Galina Hendus - Beziehungen

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Das Leben schreibt noch immer die spannendsten Geschichten – eine Erkenntnis, die der Leser in diesem Buch bestätigt findet. Fast alle der hier versammelten Erzählungen basieren auf wahren Begebenheiten, ganz gleich, wo sie sich ereignen: in Deutschland, in Südeuropa, in Russland oder im Kaukasus. Und auch jene, die der Fantasie der Autorin entstammen, sind dem Leben entlehnt. Ob heiter, traurig oder spannend, sie schenken dem Leser einen Blick in die Welt des Anderen. Was all diese Geschichten verbindet, kennt keine Grenzen, ist universell: das Wesen menschlicher Beziehungen – zwischen Männern und Frauen, Eltern und Kindern, Geschwistern, Jung und Alt. Dabei geht es der Autorin nicht nur um das Zwischenmenschliche wie das Interkulturelle, sondern immer auch um das Verhältnis des Einzelnen zu sich selbst.

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Endlich durften wir Schüler uns setzen und wieder unsere gewohnten Plätze einnehmen. Nachdem er uns zur Ruhe aufgefordert hatte, verkündete Direktor Schollmann sein salomonisches Urteil: „Die Klasse hat zugegeben, aktiv am Käsetransport beteiligt gewesen zu sein. Alle standen somit während des Gottesdienstes im Banne des Käses. Jeder hat sich versündigt und eine Strafe verdient.“

Er verurteilte nicht nur mich, sondern die gesamte Klasse, die sich des Käsetransports mitschuldig gemacht hatte. In den Augen unserer Vorgesetzten war diese Aktion ein schwerer Verstoß gegen die Regeln des Internats, gegen die guten Sitten der Kirche und eine Untergrabung der Erziehung des verantwortlichen Personals.

Die Klasse wurde bestraft. Unser höchstes Freizeitgut, unser Fußball, wurde für vier Wochen eingezogen. Auch der geplante Ausflug mit Laienbruder Fink in die nahegelegene Rhön zum Kloster Kreuzberg wurde ersatzlos gestrichen. Auf das Kloster konnten wir noch gut verzichten, nicht aber auf unseren Fußball. Eine viel zu harte Bestrafung – und das nur wegen eines feuchten Käses. Aber obwohl wir eine für uns Kinder so unverhältnismäßige Konsequenz erfuhren, verriet mich keiner meiner Freunde. Jeder wusste, dass ich das Stück verhassten Münsterkäses in die Kapelle gebracht hatte, um einen stillen Protest gegen die strengen Gesetze des katholischen Internats zum Ausdruck zu bringen ...

Ich saß noch lange vor dem Computer. Nach einigen Überlegungen öffnete ich eine neue Nachricht und begann zu schreiben: „Lieber Karlheinz, vielen Dank für deine Einladung. Ich werde zum Jubiläum kommen und direkt morgen früh ein Hotelzimmer reservieren. Auf ein fröhliches und baldiges Wiedersehen! Dein Helmut.“

Einen Moment saß ich still da, dann stand ich von meinem Arbeitsplatz auf. Ob auch meine ehemaligen Klassenkameraden sich noch an die Episode mit dem von uns allen so gehassten Münsterkäse erinnerten? Ich würde sie danach fragen. Unbedingt!

Leyla

Leyla Ismail war in einer kleinen Stadt im Kaukasusvorland geboren und hielt ihre Heimat für die schönste Gegend der Welt. Seit ihrer Kindheit umgaben sie die melodischen Wellen einer lebendigen Mehrsprachigkeit, die das Wesen ihrer Familie ausmachte. Leyla sprach drei verschiedene Sprachen, was für sie nichts Besonderes war. Die junge Frau liebte ihre Familie von ganzem Herzen, in der sich die Traditionen verschiedener Völker dicht miteinander verflochten hatten und festgewachsen waren.

Ihre Mutter Tamara war in einer russisch-orthodoxen Familie in Georgien geboren, ihr Vater Ibrahim stammte aus dem muslimischen Kabardinien. Die Eltern ihrer Großmutter mütterlicherseits waren während der Revolution aus Petersburg vor dem kommunistischen Terror geflohen. Oma Irina selbst war damals erst zwölf Jahre alt gewesen. Sie hatte ihre geliebte Stadt ungern verlassen, obwohl sie schon damals verstanden hatte, dass es gefährlich gewesen wäre, dort zu bleiben. So hatte sich die russische Familie im Kaukasus niedergelassen, hatte sich eingelebt und Wurzeln geschlagen.

Georgisches, russisches und kabardinisches Blut hatte sich in Leyla bizarr vermischt und verlieh ihrem Äußeren einen besonderen Liebreiz. Sie hatte die für diese Gegend ungewöhnliche rosig-samtene Haut ihrer russischen Oma und die strahlend blauen Augen ihrer Mutter. Vom georgischen Großvater hatte sie die schlanke Figur und den Gang eines stolzen Menschen geerbt. Schwarzes, glänzendes Haar und die klaren Konturen ihrer vollen Lippen verwiesen auf den kabardinischen Vater. Leyla war sich ihrer nicht alltäglichen Schönheit nicht bewusst, sie hielt sich für eine gewöhnliche junge Frau. Irgendwo anders, in einer großen Stadt, hätte sie mit ihrem Aussehen eine Schauspielerin oder ein Model werden können. Hier aber, in dem kleinen Provinznest mit seinen patriarchalen Gesetzen, bot sich ihr nichts Besonderes an – wobei Leyla sich danach auch keineswegs sehnte. Sie verließ ihren Geburtsort selten, denn sie verspürte keine große Reiselust. Es interessierte sie nicht, was außerhalb ihrer geliebten kaukasischen Heimat geschah, die für sie die beste und schönste Gegend in der ganzen Welt war. Die größte Reise ihres Lebens hatte sie als Teenager unternommen, als sie mit den Eltern ans Kaspische Meer gefahren war. Beim Blick auf die grenzenlose Weite hatte sich das dreizehnjährige Mädchen für sein ganzes Leben in das Meer verliebt. Seitdem war Leyla noch tiefer davon überzeugt, dass alles, was sie umgab, das Beste in der Welt war.

Junge Frauen werden im Kaukasus früh verheiratet. Dieses ungeschriebene Gesetz stellt dort niemand infrage – und es wird streng eingehalten. Als Leyla fünfzehn Jahre alt war, sprachen ihre Eltern immer öfter miteinander über die Zukunft ihrer einzigen Tochter. Der Vater bestand darauf, dass es nun Zeit war, sich nach einem passenden Bräutigam umzuschauen. Die Mutter war gegen eine frühe Heirat. Die Gespräche verliefen gewöhnlich im Nichts: Jedes Elternteil blieb bei seiner Meinung, die Entscheidung wurde auf spätere Zeiten verschoben. Das Mädchen selbst mischte sich in solche Gespräche nicht ein, sie wusste ja, dass sie zu jung war, ihre eigene Meinung äußern zu dürfen.

Während ihre Eltern über die Zukunft der Tochter diskutierten, schloss Leyla nicht nur die acht Jahre dauernde Schulzeit ab, sondern begann auch mit der Ausbildung an der Fachschule für Leichtindustrie, um vor der Heirat einen Beruf zu erlernen. Nur ein Jahr trennte die siebzehnjährige Schönheit vor ihrem Abschluss als Buchhalterin, da bereitete das Leben Leyla eine Überraschung.

Als sie eines Abends nach Hause kam, fand sie in der Küche ihre weinende Mutter vor.

„Mama, was ist los, warum weinst du?“ Die junge Frau nahm ihre Mutter in die Arme und versuchte, sie so zu beruhigen. „Gab es wieder Streit mit Papa – wegen mir?“

„Ja, Liebes, wegen dir“, nickte die Mutter. „Der Vater hat einen reichen Bräutigam für dich gefunden und möchte dich verheiraten.“

„Wer ist es denn?“, fragte Leyla neugierig. Sie kannte die Traditionen ihrer Heimat, deshalb kam ihr nicht in den Sinn, sich gegen die frühe Ehe zu sträuben. „Woher kommt er, wo arbeitet er?“

„Ach, mein Täubchen, frag mich nicht!“ Die Mutter drückte das Mädchen an ihre Brust. „Du kennst ihn nicht, er ist nicht von hier. Er heißt Aslan und ist ein entfernter Verwandter eines Cousins deines Vaters. Ibrahim hat überall geprahlt, was für ein kluges und schönes Töchterchen er hat. Und kaum hat er dein Foto gesehen, sagt dieser Aslan, dass er dich heiraten will. Seine Frau ist vor zwei Monaten gestorben und er sucht eine Frau, die sie ersetzen kann.“

„Wie alt ist er denn, wenn er schon Witwer ist?“ Besorgnis war aus der Stimme des Mädchens herauszuhören.

„Das ist es gerade, er ist schon jenseits der Vierzig und hat drei Kinder. Das wird kein Leben für dich sein, sondern eine einzige Qual!“ Die Mutter begann wieder zu weinen.

„Ich werde mit Vater sprechen und ihn bitten, die Verlobung um wenigstens ein halbes Jahr zu verschieben. Das wird er mir nicht ausschlagen, wenn er mich schon mit so einem Greis verheiraten will!“

Leylas Stimme klang entschlossen und ihre Mutter begriff, dass die Tochter die Entscheidung des Vaters nicht ohne Weiteres hinnehmen würde. Neben den klaren Konturen ihrer schönen Lippen und dem wunderbaren tiefschwarzen Haar hatte Leyla den resoluten Charakter ihres Vaters geerbt. Und wie Tamara in diesem Augenblick schon ahnte, gelang es ihrer Tochter schließlich, den Vater zu überreden, die Entscheidung über ihre Heirat um ein halbes Jahr zu verschieben. Der künftige Bräutigam, ein noch recht jung und gutaussehender heißblütiger Mann, war keinesfalls damit einverstanden, so lange warten zu müssen, aber da Leyla darauf beharrte, musste er letztendlich nachgeben. Leylas Vater Ibrahim war über fünfzig und seine Tochter war nicht nur ein spätes, sondern sein einziges Kind, das er über alles liebte. Traditionen hin oder her, auch Leylas Meinung musste berücksichtigt werden. Wenn Ibrahim bloß gewusst hätte, wohin diese Verzögerung führen würde!

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