Galina Hendus - Beziehungen

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Das Leben schreibt noch immer die spannendsten Geschichten – eine Erkenntnis, die der Leser in diesem Buch bestätigt findet. Fast alle der hier versammelten Erzählungen basieren auf wahren Begebenheiten, ganz gleich, wo sie sich ereignen: in Deutschland, in Südeuropa, in Russland oder im Kaukasus. Und auch jene, die der Fantasie der Autorin entstammen, sind dem Leben entlehnt. Ob heiter, traurig oder spannend, sie schenken dem Leser einen Blick in die Welt des Anderen. Was all diese Geschichten verbindet, kennt keine Grenzen, ist universell: das Wesen menschlicher Beziehungen – zwischen Männern und Frauen, Eltern und Kindern, Geschwistern, Jung und Alt. Dabei geht es der Autorin nicht nur um das Zwischenmenschliche wie das Interkulturelle, sondern immer auch um das Verhältnis des Einzelnen zu sich selbst.

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Alexander konnte das alles seiner Frau nicht erklären. Sie war geboren und aufgewachsen in einer ganz anderen Welt, sie war in eine andere Schule gegangen, sie hatte andere Interessen, sie sah dieselbe Umgebung mit ganz anderen Augen. Jene Kenntnisse, Fertigkeiten, Vorlieben und Interessen, die er sich in einer pulsierenden Großstadt angeeignet und entfaltet hatte, hatte sie in ihrem kleinen Provinznest nicht entwickeln können. Und Alexander schaffte es nicht, diesen Unterschied in ihrer Weltsicht zu überbrücken.

Das bedeutete keinesfalls, dass er Leyla für dumm hielt oder dass sie ihn langweilte. Im Gegenteil, ihr feuriger, temperamentvoller Charakter, ihre Ausgelassenheit, ihr Querdenken versetzten ihn nach wie vor in Erstaunen. Aber sie teilte seine Interessen nicht und fand, dass es spannendere Beschäftigungen gebe als das „Lesen langweiliger Bücher“. Leyla war gerne in der Natur. Sie verbrachte viel Zeit mit dem Kochen schmackhafter Gerichte, um ihrer Familie Freude zu machen. Das Haus war immer blitzeblank sauber. Mit diesem Aspekt ihres gemeinsamen Lebens war Alexander mehr als zufrieden.

Nach einigen Jahren aber, als die Kinder größer geworden waren und die Eltern mehr Zeit füreinander hatten, merkte Alexander immer häufiger, dass es ihm immer schwerer fiel, sich mit Leyla zu unterhalten. Früher hatten sie einfach keine Zeit für Gespräche gehabt, doch jetzt, als ausreichend Zeit da war, stellte sich heraus, dass sie keine gemeinsamen Themen fanden, die beide wirklich interessierten.

Im Grunde genommen hatten Leyla und Alexander keine Zeit gehabt, einander ausreichend kennenzulernen: Sie hatten sich zwei Mal getroffen und beim dritten Mal die Entscheidung getroffen, zu heiraten. Zwischen ihrer ersten Begegnung und der Brautnacht war nur ein Monat vergangen. In einer so kurzen Zeit ist es unmöglich, alles voneinander zu erfahren, und es ist auch nicht so wichtig, denn wenn man verliebt ist, hat man ganz andere Gedanken im Kopf. Nach der Hochzeit hatten sie die körperliche Seite der Liebe kennengelernt, diejenige, die erst nach Sonnenuntergang zum Vorschein kommt. Sie waren damals jung und ineinander verliebt gewesen, sie hatten einander leidenschaftlich geliebt und in ihrer Leidenschaft keine Gespräche vermisst.

Nun dachte Alexander immer häufiger auch über diese Seite ihrer Beziehung nach. Er verstand immer weniger, was zwischen ihm und Leyla geschah. Er horchte in sich hinein und begriff, dass er sich zu seiner Frau weniger hingezogen fühlte als früher. Warum? Diese Frage konnte Alexander nicht beantworten. Er wusste, dass er sie genauso stark liebte wie früher, aber trotzdem suchte er sich jetzt abends immer wieder eine Beschäftigung, damit er nicht gleichzeitig mit Leyla ins Bett gehen musste. Sie war nach wie vor eine temperamentvolle Frau und forderte von ihrem Mann ihre tägliche Portion Liebe. Für ihn hingegen wurde es immer schwieriger, ihren Appetit zu sättigen.

Alexander suchte die Ursache für die Verweigerung seiner Männlichkeit überall, aber nicht dort, wo sie wirklich steckte. Sie lag tief verborgen in seinem Unterbewusstsein, dort, wohin kein einziger Sonnenstrahl dringt, um die dunklen Ecken dieser Sammelstelle für Ängste auszuleuchten, um sie zu vertreiben, wie sogar der leichteste Wind Wolken vertreibt, die die Sonne verdecken.

Ein tapferer Marineoffizier, der Pension bezieht.

Ein Petersburger, der in einer Provinzstadt mit einer ihm unbekannten und fremden Kultur lebt.

Ein Mann in den besten Jahren, der gezwungen ist, zu Hause zu hocken und auf die Kinder aufzupassen, weil er keine Arbeit findet.

Die geliebte Frau, die nicht ganz seinem intellektuellen Niveau entspricht.

Und schließlich die Krankheit, die nicht aus dem immer noch leistungsbereiten Körper zu vertreiben ist.

Dazu die Angst, dass die Krankheit früher oder später die Oberhand gewinnt.

Jede einzelne dieser Ursachen konnte man leicht bekämpfen oder zumindest hinnehmen und sich damit arrangieren. Aber auf eine verhängnisvolle Art und Weise versammelten sie sich alle unter einem Dach, griffen mit ihren klebrigen Tentakeln ineinander und begannen, widrige Wellen der Angst und Unsicherheit zu verströmen.

Alexander sorgte sich, dass Frau und Kinder ihn als Familienoberhaupt nicht wirklich anerkannten, weil er zu Hause blieb und nicht arbeiten ging, wie es sich für einen Mann gehörte. Er befürchtete, dass seine Frau sich seinetwegen vor ihren Verwandten schämte. Er hatte Angst, wieder einmal von seinen Kindern zu hören: „Papa, warum arbeitest du nicht?“ Die Angst zerriss sein Herz bei dem Gedanken, dass er seine junge schöne Frau im Bett nicht befriedigen konnte. Er fürchtete sich davor, dass sie einen Seitensprung haben könnte. Er fürchtete sich, sie zu verlieren. Er begann, Angst vor seinen Ängsten zu entwickeln.

Als Grischa in die erste Klasse ging, bekam Leyla mit etwas Glück Arbeit als Lageristin im Fertigwarenlager der örtlichen Kartonagenfabrik. Auf diese Arbeitsstelle, von der sie von ihrer Nachbarin Fatima wusste, hatte sie mehr als ein Jahr gewartet. Fatima stand kurz vor ihrer Rente und legte ein Wort für Leyla bei ihrem jungen Vorgesetzten Amir ein. Er hatte nichts dagegen, Leyla einzustellen, und nun wartete sie geduldig, bis Fatima ihre letzten Wochen vollendete. Lageristin war natürlich etwas anderes als Buchhalterin, aber sie hatte immerhin Arbeit. Etwas Besseres war nicht in Sicht.

Nachdem Leyla dann zwei Monate bei der neuen Stelle beschäftigt war, kam es zwischen ihr und dem Vorgesetzten zu einem für sie unerwarteten Gespräch.

„Wie ist deine Arbeit? Bist du nicht unterfordert?“, fragte der Vorgesetzte und lächelte, als Leyla ihm die Quartalsbestandsliste zur Unterschrift brachte.

„Es gibt Arbeitsstellen, die anspruchsvoller sind“, antwortete sie aufrichtig.

„Du verstehst doch, dass gute Arbeitsplätze heiß begehrt sind.“ Amir betrachtete seine Mitarbeiterin aufmerksam, dann schaute er zur Seite und setzte vorsichtig fort:

„Es gab übrigens sehr viele Bewerberinnen für deine Stelle, ich habe aber dich allen anderen vorgezogen.“

„Diese Arbeit hatte mir Fatima versprochen“, sagte Leyla verwirrt.

„Sei nicht so naiv!“, lachte der Vorgesetzte. „Ich alleine entscheide, wer hier arbeitet und wer nicht. Wenn du aber etwas zärtlicher zu mir bist, brauchst du keine Entlassung zu befürchten.“

Einfältig war Leyla nie gewesen. Sie begriff sofort, wovon Amir redete. Dieses Gespräch verschwieg sie aber ihrem Mann, da sie vernünftigerweise die ohnehin angespannte Ehe nicht weiter strapazieren wollte.

So wurde sie die Geliebte ihres Vorgesetzten, ohne irgendwelche Gefühle außer Ekel ihm gegenüber zu empfinden. Arbeit zu haben war für sie wichtiger als einige Minuten schneller Kopulation zu ertragen, nach der Amir sie bis zum nächsten Mal in Ruhe ließ.

Bei der Arbeit erholte sie sich seelisch von der drückenden Atmosphäre zu Hause. Der Sohn war außer Rand und Band und hörte kein bisschen auf die Mutter, lediglich mit der Tochter verstand sie sich gut. Alexander begann, dem Alkohol zuzusprechen, und Leyla konnte sich nicht erinnern, wann er sie zum letzten Mal berührt hatte. Alexander war ihr erster und einziger Mann gewesen, bis Amir sie zu seiner Liebhaberin gemacht hatte. Erst jetzt verstand sie, was für ein schwacher Mensch ihr Mann war. Sie liebte ihn und verzieh ihm sein männliches Unvermögen, aber sie konnte ihm nicht verzeihen, dass er zu trinken begann. Sie bat, sie flehte ihn an, schimpfte, drohte, aber es half nichts: Alexander war immer häufiger betrunken.

Nach einer gewissen Zeit war es Leyla egal. Sie lebte nun in einer ihr selbst unbegreiflichen und seltsamen Welt: Der Mann, den sie über alles liebte, schlief nicht mit ihr und trank. Der Mann, den sie hasste und fürchtete, trank nicht und schlief mit ihr. Sie konnte daran nichts ändern.

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