Camillo Schaefer - Musik der Habsburger

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Die «Musik der Habsburger» beleuchtet eine der faszinierendsten Dimensionen europäischer Kulturgeschichte. Zum «Weltkaisertum» aufgestiegen, feierte das pompöse Schauspiel der Prunkoper Triumphe, die ganz Europa erstaunten. Der Wiener Hof selbst wurde zur glanzvollen Bühne des Musiktheaters – die Kaiser Ferdinand III., Leopold I. und Josef I. traten als begabte Komponisten hervor, noch Karl VI. schwang bei Festaufführungen seinen Dirigentenstab. Dazu erschienen so hervorragende Geister wie Cesti und da Ponte, Gluck, Fux, Salieri, Metastasio und Mozart im Rampenlicht einer «Musik, die Himmel und die Erde gleichermaßen umspannte», und erst im 19. Jahrhundert allmählich an Geltung verlor.

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Ferdinand II. (1578-1637) und Ferdinand III. (1608-1657), Leopolds Vater und Großvater, stehen völlig unter dem Einfluss der Jesuiten, die sich um die Mitte des 16.Jahrhunderts von den drei Zentren Ingolstadt, München und Augsburg, die ihnen als Filialanstalten dienen, rasch in Prag, Brünn, Graz, Tirol sowie in Ungarn ausbreiten. Im nachfolgenden Dreißigjährigen Krieg werden die Jesuiten als treibende Kraft zur Seele der Liga berufen sein, den unabänderlichen katholischen Glaubensanspruch, der gleichzeitig unversöhnlichen Protestantenhass abverlangt, vom so genannten >Professhaus<, dem Jesuitenkolleg Am Hof, aus zu verkünden. Dort und zuweilen sogar auf dem Friedhof schlagen sie - zunächst noch unter freiem Himmel - ihre Spielbuden auf.

Damit entsteht in kürzester Zeit aus den gelehrten Schuldramen der Humanisten ein völlig dem Massenpublikum entsprechendes, sich sozusagen dem Volkstheater annäherndes, furioses Bühnenspektakel. 1620 errichten die Jesuiten, die die strengen Fesseln des Ordens längst abschütteln, um der Schaulust und Theaterfreudigkeit der Wiener ihre szenischen Künste vorzuführen, die erste wirkliche Bühne. Im Jesuitentheater, späterhin als >Jesuitenoper< bezeichnet, das für alle Nichtlateiner frühe Balletteinlagen, Nebenhandlungen und erste opernhafte Zwischenspiele bot, entfaltet sich damit bereits auf höchst wienerische Weise die barocke Dramatik - zunächst noch als Schulbühne gedacht, auf welcher ein geeigneter Nachwuchs im Reden und Deklamieren geübt werden soll, wurden die Stücke bald mit publikumswirksamen Chören, melodramatischen Einlagen, Couplets im Tonfall der eifervollen Stegreifprediger Marco d' Aviano und Abraham a Sancta Clara sowie mit deutschen Liedern versehen, während die Musik dazu so namhafte Komponisten wie Johann Caspar Kerll, dessen >Missa Non sine quare< Kennern der Kirchenmusik noch bis heute geläufig ist, sowie Ferdinand Tobias Richter lieferten. Der jesuitische Geist verkehrt die Tendenz zum >Inhalt<, die pompöse Ausstattung im Verein mit >Gottes Wort< aber zur beliebten Attraktion, die damit schon dicht an die künftige Barockoper heranführt.

Der Stoffkreis des Jesuitentheaters, der sich vorwiegend mythologischer Themen bediente, aber das römische und griechische Altertum ebenso beanspruchte wie etwa die frühchristliche Märtyrerzeit, war zwar mit allegorischen Maßlosigkeiten überladen, doch in der Blütezeit dieser religiösen Bühnengestaltung besucht sogar der Kaiser persönlich die Exposition des Heiligen Grabes, während die großen Festspiele der Jesuitenklassiker Nicolo Avancinus (1612-1686) und Jakob Bidermanns (1578-1639) gewissermaßen ganz Wien in die, um den Roten Turm angelegten Lustgärten, locken (10). Im religiösen Streitspiel von der >Sigreichen Frömmigkeit<, einem absoluten Höhepunkt der Wiener Jesuitenoper, erschien Phaeton selbst auf seinem Feuerwagen daherfahrend, während Frömmigkeit und Gottlosigkeit einander bekriegend, auf Adler und Drachen einher ritten - zweifellos Theatereffekte, welche in ähnlicher Form in den späteren großen Repräsentationsopern vielfach wiederkehrten. Avancinus, der Verfasser, wurde nach seinem Tod von Kaiser Leopold I. sogar mit einen lateinischen Carmen bedacht. Die Wirkung der Jesuitenoper, in der bisweilen auch die Zeitgeschichte in Form eines grausigen Dramas mit Henkersgehilfen, Köpferollen und Giftmorden auftrat, war tatsächlich gewaltig; ihr Geist durchsetzte die gesamte Epoche und durchdrang sogar noch das nachfolgende Jahrhundert. Die äußerst derbe Komik, Hosenrollen, delikate Verwechslungen und gewagten Liebesszenen erfreuten sich vornehmlich der Gunst der Volksmassen; man scheute sich nicht einmal, selbst blutrünstige Tierkämpfe als Konkurrenz des noch bis in Mozarts Zeit weiter bestehenden Wiener >Hetztheaters<, einer viel besuchten Tierarena, auf die Bühne zu bringen, worauf es wenig verwundert, wenn das schaulustige Publikum sich scharenweise zu derlei Darbietungen drängte. 1622 brach bei einer solchen Vorstellung Am Hof sogar eine der Tribünen unter dem Gewicht des Publikums zusammen, wobei es Tote und etliche Verletzte gab.

Das Wiener Jesuitenkolleg besaß 1650 einen Theatersaal in der heutigen Bäckerstraße, der nach zeitgenössischen Angaben 3000 (?) Personen aufgenommen haben soll und damit sozusagen als ältestes Wiener Opernhaus gelten kann. Noch unter Maria Theresia, die 1754 schon das gesamte Theaterinventar für 2500 fl. erworben hatte, fanden dort Aufführungen statt, bis unter den Säkularisierungsmaßnahmen ihres Sohnes Josefs II. diese Tradition ihr endgültiges Ende fand.

Während des Barockzeitalters bestimmt die Architektur das Verhältnis des Menschen zur Umwelt, der alles gestaltet wissen will (11); das Theater verstand sich somit als mögliche künstliche Durchdringung seiner Lebensräume, dessen gigantische technische Effekte auf die Schaffung eines Gesamtkunstwerks abzielten - die geistige Dimension des Zeitalters ist in dem Ansatz zu sehen, die normalmenschliche Natur möglichst hinter ihre Grenzen zurückzudrängen und damit weitgehend >verbessern< zu können. Religiosität und Frömmelei, die sich äußerlich kaum unterschieden, wurden somit zu den eigentlichen Vehikeln der Jesuitenoper, die Kunst selbst diente nur dem Überbau. Ferdinand II., der in Loretto das fanatische Gelübde abgelegt hatte, den Katholizismus um jeden Preis wieder zur alleinherrschenden Religion der Erbländer zu machen und mit diesem beharrlichen Bestreben schlussendlich den Dreißigjährigen Krieg auslöste, wobei ihm als Feldpriester seiner Armee der radikale Karmeliterpater Dominicus a Jesu Maria († 1630) zur Seite steht, der auf den Kaiser entscheidenden Einfluss ausübt, soll sich aber verschiedenen Hinweisen zufolge schon 1625 einer ersten Opernaufführung am Wiener Hof erfreut haben, welche ihm anlässlich des Geburtstages von seiner Gemahlin Eleonore von Mantua (1598-1655) gewidmet wurde. Der Titel dieses >musikalischen Lustspiels< sowie die Namen der Autoren sind jedoch nicht erhalten geblieben. Laut anderen Quellen (wie Köchel) hat das allererste bekannt gewordene Opernereignis aber erst 1629 aus Anlass des so genannten >Beilagers< der Fürstin von Eggenburg mit dem böhmischen Hofkanzler Wilhelm Graf von Slawata, d. h. also im Zuge deren Hochzeitsfeierlichkeiten, stattgefunden. Die Hofzahlbücher errechneten für den Aufbau einer förmlichen >Theater-Pynnen< (Bühne) mit den erforderlichen Szenen und Dekorationen dazu aber lediglich den geringen Betrag von 150 fl. Auch ein Sänger (Falsett oder Kastrat) aus Genua, sowie fünf italienische Komödianten aus Mantua werden buchhalterisch genau erwähnt, wodurch zweifelsfrei feststeht, dass es sich um eine gesungene Vorstellung handelte. Merkwürdig scheint hierbei die in den Hofakten angeführte Mitwirkung des Kapellmeisters von Sankt Stephan, Christoph Strauß (1575-1631) und seiner Gruppe, woraus manche Musikhistoriker den naheliegenden Schluss gezogen haben, dass die Hofkapelle nicht imstande gewesen wäre, diese Vorstellung aufgrund der geringen Anzahl ihrer Instrumentalisten allein auszuführen. Sicher bleibt jedenfalls, dass allerdings schon 1624 in Prag zu Ehren des Kaiserpaares "eine kleine Pastoral-comödie mit sehr lieblichen und hell klingenden Stimmen, und Alles singend, mit eingeschlagenen Instrumenten und anmuthigen Saitenspillen, nach dem ordentlichen Musicaltact in toskanischer Sprach gehalten, da unter anderm dem Jovi die vier Element ihre Dienst präsentirt. Die Actores sind Manns- und Weibspersonen, hat gewähret bis neun Uhr in der Nacht" (12).

Der musikbegeisterte Kaiser Ferdinand II. veranlasste seinen dritten Sohn Ferdinand, der nach dem Tod zweier älterer Brüder zum Thronfolger wurde, sich schon frühzeitig mit Musik zu beschäftigen, wobei dessen künstlerische Veranlagung den Bestrebungen des Vaters auch noch entgegenkam. Trotz der düsteren Zeit der Religionskriege wurde er ein fleißiger Tonsetzer; bei seinen eigenen Hochzeitssolennitäten mit Maria Anna von Spanien (1606-1646) fand 1631 auf dem inneren Burgplatz vor den Fenstern des Kaiserpaares eine groß angelegte >Comödi der Musici< statt, die ein glanzvoll ausgestatteter Triumphzug begleitete, dessen Wagen von Fabelwesen, Hirschen und Schimmeln gezogen wurden, die Neptun mit zwanzig gewaltigen Walfischen unter lieblichen Schalmeienklängen anführte, während Venus in einem Garten von Blumen und Springbrunnen den prächtigen Abschluss bildete. Eine der Haupteinlagen bildete jedoch ein so genanntes >Rossballett<, bei dem die tänzelnden Pferdereihen schließlich die Namenszüge des Herrscherpaares wiedergaben. In dem darauf folgenden Melodram >Allegrezze del Mondo< tanzte Erzherzogin Claudia (1604-1648) persönlich den Mond, und ihre Hofdamen stellten die Planeten dar. Ein großer Teil der Hochzeitsfeierlichkeiten fand aber in dem großen Ballhaus statt, das bereits Kaiserin Eleonore ungefähr auf dem Platz der heutigen Redoutensäle errichten hatte lassen; am selben Ort wurde mit >Il Sidonio< (1633) von Urbano Giorgi auch die erste, uns überlieferte Oper uraufgeführt, die Ludovico Bartolaia vertont hatte. Auch das Textbuch davon ist erhalten geblieben - nicht weniger als achtzehn Solisten traten darin auf, fünf Chöre erhoben auf dem Prospekt ihre Stimmen, in einem allegorischen Schlussbild huldigte der Friede den beiden Majestäten, und Gott Pan tanzte, von Schäfern und Nymphen umgeben, dazu den einzigartigen Schlussreigen.

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