Zacharias Amer - Im Schatten der Eiche

Здесь есть возможность читать онлайн «Zacharias Amer - Im Schatten der Eiche» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Im Schatten der Eiche: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Im Schatten der Eiche»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Es ist die Geschichte einer ganz gewöhnlichen Familie, deren Mitglieder keine besonderen Qualitäten, keine bemerkenswerten Eigenschaften hatten. Sie waren wie alle anderen, ganz normale Menschen. Sie «wurden geboren, arbeiteten und starben.» Sie wurden in einem Land geboren, das sie liebten, an dem sie litten, und das deren Charaktere nachhaltig prägte, einerlei wie sie zu ihm standen. Die ältere Generation erlebte eine düstere Zeit und litt unter der Last der Erinnerung, die sie immer wieder heimsuchte, sie verließ den Sumpf, in dem sie einst steckte, richtete sich auf, wie Kinder, die das Laufen lernen, warf das Vergangene über Bord, trat in eine Lichtung, vergaß das Vorgefallene, erfreute sich an dem wahren Licht und schaute beglückt in eine rosige Zukunft. Die Jüngere, mit der «Gnade der Späten Geburt» gesegnete Generation, wollte von den Schatten der Vergangenheit nichts wissen und suchte, frei und unbelastet, ihren eigenen Weg. Düstere Gestalten kamen von weither hinzu, um an dem Wohlstand eines Landes, das bald ihrer überdrüssig wurde, teilzuhaben. Bei allen mischte sich Freude mit Trauer. Die einen vergaßen zu trauern oder hatten nicht mehr die Fähigkeit dazu und die anderen, die Nachgeborenen, wussten nicht, worüber sie trauern sollten und die Hinzugezogenen hatten andere Sorgen, ihre Trauer war anderer Art.
So wandelten die Familienmitglieder wie Trunkene durch das Leben und wirkten wie Verdammte, die ihrer Erlösung harrten.

Im Schatten der Eiche — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Im Schatten der Eiche», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Tapsy hör jetzt gut zu, ich habe eine unlösbare mathematische Aufgabe für dich. Ich brauche unbedingt was zum Anziehen. Da mein Körper jetzt keine Konturen mehr kennt, ich habe das Gefühl, jeder Teil macht inzwischen was er will, brauchen wir für Bauch und Taille Größe 46, kann auch bisschen mehr sein, für den Arsch würde Größe 40-42 passen. Wie kriegen wir das hin? Ich trage nur noch Hosen mit elastischem Bund, wie du siehst, was oben passt, passt unten nicht und umgekehrt. Also strenge dich an. Ich habe gehört, im Alter wird man immer dünner, es besteht also noch Hoffnung für mich. Hi, hi, hi. Aufs Kleinerwerden kann ich getrost verzichten. Ich denke aber, bis ich noch mehr schrumpfe, bin ich schon tot. Ich habe das Gefühl, dass ich nicht so alt werde wie meine Mutter. Sie ist mit ihren 86 Jahren noch sehr unternehmungslustig und wenn es sein muss, sogar spontan. Aber ich? Ich habe weder Energie noch Spontaneität, um mich mal eben mit jemandem zu treffen, brauche ich wenigstens eine Stunde fürs Duschen, Zähneputzen, Anziehen, aber ohne Schminken oder Toilettengang. Verglichen mit mir, geht meine Schwester als schlank durch. Sie trägt, glaube ich, Gr. 40, aber ihre Problemzone ist halt der Bauch, sieht oft wie schwanger aus und neuerdings auch der Po. Manchmal schafft sie es abzunehmen, aber die Kilos kommen immer wieder zurück. So fett wie ich jetzt bin, ist sie allerdings nie gewesen. Ein bisschen neidisch bin ich schon, mit diesem Geständnis würde ich ihr sicherlich eine große Freude bereiten.

Wir könnten bei Ebay herumschnuppern. Du weißt ja ich bin seit vielen Jahren Stammkunde, dort habe ich Klamotten gekauft und verkauft und viele schlechte Erfahrungen gemacht, besonders bei privaten Verkäufern, deshalb hatte ich schon oft Zoff mit den Halunken, die sich dort herumtummeln. Mittlerweile besteht aber mein halber Haushalt aus Gegenständen, die ich bei Ebay gebraucht gekauft habe: Tisch, Stühle, Schränke, Sessel, Bilder, Schreibtisch, Regale, Lampen, Betten, Küchenutensilien, Geschirr, Gläser, Besteck etc. Bei technischen Sachen bin ich vorsichtig, es gibt zu viele, die bescheißen und dir Schrott andrehen. Meine alten Klamotten, die mir seit geraumer Zeit nicht mehr passen, bin ich dort losgeworden, aber auch Möbel und Hausrat. Das Einstellen macht immer sehr viel Mühe, gute Beschreibung und gute Fotos… alles ist sehr zeitaufwändig.“

*

„Ich fahre Türkei,“ sagte Mustafa.

„Und ich fahre Audi“, sagte Lena und schaute ihn lächelnd an, aber Mustafa blieb stumm und wusste nicht, was daran lustig sein soll.

„Die Türkei ist kein Pferd, du Hammel.“

Fanus fühlte sich verpflichtet, seinem Leidgenossen beizustehen und sagte: „Sei nicht so gehässig.“

„Der gibt sich aber auch überhaupt keine Mühe.“

„Die Kommunikation leidet trotzdem nicht darunter. Viele Ausländer sind fähig mit wenigen Worten eine ganze spannende Geschichte zu erzählen. Wenn einer sagt: ‚Ambulanz kommt‘, verstehst du trotzdem was er sagen will: dann ist die Feuerwehr eben gekommen. Das Hauptproblem liegt meines Erachtens darin, dass viele Ausländer von Beginn an alles, oder sagen wir fast alles, falsch lernen und du kannst dir gar nicht vorstellen, wie schwierig es ist, das Falschgelernte später loszuwerden. Gerade wenn man als Ungelernter irgendwo unterkommt und das ist bei den meisten häufig der Fall, ist man sozusagen sprachlich halbverloren. Die Eingeborenen entwickeln nämlich eine Sprache, die die Linguisten »Foreigner Talk« nennen. Sie ist eine speziell für Ausländer präparierte Sprache. Man stellt sich auf das Niveau des Unbeholfenen und redet mit ihm so, wie man mit einem Geisteskranken redet. Da wird die Sprache von allem gereinigt: die Grammatik wird auf das Wesentliche reduziert oder verschwindet ganz, ‚du machen das, du nix verstehen‘. Da wundert man sich auch nicht, wenn ein Beamter fragt: ‚Du… Land,‘ anstatt zu fragen: wo kommst du her? Oder: ‚du… Frau?‘ anstatt, bist du verheiratet? … und so weiter. Wobei natürlich zu beachten ist, dass er denjenigen, der vor ihm steht, duzt. Ein Sprachloser hat den amtlichen Respekt nicht verdient, scheint in seiner Beamtenseele eingemeißelt zu sein. Es wird also alles getan, damit der Schafskopf die Worte in seinen Schädel bekommt. Die Eingeborenen werden essentiell. Nachdem ich einiges gelernt und mich getraut hatte, den Mund aufzumachen, stellte ich später zu meinem Entsetzen fest, dass alles falsch war und es unmöglich ist, das Schiefgetretene ganz auszumerzen, es schimmert immer wieder durch.“

„Aber die müssen doch wissen, dass sie ohne Sprache in diesem Land nicht die Spur einer Chance haben,“ sagte Lena.

„Ja, natürlich. Aber erstens haben sie andere Sorgen und zweitens wird es auch bei einem besseren Sprachstand bei diesem ‚ nicht die Spur einer Chance ‘ bleiben.“

Eigentlich war Lena immer tolerant und schaute, im Gegensatz zu Herrn Braun, auf Fremde nie von oben herab. Sie war freizügig, aufgeklärt und liberal, vielleicht weil sie sich selber stets in einer Abwehrstellung befand. Trotzdem verfügte sie über ihren Mustafa, den sie liebevoll »meinen Kümmeltürken« nannte, nach Belieben, sie sah ihn als ihr Pferd an, auf das sie steigt, wann und wo sie möchte. Sie bestimmte, wann er sich ihr nähern darf, wann er sie lieben durfte und auf welche Weise. Sie stellte die Spielregeln auf und hatte im Haus die Hosen an. Je bettlägeriger, je abhängiger sie von ihm wurde, umso herrischer wurde sie. Der Mann verlor völlig seine Selbständigkeit und tat nur noch, was ihr gefällig war. Er war fügsam wie Tapsy, ihre Miesekatze. Er erfüllte alle seine Pflichten, fühlte sich aber zunehmend unwohl zu Hause und nutzte jede Gelegenheit, aus der Wohnung zu fliehen. Die einzigen vergnüglichen Stunden für ihn waren jene, die er mit einigen seiner Landsleute verbrachte, wo sie sich über Albernheiten vergnügten, Backgammon spielten, Tee aus kleinen Gläsern tranken und Wasserpfeife rauchten. Selten war ein ernsthaftes Thema der Gegenstand einer Unterhaltung. Normal mit Lena reden konnte Mustafa ohnehin nicht. Sein holperiges Deutsch brachte sie zum Lachen und sie fing an, ihn zu korrigieren. Er fühlte sich von ihrer Schulmeisterei genervt, fasste die gutgemeinte Hilfe als Kritik und als Respektlosigkeit auf. Nachdem Lena sich zur Hüterin der Sprachregeln aufschwang, merkte sie bald, dass alles vergeblich war. Mustafa interessierte sich nicht dafür und so blieb er, was er war, sprachlos aber liebenswürdig.

Noch unwohler als zu Hause fühlte sich Mustafa bei Familientreffen. Er saß da mit breitem Lächeln und wirkte dabei, als sei er just in dem Moment völlig verblödet. An der Diskussion nahm er selten teil, was hätte er auch sagen sollen! Das ganze Geplapper ödete ihn an und am liebsten wäre er aufgestanden und hätte das Weite gesucht. Weggehen traute er sich aber nicht, Lena hätte ihn mit einem Blick zur Räson gebracht und so saß er bequem in seinem Sessel, aß und trank und schien auf den erlösenden Moment zu warten, wenn der Gong schlägt und den Zirkus beendet. Das Schönste am Beisammensein war für ihn das Zeichen zum Aufbruch. Es war die Bequemlichkeit eines Gefangenen, eines Gefesselten, der mit Leckereien gefüttert wurde. Er blickte sich um und stellte fest, eigentlich verabscheue ich alle, fast alle. Seine Lena liebte er nach wie vor und ihre jüngere Tante fand er halbwegs sympathisch, ansonsten könnte ihm die ganze Bande gestohlen bleiben. Erst nachdem Franz gestorben war, entwickelte sich eine freundschaftliche Beziehung zu Helga, seiner Schwiegermutter. Im Familienkreis hatte er immer das Gefühl, er erfülle seine Pflicht bei einer Beerdigung, bei der er nicht einmal den Toten kennt. Wie hätte er auch fröhlich sein können in einem Haus, in dem er nie ein fröhliches Beisammensein erlebt hat? Immer gab es Zoff und Streit, über eine Lappalie schaukelte sich alles hoch. Jeder und jede spielte den Wissenden und wollte, koste es, was es wolle, unbedingt Recht behalten. Sie sprachen laut und eindringlich, sie prahlten mit Wissen und Halbwissen, warfen mit Namen um sich und taten so, als säßen sie Tag für Tag am Schreibtisch und wälzten dicke Bücher. Nie gab es eine gelöste Atmosphäre, eine entspannte, lässige Plauderei. Die Themen waren massig, schwerfällig, für Mustafa ungenießbar und unverdaulich und er fragte sich: „wollen diese Leute heute unbedingt alle Weltprobleme lösen? Oder wenn sie dauernd das Wort prinzipiell verwendeten, bestehen sie etwa nur aus Prinzipien? Ich will ja auch Prinzipien haben, aber ich weiß gar nicht, wo man sie bekommt, kauft man sie in Tüten oder in Kartons? Ich werde im KaDeWe nachfragen, entweder geben sie mir welche oder sie holen den Wachschutz. Herr Gott, nee. Nein, Unbeschwert-sein können sie nicht. Diese Belasteten, von der Schwere ihrer Schuld Niedergedrückten quälten sich und marterten andere. Sie berauschten sich am Erfolg, wollen immer die ersten, die Besten sein, als wäre der Erfolg für sie ein Betäubungsmittel oder eine Beruhigungstablette.“

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Im Schatten der Eiche»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Im Schatten der Eiche» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Im Schatten der Eiche»

Обсуждение, отзывы о книге «Im Schatten der Eiche» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x