Zacharias Amer - Im Schatten der Eiche

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Es ist die Geschichte einer ganz gewöhnlichen Familie, deren Mitglieder keine besonderen Qualitäten, keine bemerkenswerten Eigenschaften hatten. Sie waren wie alle anderen, ganz normale Menschen. Sie «wurden geboren, arbeiteten und starben.» Sie wurden in einem Land geboren, das sie liebten, an dem sie litten, und das deren Charaktere nachhaltig prägte, einerlei wie sie zu ihm standen. Die ältere Generation erlebte eine düstere Zeit und litt unter der Last der Erinnerung, die sie immer wieder heimsuchte, sie verließ den Sumpf, in dem sie einst steckte, richtete sich auf, wie Kinder, die das Laufen lernen, warf das Vergangene über Bord, trat in eine Lichtung, vergaß das Vorgefallene, erfreute sich an dem wahren Licht und schaute beglückt in eine rosige Zukunft. Die Jüngere, mit der «Gnade der Späten Geburt» gesegnete Generation, wollte von den Schatten der Vergangenheit nichts wissen und suchte, frei und unbelastet, ihren eigenen Weg. Düstere Gestalten kamen von weither hinzu, um an dem Wohlstand eines Landes, das bald ihrer überdrüssig wurde, teilzuhaben. Bei allen mischte sich Freude mit Trauer. Die einen vergaßen zu trauern oder hatten nicht mehr die Fähigkeit dazu und die anderen, die Nachgeborenen, wussten nicht, worüber sie trauern sollten und die Hinzugezogenen hatten andere Sorgen, ihre Trauer war anderer Art.
So wandelten die Familienmitglieder wie Trunkene durch das Leben und wirkten wie Verdammte, die ihrer Erlösung harrten.

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Ich habe noch eine zweite Tante. Tante Dorit, meine Tante mütterlicherseits, ist eine auf Ausgleich bedachte Herzensseele. Sie glaubt ernsthaft an das Gute im Menschen, dabei braucht sie sich nur im Familienkreis umzuschauen. Für jede Untat findet sie eine Entschuldigung, nicht verwunderlich, dass sie ein paar Mal in ihrem Leben auf die Schnauze fiel und übern Tisch gezogen wurde. Na ja, wenn man so naiv ist und an Schiller und die ganze Scheiße glaubt, was soll schon draus werden? Sie ist eine Schiller-Verehrerin, wenigsten tut sie so. Anlässlich seines 200. Todestag, der im Fernsehen großgefeiert wurde, kamen wir auf diesen Heilkünstler zu sprechen. Bisher hatte ich mich nie dafür interessiert, für Politik auch nicht und von Schiller kannte ich praktisch nur seinen Namen und die Schillerstraße irgendwo in Wilmersdorf oder Charlottenburg. Ich wusste auch nicht, wo diese Aversion gegen ihn herkommt, womöglich von meinem Stiefvater, vom braunen Herr Braun, der schwärmt auch so von ihm. Was dieser Mistkerl liebte, hasste ich instinktiv und was er hasste, liebte ich. Wir standen immer auf Kriegsfuß. Wie gern hätte ich mich mit ihm duelliert, um die Welt von dieser Seuche zu reinigen.

Jedenfalls sagte mir Tante Dorit am Telefon, ich muss unbedingt die Bürgschaft lesen. Sie schwärmte: ‚ach, wenn ich die Bürgschaft lese, kommen mir jedes Mal die Tränen‘, wie kann man bloß so bekloppt sein? Gut, sagte ich, mache ich, wenn ich dir damit eine Freude machen kann und ich las sie, nur um der guten Seele einen Gefallen zu tun. Oh Gott, wie gruselig! dieses vermenschlichte Gequassel, diese geschwollene Sprache, dieses gewollt Gereimte, dieser Sinn- und seelische Tiefgang, nur um die Zeilen zu füllen, gefiel mir überhaupt nicht. Was der Autor uns zum Thema Treue und Mut sagen wollte, ließe sich ja auch mit weniger Pathos und Künstlichkeit anders erzählen. Aber nein, dieser großtuerische Reimkünstler redet von Leidenschaft und von der Hingabe des Herzens für die Treue aber so, dass es kein Herz berührt und keinen Hund hinterm Ofen hervorlockt. Alles schien mir so gespielt, so aufgesetzt wie eine Predigt in der Kirche und diente nur dazu, das Ego des Autors zu befriedigen. Ich habe nie viel übrig gehabt für Gefühlsduseleien. Schiller ist für mich niemand, der mir was mitteilen kann, was ich nicht selber wusste, also reine Zeitverschwendung! Zum Zeitvertreib oder aus intellektuellen Gründen sich Schiller reinzuziehen, ob auf der Bühne oder als Buch, also wirklich, bin ich denn verrückt, um mir das anzutun? Ich habe besseres zu tun, viel Interessanteres, was ich als geistreicher empfinde, zum Beispiel selber nachdenken. Oder muss man Schiller gelesen haben, um mitreden zu können? Aber mit solchen Leuten will ich doch gar nicht reden, mit denen, die nur angeben wollen und sagen: Ich kenne alles von Schiller und sonst nichts zu sagen haben, weil sie eigentlich nichts wissen und lieber denken lassen und das Gedachte nur konsumieren wie Leckereien.

Unerträglich langweilig war zum Schluss eines langen Fernsehtages, eine Aufführung von Schillers »Wilhelm Tell«, für mich sinnloses Zeitvertrödeln, ich konnte es nur kurz aushalten und habe dann umgeschaltet, um nicht trübsinnig zu werden. Was soll der Mensch aus solch einem Mist, den man Kunst nennt, lernen? Schiller muss ein sehr eitler, nur nach Anerkennung strebender Mensch gewesen sein, dem es weniger um Weisheit, als vorrangig um seinen eigenen Ruhm und die Ehre ging, ein Ego-Mensch, nennt man sowas. Ihn als Genie zu bezeichnen, na also wirklich! Ein Edler, im Sinne von Weise, war er bestimmt nicht, nur einer der die Sinne befriedigen wollte. Welcher Sinn des Menschen ruft stärker nach Sättigung, als das menschliche Ego, welches in seinem Kopf spukt und sich im ständigen Widerstreit zu seiner im Herzen wohnenden Seele befindet? Am Ende siegt meist das Ego über das Herz, aber dann ist auch alle Kunst leer und tot, seelenlos. Instinktiv wollte ich von dem nie was hören oder wissen, jetzt weiß ich warum. Erstaunlich, wie sehr einmal erreichter Ruhm zum Selbstläufer wird und die Menschen über Jahrhunderte hinweg zu blenden vermag, ohne kritisch hinterfragt zu werden, wie im Falle von Schiller und Goethe. Weiser bin ich von all dem Wissen, was ich bei diesen sinnlosen Feierlichkeiten angeschaut hatte, nicht geworden; denn ich weiß und wusste schon immer aus mir selbst heraus, was Weisheit ist und wo sie zu finden ist. Das zeigt sich immer mehr und wird mir immer bewusster; es bestätigte sich, zu meiner Verwunderung, ständig aufs Neue, dass wahres Wissen nur durch eigenes Nachdenken wächst und reift und nicht gelernt werden kann, wie Schreiben, Rechnen oder das Brezelbacken. Ich war beruhigt, vor allem darüber, dass ich bisher nichts Wesentliches versäumt habe, ich fand nichts, was ich für meine Persönlichkeitsentwicklung gebraucht hätte, im Gegenteil, die ganze Schillerlei hätte mir eher geschadet und meinen Freigeist verkleistert.

Anstatt Schiller und den ganzen Abfall sollte sich Tante Dorit lieber um ihre Haare kümmern. Ja, sie muss sich ihre Haare färben lassen, als sich immer die doofe Dauerwelle zu machen, die die Haare noch zusätzlich stumpfer macht. Sie ist ein Herbsttyp, warme Farbtypen bekommen viel später und weniger graue Haare, aber leider sehr unschön und immer mit einem Gelbstich. Aber es hat keinen Sinn mit den Leuten zu reden, so sieht sie immer wie eine graue Maus aus. Ich rede mir seit 30 Jahren Fusseln an den Mund und habe mich mit ihr schon des Öfteren richtig in den Haaren gehabt, weil sie absolut beratungsresistent ist, was ihre Haare angeht. Ständig lässt sie sich diese Oma-Dauerwellen machen und schon so manches Mal hatte sie nur noch Sauerkraut auf dem Kopf. Das schlimme ist, dass sie das aus Eitelkeit tut, weil sie gut aussehen möchte. Sie merkt es aber einfach nicht, dass sie damit richtig altmodisch und zurückgeblieben aussieht. Nur einmal vor ein paar Jahren hatte sie sich die Haare kurz schneiden lassen, weil mal wieder eine Dauerwelle ihre Haare komplett versaut hatte. Ich fand, mit dem Kurzhaarschnitt sah sie richtig gut aus. Sie findet sich aber zu herb mit dieser Frisur, meint das passt nicht zu ihrem Gesicht. Was soll ich bloß mit ihr machen? Ja, Tapsy, ich muss immer leiden.“ Tapsy knurrte.

Lena will sich ein Glas Wein eingießen und stellt fest, dass die Flasche leer ist. „Oh Gott!“, stöhnt sie, „habe ich denn die ganze Flasche getrunken und bin immer noch nicht besoffen. Das soll mir einer nachmachen.

Bei mir ist es so, im Suff bin ich genauso wie sonst auch, etwas redseliger und mutiger, da sage ich, was ich denke, noch deutlicher. Ich war schon immer zutiefst davon überzeugt, dass der Mensch im Suff sein wahres Gesicht zeigt, weil die Mechanismen der Eigenkontrolle, bzw. der Schauspielerei ‚out of order‘ sind. Vor Jahren sah ich mal eine sehr bekannte Schlagersängerin im Fernsehen erklären, dass ihr Ehemann eigentlich ein ganz lieber Mensch sei, er darf nur keinen Alkohol trinken, dann wird er nämlich gewalttätig usw. das ging durch die Presse. Ich dachte mir, als ich das sah, was redet die sich da ein, der ist in Wirklichkeit ein Fiesling und ein Drecksack. Die macht sich was vor, wenn sie denkt, dass er im nüchternen Zustand ein sehr anständiger und guter Mensch ist. Alles Schauspielerei, Schätzchen. Für mich ist Suff keine wirkliche Entschuldigung für Fehlverhalten, insbesondere nicht für Gewalttätigkeit und ich finde es völlig absurd, dass es im Strafrecht dafür Strafmilderung gibt. Umgekehrt kann ein Mensch, der gerne den harten Kerl raushängen lässt, der oft gereizt ist und böse Worte sagt, eigentlich ein sehr gutherziger Mensch sein; denn, wenn er etwas trinkt, ist er der liebste, lustigste und freundlichste Mensch, den man sich denken kann und weder aggressiv noch böse, Mustafa ist so ein Typ. Allmählich muss ich meine Weisheiten sammeln und unter die Menschen bringen, findest du nicht auch?

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