mit dem kleinen Unterschied, dass bei mir die Spieler die eigentlichen Entscheidungsträger sind. Meine gepanzerten Freunde sind doch die wahren Stars des Abends. Sie haben nur Freude dabei, wenn sie wohl auf und vor allem gut gelaunt sind. Ich versende niemals mehr als zwanzig Einladungen pro Veranstaltung und ich habe noch nie eine Absage erhalten. Noch nie! In all den Jahren. Eine erstaunliche Veränderung zu meinen Jugendtagen.

Bei den Gästen versuche ich stets eine »illustre Gesellschaft« zusammenzustellen. Bunt gemischt. Gerne völlig unpassend. Ich liebe es, wenn eine gewisse Explosionsgefahr in der Luft schwebt. Ich achte auf Unterschiede: Gesellschaftsschicht, Haltung, Wertvorstellung, politische Meinung, Geschmack, Alter, Größe, Intelligenz, Physiognomie. Zu einer guten Partygesellschaft gehören immer mindestens zwei Personen, die sich in inniger, gegenseitiger Abneigung verbunden sind. Oder diese im Verlauf des Abends entdecken und ausbauen können. Das ist meist sehr hübsch zu beobachten. Für mich immer wieder ein Geschenk. Meine Harmoniesucht stört das erstaunlicher Weise gar nicht. Streitigkeiten, die mich nicht selbst betreffen, amüsieren mich kolossal. Und schließlich lebt unsere Familie davon. Ja. Die Streitigkeiten anderer ermöglichen uns eine luxuriöse Existenz mit vielen Annehmlichkeiten, Mitarbeitern und vor allem Möglichkeiten. Und alleine schon für meine Maßanzüge und die hochkarätigen Präsente für die schönen Frauen in meinem neuen Leben sind einige Auseinandersetzungen nötig. Ich habe einen feinen Sensor für möglichen Disput entwickelt. Auf manchen muss nur zart hingewiesen werden. Oft genügt ein leichtes Stupsen. Manchmal muss etwas mehr gebohrt werden und nur ganz selten habe ich das Glück, dass er völlig neu kreiert werden kann. Aus dem Nichts. Ich liebe das. Denn Potential dafür ist überall. »Brauchen Sie Hilfe? Nein? Sind Sie sich ganz sicher? Denken Sie doch bitte einen Moment nach.«

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