Leo Gold - Ein Umweg über Honolulu

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Melissa ist US-Amerikanerin. Julius ist Deutscher. Beide mögen, verlieben und prüfen einander. Nachdem sie geheiratet haben, offenbaren sich im gemeinsamen Alltag ungeahnte Geheimnisse. Der innere Zustand der jungen Ehe wird zum Widerspruch des äußeren Paradieses Hawaii. Erst ein plötzlich auftretendes Ereignis führt den Umweg über Honolulu zu einem versöhnlichen Ende.

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Melissa betrachtete ihren Vater als den moralischen Sieger in der Beziehung zu ihrer Mutter. Er trug keine Verantwortung für die Scheidung. Auf ihn projizierte sie ihre Liebe, auch die enttäuschte-, die früher Kayla gegolten hatte.

Bevor Melissa ihren Entschluss umsetzte, evangelisch zu werden, bedurfte es allerdings einer Person, die für sie ähnlich wichtig war wie ihre Eltern. Diese Person war Paul, Melissas Freund und Voltigierlehrer. Er gehörte zu einer baptistischen Glaubensgemeinschaft, die die Mission als eine ihrer elementaren Aufgaben verstand. Paul war überrascht, wie einfach es war, Melissa zu überzeugen, sich in seiner Gemeinde taufen zu lassen. Bei seiner ersten Freundin hatte er damit keinen Erfolg. Allerdings fußte Melissas Entscheidung weniger auf Pauls unbeholfenen Missionsbemühungen als auf der Vorgeschichte mit Kayla. Melissa deutete ihre Beziehung zu Paul, die ihre Aufnahme in die konfessionelle Gemeinschaft ihres Vaters besiegelte, als Bestandteil eines göttlichen Plans. Unterstützt wurde sie in dieser Annahme durch die anderen Gläubigen in ihrer neuen Gemeinde. Diese Gewissheit, Objekt des Handelns einer höheren Macht zu sein, erfüllte Melissa mit Genugtuung. Als ich diese religiösen Zusammenhänge, die Melissa prägten, kannte, begriff ich, weshalb sich Melissa an der Konfession störte, die mir vertraut war.

Sie glaubte, jetzt eine Lösung gefunden zu haben, das Hindernis, das ein Weiterkommen unserer Beziehung stoppte, dadurch aus der Welt zu schaffen, indem sie, wie Paul, einfach ihrer Christenpflicht nachkam und mich zu ihrer Konfession bekehren wollte.

Melissas Hawaii-Fotos zeigten mir nicht nur das Fehlen von Kayla, sondern auch Melissas Weiblichkeit. Während ihr Körper, von vorne betrachtet, männliche Begierde leicht steigerte, schien er, von hinten betrachtet (diese Perspektive gab die Auswahl der Bilder nicht preis), die Vorliebe für Rubensformen zu fordern. Melissas hellblondes schulterlanges Haar, das ihre weichen Gesichtszüge unterstrich, trug sie auf den Fotos durchgehend offen.

Melissa gefiel mir. Auch verfehlten ihre offenherzigen Hawaii-Bilder nicht ihre Wirkung auf mich. Doch es gelang ihnen nicht, dass ich lustvoll und kopflos bereit gewesen wäre, Zugeständnisse bei meiner Konfession zu machen. Melissa ging aufs Ganze und provozierte mich mit einer koketten Aussage in einer ihrer E-Mails Ende Februar:

„Nur weil eine Frau schön ist, solltest du nicht einfach auf dein katholisches Bekenntnis verzichten!“

Dadurch herausgefordert schrieb ich ihr zurück:

„Du hast Recht. Die Konfession wegen einer Frau zu wechseln, das ist Unsinn. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Es besteht keine Gefahr“,

worauf Melissa antwortete:

„Du hast mich erwischt.“

Das Hindernis unserer unterschiedlichen Konfessionen konnte Melissa weder durch ihre missionarischen Bemühungen noch durch ihre zur Schau gestellten äußerlichen Reize umgehen. Meine Unverkrampftheit, nicht in der Not zu sein, einen Fortschritt der Beziehung zu Melissa erzwingen zu müssen, ging auf Mon zurück. Und weil Melissa kein anderer Mann mehr verehrte, weil sie die Schieflage in dem einseitigen Wettbewerb mit Isabel baldmöglichst begradigen wollte und weil, je mehr Zeit sie in die Beziehung mit mir investierte, ein Neuanfang mit einem anderen Mann erschwert wurde, schien ich für sie alternativlos zu sein.

Dem Konfessionsunterschied fügten Melissa und ich ein weiteres Problem hinzu. Sie ließ mich wissen, dass sie nichts von Sexualität vor der Ehe halte (diese Auffassung vertrat sie seit dem Ende ihrer Beziehung mit Paul) und schloss dieser Aussage die Frage an, wie ich zu diesem Thema stehe. Diese Überzeugung entsprach Melissas religiöser Prägung. Sie stammte ja aus Nashville, einer Hochburg des US-amerikanischen „Bible belts“, und bestätigte das europäische Vorurteil, viele US-Bürger seien prüde und besäßen ein unreflektiert naives Verhältnis zu ihrer Religion. Melissas Drang, in der Religion ihre Identität zu sichern, die sie von der Unberechenbarkeit ihrer Mutter befreite, und ihre Eigenschaft, heikle Situationen zuzuspitzen statt zu entschärfen, motivierten sie, ein neues Problem zu schaffen. Wenn Melissa mit einem Dilemma nicht zurande kam, kreierte sie ein neues-. Statt schrittweise Antworten auf offene Fragen zu erhalten, stürmte sie nach vorne, koste es, was es wolle, Hauptsache in Bewegung, ja nicht ins Nachdenken kommen, auf gar keinen Fall Dinge sein lassen, wie sie sind, und darauf warten, dass organisch ein Weiterkommen sich schon ereignen würde, immer weiter, immer schneller, und wenn Unüberbrückbares im Weg stand, einfach alle verfügbare Kraft bis zur Selbstaufgabe bündeln und es zu überwinden suchen, auch wenn die Gefahr existierte, zu versagen und am Ende wie ein abgekämpfter Gefangener vor einem noch größeren, noch souveräneren Wärter zu stehen, der einem die Unentrinnbarkeit deutlicher bewusst machte wie am Anfang. Ich antwortete ihr, ich hielte es für wichtig, bereits vor der Ehe den Geschlechtsverkehr in die Beziehung einzubeziehen, weil er vieles von der Person erkennen ließ, was auf andere Weise nur schwer erfahrbar wäre. Damit war die zweite Mauer errichtet, die im Verlauf der folgenden Wochen die erste Mauer überragte. Dies hätte ich als Hinweis verstehen können, mich besser von Melissa zu entfernen.

Ich schrieb ihr Argumente, die gegen die voreheliche Enthaltsamkeit sprachen. Eine ihrer Ausführungen zur vorehelichen Sexualität, je schneller man heirate, desto einfacher sei es, auf Sex vor der Ehe zu verzichten, spiegelte ihren Pragmatismus wider. Vielleicht hatte Melissa diesen Ratschlag von ihrem Pfarrer in einer Predigt gehört. Die darin verborgene Absicht, so schnell wie möglich ein Paar in die Ehe zu führen, war meinem Denken fremd. Wie ich später Melissas Familie, Freunde und Bekannte kennenlernte, verstand ich, wie stark Hochzeiten nach einer kurzen Beziehungsdauer mit deren sittlichen Ansichten verknüpft waren. Praktische und historische Gründe schienen Melissas Haltung, auf Sexualität vor der Ehe zu verzichten, zugrunde zu liegen. Besonders ein in einem anderen Zusammenhang von ihr geäußerter Satz bestätigte meine Einschätzung:

„Warum soll ich eine Kuh kaufen, wenn ich die Milch umsonst bekommen kann?“

Sexualität vor der Ehe hatte also unter anderem damit etwas zu tun, dass aus Melissas Sicht der Wert einer Frau dadurch gemindert wurde. Zwar respektierte ich ihre Sicht, für mich überwogen hingegen die Vorteile des Gegenteils, so dass ich versuchte, Melissa zu erklären, welche praktischen Folgen eine überstürzte Heirat haben könnte. Aber mein Einwand, eine Trennung sei schwieriger, erführen die Partner erst in der Ehe, sie passten nicht zueinander, als wenn sich beide vor der Ehe mehr Zeit ließen, diese Frage zu prüfen, stieß bei Melissa auf geschlossene Ohren.

Anfang März standen wir uns also nicht nur wegen des Konfessionsunterschieds, sondern auch wegen den unterschiedlichen Überzeugungen, ob Sexualität vor der Ehe religiös vertretbar sei und wie ein adäquater Umgang mit diesem Grundsatz aussähe, unversöhnlich gegenüber. Und da wir beide keine Anzeichen machten, nachgeben zu wollen, schrieb ich Melissa, ich hielte eine Auszeit für das Beste. Hiergegen hatte Melissa nichts einzuwenden. Und unsere Unterhaltung blieb stehen.

Nun richtete ich meine Aufmerksamkeit wieder primär auf Mon. Nach dieser neuerlichen Auseinandersetzung mit Melissa betrachtete ich sie als Favoritin. In den vergangenen Wochen hatte sich Mon weniger zuverlässig gemeldet als zuvor. Erst als unser Treffen in New York City näher rückte, wurde die zurückhaltende Mon, die stets darauf bedacht war, nicht zu viel von sich preiszugeben und den Schleier, der sie umgab, nur langsam zu lüften, von einer Unruhe erfasst.

Auf ein heikles Verhältnis wie mit Mon und Melissa hatte ich mich das letzte Mal am Ende meines Diplomstudiums eingelassen. Ich traf Fjolla vor dem Büro eines Professors. Wir beide wollten dessen Sprechstunde besuchen. Vorher hatte ich sie noch nie gesehen. Fjolla stach aufgrund ihrer Kleidung und ihres Verhaltens aus der Mehrheit der anderen Studentinnen hervor. Dass sie aus Osteuropa stammte, verrieten mehrere Details. Fjolla war auffallend geschminkt, trug unter ihrem Top mit Leopardenmuster einen kurzen Rock und liebte High Heels mit roter Sohle.

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