Leo Gold - Ein Umweg über Honolulu
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Mon hatte auf dem Datingportal, über das ich sie kontaktiert hatte, gesehen, dass ich dort noch aktiv war, auch nachdem wir miteinander regelmäßig E-Mails wechselten. Daraufhin hatte sie mir mit unterdrückter Wut geschrieben, ich sei ihr einziger Kontakt, dem sie schreibe! Ihre Eifersucht bestätigte meinen Eindruck von ihr. Doch diese erste Unstimmigkeit behinderte unsere weitere Bekanntschaft nicht lange.
Die Beziehung mit Mon konnte mit der Beziehung zu Melissa nicht verglichen werden. Ich hätte nicht sagen können, welche mir besser gefiel. Für mich war es eine Bereicherung, zwei Bekanntschaften zu haben. Aber ich wusste, dass, obwohl mich weder mit Mon noch mit Melissa eine feste Beziehung verband, es zu Verwicklungen führen würde, wenn ich der einen von der anderen erzählte. Ich versuchte, jeder auf ihre Weise gerecht zu werden. Und da Melissa am Anfang des Jahres mehr Abstand benötigte, widmete ich mich mehr Mon. Während sich Melissa emotional von mir zurückzog, wandte sich mir Mon in ihrer bedachten, undurchsichtigen Art weiter zu.
Es war diese stete Annäherung, die mich ermutigte, Mon einmal zur selben Zeit am selben Ort, nicht getrennt durch die Zeitverschiebung und den Atlantik, persönlich zu treffen. Ich wusste, dass ich mich dafür auf den Weg nach New York City machen musste. Damit eine Begegnung nicht mit zu viel Emotionen und vermeintlichen Verpflichtungen vorbelastet sein würde, schrieb ich Mon, ich müsse Ende März beruflich für eines unser Museumsbauprojekte nach New York City reisen, und bot ihr an, uns während dieser „Geschäftsreise“ zu sehen. So wollte ich vermeiden, dass wir uns nicht länger in der virtuellen Welt einlebten und sie irgendwann nicht mehr verlassen wollten. Die sieben Monate von unserem ersten E-Mail-Kontakt bis zu unserem ersten Treffen hielt ich für einen angemessenen Zeitraum. Ohne zu wissen, ob mir Herr Schulz vor Ablauf der Probezeit schon Urlaub geben würde, stellte ich Mon die Möglichkeit in Aussicht, einander persönlich kennen zu lernen. Erstaunt, dass Mon spontan bereit war, mich in New York City zu treffen, fragte ich Herrn Schulz, ob ich vier Tage frei nehmen dürfe. Er hatte nichts dagegen, womit ich ohne viel Mühe zwei Barrieren überwunden hatte, die mir höher erschienen waren.
Durch die Verabredung mit Mon wurden meine Beziehungen zu Mon und Melissa auf natürliche Weise hierarchisiert. Es schien mir nicht von ungefähr zu kommen, dass ich mich früher mit Mon als mit Melissa treffen sollte. Mon besaß ein sanftes Wesen. Sie war zurückhaltend, mehr als ich es von Frauen bisher kannte. Zwar ließ sie mich im Unklaren, wie sie zu mir stand. Aber sie hielt meine Erwartungshaltung gekonnt in einer Schwebe, die meine Geduld nicht strapazierte. Was darüber hinaus unsere Beziehung auf ein stabileres Fundament stellte, war Mons katholisches Bekenntnis.
Mitte Februar setzte Melissa, die neue Kraft gesammelt zu haben schien, an dem Punkt an, an dem wir Anfang Januar nicht weiterkamen: unser unterschiedliches christliches Bekenntnis. Melissas Überzeugung, die aus meiner Sicht rationalen Gründen entbehrte, hatte sich nicht geändert. Ich hatte die Lust verloren, darüber zu diskutieren. Beharrlich behauptete sie, Katholiken seien keine Christen, oder meinte, der katholische Glaube sei nicht alltagsrelevant, sondern ein bloßer Ritualismus, oder konstatierte, Katholiken kehrten schwierige Dinge unter den Teppich. Ich hielt ihre Ansichten für abwegig. Obwohl ich sie ablehnte, gefiel mir Melissas Unnachgiebigkeit, eine Lösung zu finden, wie diese offenen Fragen beantwortet werden könnten, damit sich unsere Beziehung weiter entwickelte.
Was sich hinter Melissas Abneigung gegen das Katholische versteckte, entdeckte ich, als wir zeitgleich über das Internet Nachrichten austauschten, die von ihrer weihnachtlichen Hawaii-Reise handelten. Melissa sandte mir eine Datei mit einer Auswahl ihrer Urlaubsbilder. Bislang hatte ich lediglich zwei Fotos von ihr gesehen. Melissas Offenherzigkeit im Lauf unserer Unterhaltung wiederholte sich in der Sammlung der Bilder. Anscheinend wurden ihre Heiratspläne durch ihre Erfahrungen auf der offiziellen Hochzeitsfeier von Isabel und dem Sohn der befreundeten Familie, die in einem Nashviller Hotel nachgeholt wurde, aufgefrischt. Ihrer tiefsitzenden Skepsis gegen das Katholische, das uns aus ihrer Sicht trennte, versuchte sie nun, durch einen Umweg auszuweichen.
Erst nach unserem elektronischen Gespräch konnte ich mir Melissas Bilder in Ruhe ansehen. Ich betrachtete Melissa im Bikini am Strand, in einer Gruppe Gleichaltriger an einem Pool, auf einem Hochzeitsfoto, allein in einem Wohnzimmer, unter Palmen auf einem Golfplatz zusammen mit ihrer älteren Schwester Laura und an der Seite von ihrem Vater Richard in einem Sportwagen. In ihren E-Mails schrieb Melissa meistens von Richard und Laura, während sie kaum Worte über ihre Mutter Kayla verlor. Deshalb war ich neugierig, ein Foto zu finden, auf dem auch Kayla abgebildet war. Auf dem Hochzeitsfoto stand eine Frau zwischen Melissa und Richard, die beide umarmte. Dem Alter nach hätte das Kayla sein können. Ich fragte Melissa in einer darauf folgenden E-Mail, ob es sich bei der Frau vor ihr um ihre Mutter handle. Daraufhin bekam ich von Melissa die lapidare Antwort:
„Nein, das war die Mutter des Bräutigams. Meine Mutter hasst Reisen.“
Das Verhältnis zu ihrer Mutter schien also nicht das Beste zu sein. Als ich über die wenigen Details nachdachte, die ich von Melissa über Kayla erfuhr, fiel mir ein, dass Melissa einmal geschrieben hatte, sie gehe in das Haus ihrer Mutter. Also lebten die Eltern wahrscheinlich getrennt voneinander. Offenbar bemerkte Melissa, dass ich bereits so viel über ihre Familie wusste, dass es weniger anstrengend war, mir die Wahrheit über die Ehe ihrer Eltern zu sagen, als sie zu verschweigen. Denn in einer späteren Internet-Unterhaltung schrieb mir Melissa, ohne dass ich das Gespräch in diese Richtung geführt hatte, dass ihre Eltern seit fünfzehn Jahren geschieden seien.
Ich bedankte mich für ihre Offenheit und stellte Melissa viele Fragen, um das Gespräch nicht abreißen zu lassen. Für sie trug ihre Mutter die Schuld an der Scheidung. Kayla kehre immer alles unter den Teppich wie ihre gesamte katholische Familie. Nun erkannte ich, dass ihre Mutter im Gegensatz zu ihr und ihrem Vater katholisch war und ihre Abneigung gegen das Katholische auf ihre Mutter zurückging. Und da Kayla, die sie nicht mochte und die sie zeitweise hasste, eben katholisch war, übertrug sie die Ablehnung gegenüber ihrer Mutter auf alles Katholische.
Formal war Melissa immer noch katholisch, obwohl sie mittlerweile zu einer protestantischen Gemeinschaft konvertiert war. Wie in Deutschland, wo viele Kinder in Ehen verschiedener christlicher Konfessionen, auf das Bekenntnis der Mutter getauft wurden, wurde Melissa wie schon ihre Schwester Laura Teil der römisch-katholischen Kirche. Dem folgte eine typische katholische Sozialisation mit Kirchenbesuchen und der Teilnahme an der Sonntagsschule, dem Vorbereitungskurs zur ersten heiligen Kommunion und zur Firmung sowie den Kinder- und Jugendfreizeiten. Für Religion interessierte sich Melissa ebenso wenig wie für Musik und Kunst. Vielmehr begeisterte sie sich für Sport und ab der Pubertät für die Jungs in ihrer Schule.
Melissas Zugehörigkeit zur katholischen Kirche wurde für sie erst virulent, nachdem sich im Anschluss an die Scheidung ihrer Eltern ihr Verhältnis zu ihrer Mutter weiter verschlechterte. Bei der Suche nach Gründen für das Verhalten ihrer Mutter, unter dem sie litt, stieß Melissa auf deren katholischen Glauben. Seit Generationen gehörte das katholische Bekenntnis zur Identität von Kaylas irisch-stämmiger Familie. Namentlich die Eigenschaft, alles, was nicht opportun war, unter den Teppich zu kehren, wurde für Melissa zum Synonym für das Katholische. Und da Richard, dessen Vorfahren als englische Puritaner im 17. Jahrhundert in die USA auswanderten, dem protestantischen Glauben anhing, wollte Melissa auch Protestantin sein. Dieses Bekenntnis bedeutete für sie das Gegenteil des Katholischen. Hier wurde nichts unter den Teppich gekehrt.
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