Galina Hendus - Beziehungen

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Das Leben schreibt noch immer die spannendsten Geschichten – eine Erkenntnis, die der Leser in diesem Buch bestätigt findet. Fast alle der hier versammelten Erzählungen basieren auf wahren Begebenheiten, ganz gleich, wo sie sich ereignen: in Deutschland, in Südeuropa, in Russland oder im Kaukasus. Und auch jene, die der Fantasie der Autorin entstammen, sind dem Leben entlehnt. Ob heiter, traurig oder spannend, sie schenken dem Leser einen Blick in die Welt des Anderen. Was all diese Geschichten verbindet, kennt keine Grenzen, ist universell: das Wesen menschlicher Beziehungen – zwischen Männern und Frauen, Eltern und Kindern, Geschwistern, Jung und Alt. Dabei geht es der Autorin nicht nur um das Zwischenmenschliche wie das Interkulturelle, sondern immer auch um das Verhältnis des Einzelnen zu sich selbst.

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Am Morgen eines noch frühen, neblig-trüben Sonntags gab es für jeden von uns Internatsschülern zum Brot ein Stück streng riechenden Käses aus der Klosterkäserei. Wir aßen diese Käse nur ungern, da er durch seinen penetranten Geruch ein sehr aufdringlicher Begleiter war, der an den sonntäglichen Besuchstagen störend wirkte.

Für jene, denen dieser Käse noch ein Unbekannter ist, muss ich kurz ausholen: Das Rezept dieser Käsesorte war vor über hundert Jahren von Benediktinermönchen in Münster, im Elsass, entwickelt worden. Um den Laib lange frisch und aromatisch zu halten, wurde der Käse alle zwei bis drei Tage in eine spezielle Lake eingelegt, einer nur den Mönchen der Käserei bekannten Rezeptur, bestehend aus Salzwasser, entrahmter Milch, Weißwein und Bier sowie aus speziellen Kräutern und Gewürzen. All dies geschah, um den Reifeprozess des Käses zu beschleunigen. Der Weichkäse war, bis auf die Rezeptur des Käsemantels, leicht herzustellen. Hinzu kamen die geringere Reifezeit gegenüber anderen Käsesorten und ein höherer Sättigungsgrad – Grund genug, dass der Münsterkäse häufiger als Grundnahrungsmittel auf den Tellern von uns Internatsschülern landete.

An diesem Morgen nun fühlte ich wieder eine starke Sehnsucht nach zuhause, nach Omas hausgemachtem Pflaumenmus oder den leckeren Pfannenkuchen mit Zucker und Zimt von Muttern. Appetitlos, wie ich war, aß ich mein Stück Käse nicht, sondern wickelte es in eine Papierserviette und versteckte das Päckchen in meiner rechten Hosentasche.

Nach dem Frühstück standen wir Schüler auf Anweisung unseres Präfekten auf und gingen zur Morgenandacht in die nahegelegene Marienkapelle. Leise und andächtig betraten wir das Gotteshaus und knieten uns nieder. Unsere Hände lagen gefaltet auf der Ablage der vor uns stehenden Gebetsbänke. Ich stand in der ersten Reihe, gleich am Anfang. Die Klasse nahm drei Reihen ein. Der letzte Platz gehörte unserem Präfekten, Laienbruder Fink. Er hatte ein wachsames Auge über seine jungen Schafe. Plötzlich vernahmen wir sein leises Zischen, das uns signalisierte, der Gottesdienst mit Pfarrer Schollmann, dem Direktor und Schulleiter des Internats, würde nun beginnen. Respektvoll schwiegen wir. Pfarrer Schollmann sang laut in lateinischer Sprache. Am Ende des eindrucksvollen Gebets murmelten wir „Dank sei Gott“. Nun wandte sich der Priester einem der Messdiener zu und ließ sich das Weihrauchfass reichen. Er zog den Deckel des Gefäßes hoch, entfachte den Weihrauch und schwenkte den rauchenden Topf dreimal nach allen Seiten zu den Gläubigen.

An dieser Stelle nahm ich vorsichtig und unauffällig mein Stück Käse aus der Tasche. Die Serviette war feucht und hing leicht gelblich am Käse. Ein unangenehmer Geruch verbreitete sich in der Kapelle, vermischte sich aber, zum Glück, mit dem Weihrauch. In meiner nahen Umgebung jedoch war der Weihrauch gegen die Ausdünstung des Münsterkäses machtlos. Um das unchristliche Relikt loszuwerden, nahm ich die Hand meines Nachbarn und legte ihm das stark riechende Käsestück auf die geöffnete Handfläche. Dabei flüsterte ich ihm zu: „Weitergeben.“

Mein sommersprossiger, rothaariger Mitschüler schaute mich ungläubig an und schob den unappetitlichen Käse mit zwei Fingern seinem Nachbarn zur Linken zu. Dabei flüsterte er: „Weiterreichen! Das Stück hat den Segen der Jungfrau Maria. Behandele ihn wie eine Reliquie.“ Der Vorgang wiederholte sich, von Nachbar zu Nachbar, bis das kleine Päckchen zum letzten Platz der dritten Reihe gelangte. Hier saß der Präfekt, Laienbruder Fink. Oh Gott!

Der durch die Wärme der Kapelle nun noch stärker stinkende Käse übertraf den Weihrauchgeruch jetzt, wie ich empfand, um ein Vielfaches. Er war schlichtweg geruchsdominant. Das einmalige Gemisch erinnerte uns alle an schwerste Blähungen. Diejenigen, die an der Käseweitergabe beteiligt gewesen waren, freuten sich insgeheim über dieses außergewöhnliche Ereignis. Einige der Nichteingeweihten ließ es grübeln, andere belustigte es sehr – ein völlig neues Gefühl in der Internatskapelle. Doch alle rümpften auch ihre empfindlichen Nasen und empfanden die Geruchsbelästigung in unmittelbarer Nähe als wenig angenehm. Auch mir ging es so.

Nachdem der Käse nun in guten Händen lag, wurde mir bewusst, was ich ausgelöst hatte und was auf mich zukommen würde. Heimlich beobachtete ich den Käsehalter, unseren Laienbruder Fink, wie er sich nun gegenüber seinem ungewollten Geschenk verhielt. Zunächst tat er so, als sei nichts geschehen. Ich bewertete sein Verhalten als taktische Maßnahme. Doch der Käse in der Hand war auf Dauer keine Lösung. Anstatt die Morgenandacht zu verlassen, um das Objekt zu entsorgen, entschied Laienbruder Fink offenbar, aus pädagogischen Gründen zu bleiben. Er wickelte den Käse in sein sauberes, weißes Taschentuch und versteckte ihn in seinem Talar. Im Zuge dieser Aktion blieb unser Präfekt das Zentrum des Münsterkäses – mit unangenehmen Nebenwirkungen.

Die Morgenandacht neigte sich langsam dem Ende und schloss mit dem Lied „Großer Gott, wir loben dich.“ Diesmal gingen wir ohne unseren Präfekten in die Klasse und unterhielten uns angeregt über die außergewöhnliche Käsewanderung während des Gottesdienstes. Trotz der erheiterten Diskussion war eine gewisse Spannung zu verspüren. Wo war Laienbruder Fink mit dem Käse geblieben? Hatte er ihn entsorgt oder musste er seinem Vorgesetzten über den Vorfall berichten? Was hatten wir zu befürchten?

Plötzlich öffnete sich die Tür zum Klassenzimmer. Wir sprangen auf und brachten uns in Position. Mit einem gemeinsamen „Guten Morgen, Herr Schollmann, guten Morgen, Herr Fink“ begrüßten wir die beiden Würdenträger. Danach war es still –beängstigend still. Laienbruder Fink nahm den Münsterkäse mit seinem nicht mehr ganz so weißen Taschentuch aus seinem Talar und legte ihn auf das vor ihm stehende Pult. Direktor Schollmann öffnete ein Fenster und fragte danach sofort: „Wer von euch hat im Banne des Käses gestanden? Wer war für den Käse verantwortlich?“ Streng blickte der Direktor in die Runde, mit der Erwartung, dass der Schuldige sich melde. Aber nichts geschah. Nun widerholte er mit noch strengerer Stimme seine Forderung. Wieder keine Resonanz. Jetzt änderte Direktor Schollmann seine Strategie. Er forderte uns auf, uns nebeneinander an der Wand des Klassenzimmers aufzustellen. Laienbruder Fink bat er, die Verfolgung der Käsewanderung an der Tafel mit Kreide aufzuzeichnen.

Die Rekonstruktion startete bei unserem Präfekten als letztem Träger des Münsterkäses in der Marienkapelle. Von da aus wurde die Wanderung des Käses Platz für Platz nachvollzogen, während Laienbruder Fink sie akribisch auf der Tafel festhielt. Zum Schluss kam Direktor Schollmann zu mir, sah mich an und sagte: „Du bist der Letzte, den ich befrage. Sage uns, von wem hast du den Käse übernommen?“ Da ich meinen Platz am Anfang der ersten Reihe und somit nur einen Nachbarn zur Linken hatte, wurde ihm klar, dass nur ich der Sünder sein konnte.

Als sich mein ängstliches inneres Zittern langsam legte, fand ich doch noch ein Schlupfloch, das mir vielleicht einen Ausweg aus der bedrückenden Lage verschaffen könnte. „Pater Schollmann, glauben Sie mir, der Käse lag direkt unter meiner Bank. Durch den unangenehmen Geruch fühlte ich ein Würgen im Hals und befürchtete, mich während des Gottesdienstes übergeben zu müssen. Nur deshalb hob ich den zurückgelassenen Käse auf und gab ihn an meinen Nachbarn weiter.“

Meine Ausrede klag nachvollziehbar. Ich war ein wenig stolz auf meine Antwort und blickte unschuldig in die strengen Augen des Schulleiters.

Direktor Schollmann wandte sich ohne Kommentar von mir ab und befahl Laienbruder Fink, den Käse vom Pult zu nehmen, um ihn draußen zu entsorgen. Ich durfte das Fenster schließen und die Skizze an der Tafel mit einem feuchten Schwamm abwischen.

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