Johanna Marie Jakob - Taterndorf

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Preußen 1831: Wilhelm Blankenburg ist voller Enthusiasmus, als ihn der Naumburger Missionsverein mit einer ungewöhnlichen Aufgabe betraut: In dem Provinzdorf Friedrichslohra soll er einen Sinti-Stamm aus bitterer Armut führen, ansiedeln und die Kinder unterrichten. Er trifft mit seiner jungen Frau Magdalena auf ein kleines, lebenslustiges Volk, mittellos, verachtet und ausgenutzt von den Einheimischen. Das Dorf ist gespalten vom Gegensatz zweier Konfessionen, die Weber und Wollspinner fristen selbst ein karges Dasein. Die beiden Missionare gewinnen das Vertrauen der «Tatern», bauen für sie eine Schule und ein Wohnhaus. Doch die Dörfler sind missgünstig und als Magdalena am Sinn ihrer Aufgabe zu zweifeln beginnt, droht nicht nur die Mission zu scheitern, sondern auch ihre Ehe … Der historische Roman über die Zwangsansiedlung eines Sinti-Stammes in und das Nebeneinander zweier Religionen beruht auf sorgfältig recherchierten Tatsachen.

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„Häng deinen Mantel zum Trocknen über die Lehne“, riet ihr Wilhelm besorgt.

„Kümmere dich lieber um das Fuhrwerk, ich komme schon zurecht“, antwortete Magdalena.

„Wo bekomme ich wohl einen Wagen zum evangelischen Pfarrhaus?“, fragte Wilhelm die Männer.

Einer von ihnen, ein kräftiger Mann mit Stiernacken und grau gelocktem Haar, nahm einen tiefen Schluck aus seinem Bierglas und deutete dann auf das Gepäck in der Ecke: „Für das da?“

„Ja.“

„Ich habe zwei junge Ziegenböcke im Stall. Kostet aber eine Runde.“

„Gerne.“ Wilhelm war froh, nicht sofort wieder hinaus in den Regen zu müssen. Er bestellte vier Bier und drei Schnäpse und einen Tee für seine Frau. Der Wirt zapfte mürrisch das Bier und schenkte aus einer dunklen Flasche ein.

„Trinken Sie keinen?“, fragte der Mann, der ihm seine Böcke angeboten hatte.

„Nein, ich hatte eben schon starken Schnaps von den Zigeunern. Das reicht für heute. Ich muss dem Pastor Blume mit klarem Kopf gegenübertreten.“

Die Männer nickten. „Sie brennen ein gutes Zeug, diese Tatern. Das kann einen schon umhauen“, sagte einer von ihnen und griff nach einem Päckchen Tabak.

Magdalena bekam ihren Tee.

„Prost! Auf meine Ziegenböcke!“, rief der Stiernacken.

Als der Wirt mit den Bierkrügen kam, waren die Schnäpse alle. „Bring noch mal ‘ne Runde, mach für dich einen mit und auch für unseren jungen Gast hier.“

„Nein, wirklich, ich muss zum Pastor. Wie weit ist es bis Wenden?“

„Ach, das ist nur ein Steinwurf. Wärm dich erst mal auf, Junge, du bist nass wie eine gebadete Katze.“

Tatsächlich fröstelte Wilhelm, sein Hemd fühlte sich klamm an.

Der Mann mit dem Tabak stopfte sich sorgfältig eine Pfeife. „Was willst du beim Pastor?“, fragte er.

Wilhelm zögerte ein wenig bei dieser direkten Frage, doch wenn er in diesem Dorf leben und arbeiten wollte, war er auf das Wohlwollen seiner Bewohner angewiesen. „Ich werde dort wohnen, mit meiner Frau.“ Er deutete zum Ofen, wo sie sich an die Kacheln lehnte und mit beiden Händen ihre Teetasse umschloss. „Wir sollen uns hier um die Zigeuner kümmern, im Auftrag des Missionsvereins Naumburg.“

Der Mann hielt ein brennendes Streichholz an den Pfeifenkopf und nahm einen tiefen Zug. Seine Wangen wölbten sich nach innen, seine Augenbrauen schoben sich wie zwei dicke Raupen in Richtung Nasenwurzel. Zwei oder dreimal paffte er angestrengt, dann blies er den Rauch gegen die Balkendecke. „Schon wieder“, sagte er und schüttelte den Kopf. „Wann kapieren die Herren endlich, dass es verlorene Mühe ist?“

„Wieso schon wieder ?“, fragte Wilhelm verdutzt.

„Wie lange ist es jetzt her, Andreas?“, rief der Pfeifenmann. „Zwei Jahre?“

„Trudchen war kurz vorher geboren“, rief der Wirt vom Tresen herüber. „Frühjahr ‘28.“

„Sag ich doch. Gut zwei Jahre. Da kamen zwei junge Missionare, Zwillingsbrüder waren das. Man wusste nie, welchem man gerade begegnet war. Sie blieben ein paar Wochen, dann waren sie wieder verschwunden.“

„Es hat sich nichts geändert“, sagte der Stiernacken. Er sprach gemächlich, als wäre seine Zunge geschwollen. Er winkte dem Wirt. „Bring noch einen!“

„Was haben sie in dieser Zeit getan?“, fragte Wilhelm.

„Geredet. Sie sind zu den Igelfressern gegangen und haben mit ihnen geredet.“ Der dritte Mann mischte sich zum ersten Mal in das Gespräch ein. Er war weißblond und sehr blass, hinter den Qualmwolken der Pfeife verschwand er beinahe.

„Worüber haben sie geredet?“, fragte Magdalena vom Ofen her.

Er warf ihr einen schnellen Blick aus wässrig blauen Augen zu, bevor er wieder in sein Bier starrte. „Was weiß denn ich? Was Kirchliches sicherlich, sie sollten ihre Kinder taufen lassen. Und arbeiten gehen.“

Der Pfeifenmann lachte. „Der alte Löschhorn hat sie schön an der Nase herumgeführt, nicht wahr, Linzer? Er hat seinen Weibern erklärt, wenn sie die Bälger taufen lassen und sich Paten aus dem Dorf suchen, gibt es reichlich Geschenke. Na, das musste er nicht zweimal sagen.“

„Also sind die Kinder getauft worden?“, fragte Wilhelm.

„Ja aber“, lallte der Stiernacken. „Beinahe jeder aus ‘m Dorf, der nich grade selbst am Hungertuch nagt, hat inzwischen ‘nen Igelfresser als Patenkind.“ Er lehnte sich über den Tisch und raunte halblaut: „Kannst ja schlecht nee sagen, wenn se dich fragen. Is schließlich Christenpflicht, so ‘n Patenamt.“ Er lachte und zeigte auf den blassen Mann gegenüber, den sie Linzer genannt hatten. „Selbst sein Vater, der stolze Österreicher, der sonst keinen Finger rührt, wenn nicht ein Heller dabei herausspringt.“

„Aber arbeiten tun die nie und nimmer, da kannste ihnen sonst was versprechen“, ergänzte sein Kumpan und klopfte die Asche aus der Pfeife.

„Ssstimmt“, sagte der Stiernacken, dann sackte sein Kopf auf den Tisch.

Magdalena sprang auf. „Wir müssen ins Pfarramt.“

Ihr besorgter Unterton alarmierte Wilhelm. Kläglich blickte er auf den grauen Lockenschopf, der zwischen zwei Bierkrügen ruhte. „Wo krieg ich jetzt ein Fuhrwerk her?“

Die beiden anderen Männer blickten sich an und grinsten. „Andreas, der Herr Missionar möchte zahlen!“, rief der Zigarrenmann.

Der Wirt kam und verlangte die stolze Summe von zwanzig Groschen, bei der Wilhelm erneut das Herz in die Hose rutschte. Davon hätten er und Lenchen Brot und Milch für eine ganze Woche kaufen können.

„Was ist?“ Der Wirt klopfte ihm auf die Schulter. „Kannst auch anschreiben lassen, Junge, ich weiß ja, wo du wohnst.“

„Nein, nein.“ Hastig kramte Wilhelm seinen Beutel aus der Jackentasche. Ein paar Pfennige Trinkgeld machten den Wirt hilfsbereit. „Lass das Gepäck ruhig hier stehen, das kannst du morgen früh abholen. Ich gebe euch eine Laterne mit.“

Draußen war es bereits dunkel, der flackernde Lichtkreis der Petroleumlampe tastete sich den Dorfanger hinauf. Magdalena hielt die Lichtquelle am vorgestreckten Arm, mit dem anderen hakte sie Wilhelm unter. Sie hatte geglaubt, bei ihm Halt zu finden auf dem vom Regen aufgeweichten Platz, doch bald merkte sie, dass er an der frischen Luft Probleme mit dem Gleichgewicht hatte.

„Liebe Güte, Wilhelm, du bist betrunken“, schimpfte sie leise. „Was soll denn der Herr Pastor von uns denken?“

Inzwischen hatten sie die Dorfstraße erreicht, die zwischen den dicht stehenden Häusern hindurch schnurgerade in Richtung Wenden führte. Das jedenfalls hatte der Wirt ihnen versichert. Das alte Wendendorf sei voller Bauernhöfe, die keineswegs mehr so geordnet lägen wie die Handtuchgrundstücke im Neuen Dorf, aber wenn sie nur immer dieser einen Straße folgen würden, kämen sie direkt zum Pfarrhaus, das sie an der davor stehenden Eiche erkennen würden.

Die Straße kam Magdalena enger vor als vor wenigen Stunden im Tageslicht, es war, als würden die Häuser im Dunkeln zusammenrücken, um sich nachts die Geheimnisse ihrer Bewohner zuzuraunen. Wie Totenschädel starrten sie auf die beiden einsamen Fußgänger herab, nur einzelne Fassaden sandten, mit warmem Lichtschein aus den Fenstern, ein freundliches Lächeln für die Ankömmlinge.

Sie hatte sich gefragt, wie sie im Stockfinsteren eine Eiche erkennen sollten, aber jetzt zeigte sich, dass ihre Probleme ganz anderer Art waren. Wie vermochte sie ihren wankenden Mann am rechten Arm und die blakende Funzel am linken unbeschadet bis in dieses Bauerndorf bringen? Sie versuchte, sich abzulenken, indem sie in die wenigen beleuchteten Stuben der Dörfler blickte, an deren Fenstern sie vorüber stolperten. Immerhin hatte es aufgehört zu regnen und sie konnte ihr Kopftuch in den Nacken schieben. Wilhelm hatte darauf bestanden, wenigstens den Koffer mitzunehmen. Der schlug jetzt wiederholt gegen sein Schienbein und brachte ihn zum Straucheln. Magdalena seufzte. Sie würde auf ihn aufpassen müssen. Schon am ersten Abend hatten sie ihn gnadenlos über den Tisch gezogen.

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